von
Posthorn

Hallo,

ich bin vom Beruf Postbote und habe erhebliche Probleme bei der Bewältigung der Arbeit und war deswegen und anderen physischen Leiden in Reha. Demnächst ist ein BEM Gespräch geplant, wobei ich davon ausgehe, das mir dort kein leidensgerechter Arbeitsplatz angeboten werden kann. Die Post sitzt das aus und lässt mich notfalls auch auf Arbeitslosengeld 2 laufen. Das sind Erfahrungswerte von anderen Kollegen, denen es ähnlich wie mir geht. Ich schaffe es einfach nicht mehr, das tägliche Arbeitspensum in der vorgegeben Zeit zu erledigen.

Ich habe 40 Prozent Grad der Behinderung und bin bereits gleichgestellt und seit 1991 in Vollzeit unbefristet dabei. Die Krankenkasse möchte Einsicht in den Entlassungsbericht haben. Diese Einwilligung habe ich erteilt, da ich denke, das es besser ist, dass man sich auf was stützen kann und meine Mitwirkung zeige, statt mich zum MdK zu schicken. Was wäre denn, wenn die Krankenkasse jetzt sagt, ich sei arbeitsfähig und dem Gutachten der Reha widerspricht. Krankengeld würde ich ja dann keins bekommen, Arbeitslosengeld ja auch nicht. Mir bliebe ja dann im Prinzip nichts anderes übrig, als meine Arbeit wieder aufzunehmen. Nur eins weiß ich, auf Vollzeit schaffe ich die Zustellung nicht mehr. Aber halbtags Bezirke hätte die Post angeblich nicht und Teilzeitbezirk mit einem zusätzlich freien Tag würde das Problem mit der täglichen Höchstarbeitszeit nicht lösen. Was wäre denn, wenn ich die Arbeit aufnehme und in paar Wochen stelle ich fest, ich schaffe das Pensum einfach nicht mehr und wieder krank bin, mich der Arbeitgeber kündigt und/ oder die Krankenkasse weiterhin das Krankengeld verweigert, da der MdK mich für arbeitsfähig hält. Dann habe ich ja überhaupt kein Einkommen.

Mir wird empfohlen, einen Antrag auf Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben zu stellen, aber ich hab keine Ahnung, in wie fern, mich die Deutsche Rentenversicherung unterstützen kann, was möglich und umsetzbar wäre und was nicht und ob ich die Voraussetzungen für eine Umschulung erfülle. Dafür habe ich als Laie einfach zu wenig Hintergrundwissen. Gibt es eine bestimmte Frist, bis wann der Antrag bei der Rentenversicherung nach einer medizinischen Reha vorliegen muss. Wäre es nicht besser, erstmal abzuwarten, was das BEM Gespräch ergibt oder den Entlassungsbericht abzuwarten. Denn ich weiß ja überhaupt noch gar nicht, ob mich die Post innerbetrieblich umsetzen kann oder mich leidensgerecht einsetzen kann. Wie wäre denn in dem Fall die weitere Vorgehensweise?

Ich bin aus der Reha arbeitsunfähig entlassen worden, aber leistungsfähig für sechs Stunden. Mit einer stufenweisen Wiedereingliederung kann meine Leistungsfähigkeit voraussichtlich nicht wieder erreicht werden. Mein Wunsch ist es beim jetzigen Arbeitgeber zu bleiben, und hoffe, auf Teilzeit oder eines leidengerechten Arbeitsplatzes. Falls es hier keine Möglichkeiten gibt, habe ich große Sorge, die Arbeit so als Zusteller nicht mehr nachgehen zu können. Kann ich in dem Fall trotzdem einen Antrag auf eine Umschulung beantragen?

Mir fehlt als Laie einfach der Überblick und bin ziemlich verzweifelt und in Sorge, sozial abzurutschen. Nur so, wie bisher kann ich einfach nicht weitermachen, das schaffe ich einfach gesundheitlich nicht mehr. Die Deutsche Rentenversicherung bietet ja sehr viele Unterstützungsangebote im Rahmen der Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben an, aber jede Situation ist anders und weiß nicht, was überhaupt umsetzbar ist.

Viele Grüße
Posthorn

von
Helena

Hallo,
vielleicht sollten Sie einen Integrationsfachdienst aufsuchen. Dieser kann beratend für Sie tätig sein (kostenlos).

von
???

Kurz zusammengefasst ist es also so, dass Sie sich Ihre bisherige Arbeit nicht mehr zutrauen und nach dem Entlassungsbericht auch kein Kandidat für eine Rente sind.
Damit wird Ihnen wohl nichts anderes übrig bleiben, als sich beruflich neu zu orientieren. Wenn Sie dabei Unterstützung von staatlicher Seite wollen, werden Sie wohl LTA beantragen müssen. Ob über diesen Antrag bis zu Ihrem BEM-Gespräch entschieden ist, ist ja nicht gesagt. Außerdem kann auch eine innerbetriebliche Umsetzung mit LTA unterstützt werden.

Welche Angebote Ihnen Ihr Arbeitgeber macht, ist wieder eine ganz andere Baustelle und kann hier auch nicht beurteilt werden.

von
=//=

Wie alt sind Sie denn eigentlich? Wurde in der Reha-Klinik bereits über berufliche Maßnahmen gesprochen und eine Prüfung wegen LTA durch die DRV angeregt?

von
...

Du erfülltst die Vorraussetzungen für die Teilhabe am Arbeitsleben nicht. Das BEM kannst Du Dir ersparen.
Wenn Du Dir Geld dazu verdienen willst, gehe Flaschen sammeln.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo, Posthorn,

auch wenn Sie sich sehr viel Mühe gegeben haben, bei der Darstellung des Sachverhalts Ihrer persönlichen Situation, wird es schwierig sein, für Sie hier eine konkrete Antwort geben zu können bzw. zu finden.
Laut Sachverhalt wäre es unbedingt wichtig zu wissen, wie alt Sie überhaupt sind. Ferner, unter Berücksichtigung der Vorschläge der anderen User, ist es schwierig im Forum die komplexe Situation in der Art aufzuklären, dass konkrete Maßnahmen benannt werden könnten, die für Sie in Frage kämen. Spekulationen werden Sie nicht beruhigen. Wir schlagen Ihnen daher vor, dass Sie unbedingt eine Beratung bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung für sich in Anspruch nehmen sollten. Sie können im persönlichen Gespräch Informationen für verschiedene Varianten erfahren, die in Ihrer momentanen Situation für Sie möglich wären. Grundsätzlich können Sie dann in einem Antragsverfahren Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben die für Sie geeignete Maßnahme beantragen. Wir wünschen Ihnen dazu viele Erfolg!

von
Posthorn

Vielen Dank an das Expertenteam und an die Nutzer, die mir durch Ihre Antworten weiterhelfen konnten.

von
Genervter

Zitiert von: Posthorn
Vielen Dank an das Expertenteam und an die Nutzer, die mir durch Ihre Antworten weiterhelfen konnten.

Aber Bitte, gerne geschehen !!