von
Enrico

Hallo,

kann mir jemand sagen, wie ich eine teilweise Erwerbsminderung gegenüber der RV nachweisen kann?
Mir wurde ab 1.6. eine befristete volle EM-Rente gewährt, als Eintritt des Leistungsfalles wurde der Beginn der durchgehenden AU im November genommen.

Ich habe erst im September eine Ausbildung abgeschlossen (die letzten Monate der Ausbildung war ich schon krank geschrieben) und habe dann auch lediglich in Teilzeit für 25 Studen (5 Stunden pro Tag) (eben aufgrund der bereits zumindest teilweisen EM) gearbeitet.

Ich habe auch ein ärztliches Schreiben (in welchem die bereits bestehende Leistungsminderung attestiert wurde) sowie die AUs der letzten Monate der Ausbildung zur RV geschickt, allerdings wurde die teilweie EM in diesen 2 Monaten, bis es dann zum völligen Zusammenbruch und dauerhafter AU kam, nicht berücksichtigt.

Oder ist das nicht möglich, erst teilweise erwerbsgemindert (für 2 Monate) und seitdem voll erwerbsgemindert zu sein?

Wäre sehr dankbar für Antworten oder evtl. Links zu Gesetztestexten, die ich mir dann vlt. mal durchlesen kann.

Wüsste gerne, ob es Sinn macht, einen Widerspruch einzulegen oder ob da die Rechtssprechung eindeutig ist und es im Grunde für alle Beteiligten zu unnötigen Kosten führen würde.

von
KSC

Sorry, nichts ist unmöglich und Sie können es ja versuchen, wenn Sie einen Arzt finden, der Sie darin unterstützt. Welchen vermeintlichen Vorteil bringt Ihre Idee?

Aber in meinen Augen ist Ihr Anliegen "ziemlicher Blödsinn".
Sie sind seit November (2016?) durchgehend arbeitsunfähig und die DRV hält Sie seit diesem Zeitpunkt für voll erwerbsgemindert.

Und Sie wollen nun allen Ernstes, dass der ärztliche Dienst Sie für die ersten 2 Monate für teileweise em hält und dann für voll em?

Eigentlich kaum nachzuvollziehen, aber wenn Sie wollen dürfen Sie gerne um das kämpfen, was Sie für Ihr gutes Recht halten. Wäre ich Ihr Arzt würde ich aber keine Energie in irgendwelche Begründungen stecken um zu beweisen, dass Sie erst 2 Monate teilweise und dann voll em sind.

Für mich ist das bürokratischer Schwachsinn, v.a. wenn die teilweise EM 2 Monate früher beginnen würde, wäre das zum 01.04. und die Zahlung würde mit dem -wahrscheinlich höheren-Krankengeld verrechnet. Was bringt? Nur Aufwand und Kosten!

von
Enrico

Die Rente ist in meinem Fall deutlich höher als die Krankengeldzahlung, es würde sich dabei bei jedem Monat um etwa 400 € halten, also in meinen Augen schon eine Menge.

Ich habe eben aufgrund des Teizeitjobs ein sehr geringes Einkommen gehabt und das Krankengeld hiervon hat nicht einmal zur Deckung des Existenzbedarfes gereicht.
Und ich habe diesen Job ja nur angenommen, weil ein Vollzeitjob eben aufgrund der Leistungsminderung nicht möglich war.

Und ja, meine Ärztin würde mich da vollumfänglich unterstützen, ich habe das Glück, sehr engagierte Ärzte zu haben.

Und diese 2 Monate hätten in meinen Augen auch durchaus Auswirkungen, da sie ja dann als "Zurechnungszeit" zählt (meinem Kenntnisstand nach) und dann die durchschn. Entgeltpunkte mit dieser Zurechnungszeit mal genommen werden, das wäre dann auf Dauer schon eine erhöhte Rente.

Und wie gesagt, ich werde nicht einfach "nach Gefühl" einen Widerspruch formulieren, sondern würde das eben gerne fundiert darstellen und wüsste daher gerne, wie man die teilweise EM nachweisen kann.

von
Enrico

Ich glaube, ich habe gerade etwas gefunden, was meine Fragen ohnehin hinfällig werden lässt.

Es gibt wohl diese Drei-Monats-Frist, sprich dass man innerhalb von 3 Monaten nach Eintreten des Leistungsfalls die EM-Rente beantragen muss.

Damit bin ich raus und als Antragsdatum wurde ja der Rehaantrag vom Februar 17 gewertet, also kann ich ja frühestens den November als Leistungsfall geltend machen, denke ich da richtig?

Denn dann muss ich mir keine Gedanken über einen evtl. Widerspruch machen, da die Rechtslage ja klar besagt, dass der Widerspruch zwecklos wäre.

von
KSC

Wie kann man die teilweise EM nachweisen?

Indem Sie am besten mithilfe Ihrer Ärzte medizinisch überzeugend darlegen, dass Sie wegen der Erkrankung X,Y, Z ab dem xx.xx.xxxx teilweise EM sind und durch die erneute Krankheit Q, bzw. durch Verschlimmerung von X,Y, Z ab 2 Monate später voll EM sind.
Wenn diese Argumentation den ärztlichen Dienst der DRV überzeugt wird in Ihrem Sinne entschieden, sonst halt nicht.

Zur Zurechnungszeit: das ist die Zeit vom Leistungsfall der EM bis auf 62 hochgerechnet. Ob sich durch einen 2 Monate früher liegenden Leistungsfall die Zurechnungszeit wesentlich ändert hängt vom individuellen Versicherungsverlauf ab. Das kann sein oder auch nicht, in aller Regel wird sich da kaum was ändern. Aber Ihr Versicherungsleben könnte ja der "Super Sonder Ausnahmefall" sein, bei dem sich ein 2 Monate früher liegender Leistungsfall dramatisch aus wirkt. Das weiß keiner im Forum, weil niemand Ihren Versicherungsverlauf kennt.

zum Rentenantrag: wenn Sie irgendwo gelesen haben, dass man Renten nur innerhalb von 3 Monaten beantragen kann, haben Sie das Gelesene höchstwahrscheinlich falsch verstanden oder falsch interpretiert. Das wäre nämlich nicht richtig.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Enrico, wenn Sie der Meinung sind, dass die Entscheidung der Rentenversicherung nicht mit den Tatsachen übereinstimmt, dann legen Sie doch innerhalb der mitgeteilten Frist einen Widerspruch ein und begründen das genau damit, was Sie hier im Forum als Beitrag schreiben! Ärztliche Unterlagen, welche Ihre Einwände untermauern, sind sicher hilfreich. Viel Erfolg!