von
Harry

Guten Abend,

ich habe neben meiner beruflichen Arbeit eine Fortbildung über die Handwerkskammer zum Meister absolviert. Diese Zeiten inkl. Vorbereitung, Fahrtzeiten, Schulungszeiten, Lehrgänge und häusliches Lernen überschritten die Regelarbeitszeiten von 40 Std. mit zusätzlichen 42,5Std in der Woche. Von der Rentenversicherung wurde diese auch als Fachschulausbildung anerkannt.
Jetzt soll in einer neuen Vergleichsbewertung nur mein Einkommen aus der Regelarbeitszeit in der Rentenbewertung berücksichtigt werden. Wenn ich meinen Widerspruch aufrechterhalten möchte, wird dieser durch die Rentendienststelle überprüft. Dies könnte laut Sachbearbeiter zu einer Minderung der Rente führen und somit das Punktesystem negativ beinflussen.
Ich habe gearbeitet und zusätzlich in meiner Freizeit eine Weiterbildung zum Meister (mit Erfolg) selbst finanziert, nur mit einem kleinen Zuschuss vom damaligen Arbeitsamt. Jetzt soll diese Leistung in der Rente nicht berücksichtigt werden, dies stößt bei mir auf Unverständnis.
Wie soll ich fortfahren?
Über eine Antwort würde ich mich freuen.

MfG Harry

von
Harry Potter

Zitiert von: Harry
Guten Abend,

ich habe neben meiner beruflichen Arbeit eine Fortbildung über die Handwerkskammer zum Meister absolviert. Diese Zeiten inkl. Vorbereitung, Fahrtzeiten, Schulungszeiten, Lehrgänge und häusliches Lernen überschritten die Regelarbeitszeiten von 40 Std. mit zusätzlichen 42,5Std in der Woche. Von der Rentenversicherung wurde diese auch als Fachschulausbildung anerkannt.
Jetzt soll in einer neuen Vergleichsbewertung nur mein Einkommen aus der Regelarbeitszeit in der Rentenbewertung berücksichtigt werden. Wenn ich meinen Widerspruch aufrechterhalten möchte, wird dieser durch die Rentendienststelle überprüft. Dies könnte laut Sachbearbeiter zu einer Minderung der Rente führen und somit das Punktesystem negativ beinflussen.
Ich habe gearbeitet und zusätzlich in meiner Freizeit eine Weiterbildung zum Meister (mit Erfolg) selbst finanziert, nur mit einem kleinen Zuschuss vom damaligen Arbeitsamt. Jetzt soll diese Leistung in der Rente nicht berücksichtigt werden, dies stößt bei mir auf Unverständnis.
Wie soll ich fortfahren?
Über eine Antwort würde ich mich freuen.

MfG Harry

Hallo Harry (hol mal das Auto),

auch mir stößt das auf Unverständnis. Du schreibst es handelt sich um einen kleinen Zuschuss. Wie hoch ist dieser? Eine optimale Vorgehensweise wäre Widerspruch und der übernächste Schritt ist einen guten Anwalt. Lass Dir das nicht gefallen.

Gruß

von
HotRod

Ich würde sofort bei der DRV auflaufen und zwar mit einem BEISTAND !
Dieser muss nicht unbedigt Ahnung von der Materie haben sondern nur als Zeuge fungieren.
Ahnung habe ich selbst !

von
W*lfgang

Hallo Harry,

die parallele Ausbildungszeit neben einer Vollbeschäftigung ist grundsätzlich nutzlos (wobei es schon erstaunlich ist, dass der erforderliche zeitliche Ausbildungsaufwand höher ist, als der der Vollzeitbeschäftigung ...das nur am Rande).

Für die zeitliche Ausbildung gibt es keine Entgeltpunkte (EP) ontop auf die Beitragszeit aus Beschäftigung. Die Fachschulzeit kann max. 0,75 EP erhalten, im Rahmen einer Vollbeschäftigung als Mann dürften Sie diesen Wert bereits erreicht/überschritten haben, so dass sich für die Fachschule keine Extra-EP ergeben können.

Da diese Zeit wohl auch nach AFG (Zuschuss vom Arbeitsamt) in das Versicherungskonto einfließen soll, hätten wir es mit einer sogenannten beitragsgeminderten Zeit zu tun, was wiederum Einfluss auf die Gesamtleistungsbewertung (Durchschnittswert aller Zeiten) haben kann, so dass andere damit zu bewertende Zeiten im EP-Wert 'abrutschen' könnten.

> Wenn ich meinen Widerspruch aufrechterhalten möchte, wird dieser durch die Rentendienststelle überprüft. Dies könnte laut Sachbearbeiter zu einer Minderung der Rente führen und somit das Punktesystem negativ beinflussen.

Vertrauen Sie darauf, dass er Recht hat - UND, diese Einschätzung teile ich auch, ohne Ihr Rentenkonto vor Augen zu haben (Ausbildungszeiten neben Vollbeschäftigung ist grundsätzlich 'Quatsch' von der Bewertung her ...hätten Sie parallel Kinder produziert und sich diese zeitnah anrechnen lassen, wäre das für Ihre Rente produktiver gewesen – aber, Sie muss die Nase ja in Bücher stecken :-)

Gewissheit haben Sie nur, wenn Sie Ihren Widerspruch weiter durchziehen. Allerdings werden Sie vorher keine Best-Off-Berechnung einfordern können, die DRV entscheidet zunächst den Sachverhalt /die Zeit ist/ist keine Versicherungszeit ...die Berechnung /Bewertung /Auswirkung auf andere Sachverhalte ergeben sich dann in der aktuellen Berechnung nach Rechtskraft der Entscheidung.

Gruß
w.

von
Harry

Vielen Dank für die Antwortschreiben, ich habe mit der Rentenversicherung nochmals ein ausführliches Gespräch geführt. Durch eine neue Berechnung unter Berücksichtigung der Weiterbildung ergibt sich definitiv ein negatives Ergebnis meiner Rente. Wenn dies von der Rentendienststelle geprüft würde, ergeht ein neuer Bescheid mit der besagten Kürzung der Rente. Für mich immer noch unverständlich, auch habe ich mit der Handwerkskammer über mein Problem gesprochen und dort wusste man ebenfalls keinen Rat. Evtl. weiß der Experte noch eine Lösung aufzuzeigen. Jetzt habe ich zunächst meinen Widerspruch zurückgenommen mit dem Fazit, Weiterbildung lohnt sich nicht fürs Alter.

MfG
Harry

von
senf-dazu

Hallo Harry!
Das Fazit ist m.E. ein wenig überzogen ...
Waren Sie als Meister angestellt? Dann hat die Weiterbildung Ihnen vermutlich ein besseres Einkommen und höhere Entgeltpunkte verschafft.
Waren Sie danach selbstständig und haben nach 218 Pflichtbeiträgen die Rentenzahlungen eingestellt? Dann sieht das möglicherweise ganz anders aus ...
Es hängt halt immer von den pesönlichen Versicherungsverläufen ab.
Hilfreich ist es in so einem Fall, verschiedene Berechnungen durchzuführen, einmal mit den Anrechnungszeiten, einmal ohne, ...

Experten-Antwort

Hallo Harry,
ich möchte auf die Antwort von W*lfgang verweisen.
Die zusätzliche Fachschulzeit selbst, bringt neben einer Vollzeitbeschäftigung (bei entsprechenden Verdiensten) keinen Vorteil. Im Rahmen der weiteren Rentenberechnung (Gesamtleistungsbewertung) können diese Zeiten dann allerdings Einfluss auf Lebensarbeitsdurchschnittswerte und damit auf andere zu bewertende Zeiten nehmen. Und dies kann dann auch mal negativ ausfallen.

Ebenfalls korrekt ist, dass die Rentenversicherung keine "best of" Berechnungen machen darf. Grundsätzlich ist über Zeiten und deren Anrechenbarkeit zu entscheiden. Auswirkungen in der Rente/bei der Berechnung sind grds. nicht von Bedeutung.
Seien Sie für den Hinweis, dass die Zeit Ihnen schadet, dankbar und belassen Sie es dabei. Wenn Sie auf Ihren Widerspruch bestehen wird ordnungsgemäß über Ihre Fachschulzeit entschieden. Sie wird dann angerechnet werden (müssen), auch wenn das in der Gesamtbetrachtung (Rentenberechnung) evtl. nicht vorteilhaft ist.