von
Martha

Hallo Zusammen,

ich bin seit 2014 in EM Rente auf Zeit bis 2017, ich habe eine Reha beantragt, die ich im März 2016 hätte antreten sollen. Mir ging es aber zu der Zeit so schlecht, dass ich das nicht konnte und der Rehaeinrichtung schriftlich mitgeteilt habe, dass ich die Reha aus persönlichen Gründen nicht antreten könne und eine Bestätigung der Einrichtung darüber haben möchte, dass ich abgesagt habe.
Die Rehaeinrichtung hat mich dann angerufen und bestätigt, dass sie mein Schreiben erhalten hat. Heute bekomme Post von Der DRV Anhörung, § 48 Abs. 1 SGB I und §§ 60 ff SGB I Mitwirkungspflicht wird darin angesprochen. In dem Bescheid steht, dass ich ohne Angabe von Gründen die Reha nicht angetreten habe, was in meinen Augen so nicht stimmt.
Sollte ich nun binnen 3 Wochen nicht Stellung nehmen mit Beweisen wird nach Aktenlage entschieden, oder ich stelle sofort einen neuen Rehaantrag.
Meine Frage nun, wird dieRentenzahlung aufgrund der oben genannten Gründe eingestellt? Wie soll ich beweisen, dass es mir seelisch so schlecht ging, dass ich nicht fahren konnte.

Martha

von
Antwort

Hier wäre ein Attest vom ( Fach ) Arzt wichtig gewesen bevor man die Reha absagt, das hätte im Vorfeld an die DRV gesendet werden sollen, ansonsten könnte das ja jeder als Grund nehmen.
Ob die Rente nun eingestellt wird, kann ich nicht Beantworten, aber wenn man den Mitwirkungspflichten nicht nachkommt, dann könnte das sein.
Notfalls halt einen neuen Rehaantrag beantragen.
Da werden aber noch Antworten kommen wo sich besser auskennen.

von
Herz1952

Lassen Sie sich am besten ein Attest von Ihrem Arzt ausstellen, dass sich Ihr Gesundheitszustand zu diesem Zeitpunkt zumindest akut verschlechtert hat und fügen es der Stellungnahme bei.

Er kann Ihnen vielleicht auch bestätigen, dass durch eine weitere Reha keine entscheidende Besserung eintreten wird.

Man sollte vorsichtig sein mit Reha-Beantragung während der EM-Rente, da wird praktisch immer überprüft. Aber wenn es gesundheitlich notwendig sein sollte, sollte das aufgrund akuter Verschlechterung oder zumindest aus dieser Gefahr heraus begründet werden.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Lassen Sie sich am besten ein Attest von Ihrem Arzt ausstellen, dass sich Ihr Gesundheitszustand zu diesem Zeitpunkt zumindest akut verschlechtert hat und fügen es der Stellungnahme bei.

Vorausgesetzt, die Fragestellerin war kurz vor ihrer Reha-Absage bei ihrem Arzt und hat dort ihre gesundheitlichen Probleme dokumentieren lassen.
Ansonsten wird sie garantiert kein Attest bekommen, zumal die Reha-Absage schon 3 Monate her ist.
Zitiert von: Herz1952

Man sollte vorsichtig sein mit Reha-Beantragung während der EM-Rente, da wird praktisch immer überprüft.

Das ist ja auch logisch.
Schließlich wird eine bei der DRV beantragte Reha nur dann bewilligt, wenn eine Besserung der Erwerbsminderung zu erwarten ist.
Und wenn jemand eine Reha beantragt, hält er offenbar selbst eine Besserung seiner EM für wahrscheinlich.

Aus diesen Gründen habe ich seit meiner BU-Rentenbewilligung vor 16 Jahren nie wieder eine stationäre Reha beantragt.
Stattdessen gehe ich regelmäßig zur Krankengymnastik auf Kosten meiner Krankenkasse.
Das ist fast genauso effektiv und ich bin vor Überprüfungen meiner Rentenberechtigung relativ sicher.
Und sollte doch noch mal eine Überprüfung stattfinden, kann ich anhand meiner Physiotherapeuten-Berichte und meiner regelmäßigen Facharztbesuche nachweisen, dass ich meine BU-Rente immer noch zu Recht beziehe.
Eine Reha ist aber tatsächlich "russisches Roulette", weil man bis zuletzt nicht weiß, was alles in diesem geschönten Entlassungsbericht steht.

MfG

von
Martha

Ich gehe seit Jahren regelmäßig zur KG und bin in einer Sportgruppe zur Wasser- und Trockengymnastik. Meine Ärzte sehen mich regelmäßig. Ich hatte ja den Rehaantrag bei meiner Krankenkasse eingereicht, weil ich der Meinung war, dass diese jetzt für mich zuständig sind. Diese haben dann den Antrag weiter gereicht an die DRV, das wusste ich nicht und wollte ich nicht.
Ich denke ich werde auf jeden Fall von meiner Ärztin ein Attest erhalten denn ich bin ja regelmäßig bei ihr. Nun ja hinterher ist man immer schlauer, jetzt muss ich da durch.

Martha

von
Herz1952

Hallo Schorsch,

ich denke auch, dass der Arzt ihr noch ein Attest ausstellen kann, man darf dies nicht mit einer EU-Bescheinigung verwechseln.

Wenn sie bei der Erklärung Ihren behandelnden Arzt angibt, nehme ich sogar an, dass die RV sogar R ü c k -Sprache (auch im Sinne von "zurück") mit dem Arzt hält.

Wenn die Reha von der RV genehmigt wird, nimmt die RV natürlich an, dass eine Besserung erfolgen kann. Allerdings ist bei einer medizinischen Reha auf Zeit und auf unbestimmte Dauer die RV und nicht die Krankenkasse zuständig. Die Reha kann auch gewährt werden, um eine weitere Verschlechterung zu verhindern, die vielleicht in eine dauerhafte EM mündet. Dadurch kann evtl. eine spätere befristete EM-Rente wegfallen, wenn sich der Gesundheitszustand sozusagen beschleunigt wesentlich gebessert hat.

Sie gehen natürlich von einer Mitwirkungspflicht aus, die - aus welchem Grund auch immer - nicht erfolgt ist. Aber das müsste zu korrigieren sein.

Vielleicht überlegt sich die RV sogar, ob es noch Sinn macht noch einmal eine Reha zu genehmigen. Dies kommt nämlich auch auf die Krankheit und deren Verlauf an.

Die Hoffnung auf Besserung stirbt zuletzt, ob bei der RV oder beim Patienten.

Sie hat es zu gut gemeint, "aus persönlichen Gründen" zu schreiben. Krankheit oder Verschlechterung des Zustandes wäre besser gewesen. Aber dies ist jetzt vorbei und wird geklärt werden.

von
Herz1952

@Schorsch,

Berichtigung: bei einer EM auf Zeit (befristet) ist natürlich die RV zuständig, deshalb die Weiterleitung der Krankenkasse an die RV. Bei einer "unbefristeten" EM-Rente natürlich die Krankenkasse. Außer es handelt sich um eine "unbefristete" BU-Rente/Teil-EM-Rente, dafür ist natürlich erst die RV zuständig.

Bei Martha könnte sogar noch eine 2. Krankheit hinzutreten/hinzugetreten sein, für die sogar eine andere Reha nützlich sein könnte. Aber das will ich mal "außen vor" lassen.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

ich denke auch, dass der Arzt ihr noch ein Attest ausstellen kann, man darf dies nicht mit einer EU-Bescheinigung verwechseln.

Da die Fragestellerin inzwischen erwähnt hat, dass sie regelmäßig bei ihrem Arzt war, darf er selbstverständlich ein Attest ausstellen.
Er würde sich aber hüten, etwas zu attestieren, wovon er sich nicht selbst überzeugt hat.

Und die Zuständigkeit der DRV würde selbst bei befristeter teilweiser EM wegfallen, wenn die angestrebte Reha nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der rentenrelevanten Erwerbsminderung steht, sondern nur der "Erholung" dienen soll.
In diesm Fall wäre also die Krankenkasse zuständig.

MfG

von
Herz1952

Schorsch,

es gibt keine "Kuren" mehr zur Erholung, das war früher mal ein bisschen der Fall, als noch mehr Geld in den Kassen war. Das wurde natürlich auch ausgenutzt.

Klartext: "Kur" gibt es nicht mehr. Die wird auch nicht mehr gewährt, weder von Krankenkassen noch von der RV.

Bei Martha war doch die RV zuständig, diese hat doch letztlich die Reha gewährt.

Als ich meinen Tibiakopf gebrochen habe, hat die Krankenkasse den Reha-Antrag sofort abgelehnt und mich an die RV überwiesen. Mit meiner Krankheit hing das nicht zusammen. Die Krankenkasse hatte nur versäumt, dass Sie meine Rente noch als befristet angesehen hat, obwohl ihr das von der RV mitgeteilt worden sein muss, dass diese auf unbestimmte Dauer gewährt wurde.

Auf jeden fall war es ein Fehler der Kasse, dass ich noch "befristet" geführt wurde, denn sie hatte auch keinen neuen befristeten Rentenbescheid von mir.

Ich habe den Reha-Antrag, allerdings mit Krankenkassenformular für "Kassen-Reha" an die DRV weitergeleitet und diese hat ihn dann an die Kasse zurückgegeben. Zumindest wird bei befristeten vollen EM-Renten immer zuerst die RV von der Kasse zur "Kasse" gebeten (smile).

Dann spielen die "Pingpong" nach festgelegten Regeln. Ich glaube die Kassen verlieren das "Rückschlagsrecht". (smile).

Im übrigen ist die RV auch bei Reha wegen weiterer Krankheit daran interessiert diese durchzuführen, um zu verhindern, dass weitere Schwierigkeiten hinzutreten, die eine weiterführende Berentung wahrscheinlicher machen.

Sie wird es natürlich ablehnen, so wie sie es immer macht, wenn die neue Krankheit sich nicht weiter erwerbsmindernd auswirkt.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

es gibt keine "Kuren" mehr zur Erholung, das war früher mal ein bisschen der Fall, als noch mehr Geld in den Kassen war. Das wurde natürlich auch ausgenutzt.

Klartext: "Kur" gibt es nicht mehr. Die wird auch nicht mehr gewährt, weder von Krankenkassen noch von der RV.


Von "Mutter und Kind - Kuren" haben Sie wohl noch nichts gehört, oder?
https://de.wikipedia.org/wiki/Mutter-Kind-Kur

MfG

von
Herz1952

Da sind Kuren für Kinder in Begleitung Erwachsener, weil die Begleitung notwendig ist.

Aus eigener Erfahrung weis ich, dass dies auch keine Erholungskuren sind, weder für Mutter, noch für Kind.

Bestenfalls wird dadurch die starke Belastung, die die Mutter hat, etwas gemildert. Dies heißt aber nur im Volksmund "Mutter-Kind- K u r " und ist ebenfalls eine Reha.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

.......

https://de.wikipedia.org/wiki/Mutter-Kind-Kur
Versuchen Sie es doch einmal mit lesen. Danke!

MfG

von
Herz1952

Schlimmstenfalls ist es nur eine Werbung der Krankenkassen, die den Begriff verwenden.

Allerdings werben die mittlerweile anders, weil Sie mit solchen Versicherten nicht "Kasse machen können".

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Schlimmstenfalls ist es nur eine Werbung der Krankenkassen, die den Begriff verwenden.

Allerdings werben die mittlerweile anders, weil Sie mit solchen Versicherten nicht "Kasse machen können".


Geben Sie doch einfach zu, dass Ihre Behauptung, es gäbe keine Kuren als Kassenleistung mehr, schlicht und einfach falsch ist.

MfG

von
Schorsch

Nachtrag:
Eine Bekannte von mir bekam erst kürzlich eine Mutter-Kind-Kur bewilligt.

MfG

von
Herz1952

Hab leider jetzt erst gelesen, steht aber auch drin, dass es Reha Maßnahmen sind.

Wenn nur mehr bei Reha auf Erholung Wert gelegt werden würde, würden vielleicht viele Maßnahmen das auch bewirken und hätten Ihren Zweck erfüllt.

Der Körper brauch nun mal eine gewisse Zeit, um aus dem Schlamassel rauszukommen. Man bräuchte natürlich auch nicht unbedingt eine Reha.

Mittlerweile haben Ärzte auch erkannt, dass bei manchen Krankheiten zu frühe "Mobilitäts-Maßnahmen" auch schaden können. Seit meinem Aufenthalt in der Uniklinik wundere ich mich nicht mehr, dass so viele Patienten noch im Krankenhaus sterben oder von der Reha wieder ins Krankenhaus verlegt werden müssen. Sie müssen aber unbedingt "mobilisiert" werden, dass sie anderen nicht zur Last fallen.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Hab leider jetzt erst gelesen, steht aber auch drin, dass es Reha Maßnahmen sind.

Allerdings als GKV-Leistung, selbst wenn eine befristete Teil-EM-Rente bezogen wird.

MfG

von
Herz1952

Korrekterweise hätte ich schreiben müssen: Eine Reha-Maßnahme ist kein Urlaub. Jede Reha-Maßnahme dient genaugenommen der Erholung, sogar eine Anschlussheilbehandlung.

So wäre es richtig gewesen. Mir sagte auch meine Versicherung, dass es keine "Kurbeihilfen" mehr gibt bei Verletzungen, weil "Kur" mit Urlaub gleichgesetzt wurde.

Ich bekam dafür auch für die "Erholungs-Reha" keine "Kurbeihilfe", sondern Krankenhaustagegeld. Sogar für die letzten Tage den doppelten Satz, weil die 6 Wochen überschritten waren.

Ihre Bekannte bekommt also eine Reha zur Erholung von den Krankheitsbelastungen. Sehen wir das mal so. Hoffentlich hat es Erfolg. Leider bleiben die Krankheiten oft weiter bestehen.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Ihre Bekannte bekommt also eine Reha zur Erholung von den Krankheitsbelastungen. Sehen wir das mal so. Hoffentlich hat es Erfolg. Leider bleiben die Krankheiten oft weiter bestehen.

Es besteht in diesem Fall überhaupt kein Grund zum Pessimismus.
Für meine Bekannte und deren Tochter ist es bereits die 2. "Reha-Kur" und da es denen beim ersten Mal super gefallen hat, freuen sie sich bereits darauf wie auf eine Urlaubsreise. ;-)

MfG

von
Herz1952

So sollte es auch sein, Schorsch (smile).