von
Rentnerin

Hallo.

Bei einer Scheidung wird über Kapitalsummen der Renten verhandelt/geteilt/entschieden.
Bleiben diese Summen -betreffend der Ehezeit- gleich oder ändern die sich nach einigen Jahren wegen Lebensalter oder Rentenbezug?
Es geht um Neuberechnung des Versorgungsausgleiches.

Trotz Eiseskälte schönes Wochenende

von
Rentner

Zitiert von: Rentnerin
Hallo.

Bei einer Scheidung wird über Kapitalsummen der Renten verhandelt/geteilt/entschieden.
Bleiben diese Summen -betreffend der Ehezeit- gleich oder ändern die sich nach einigen Jahren wegen Lebensalter oder Rentenbezug?
Es geht um Neuberechnung des Versorgungsausgleiches.

Trotz Eiseskälte schönes Wochenende

Hast nichts besseres zu tun. Geh mal in die frische Luft.

Mfg

von
W*lfgang

Hallo Rentnerin,

die ermittelten Kapitalbeträge sind natürlich nur eine Momentaufnahme der Berechnung aller Werte zum Zeitpunkt der Einreichung der Scheidung/wirtschaftliches Eheende. Dass danach/aktuelle dynamisierte Werte zu berücksichtigen sind - wenn es um den Ausgleich mittels Kapitalbeträgen geht - dürfte logisch sein ...bereits nach 1 Jahr haben sich die Kapitalbeträge geändert, wie sehen die wohl in 10-20-30 Jahren aus?!

Gruß
w.

von
Rentnerin

Danke für die Antwort.
Können Sie sagen, wie sich die Kapitalsummen ändern?
Positiv oder negativ für die Ausgleichsberechtigte?
Es geht um eine Abänderung des Versorgungsausgleichs nach ca. 12 Jahren davon ca. 7 Jahre Rentenbezug des Ausgleichspflichtigen.

von
Fastrentner

Zitiert von: Rentnerin
Danke für die Antwort.
Können Sie sagen, wie sich die Kapitalsummen ändern?
Positiv oder negativ für die Ausgleichsberechtigte?
Es geht um eine Abänderung des Versorgungsausgleichs nach ca. 12 Jahren davon ca. 7 Jahre Rentenbezug des Ausgleichspflichtigen.

Wenn außer den Ansprüchen aus der gesetzlichen Rentenversicherung, weitere zu teilende Ansprüche (z.B. Betriebsrentenansprüche) vorhanden sind, empfehle ich Ihnen die Inanspruchnahme eines Fachanwaltes.
Unter Umständen könnte sich sonst herausstellen, dass eine Änderung aufgrund festgelegter Mindestgrenzen nicht erfolgt oder sogar nachteilig für Sie ausfällt.

von
Rentnerin

Mein Ex-Mann trägt sich mit dem Gedanken den Versorgungsausgleich wegen 3 Kinder vor 1992 geboren neu aufzurollen.
Ich möchte ihm das Risiko wegen seiner Betriebsrente, die nicht geteilt wurde, aber mit (meiner) DRV verrechnet wurde, aufzeigen.
Trotz Scheidung können wir noch vernüftig reden.

von
Fastrentner

Zitiert von: Rentnerin
Mein Ex-Mann trägt sich mit dem Gedanken den Versorgungsausgleich wegen 3 Kinder vor 1992 geboren neu aufzurollen.
Ich möchte ihm das Risiko wegen seiner Betriebsrente, die nicht geteilt wurde, aber mit (meiner) DRV verrechnet wurde, aufzeigen.
Trotz Scheidung können wir noch vernüftig reden.

Genau in einer solchen Konstellation sollte sich Ihr Ex-Mann das gut überlegen und sich entsprechend fachlich beraten lassen, denn der Schuss könnte für ihn durchaus nach hinten losgehen.
Im Übrigen ist es bisher noch nicht Gesetz, dass der Mutter bei drei Kindern auch noch ein 3. Jahr Kindererziehungszeit pro Kind beschert wird. Somit sollte er abwarten.
Wenn er aber durchaus meint, dass er das Verfahren aufrollen muss und dadurch Nachteile hat, ist das doch Ihr Vorteil. Daher verstehe ich Ihre Bedenken nicht. Es ist doch im Endeffekt sein Problem, wenn er nachher mehr an Sie abtreten muss als vorher. Oder möchte er Ihnen etwas Gutes tun?

von
Rentnerin

Wir sind noch so vernüftig und streiten uns nicht wegen 20,-€.
Bei 100,- oder mehr kann man(er) schon darüber nachdenken. Ich versuche je eine Lösung ohne verdienenden Anwalt zu erreichen.

Experten-Antwort

Hallo User Rentnerin,

wenn der einzige Grund, den Versorgungsausgleich neu berechnen zu lassen, die geplante Änderung der Bewertung der Kindererziehungszeiten, dann sollte Ihr Ex-Mann erst einmal abwarten, ob diese geplante Gesetzesänderung überhaupt kommt. Sollte jedoch die Anerkennung des zweiten Jahres der Kinder in der gesetzlichen Rentenversicherung der Grund für die Neuberechnung des Versorgungsausgleiches sein, dann muss Ihr Ex-Mann einiges Beachten.

Bei dem Versorgungsausgleichsrecht, dass bis zum 31.08.2009 gegolten hat, wurden sämtliche Altersvorsorgeansprüche (gesetzliche Rente, Betriebsrente u.ä.) eines jeden Ehepartners zusammenaddiert, dann der niedrigere Betrag vom höheren Betrag abgezogen und von der Differenz wurde die Hälfte dem niedrigeren Betrag hinzuaddiert. Da wurde nicht zwischen den einzelnen Vorsorgearten unterschieden.

Im neuen Ausgleichsrecht (gilt seit dem 01.09.2009) wird jede Altersvorsorgeart einzeln und getrennt für sich ausgeglichen. Wenn Ihr Ex-mann einen Anspruch auf eine Betriebsrente hat und Sie nicht, dann kann es sein, dass er nun mehr von seiner Betriebsrente verliert, als damals bei der Scheidung. In diesem Fall ist die zahlende Stelle der Betriebsrente (ehemaliger Arbeitgeber oder eine Versicherung) der richtige Ansprechpartner.

Wenn die Renten in Form von Kapitalsummen ausgeglichen werden sollen (sog. externe Teilung), dann werden die Beträge übertragen, die vom Familiengericht festgelegt wurden. Inwieweit die Kapitalsummen eine mögliche Rendite erzielen, kann heute noch nicht gesagt werden. Es ist nur eine Momentaufnahme, wie User „W*lfgang“ erwähnt.

Ihrem Ex-Mann ist dringend zu raten, sich ausführlich bei allen zuständigen Stellen (Deutsche Rentenversicherung, ehemaliger Arbeitgeber, Versicherungen u.ä), die seine Altersvorsoge betreffen beraten zu lassen.
Wenn der Versorgungsausgleich nach dem neuen Recht durchgeführt wurde, dann gibt es für Ihren Ex-Mann kein Zurück mehr.

von
Rentnerin

Herzlichen Dank für ausführliche Antwort.
Ich werde es so versuchen zu vermitteln und auf Einsicht hoffen.