von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Albert Lechner,

Sie haben nicht Recht. Der Abschlag für die Vorzeitige Inanspruchnahme der Altersrente greift für alle Entgeltpunkte, auch für die „Zugekauften“. Daher werden Sie aber bereits (mehr) Entgeltpunkte zugekauft haben, als sich tatsächlich durch den Abschlag ergeben.

Beispiel:

Normalerweise 100 EP (Entgeltpunkte) bei Rentenbeginn;
Durch vorzeitigen Rentenbeginn ergäbe sich ein Abschlag von 10 Prozent (nur Beispiel, ob tatsächlich möglich, sei hier einmal dahingestellt) also 100 EP – 10 EP (10 % Abschlag) sind 90 pEP (persönliche Entgeltpunkte).

Um diesen Abschlag auszugleichen kaufen Sie keine 10 EP sondern 11 EP ein.
Daher 100 EP + 11 EP sind 111 EP hiervon 10 Prozent Abschlag, also
111 EP – 11 EP (10% Abschlag) gibt 100 pEP.

Wenn Sie sich dann doch entschließen sollten nicht vorzeitig in Rente zu gehen, dann bleibt es bei den 111 EP´en (bzw. da kein Abschlag = persönlichen Entgeltpunkten). Sollten Sie über den ursprünglich geplanten abschlagsbehafteten Rentenbeginn hinaus weiterarbeiten, dann erhöhen Sie die 111 EP noch zusätzlich aufgrund der sich in dieser Zeit aus der Beschäftigung ergebenden Entgeltpunkten.

von
Albert Lechner

Hallo Experte und LS,

jetzt hatte ich nach dem Post von "Experte" geglaubt, die Sache voll verstanden zu haben, sogar warum die Berechnungsformel eine Division durch den Renten-Zugangsfaktor enthält. Ich kaufe 7,28 EP = 6,41/0,88 EP wegen 12% Abschlag, die nach Minderung bei Rente mit 63 wieder 6,41 Punkten entsprechen, super. So wäre auch das Thema späterer Rentenbeginn ohne jede Neuberechnung simpel möglich und zwar zu jedem Zeitpunkt zwischen 63 und 67...

Und nun der Post von LS... puhhh. Allerdings glaube ich dass Eure beiden Infos auf das gleiche hinauslaufen, nämlich das Positive, dass der die einmalige Rentenausgleichszahlung voll an den jeweiligen Rentenerhöhungen teilnimmt. Ich hoffe, das seht ihr auch so :-)

Und nun, zu guter letzt noch die Frage: Wenn ich nur 2/3 der von der DRV ausgerechneten Summe zahle, bekomme ich dann auch genau 2/3 der berechneten EP (linear)?

Danke und Gruß an alle, die sich so redlich bemühen!

von
Vor der Rente

@Albert
Ich weis jetzt nicht, was da emotionsgeladen bei ihnen ankam?
Wenn ich für ein zusätzliches Rentenkonto bei der DRV plädiere, bin ich mit allen Experten der RV einig, die ich dazu schon befragt hatte. Riester ist da erheblich teurer und uneffektiver.

@Verehrter Experte
Ich habe nicht bestritten, dass durch zukünftige Rentenanpassungen gewisse Vorteile berechnet werden können. Das gleiche trifft zu, wenn man in der ersten Hälfte 2016 die berechnete Minderung erbringt, weil man in späteren Zeiten mehr zuzahlen müsste, da der Rentenwert gestiegen ist.
Ansonsten beschreiben sie doch das, was ich oben auch anführte.

Ich hatte in 2013 einen Bescheid erhalten und auch die Berechnungsformeln in mein Tabellenblatt eingefügt. Die zukünftigen Rentenpunkte sind relativ sicher, da keine grossen Zeiträume dazwischenliegen. Eine Rentenerhöhung ergab sich nicht.
Diese wird nur wirksam, wenn sie tatsächlich länger arbeiten, als bei der Minderung angenommen.
Das beschreiben sie auch in ihrem zweiten Post.

Viell. sollten sie mal ein realistisches Fallbeispiel in den Grossrechner eingeben, damit man genau sieht, wie sich das entwickeln könnte.

Es gibt doch nur zwei Möglichkeiten:
Man erbringt die Minderung in vollem Umfang, dann zählt die Zeit nach dem vorgezogenen Rentenbeginn als "Plus" oder man erbringt nur Teilbeträge, die den Rentenfaktor bis zum Rentenbeginn erhöhen (verbessern), und dann um 0,3% je verlängertem Monat weiter erhöhen Richtung 1,00.
So wie es der User LS beschrieben hat.

von
Albert Lechner

Zitiert von: Vor der Rente

Ich habe nicht bestritten, dass durch zukünftige Rentenanpassungen gewisse Vorteile berechnet werden können. Das gleiche trifft zu, wenn man in der ersten Hälfte 2016 die berechnete Minderung erbringt, weil man in späteren Zeiten mehr zuzahlen müsste, da der Rentenwert gestiegen ist.

Jetzt verstehe ich überhaupt nichts mehr: In der Berechnungsformel für die Einmalzahlung kommt der "Rentenwert", also der Wert eines Entgeltpunkts doch gar nicht vor sondern lediglich das Durchschnittseinkommen und der Beitragssatz. Es ist also völlig egal (!!!) wann in 2016 ich den Betrag zahle. Richtig?

von
Vor der Rente

Da sie den Bescheid schon in der Hand halten, gilt die Dreimonatsfrist.
Sie zahlen ihren errechneten Betrag ein - und gut ist es.

Der User LS hat es so beschrieben:

Zitiert von: Vor der Rente

Der Betrag (hier meint er die 188€) ergibt sich aber nur, wenn man sich auf den momentan gültigen Rentenwert 29,21 bezieht, noch gültig bis 30.06.2016.
Wenn die Berechnung am 05.07.2016 vorgenommen worden wäre, würde der Betrag aus der Minderung bei gleicher Zahl Monate des früheren Beginns (6,4200 * 30,45) = 195,49€ entsprechen.

Das würde dann ca. 1900 € teurer. Das können sie genauer berechnen, da sie den Bescheid haben.

Wenn sie es steuerlich splitten, würden sie für den zweiten Teil neu berechnet werden.
Da gelten dann die 30,45€ oder mehr - das kommt darauf an, wie es in 2017 aussieht.

Hier ein Link zum Steuerabzug:
https://www.ihre-vorsorge.de/index.php?id=1846
Bewerten sie das aufgrund ihrer eigenen Daten oder fragen sie ihren Steuerberater.

von
W*lfgang

Zitiert von: Albert Lechner
Jetzt verstehe ich überhaupt nichts mehr
Albert Lechner,

vergessen Sie das ganze Fachgedöns, das ist nur Rentenmathemathik :-) Und letztendlich egal, was da wie in Punkte und Faktoren umgesetzt wird.

Mit dem Ausgleichsbetrag hat Ihre vorgezogene Rente faktisch keinen Abschlag mehr, sie liegt wieder bei 100%. Da Sie nur einen Rentenbetrag erhalten, wird dieser bei jeder Anpassung insgesamt angepasst - also auch der 'Teilbetrag', der auf der Ausgleichszahlung basiert.

Nehmen Sie nur eine Teilzahlung vor (2/3) gleichen Sie auch nur 2/3 des prozentualen Abschlags aus. Wann in 2016 eingezahlt, ist egal - die zugrunde liegenden Rechendaten (Durchschnittseinkommen, Beitragssatz) ändern sich im laufenden Jahr nicht. Für (Rest-)Zahlung in 2017 sähe es bei geänderten Werten anders aus, es kostet etwas mehr ...verständlich, Sie konnten mit dem Restbetrag ja selbst noch arbeiten/'Gewinne' erzielen - theoretisch ;-)

Gruß
w.

von
LS

Liebe Redaktion,
.
auch mein zweiter Versuch des Kopierens in das Fenster ist fehlgeschlagen, es fehlt der Text nach dem Wort "Rentenartfaktor"
Der Beitrag wird dadurch nicht richtig verständlich.

Warum keine vollständige Wiedergabe vorgenommen wird, ist mir nicht erklärlich.

Bitte Sie daher, beide Beiträge von "LS" zu löschen.
.
Oder gibt es eine Begrenzung für die Länge eines Beitrages?

Erbitte dazu eine Aussage.
Danke

Würde den Beitrag dann entsprechend neu schreiben

von Moderator/in Experten-Antwort

Hallo LS,
wir haben Ihre Frage an die Technik weitergegeben und melden uns an dieser Stelle, sobald es etwas Neues gibt.
Herzliche Grüße aus der Redaktion!

von
Albert Lechner

Super, danke, insbesondere Experte, W*lfgang und Feli.

Eine Frage nur noch: Gilt für die Berechnung:

- der Tag der Antragstellung
- der Tag der Bearbeitung durch den Sachbearbeiter
- der Tag des Bescheids oder
- der Tag der Zahlung (der gesamten Summe oder eines Teilbetrags)?

Wäre es ein Modell, den Antrag Oktober 2016 zu stellen, im November den Bescheid zu bekommen und im Januar 2017 innerhalb der 3 Montas Frist zu den 2016 Konditionen zu bezahlen?

Danke, ich hoffe das letzte mal :-)

von
W*lfgang

Hallo Albert Lechner,

das Antragsdatum - formal sogar das formlose/mündliche / Terminvereinbarung - ist für die Berechnung maßgebend. Die dann im Bescheid gesetzte Zahlungsfrist sichert Ihnen den Zahlungsanspruch zu diesen Konditionen zu. Lassen Sie die Frist verstreichen/Zahlung geht verspätet ein, ist ein neuer Antrag zu stellen.

Teilzahlungen außerhalb dieser Frist könnten 'ungültig' sein, ggf. werden sie unter den neuen Rahmenbedingungen (2017) verbucht, gleichen also nicht vollständig den Rest-Teilabschlag aus ...keine Ahnung wie/ob so verfahren wird, weiß ein DRV-Mitarbeiter sicher mehr. Ich glaube, ich habe höchstens 1-2x so einen Nachzahlungsbescheid in den letzten 2 Jahrzehnten seit Einführung der Abschläge gesehen, kann daher inhaltlich zu den Modalitäten nichts weiter beitragen – daraus ersehen Sie aber auch, dass diese Möglichkeit bundesweit eher im Nano-Bereich genutzt wird ...und eher von den Versicherten freiwillig, die nicht wissen, wo sie die letzten 50T EUR noch parken sollen (und das meine ich ganz wertneutral, weil eher sinnvoll!).

> Wäre es ein Modell, den Antrag Oktober 2016 zu stellen, im November den Bescheid zu bekommen und im Januar 2017 innerhalb der 3 Montas Frist zu den 2016 Konditionen zu bezahlen?

Ja.

Gruß
w.
PS: > Eine Frage nur noch:

Ach, das war eine? ...nun verstehe ich so einiges :-) Und sollte noch ein weitere halbe kommen, raus damit - wehe ;-)

von Moderator/in Experten-Antwort

Hallo LS,
zu Ihrer technischen Frage, ob Forumsbeiträge begrenzt sind, haben wir nun eine Rückmeldung erhalten. Es gibt tatsächlich eine maximale Zeichenzahl pro Beitrag - das liegt zum einen daran, dass SPAM-Nachrichten so weniger leicht in Threads geraten können. Zum anderen soll unser Forum einen Dialog ermöglichen, der bei einer unbegrenzten Zeichenzahl so nicht gegeben werde. Über die maximale Zeichenlänge kann man natürlich streiten - wir hoffen, Sie bleiben uns dennoch gewogen.
Herzliche Grüße aus der Redaktion!

von
LS

Liebe Redaktion,
bitte die beiden unvollständigen Beiträge wie gewünscht löschen

Danke,
LS

von Moderator/in Experten-Antwort

Hallo LS,
ist erledigt.
Herzliche Grüße aus der Redaktion

von
Vor der Rente

@LS
Leider ist durch die Löschung der Sinn des Themas etwas verlorengegangen.
Ich hoffe, dass sie den noch einstellen.
Gerne auch in zwei Teilen.
@Redaktion
Sollte der Beitrag eingestellt sein, müsste er auch an die richtige Stelle platziert werden.

von
M.E.

Zitiert von: Vor der Rente

Etwas anderes wäre, sie würden den Ausgleich leisten und tatsächlich länger arbeiten.
Dann entsteht eine höhere Anwartschaft, eine höhere Rente.

Wie kann ich diese Aussage verstehen?

Ich bin 62, mein Ausgleichsbetrag fuer Rente mit 63 is berechnet, und ich werde den Betrag auch einzahlen. Es kann jedoch sein, dass ich doch bis zum "Regelalter" weiterarbeite und weiter Beitraege einzahle (in meinem Fall freiwillige Betraege, da ich ich im nicht-EU Ausland arbeite). Mir wurde schon mitgeteilt, dass der eingezahlte Ausgleichsbeitrag nicht zurueckerstattet werden kann, falls ich doch nicht mit 63 in Rente gehen.

Entsprechend Ihrem Kommentar scheint es jedoch so zu sein, dass sich der gezahlte Ausgleichsbetrag "rentenerhoehend" auswirkt, falls ich doch bis zum Erreichen des Regelalters weiterarbeite und Beitraege leiste. Sehe ich das richtig so? Und in welcher Weise wuerde sich der Betrag auswirken? Wie wuerde das kalkuliert werden?

Vielen Dank.

von
Vor der Rente

Hallo M.E.,

schön, dass sie das Thema nochmals aufrollen.

Der erste Abschnitt ist kein Widerspruch. Die bezahlten Beiträge verbleiben in der Rentenkasse.
Arbeiten sie weiter, wird ihr berechneter Zugangsfaktor in jedem Jahr um 0,036 Richtung 1 grösser.

Die einbezahlten Beiträge ergeben zusätzliche Punkte und Punktanteile.
Pro Punkt sind das momentan 30,45€.
Das ist die Erhöhung.

Das können sie anhand ihrer Berechnung mal durchspielen.

Grüsse