von
Holländerin

Hallo,

Nach Schulzeit und Studium in Deutschland bin ich nach Holland gezogen. Dort habe ich nur Recht auf 80% der gesetzlichen Altersversorgung, weil ich nicht mein ganzes Leben in Holland verbracht habe.

Die Rentenversicherung Bund sagt, dass meine Schulzeit und Studium nicht zählen, weil ich danach keine Beiträge geleistet habe. 3 Kinder zur Welt gebracht zählen auch nicht, weil die Erziehung nicht in Deutschland statt fand.

Ich meine, dass Schulzeit und Studium mitzählen sollte und ausserdem die Zeit von Schwangerschaft/ Mutterschutz (also nicht die von Erziehung), da diese unabhängig von Ort, Arbeit und Beitragszeiten angerechnet werden müsste.

Wenn es wirklich stimmt, dass ich in Deutschland keinerlei Recht auf Rente habe, dann frage ich mich, wozu des Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutschland in den Niederlanden dient?

Wird mir also die Altersversorgung gekürzt, weil ich innerhalb der EU in einem anderen Land gewohnt und gearbeitet habe?

Gern wüsste ich mehr hierüber.

von
Schade

So wie es aussieht haben Sie keinen einzigen Beitrag in D eingezahlt. Warum sollten Sie dann Leistungen aus der Versicherung erhalten?

Ich sehe da auch keinen Anspruch, den Schulzeiten sind umbewertete Anrechnungszeiten, die geldmäßig in so einer Konstellation nichts bringen.

von
Schade

Ergänzung:warum die Rente in NL gekürzt wird dürfen Sie in D nicht fragen. Das ist ja wohl ein Gesetz der NL das dies so regelt

von
Fastrentner

Das Sozialversicherungsabkommen sorgt dafür, dass die in beiden Ländern zurückgelegten Zeiten addiert werden und ggf. zu einem früheren Rentenanspruch führen.
Um einen Anspruch auf eine Rentenzahlung zu haben, müssen in Deutschland aber auch Beiträge eingezahlt worden sein.
Das ist bei Schul- und Studienzeiten nicht der Fall, somit besteht kein deutscher Rentenanspruch.
Wie das in den Niederlanden ist, erfahren Sie beim dortigen Sozialträger.
Weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/02_international/europaeische_vereinbarungen/19_meine_zeit_in_den_niederlanden.html

von
Pegasus

Sie können bei einem gew. Aufenthalt in den NL freiwillige Beiträge in die deutsche RV zahlen. Dieses müssten Sie für mehr als 12 Kalendermonate tun, da ansonsten die dt. Zeiten nicht zur Zahlung einer eigenen dt. Rente führen würden. In diesem Fall würden die Schul- und Studienzeiten "angerechnet" werden können, da diese aber (außer Fachschulzeiten) nicht bewertet werden, käme eine Bewertung, und damit ein Rentenbetrag, nur für die gezahlten Beiträge und die Anrechnungszeiten wg. Mutterschutzes vor dem 25. Lebensjahr in Betracht. Insofern wären, nach eingehender Beratung, evtl. nicht nur Mindestbeiträge sinnvoll.

Experten-Antwort

Hallo Holländerin,

ein deutscher Rentenanspruch kann nicht allein aus beitragsfeien Anrechnungszeiten entstehen. Damit es hier zu einer Rentenzahlung unter Berücksichtigung der niederländischen Versicherungszeiten aufgrund des Sozialversicherungskommens kommen kann, wäre die Einzahlung von Beiträgen in Deutschland erforderlich. Dies könnten auch freiwillige Beiträge sein. Wie sich diese Beiträge finanziell auswirken, können Sie sich von Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger anhand einer fiktiven Rentenauskunft errechnen lassen, um sich anschießend zu entscheiden, ob Sie von einer freiwilligen Beitragszahlung Gebrauch machen wollen. In diesem Fall müsste auch eine aktuelle Kontenklärung unter Angabe der niederländischen Versicherungszeiten erfolgen.