von
Anna

Ich bitte um Auskunft für eine Bekannte:
Es ist derzeit überall zu lesen, Betriebsrenten müssen versteuert werden. Oft steht noch der Hinweis dabei, das sei so, wenn die Einzahlung nicht versteuert wurde.
Diese Frau ist erwerbsunfähig seit 18 Jahren und bezieht eine gesetzliche Rente in HÖhe von 630 Euro netto plus eine Zusatzrente durch Tätigkeit im öffentlichen Dienst von 220 Euro netto.Sie bezieht zusätzlich Wohngeld. Es liegt ein Schwerbehindertenausweis mit GdB 100 sowie Pflegegrad 3 vor.

Bisher ist sie davon ausgegangen, dass sie als Wohngeldbezieherin auf keinen Fall ihre Rente versteuern muss, da sie ja eindeutig unter der finanziellen Grenze liegt mit ihrem Jahreseinkommen,Rentenbeginn war im Jahr 2000. Aber stimmt das? Oder hätte sie die Betriebsrente die ganzen 18 Jahre versteuern müssen?
Vielen Dank !

von
Finanzverwaltung

Hallo Anna!

Leider wird Ihnen die Rentenversicherung hier nicht wirklich helfen können, da Sie eine Frage stellen, deren Beantwortung in den Zuständigkeitsbereich der Finanzverwaltung fällt.

Wenden Sie sich deshalb bitte an Ihre Finanzverwaltung.

MFG und einen schönen Tag noch!
Ihre Finanzverwaltung

Experten-Antwort

Hallo Anna,

da es sich hier um ein Forum der Rentenversicherung handelt, können wir steuerrechtliche Fragen leider nicht beantworten.

von
Kein Experte

Es gibt ein steuerfreies Existenzminimum / einen steuerlichen Freibetrag von € 8820 p.a. für Alleinstehende

Die Berechnung dafür ist ganz einfach:
Alle Einkünfte im Jahr abzüglich aller Vorsorgeaufwendungen (Krankenversicherung, Haftpflichtversicherung etc.),
Sonderausgaben (Spenden, Kirchensteuer)
Außergewöhnliche Belastungen ( nicht ersetzte Krankheitskosten, etc.)
Pauschbeträge für Behinderung ( z,B.bei 100 % € 1420 p.a.)
Wenn man dann nach Abzug aller dieser Positionen über dem o.g. Existenzminimum liegt, wird man steuerpflichtig.
Was ich eigentlich hier nicht annehme.

Die konkrete Frage: Eine Betriebsrente an sich selbst ist nicht automatisch steuerpflichtig. Lediglich unter den genannten Voraussetzungen.

Wie oben erwähnt bin ich kein Steuerexperte. Ihre Bekannte sollte sich deshalb trotzdem hier auf jeden Fall bei den entsprechenden Fachleuten erkundigen, z.B. Lohnsteuerhilfevereine, Sozialverbände o.ä.

von
Schiko-Schießl Konrad

Hier gilt weiterhin, wie vor 2005 allgemein üblich, die Ertragsanteil Besteuerung. Maß gebend das Lebensalter bei Rentenbeginn, mit 65 Jahren 18%,
mit 63 Jahren 20%, mit 60 Jahren 22%, usw. Für das Jahr 2018 sind es 9.000/18000 Existenzminimum.
Die Abzüge Kranken-Pflegeversicherung erhöhen den Betrag von 9000 noch ent-
sprechend.

MfG.

von
Rechner

Hallo Anna,

eine Überschlagsrechnung kommt zu diesem Ergebnis:

Rente

Euro 630,- netto
Euro 700,- brutto

Euro 700 x 12 Monate = Euro 8.400,- p.a.

Rentenbeginn 2000 = Steuerpflichtiger Anteil 50 %
Zu versteuernde Rente Euro 4.200,- p.a.

Zusatzrente

Euro 220,- netto
Euro 240,- brutto

Euro 240 x 12 Monate = Euro 2.880,- p.a.
Zu versteuernde Rente Euro 2.880,- p.a.

Wohngeld
steuerfrei lt. Einkommensteuergesetz § 3 ff

Berechnung Steuer-Einkommen:

Rente Euro 4.200,-
Zusatzrente Euro 2.880,-

Summe Einkommen Euro 7.080,-
./. Steuerfreibetrag GdB 100 % Euro 1.420,-

Zu versteuerndes Einkommen Euro 5.660,-
Grundfreibetrag 2017 Euro 8.820,-

Steuerlast Euro 0,00

Überschlagsrechnug = Richtwert.
Alle Angaben ohne Gewähr

von
Schiko-Schießl Konrad

Ergänzung. Bei Betriebsrenten ist dem früheren Arbeitgeber eine Steuerkarte
-Steuerbescheinigung- vorzulegen. Dadurch wird automatisch im Rahmen der
Steuerpflicht Steuer abgeführt, rückholbar, wenn das Existenzminimum noch
rechnerische Freibeträge zulässt, mittels einer Steuererklärung.

MFG.

von
Joschi

Nutzen Sie den Rentensteuerrechner:
https://www.kapital-rechner.de/rentenbesteuerung/