von
Leser

Der Experte hat heute in einer Antwort folgendes geschrieben:

"Ein Widerspruch macht in meinen Augen höchstens dann Sinn, wenn Sie voll erwerbsgemindert wären, weil Sie nur noch unter 3 Stunden pro Tag arbeiten können. Aber auch diese Renten sind grundsätzlich zu befristen."

Mich würde jetzt interessieren, ob dieses "grundsätzlich" so stimmt bzw. ob und wann es da Ausnahmen gibt, dass auch bei einem Erstantrag schon unbefristete volle EM-Renten gewährt werden.

Z.B. abhängig von der Art der Erkrankung, von der Aussicht auf Heilung, vom Alter bei Antragstellung (noch sehr jung oder schon um die 60).

Danke
ein Leser

Experten-Antwort

Ja von diesem "grundsätzlich" gibt es auch Ausnahmen - Entscheidungen trifft die DRV im Rentenverfahren.

Damit gibt es auch Fälle die beim Erstantrag Rente wegen voller Erwerbsminderung auf Dauer bekommen.

von
=//=

Das "grundsätzlich" stimmt. Der Sozialmedizinische Dienst der DRV stellt fest, ob - auch bei einem unter 3-stündigen Leistungsvermögen - eine Besserung wahrscheinlich (längstens immer für 3 Jahre ab Rentenbeginn) oder unwahrscheinlich ist. Da spielen einige Faktoren eine Rolle: die Krankheit selbst (z.B. abzuwenden in der Zukunft aufgrund medizinischer Maßnahmen wie OP o.ä.), ein bißchen auch das Alter und der gesamte Gesundheitszustand. Aber nicht nur bei jungen Versicherten besteht Aussicht auf Besserung, sondern auch bei älteren. Ein 60-jähriger Versicherter muß in der Regel auch noch 5 - 7 Jahre arbeiten.

Das alles ist eine individuelle Prüfung durch den DRV-Arzt.

von
Fortitude one

Eine volle EMR auf Dauer zu bekommen obliegt dem sozialmedizinischer Dienst der DRV. Eine hundertprozentige Antwort werden Sie nicht bekommen. Deshalb auch nur "grundsätzlich ". Es ist und bleibt eine Einzelentscheidung. Es wurde bereits in der Vergangenheit hier im Forum über eine befristete bzw. unbefristete EMR diskutiert. Ganz ehrlich mich würde das auch brennend interessieren. Aber ich glaube das bekommen Sie nur dann raus, wenn Sie Widerspruch einlegen und über einen Fachanwalt Akteneinsicht einfordern. Ich glaube der geeignete Zeitpunkt ist dann gegeben, wenn die volle EMR nicht mehr verlängert wird oder auf eine teilweise EMR eingestuft worden ist. Das Beispiel vom Vorredner ist so banal. Er darf gerne bis 67 arbeiten.

von
=//=

Zitiert von: Fortitude one

Eine volle EMR auf Dauer zu bekommen obliegt dem sozialmedizinischer Dienst der DRV. Eine hundertprozentige Antwort werden Sie nicht bekommen. Deshalb auch nur "grundsätzlich ". Es ist und bleibt eine Einzelentscheidung. Es wurde bereits in der Vergangenheit hier im Forum über eine befristete bzw. unbefristete EMR diskutiert. Ganz ehrlich mich würde das auch brennend interessieren. Aber ich glaube das bekommen Sie nur dann raus, wenn Sie Widerspruch einlegen und über einen Fachanwalt Akteneinsicht einfordern. Ich glaube der geeignete Zeitpunkt ist dann gegeben, wenn die volle EMR nicht mehr verlängert wird oder auf eine teilweise EMR eingestuft worden ist. Das Beispiel vom Vorredner ist so banal. Er darf gerne bis 67 arbeiten.

Das ist keineswegs banal, sondern Tatsache. Ich habe die Gesetze nicht gemacht. Und ab Jahrgang 1964 gibt es halt die Regelaltersrente erst ab 67...

Mal abgesehen davon kann je nach RV-Träger auch der Rentner mit einer unbefristeten EM-Rente kontrolliert werden.

von
Leser

Man darf aber nie vergessen, dass eine unbefristete Rente andere rechtliche Konsequenzen für einen noch bestehenden Arbeitsplatz hat (das ist ja oft der Fall bei Antragstellung). Der wird dann nämlich laut Tarifvertrag beendet.

Falls dann bei einer Überprüfung festgestellt werden würde, dass wunderbarerweise wieder nur eine Teil-EM-Rente oder gar keine EM-Rente mehr zustehen würde, dann würde so ein Mensch mit über 60 und mit aufgelösten Arbeitsvertrag sehr dumm dastehen und vermutlich kaum mehr einen Arbeitsplatz finden.

Alleine schon deshalb sollte eine unbefristete Rente gerade bei älteren sehr genau bedacht werden.

Leser