von
Ana20

Hallo.

Werden Versicherungsjahre aus Rumänien auch hier in Deutschland als Arbeitsjahre anerkannt? Also werden diese zu den Versicherungszeiten aus Deutschland addiert?

Ich dachte man bekäme zwei Renten aus den verschiedenen Ländern, aber wieso muss man dann die Arbeitsjahre aus dem Ausland angeben?

Danke

von
W*lfgang

Hallo Ana20,

im Rahmen der EU-Verordnungen werden die ausländischen Versicherungszeiten grundsätzlich gegenseitig als Zeitwert/Versicherungszeit angerechnet. In jedem Land haben Sie unterschiedliche Rentenbedingungen /unterschiedlich lange Versicherungszeiten und daran geknüpfte Voraussetzungen für die Rente aus dem jeweiligen Land - an dem '2-Renten-System' ändert sich nichts ...mithilfe der gegenseitig anzurechnenden Versicherungszeiten kommen sie ggf. früher/oder sind sogar höher – je nach dem, was in D oder RU mal zum Zeitpunkt des jeweiligen Rentenbeginns erforderlich ist.

Deswegen geben Sie im Rahmen der Anfrage/wohl Kontenklärung, die RU Zeiten an und belegen die möglichst mit aussagefähigen Unterlagen. Ihre nächste Beratungsstelle unterstützt Sie beim Ausfüllen der erforderlichen Vordrucke und kopiert auch noch gebührenfrei die Originalunterlagen für den Antrag.

Gruß
w.

von
Hallo Anna

Zitiert von: Ana20
Hallo.

Werden Versicherungsjahre aus Rumänien auch hier in Deutschland als Arbeitsjahre anerkannt? Also werden diese zu den Versicherungszeiten aus Deutschland addiert?

Ich dachte man bekäme zwei Renten aus den verschiedenen Ländern, aber wieso muss man dann die Arbeitsjahre aus dem Ausland angeben?

Danke

Gelesen habe ich hier im Forum, dass es besser ist auf die Versicherungsjahre in Rumänien zu verzichten. Gehen Sie in ein Beratungsbüro der DRV oder schreiben Sie die DRV direkt an.
Dadurch steigt Ihre deutsche Rente. Ist verrückt, aber soll so sein.

von
W*lfgang

Zitiert von: Hallo Anna
Gelesen habe ich hier im Forum, dass es besser ist auf die Versicherungsjahre in Rumänien zu verzichten

...das ist lediglich eine Aussage, wenn Sie als 'Vertriebene/Flüchtling oder Spätaussiedlerin nach § 4 BVFG' anerkannt worden sind und neben der in der DRV schon anerkannten Zeiten nicht zusätzlich Ihren rum. Rentenanspruch 'aktivieren' wolle.

Sie bringen da so Einiges durcheinander, was diese Zeiten /D-RU-Abkommen betrifft ...und den speziellen Bedingungen aus Sicht StA/Vertrieben-/Spätaussiedlerstatus.

Nochmals: Informieren Sie sich in der nächsten Beratungsstelle, unter welchen Bedingungen hier gegenseitige EU-Vorschriften was bewirken/oder auch nicht – wann/ob ein Verzicht auf diese Zeiten sinnvoll/zulässig ist – die dtsch. Rentenversicherung ist kein 'Wunschkonzert', um sich mit etwaigen Verzichten die günstigste Lösung auszusuchen!

Gruß
w.
PS: Nebenbei, welchen ausländerrechtlichen Status haben Sie denn, liegt überhaupt eine Vertriebenen- /Spätaussiedlereigenschaft (§ 4) vor - oder lassen Sie 'uns' hier im Forum zu dieser entscheidenden Frage weiter rätseln???

Experten-Antwort

Hallo, Ana20,

zunächst ist zu unterscheiden, ob für Sie das Fremdrentengesetz Anwendung findet oder nicht:

Sind Sie als Vertriebene anerkannt und besitzen Sie somit einen Bundesvertriebenenausweis oder eine Spätaussiedlerbescheinigung?
In diesem Fall können Ihre rumänischen Zeiten in Anwendung des Fremdrentengesetzes in der deutschen Rentenversicherung angerechnet werden. Sie erhalten dann im Rentenfall eine deutsche Rente, die sich aus den deutschen Zeiten plus den (nach Fremdrentenrecht anerkannten) rumänischen Zeiten errechnet. Zusätzlich kann ein Anspruch auf Rente aus den rumänischen Zeiten gegenüber der rumänischen Rentenversicherung bestehen.

Sind Sie keine Vertriebene, findet für Sie das europäische Sozialrecht Anwendung. Der deutsche Träger stellt die deutschen Zeiten fest und zahlt daraus im Rentenfall eine Rente, der rumänische Träger entscheidet über die rumänischen Zeiten und zahlt seinerseits daraus eine Rente. Lediglich für die Prüfung der Wartezeit und der besonderen versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für einen Rentenanspruch werden in diesem Fall die Zeiten im anderen Staat berücksichtigt.

Auf jeden Fall sollten Sie im Rahmen der Kontenklärung auch Ihre rumänischen Zeiten angeben und klären lassen.
Von einem generellen Verzicht auf die rumänische Rente - wie von "Hallo Anna" angesprochen - rate ich ab.
Eine Rentenerhöhung kann durch einen solchen Verzicht nicht bewirkt werden.
Lediglich in den Fällen, in denen die rumänischen Zeiten nach dem Fremdrentengesetz in der deutschen Rente mit angerechnet sind, kann eine Anrechnung der rumänischen auf die deutsche Rente umgangen werden.
Ich gebe aber zu bedenken, dass nach rumänischem Recht die Altersgrenzen für Altersrenten sehr viel niedriger sind als nach deutschen Recht, und daher möglicherweise eine rumänische Altersrente schon bezogen werden kann, ohne dass eine deutsche Rente beeinträchtigt wird, da auf diese noch kein Anspruch besteht.