von
Milli

Hallo

Ich habe heute von der DRV den Bescheid für volle Erwerbsminderungsrente bis 2019 erhalten. Die erste Rente bekomme ich zum 30.09.16. Bis jetzt haben meine 6 jährige Tochter und ich von ALG 2 gelebt. Meine Frage,muss ich auf stockend Sozialhilfe beantragen oder könnte ich auch Wohngeld beantragen? Ich bekomme 760 Euro und das reicht natürlich nicht. Da bei Grundsicherung jedoch Angehörige angeschrieben werden und ich seid Jahren keinen Kontakt habe und dies auf keinen Fall möchte,würde ich lieber Wohngeld beantragen. Geht das? Meine zweite Frage ist...da ich erst ende September Geld brkomme fehlt mir natürlich Geld für den gesamten September inkl Miete. Was kann ich da machen? Zahlt das Amt einen Vorschuss?

Vielen Dank für eure Antworten

von
Willi

Hallo Milli,
nehmen Sie den Rentenbescheid u.gehen damit zum Sozialamt,dort wird alles neu berechnet wieviel Ihnen noch zusteht.
Weiterhin viel Glück alles wird gut.zusätzlich können Sie folgenden Link nutzen

http://www.hartziv.org/hartz-iv-rechner.html,

vielleicht hilft Ihnen das etwas.

von
Herz1952

Hallo Milli,

keine Sorge, Verwandte und Eltern/Kinder werden bei Grundsicherung nur herangezogen, wenn deren Jahreseinkommen 100000 (I.W. hunderttausend) Euro jährlich übersteigt. Dies gilt sowohl bei Hartz 4, Hilfe zum Lebensunterhalt und für die genannte Grundsicherung.

Bei befristeter Rente greift "Hilfe zum Lebensunterhalt", bei voller EM-Rente auf "unbestimmte Dauer" Grundsicherung.

Unterschied zwischen Hartz 4 und den beiden anderen Sozialleistungen ist, dass bei Hartz 4 höhere Schonbeträge für das Vermögen gelten (nach Alter gestaffelt). Bei den beiden anderen Leistungen sind es 2600,-- Euro.

Machen Sie es also, wie es Willi bereits vorgeschlagen hat. Man wird Ihnen auch die für Sie günstigste Alternative ausrechnen.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

keine Sorge, Verwandte und Eltern/Kinder werden bei Grundsicherung nur herangezogen, wenn deren Jahreseinkommen 100000 (I.W. hunderttausend) Euro jährlich übersteigt. Dies gilt sowohl bei Hartz 4, Hilfe zum Lebensunterhalt und für die genannte Grundsicherung.

Einkommen und Vermögen von Hartz4-Bezieher-Angehörigen spielt nur dann eine Rolle, wenn sie eine gemeinsame Bedarfsgemeinschaft bilden.
Und die genannte 100.000 Euro-Grenze gilt nur bei Grundsicherung im Alter:

https://www.berlin.de/sen/soziales/themen/soziale-sicherung/sozialhilfe/anrechnung-von-einkommen-und-vermoegen/
http://www.finanztip.de/elternunterhalt/

MfG

von
Milli

Aber meine Familie wird in jedem Fall angeschrieben bei Hilfe zum Leben oder? Das will ich unbedingtvermeiden und deshalb war meine Frage ob man auch Wohngeld beantragen kann? Ich finde leider nix aaussagekräftiges im Internet ob dies möglich ist.

von
Schorsch

Zitiert von: Milli

.....und deshalb war meine Frage ob man auch Wohngeld beantragen kann? I

Anspruch auf Wohngeld besteht nur dann, wenn Ihr Nettoeinkommen eine Mindesthöhe erreicht:

http://www.123recht.net/Wohngeld-setzt-nicht-nur-ein-Hoechsteinkommen,-sondern-auch-eine-Mindesteinkommen-voraus-__a155536.html

MfG

von
Herz1952

Hallo Schorsch,

sehen Sie sich bitte folgenden Link an:

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_12/__43.html

Ich habe außerdem schon mehrere Anträge auf Sozialhilfe gegoogelt. In all diesen Anträgen wird nur nach dem Einkommen der Eltern/Kinder gefragt, ob es über 100000,-- Euro liegt, sowohl bei Grundsicherung, Hilfe zum Lebensunterhalt und auch bei Hartz 4 gilt diese Grenze.

Ich habe schon alle 3 dieser Sozialhilfen hinter mich gebracht, bzw. durch meinen Sohn.

Allerdings ist es ein Unterschied, ob z.B. der Vater einen Kindesunterhalt nicht bezahlt, denn da gilt diese Grenze nicht und auch das Vermögen des Unterhaltspflichtigen kann wird herangezogen (mit geringen Freibeträgen vermutlich). Ebenso dürfte es bei Ehegattenunterhalt so sein.

Bei mir war es bei der Pflege der Mutter so, dass ich 1995/1997 ein Nettogehalt von 6700,-- frei gehabt hätte. Ich wäre aufgrund der "Wart- und Pflege" für das übernommene alte Haus mit 400,-- Euro herangezogen worden. Das Sozialamt hat dies als "Knebelvertrag" bezeichnet (1980 abgeschlossen), was man heute (Beginn der Pflege) nicht mehr macht.

Bayern will die 100000 Euro-Regelung auch bei Kindern einführen, die die Eltern pflegen. Der Freibetrag gilt z.Zt. noch nicht, ist aber relativ sehr hoch.

Auch Kinder zwischen 15 und 18 Jahren (bekommen noch keine Grundsicherung, da erst ab 18 im Gesetz) bekommen Hilfe z. Lebensunterhalt praktisch zu Grundsicherungsbedingungen. Durch Hartz 4 (natürlich keine BG) wurde die Grenze auf 100000 Euro festgelegt und die anderen Leistungen (Grundsicherung - wurde ja gleichzeitig mit Hartz 4 glaube ich - eingeführt) und Hilfe zum Lebensunterhalt "angepasst". Vermutlich "Gleichheitsgrundsatz". Wenn ein Gesetz eingeführt bzw. geändert wird, kann es auch andere Gesetze berühren.

Quelle für Link und u.a.: "Hilfe zum Lebensunterhalt" Wikipedia.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Hallo Schorsch,

sehen Sie sich bitte folgenden Link an:

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_12/__43.html


Erstens steht dort nicht drin, dass diese Regelung auch bei Hartz4-Bezug gilt, zweitens habe auch ich bereits 2 aussagekräftige Quellen benannt und drittens wurde die Frage von @Milli schon längst beantwortet.
Es besteht also kein Grund, diesen Thread mit unnötigen Randinformationen künstlich in die länge zu ziehen.

MfG

von
Herz1952

Wie so haben Sie denn überhaupt geschrieben, wenn Sie es nicht wissen (können) . (smile).

von
F. Sodbrenner

Zitiert von: Herz1952

Wie so haben Sie denn überhaupt geschrieben, wenn Sie es nicht wissen (können) . (smile).

Sie beherrschen Die Kunst, anderen Leuten auf den Keks zu gehen, so gut wie kein anderer! (kopfschüttel)

von
Willi

[quote=258159]
Aber meine Familie wird in jedem Fall angeschrieben bei Hilfe zum Leben oder? Das will ich unbedingtvermeiden und deshalb war meine Frage ob man auch Wohngeld beantragen kann? Ich finde leider nix aaussagekräftiges im Internet ob dies möglich ist.
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Hallo Milli
Soviel ich weiß gilt das nur für den Fall falls Sie unter 25 Jahre sind,dann müßten Ihre Eltern einen Einkommensnachweis vorlegen,aber ich nehme an das Sie älter sind,ob u.wieviel Wohngeld Ihnen zusteht können Sie auch im Wohngeldrechner Probe berechnen,
Um auf der sicheren Seite zu sein gehen Sie umgehend zum Amt ,damit Sie wieder ruhig schlafen können,da 760€ Plus Kindergeld für Sie u.die Tochter ziemlich wenig sind,
Im Hartz 4 Rechner geben Sie die Daten ein so wie es abgefragt wird ,Miete kalt,Heizkosten,Schwerbehinderung,ihre brutto u.netto Rente 1 Kind ,anschließend auf berechnen gehen dann sehen Sie wieviel Ihnen Ca.zusteht.
Früher war es so da wurden Angehörige benachrichtigt u.verpflichtet zu helfen,

von
Herz1952

Hallo Milli,

ich kann Sie beruhigen, wenn Sie angeben, dass die Unterhaltspflichtigen (in gerader Linie) keine 100000 Euro brutto im Jahr verdienen (ich vermute, dass dies auch stimmt), wird keiner Ihrer Angehörigen angeschrieben. Nicht zusammen, sondern "einzeln".

Dies gilt bei H4, Hilfe zum Lebensunterhalt (befristeter Rente) und auch bei Grundsicherung.

Grundsätzlich darf das Amt nur bei berechtigten Zweifel nachforschen. Das kommt aufgrund des hohen Freibetrages kaum vor. Sie sollten die Berufe Ihrer Eltern oder Kinder angeben. Das reicht schon aus. Andere Angehörige sind so wie so nicht unterhaltspflichtig und werden nicht angeschrieben.

vor Hartz IV hieß es Hilfe zum Lebensunterhalt und da war es anders.

Außerdem geben Sie an, schon bis jetzt H4 bekommen zu haben, also war für Sie niemand unterhaltspflichtig aufgrund des Einkommens.

von
Herz1952

Hallo Milli,

Bei Wohngeld wird natürlich auch niemand "angeschrieben", da ist nur Ihr eigenes Einkommen (und nur das Einkommen, nicht das Vermögen) maßgebend.

Näheres hat "Schorsch" schon geschrieben.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo, Milli,

ob Sie ergänzende Leistungen neben der zuerkannten Erwerbsminderungsrente auf Zeit erhalten entscheidet nicht die Deutsche Rentenversicherung. Setzen Sie sich mit Ihrem zuständigen Sozialleistungsträger (z.B. Jobcenter / Amt für Soziales) in Verbindung um Ihre zukünftige persönliche Situation abzuklären. Dort erfahren Sie konkret, welche finanziellen Leistungen Ihnen und Ihrer Tochter zustehen werden.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Hallo Milli,

ich kann Sie beruhigen, wenn Sie angeben, dass die Unterhaltspflichtigen (in gerader Linie) keine 100000 Euro brutto im Jahr verdienen (ich vermute, dass dies auch stimmt), wird keiner Ihrer Angehörigen angeschrieben. Nicht zusammen, sondern "einzeln".

Dies gilt bei H4, Hilfe zum Lebensunterhalt (befristeter Rente) und auch bei Grundsicherung.


Dort sind alle Freibeträge aufgeführt:
https://www.berlin.de/sen/soziales/themen/soziale-sicherung/sozialhilfe/anrechnung-von-einkommen-und-vermoegen/

http://www.finanztip.de/elternunterhalt/

Und auch wenn @Herz1952 unermüdlich behauptet, dass Angehörige von Hartz4-Empfängern unterhaltspflichtig sind, auch wenn sie außerhalb der Bedarfsgemeinschaft leben, dann wird das nicht wahrer.
Tatsache ist, dass im Hartz4-Antrag überhaupt nicht nach dem Einkommen von Angehörigen, die außerhalb der BG wohnen, gefragt wird.

Im Übrigen sind die Sozialbehörden sehr wohl dazu befugt, die Unterhaltspflicht von Angehörigen zu prüfen, egal welche Einkommens- und Vermögens-Angaben der Antragssteller macht.
Zumal kaum jemand weiß, wie hoch das genaue Einkommen/Vermögen seiner Angehörigen ist.

@Herz 1952 glaubt zwar, Sie in dieser Hinsicht "beruhigen" zu können, obwohl er nur Vermutungen anstellt.
Verlassen sollte man sich besser nicht darauf und durchaus damit rechnen, dass die Behörden auch ohne das Wissen des Antragssteller Angehörige anschreiben.

MfG

von
herz1952

Hallo Schorsch,

ich war vielleicht ein bisschen barsch mit meiner Antwort. Aber außer nach irgendwelchen Links zu suchen halte ich diesen Link zum SGB I bis XII am wertvollsten:

http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/

Da ist auch ein "Inhaltsverzeichnis" zu den 12 Büchern am Anfang aufgeführt. Die einzelnen Sozialhilfearten sind ja in verschieden Büchern aufgeführt.

Da erübrigen sich auch meine überlangen Kommentare (smile).

von
Schorsch

Zitiert von: herz1952

Aber außer nach irgendwelchen Links zu suchen halte ich diesen Link zum SGB I bis XII am wertvollsten:

http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/

Da ist auch ein "Inhaltsverzeichnis" zu den 12 Büchern am Anfang aufgeführt. Die einzelnen Sozialhilfearten sind ja in verschieden Büchern aufgeführt.


Für Sie habe ich auch einen Link gefunden:

http://www.online-games.com/de/play
/best/gawcmp25adg7?gclid=CLGQ4s2ruc4CFdIV0wod9a4I0g

MfG

von
Milli

Hallo

Danke für eure Antworten. Ich war heute früh gleich beim Sozialamt und habe mich beraten lassen. Die Dame war sehr nett,hat aber leider auch das bestätigt was ich schon ahnte. Bei Grundsicherung wird auf jeden Fall mein Vater angeschrieben ob ich das will oder nicht. Sie hat mir geraten es erstmalgeraten einen Antrag auf Wohngeld zu stellen. Mir aber auch ggleich gesagt,dass sie nicht weiß ob dieser bewilligt wird. Normalerweise ist Grundsicherung das richtige für mich. Ich bin ehrlich gesagt total fertig und hab Angst. Für aussenstehende wahrscheinlich schwer zu verstehen aber ich habe einfach Angst vor meinem Vater. Ich habe seid Jahren keinen Kontakt und möchte nicht das meine Familie irgendetwas über mich erfährt. Hinzukommt die Angst das er Akteneinsicht bekommt bei der Rentenversicherung. Es ist so zum verzweifeln. Aber was soll ich machen. ..von 750 Euro können meine Tochter und ich nicht leben. Wenn ich 100 Euro Wohngeld bekommen würde wäre es schon einfacher

von
Milli

Hilfe zum Lebensunterhalt meine ich natürlich

von
herz1952

Hallo Milli,

tut mir leid für Sie, dass Ihr Vater angeschrieben wird. Dies wird von den Ämtern unterschiedlich gehandhabt. Eigentlich brauch Ihr Vater nur versichern, dass er unter 100000 Euro Einkommen hat. Erst wenn die Auskunft nicht plausibel ist, dürfen eigentlich weitere Unterlagen (Verdienstbescheinigungen, Steuererklärungen etc.) angefordert werden. Ich habe dies aber auch schon im Verwandtenkreis bei ALG II erlebt, dass die Eltern angeschrieben wurden. Diese haben allerdings die genaue Auskunft verweigert (unter 100000 Euro Einkommen, obwohl 2 Verdienste) und ALG II wurde dann anstandslos gewährt.

Unser Sohn hatte auch voll EM-Rente befristet. Es wurde nicht nachgefragt bei den Eltern. (Hilfe zum Lebensunterhalt, später Grundsicherung).

Sie brauchen auch keine Angst haben, dass Ihr Vater von Ihrem Einkommen erfährt (er kann es sich aber denken, dass Sie Sozialhilfe beantragt haben). Er bekommt allerdings keinesfalls Akteneinsicht in Ihre Rentenakte.

Vielleicht können Sie mit diesem Wohngeldrechner in etwa ausrechnen, ob Sie Wohngeld beziehen können:

http://www.wohngeld.org/wohngeldrechner.html

Im allgemeinen entfällt aber der Wohngeldanspruch, wenn Hilfe zum Lebensunterhalt in Frage käme. Dies ist dann allerdings finanziell auch günstiger, da damit die Wohnkosten (Miete und Heizung) voll abgegolten werden können.

Es ist eine Rechenaufgabe aufgrund Ihres Einkommens und Kinderzulagen, was für Sie günstiger ist.

Viel Glück.