von
XY

Hallo,
da ich seit Längerem arbeitsunfähig bin, habe ich Leistungen vom Sozialamt bekommen. Leider gibt es keine genauen Diagnosen, die meine Beschwerden erklären, deshalb wurde eine Untersuchung durch die Rentenversicherung veranlasst, weil die ärztlichen Unterlagen nicht ausreichend waren.
Die Untersuchung bezog sich aber nicht auf die Beschwerden. Es sollte laut Anschreiben eine Untersuchung beim Neurologen sein, dieser hat aber neurologisch fast nichts untersucht und sonst nur alles in Richtung psychisch erfragt. Das Gutachten spricht dann auch in erster Linie von psychischen Problemen, die aber auf jeden Fall nicht so gravierend sind und außerdem in keinem Zusammenhang mit den Beschwerden stehen, diese sind nämlich rein körperlich.
Das Gutachten des Neurologen bzw. Psychiaters sagt dann auch ganz deutlich, dass eine volle Erwerbsfähigkeit vorliegt.
Mit dem Gutachten bin ich natürlich nicht einverstanden, denn es wurde ja überhaupt nicht berücksichtigt, was ich für Beschwerden habe. Sie wurden zwar im Gutachten kurz genannt, aber mehr auch nicht.
Ich habe schon Widerspruch eingelegt, muss jetzt aber noch eine Begründung schreiben.
Wie sind denn die Chancen, dass der Widerspruch angenommen wird? Ich möchte keine volle Erwerbsminderung auf Dauer, darum ging es nie. Es ging immer um eine längere Krankschreibung durch die Rentenversicherung, die mir Zeit gibt, den Grund für die Beschwerden rauszufinden und gesund zu werden.
Wenn ich also in der Begründung um eine erneute Untersuchung bitte, die diesmal die Beschwerden berücksichtigt - habe ich eine Chance, dass dem stattgegeben wird?
Schließlich geht es ja auch in erster Linie nicht um Diagnosen, sondern darum, wie sehr einen die Beschwerden im Alltag einschränken (und wenn ich z.B. wegen extremer Müdigkeit fast den ganzen Tag schlafe, weil ich so k.o. bin, ist das wohl definitiv eine Einschränkung und keine volle Erwerbsfähigkeit).

von
Karin Meisen

Bitte lassen Sie den Widerspruch durch den VDK schreiben. Dieses ist sehr hilfreich. Ich hatte selber auch Widerspruch eingelegt und auf diesen wurde nicht reagiert. Erst als der VDK dieses geschrieben hat wurde dieser berücksichtigt.

Dieses ist meine Erfahrung!!!

von
Rentensputnik

Niemand hier im Forum kann Ihren Gesundheitszustand beurteilen. Warten Sie zunächst den Bescheid der Rentenversicherung ab. Sollte Ihr Antrag dann abgelehnt werden, legen Sie Widerspruch ein. Dieser sollte medizinisch fundiert sein. Sprechen Sie also vorher mit den Ärzten Ihres Vertrauens und/oder lassen Sie sich von einem Sozialverband unterstützen.

von
Schade

So ganz klar ist mir die Ausgangslage nicht ( vielleicht habe ich es auch in der Textfülle überlesen).

Haben Sie überhaupt eine Rente beantragt?
Oder hat die DRV lediglich im Auftrag des Sozialamtes geprüft ob Sie erwerbsgemindert sind?

Im ersten Fall erhalten Sie Rente weil Sie voll erwerbsgemindert sind, sofern Sie die notwendigen Vorversicherungszeiten haben. Allerdings wäre es schon kurios, wenn Sie einerseits die Rente beantragen, andererseits dann Widerspruch einlegen, weil Sie doch nicht erwerbsgemindert sein wollen? Schon komisch oder?

Insofern tippe ich eher auf Variante 2.
Aber wo ist das Problem? Das Sozialamt ist ja wohl eingeschaltet weil Sie staatliche Gelder benötigen. Im Fall der vollen EM würden Sie Grundsicherung erhalten.

Wenn Sie nicht EM sein wollen, können Sie doch ganz einfach entweder arbeiten (und damit ganz einfach beweisen dass Sie nicht voll EM sind) oder Sie verzichten auf "öffentliche Gelder" - dann ist es dem Sozialamt auch vollkommen egal ob und wie erwerbsgemindert Sie sind.

PS: "eine Krankschreibung durch die Rentenversicherung" gibt es eigentlich nicht, was meinen Sie damit genau?

PS 2: Das Leben ist nun mal lein Wunschkonzert und auch kein Ponyhof, die besten Rosinen rauspicken geht eben oft nicht.

PS 3: Eine Beschreibung warum genau die DRV Sie untersucht hat, was Sie wann und wo von wem beantragt haben wäre hilfreich

von
Silvia

Hallo XY

Sie schildern, dass Sie nicht unbedingt auf Anerkennung einer anhaltenden EM nebst Dauerrente aus sind, vielmehr durch die DRV etwas mehr Zeit und, so deute ich es, durch die Rentenzahlung die finanzielle Sicherheit erlangen, um dies als eine längere Krankschreibungsphase für sich anzunehmen, damit Sie sich Ihrem demnach noch etwas "unklarem" Beschwerdebild diagnostisch mehr widmen können.

Ihre (Wunsch-)Gedanken werden in der Reihenfolge eher nicht zum Tragen kommen, da ein Anerkenntnis einer EM auf den bereits teilweisen oder vollen Verlust der Erwerbsfähigkeit der Person beruht, welche bereits im Vorfeld, oder zumindest bei Antragstellung, dann auch vorliegen muss/sollte.

Ein Anerkenntnis auf EM wird demnach nicht erfolgen, wenn vorbefundtechnisch oder gutachterlich nicht eindeutig auch eine Leistungsminderung vorliegt/ersichtlich und mindestens 6 Monate anhaltend ist.

Aufgrund der Tatsache, dass ihre mit dem Rentenantrag vorliegenden und eingesandten Befunde für eine abschließende Bescheiderstellung zur EMR (positiv oder negativ) nicht ausreichten, wurde eine gutachterliche Stellungnahme eingeholt.

Eine neuro-psychiatrische Begutachtung ist zumindest bei einem (unklaren) Beschwerdebild, so wie auch Sie es uns darstellen, angebracht, da (unklare) Schmerzen/Beschwerden nicht immer nur einen körperlichen Hintergrund mit sich ziehen.

In Ihrem Widerspruch liegt es in Ihrer Hand, der DRV gegenüber b e w e i s e n d darzulegen, dass Ihr vorliegendes Beschwerdebild bereits eine Erwerbsminderung rechtfertigt.

Selbstverständlich können Sie im Widerspruch eine weitere Begutachtung auf einem (Ihrer Meinung nach) geeignetem ärztlichem Fachgebiet fordern, um nicht nur den psychischen sondern auch den körperlichen Status aktuell beurteilen zu lassen.

Vergessen Sie bitte nicht, Arbeitsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit sind zwei verschiedene Feststellungen.

Alles Gute wünscht Silvia

von
Lis

Hallo XY,
schade, dass Sie hier nur einfach Beiträge verfassen, auf die Antworten und Fragen nicht reagieren.
Wenn ich Ihren Text richtig verstanden habe, könnte (wurde bereits?) eine volle EM-Rente auf Dauer bewilligt werden?
Warum wollen Sie dann Widerspruch einlegen? Sie sagen Sie wollen Zeit um Ihre Krankheit diagnostiziert und behandelt zu bekommen um dann wieder voll arbeiten gehen zu können.
Können Sie doch dann! Die Gutachter der Rentenversicherung sind nicht dazu da rauszubekommen was Ihnen fehlt und wie Sie es behandeln können. Die sind dafür da zu prüfen, ob Sie erwerbsgemindert sind oder nicht.
Allen Anschein nach sind Sie aufgrund der körperlichen Symptome definitiv auch Psychisch angegriffen (was vollkommen verständlich ist). Eine Krankheit zuhaben und nicht zu wissen woran es liegt ist nie lustig. Und auch wenn Sie schwören, es muss was körperliches sein, kann ich Ihnen nur sagen, dass der Körper uns gerne streiche spielt und auf Grund psychischen Stresses den halben Körper umkrempelt.
Nehmen Sie die Auszeit an. Wenn Sie dann in 6 Monaten oder 2 Jahren Körper und Seele wieder fit haben, können Sie doch wieder auf Jobsuche gehen. Wenn Sie dann eine Vollzeitstelle finden, sagen Sie der DRV bescheid und die Rente wird eingestellt.
Was den Gutachter betrifft... wie sag ich es am Besten... nehmen wir den Wikipedia Eintrag, der trifft es gut: Die Neurologie ist die Lehre vom Nervensystem, seinen Erkrankungen und deren medizinischer Behandlung. Die Grenze zur Psychiatrie ist teilweise fließend.

Daher nehmen Sie den Widerspruch zurück, sofern es nicht um eine Ablehnung der EM-Rente geht.

MfG Lis

von
XY

Niemand hier im Forum kann Ihren Gesundheitszustand beurteilen. --- Darum geht es mir ja auch gar nicht!!!

Warten Sie zunächst den Bescheid der Rentenversicherung ab. Sollte Ihr Antrag dann abgelehnt werden, legen Sie Widerspruch ein. --- Es wurde bereits Widerspruch eingelegt, siehe oben!

Dieser sollte medizinisch fundiert sein.

---- Genau da liegt ja das Problem, da es - wie oben beschrieben - keine genauen Diagnosen gibt, aus diesem Grund sollte ja eine Untersuchung durch den Rententräger stattfinden. Somit ist "medizinisch fundiert" etwas schwierig.

von
XY

Hallo Lis,
ich bin nicht permanent online, deshalb konnte ich auch noch keine Fragen beantworten!

Nein, ich habe nirgendwo geschrieben, dass eine volle EM-Rente auf Dauer bewilligt wurde oder werden soll - ganz im Gegenteil!
Es wurde kein Antrag auf EM-Rente gestellt - die Untersuchung wurde durch das Sozialamt beantragt, da dieses Diagnosen für die weitere Zahlung der Sozialhilfe braucht. Da es aber keine aussagekräftigen Diagnosen gibt, sollte die Rentenversicherung die Erwerbsfähigkeit beurteilen. Dabei ging es aber nie um eine volle Erwerbsminderung auf Dauer und somit um eine Zahlung von Rente - die Aussage des Sozialamts war, dass die Rentenversicherung die Möglichkeit hat, für einen längeren Zeitraum "krankzuschreiben", sodass man die Zeit hat, rauszufinden was los ist und gesund zu werden.
Es ging also weder um eine volle EM-Rente auf Dauer noch um Zahlungen durch die Rentenversicherung, da bei Vorleigen einer vorübergehenden Erwerbsminderung das Sozialamt weiter zahlen würde (so wurde es mir jedenfalls gesagt).

Da das Gutachten aber eine vollschichtige Erwerbsfähigkeit bescheinigt, die definitiv NICHT vorliegt, habe ich Widerspruch gegen dieses Gutachten eingelegt, da die Untersuchung in keinerlei Zusammenhang stand zu den gesundheitlichen Beschwerden und Einschränkungen!

Der Gutachter sollte auch nicht rausfinden, was ich habe, das habe ich ja auch nirgendwo geschrieben, dass ich das erwartet habe. Es ging natürlich um die Einschätzung der Erwerbsfähigkeit, ist ja klar.

Dass die Beschwerden nicht nur psychisch sind, sondern körperliche Ursachen vorliegen müssen, brauche ich nicht schwören, das habe ich auch schriftlich von einem anderen Psychiater.
Der jetzige Gutachter (Psychiater) sagte selbst, dass Aussagen wie "das ist psychisch" immer Verlegenheitsdiagnosen wären - zugegeben, aus dem Mund eines Psychiaters schon etwas seltsam, aber in diesem Fall stimmt es ja.

Welche Auszeit soll ich annehmen, Lis?! Es gibt ja keine, das ist ja das Problem! Laut Gutachten kann ich vollschichtig 6 Stunden und mehr arbeiten, nur ist das leider nicht der Fall!

Mir ist sehr wohl bewusst, dass Neurologie & Psychiatrie ineinander übergehen, das habe ich auch nie angezweifelt. Aber wenn es im Anschreiben der Rentenversicherung heißt, dass ein Termin beim Neurologen ansteht, dann erwarte ich auch als neurologische Untersuchung mehr als den Kopf nach links & rechts zu drehen mit der Aussage "Sie sind aber sehr verspannt" und einer Untersuchung des Sehnervs am Computer - diese Untersuchungen haben mit den Beschwerden, die mich beeinträchtigen, rein gar nichts zu tun und sind auch nicht als komplette neurologische Untersuchung anzusehen (die aber auf jeden Fall angeraten gewesen wäre mit den unterschiedlichen Symptomen, die ich habe). Wenn stattdessen eine halbe Stunde Fragen nach Erlebnissen in der Kindheit etc. gestellt werden, während die "neurologische" Untersuchung 2 Minuten dauert, ist das wohl kaum als neurologische Untersuchung anzusehen?! Und im Gutachten steht noch ausdrücklich "Eine neurologische Untersuchung wurde von mir vorgenommen."

Daher nehmen Sie den Widerspruch zurück, sofern es nicht um eine Ablehnung der EM-Rente geht.

MfG Lis

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von
XY

Hallo Lis,
ich bin nicht permanent online, deshalb konnte ich auch noch keine Fragen beantworten!

Nein, ich habe nirgendwo geschrieben, dass eine volle EM-Rente auf Dauer bewilligt wurde oder werden soll - ganz im Gegenteil!
Es wurde kein Antrag auf EM-Rente gestellt - die Untersuchung wurde durch das Sozialamt beantragt, da dieses Diagnosen für die weitere Zahlung der Sozialhilfe braucht. Da es aber keine aussagekräftigen Diagnosen gibt, sollte die Rentenversicherung die Erwerbsfähigkeit beurteilen. Dabei ging es aber nie um eine volle Erwerbsminderung auf Dauer und somit um eine Zahlung von Rente - die Aussage des Sozialamts war, dass die Rentenversicherung die Möglichkeit hat, für einen längeren Zeitraum "krankzuschreiben", sodass man die Zeit hat, rauszufinden was los ist und gesund zu werden.
Es ging also weder um eine volle EM-Rente auf Dauer noch um Zahlungen durch die Rentenversicherung, da bei Vorleigen einer vorübergehenden Erwerbsminderung das Sozialamt weiter zahlen würde (so wurde es mir jedenfalls gesagt).

Da das Gutachten aber eine vollschichtige Erwerbsfähigkeit bescheinigt, die definitiv NICHT vorliegt, habe ich Widerspruch gegen dieses Gutachten eingelegt, da die Untersuchung in keinerlei Zusammenhang stand zu den gesundheitlichen Beschwerden und Einschränkungen!

Der Gutachter sollte auch nicht rausfinden, was ich habe, das habe ich ja auch nirgendwo geschrieben, dass ich das erwartet habe. Es ging natürlich um die Einschätzung der Erwerbsfähigkeit, ist ja klar.

Dass die Beschwerden nicht nur psychisch sind, sondern körperliche Ursachen vorliegen müssen, brauche ich nicht schwören, das habe ich auch schriftlich von einem anderen Psychiater.
Der jetzige Gutachter (Psychiater) sagte selbst, dass Aussagen wie "das ist psychisch" immer Verlegenheitsdiagnosen wären - zugegeben, aus dem Mund eines Psychiaters schon etwas seltsam, aber in diesem Fall stimmt es ja.

Welche Auszeit soll ich annehmen, Lis?! Es gibt ja keine, das ist ja das Problem! Laut Gutachten kann ich vollschichtig 6 Stunden und mehr arbeiten, nur ist das leider nicht der Fall!

Mir ist sehr wohl bewusst, dass Neurologie & Psychiatrie ineinander übergehen, das habe ich auch nie angezweifelt. Aber wenn es im Anschreiben der Rentenversicherung heißt, dass ein Termin beim Neurologen ansteht, dann erwarte ich auch als neurologische Untersuchung mehr als den Kopf nach links & rechts zu drehen mit der Aussage "Sie sind aber sehr verspannt" und einer Untersuchung des Sehnervs am Computer - diese Untersuchungen haben mit den Beschwerden, die mich beeinträchtigen, rein gar nichts zu tun und sind auch nicht als komplette neurologische Untersuchung anzusehen (die aber auf jeden Fall angeraten gewesen wäre mit den unterschiedlichen Symptomen, die ich habe). Wenn stattdessen eine halbe Stunde Fragen nach Erlebnissen in der Kindheit etc. gestellt werden, während die "neurologische" Untersuchung 2 Minuten dauert, ist das wohl kaum als neurologische Untersuchung anzusehen?! Und im Gutachten steht noch ausdrücklich "Eine neurologische Untersuchung wurde von mir vorgenommen."

von
XY

Nein, ich habe keinen Antrag auf Rente gestellt, die DRV sollte im Auftrag des Sozialamts die Erwerbsfähigkeit überprüfen.
Und es geht auch nicht um eine volle EM-Rente! Es geht darum, dass das Sozialamt nur weiter zahlen kann, wenn sie von der DRV die Bestätigung haben, dass ich vorübergehend nicht erwerbsfähig bin. Das ist definitiv der Fall, das steht auch so in den Unterlagen vom Hausarzt, die eingereicht wurden.
Der Gutachter aber sieht das völlig anders und bescheinigt eine vollschichtige Erwerbsfähigkeit von 6 Stunden und mehr. Da das aber auf keinen Fall zutrifft, habe ich Widerspruch eingelegt, denn das Gutachten kann gar keine ordentliche Aussage treffen, da die gesundheitlichen Probleme überhaupt nicht berücksichtigt wurden und das Gutachten im größten Teil von psychischen Belastungen spricht. Diese liegen aber nicht vor (klar ist die ganze Situation belastend, wenn man immer nur zu hören bekommt, dass irgend etwas nicht stimmt, aber keiner weiß, was los ist und es einem immer schlechter geht, aber das ist nicht so gravierend, dass das die Probleme erklären würde, denn die körperlichen Beschwerden waren ja zuerst da).
Da der Gutachter selbst sagte, dass Aussagen wie "das ist psychisch" Verlegenheitsdiagnosen wären (was in meinem Fall ja stimmt), dann aber im Gutachten das genaue Gegenteil schreibt, ist ja auch bisschen seltsam.

Zitat:
"Wenn Sie nicht EM sein wollen, können Sie doch ganz einfach entweder arbeiten (und damit ganz einfach beweisen dass Sie nicht voll EM sind) oder Sie verzichten auf "öffentliche Gelder" - dann ist es dem Sozialamt auch vollkommen egal ob und wie erwerbsgemindert Sie sind." (Zitatende)

Dazu kann ich nur sagen: mir geht es nicht um eine Erwerbsminderung auf Dauer! Ich KANN momentan nicht arbeiten, deshalb bekomme ich ja auch Sozialhilfe. "Dann können Sie doch ganz einfach arbeiten" ist eine völlig unangebrachte Aussage, denn wenn ich das könnte, bekäme ich wohl kaum Hilfe vom Sozialamt oder müsste eine Untersuchung bei der Rentenversicherung machen lassen.
Und auf staatliche Gelder würde ich liebend gern verzichten, da es mir mehr als unangenehm ist, darauf angewiesen zu sein. Deshalb bekomme ich auch weder Wohngeld noch Geld für Heizung, Unterkunft oder sonstiges (ich lebe im Haus meiner Mutter, um nicht auch noch für die Unterkunft Geld bekommen zu müssen) , sondern lediglich den reinen Regelbedarf. Nur darauf bin ich momentan leider angewiesen, da ich wie gesagt aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten KANN, aber trotzdem gewisse Kosten beglichen werden müssen (alleine schon wegen der Krankenversicherung bin ich leider darauf angewiesen).

Die Aussage, dass die Rentenversicherung die Möglichkeit hat, für längere Zeit "krankzuschreiben" ist die Aussage meines Sachbearbeiters beim Sozialamt.

Zitat "Das Leben ist nun mal lein Wunschkonzert und auch kein Ponyhof, die besten Rosinen rauspicken geht eben oft nicht." (Zitatende)

Mir geht es doch nicht darum, "die besten Rosinen rauszupicken"!!!! Es geht lediglich um ein Gutachten, mit dem ich nicht einverstanden bin, weil es nicht die Beschwerden berücksichtigt und somit keine klare Aussage treffen K

Zitat: "Eine Beschreibung warum genau die DRV Sie untersucht hat, was Sie wann und wo von wem beantragt haben wäre hilfreich" (Zitatende)

Ich denke nicht, dass ich hier beschreiben muss, warum genau eine Untersuchung stattgefunden hat, das geht schließlich niemanden etwas an. Und dass es eine Untersuchung zur Überprüfung der Erwerbsfähigkeit war und ich KEINE Rente beantragt habe, sollte jetzt eigentlich klar geworden sein.

von
XY

Hallo Silvia,
der Unterschied zwischen Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist mir bewusst.

Ich habe keinen Antrag auf EM-Rente gestellt! Die Rentenversicherung sollte im Auftrag des Sozialamts die Erwerbsfähigkeit überprüfen und im Falle einer VORÜBERGEHENDEN Erwerbsfähigkeit (um die es ging, es ging nie um eine Erwerbsunfähigkeit auf Dauer) würde das Sozialamt weiter zahlen. So wurde es mir jedenfalls beim Sozialamt gesagt.
Es geht also nicht um eine Zahlung von Rente.

Mir ist durchaus bewusst, dass unklare Beschwerden auch psychisch bedingt sein können, ich habe aber von einem anderen Psychiater die schriftliche Aussage, dass es bei mir eine organische Ursache geben muss, da sich die Beschwerden in diesem Ausmaß nicht psychisch erklären lassen.
Die Untersuchung beim Neurologen fand wohl auch nur statt, weil ich im Vorfeld vom Hausarzt zum Neurologen geschickt wurde, dass er abklärt, ob neurologisch alles in Ordnung ist, um neurologische Ursachen als Grund ausschließen zu können. Da der Neurologe aber keinerlei Untersuchung durchgeführt hat (und mit "keinerlei" meine ich auch "keinerlei" - er hat die Beschwerden nicht ernst genommen und mir ein Rezept für ein Psychopharmaka mitgegeben, ohne überhaupt irgendetwas untersucht zu haben), gab es natürlich auch keine aussagekräftigen Unterlagen dazu. Beim Sozialamt musste ich vorher angeben, was für Fachärzte ich in den nächsten Monaten noch aufsuchen werde und da ich dann eben auch den Neurologen genannt habe, wurde das so im Auftrag an die Rentenversicherung weitergegeben (also dass eine Untersuchung beim Neurologen ansteht). Da es diese Untersuchung aber wie gesagt gar nicht gegeben hat, hat die Rentenversicherung sie angeordnet.
Und bei der Information über diesen Temin stand nicht "Termin beim Neurologen & Psychiater", sondern nur "Termin beim Neurologen" - somit hätte also auch eine neurologische Untersuchung stattfinden sollen.
Stattdessen wurden ca. 20-30 min lang nur Fragen zu Erlebnissen in der Kindheit etc. gestellt und die "neurologische" Untersuchung war da ca. 2 min lang und bestand darin, den Kopf nach links&rechts zu drehen (mit der Aussage "Sie sind aber sehr verspannt") und dem Finger mit den Augen zu folgen und anschließend gab es einen kurzen Sehtest am PC, um eine Schädigung des Sehnervs auszuschließen. DAS ist keine "neurologische" Untersuchung, die die Beschwerden untersucht und kann auch sicher nicht als komplette neurologische Untersuchung angesehen werden!

In der Widerspruchsbegründung werde ich selbstverständlich eine erneute Untersuchung erbitten, da die jetzige ja in keinem Zusammenhang mit den tatsächlichen Beschwerden stand.

Zitat: "In Ihrem Widerspruch liegt es in Ihrer Hand, der DRV gegenüber b e w e i s e n d darzulegen, dass Ihr vorliegendes Beschwerdebild bereits eine Erwerbsminderung rechtfertigt." (Zitatende)

Leichter gesagt als getan, denn wie soll ich das beweisen, wenn es keine ausreichend aussagekräftigen ärztlichen Unterlagen dazu gibt (unter anderem eben auch wegen solch einem Termin beim Neurologen, der NICHTS untersucht hat)?! Genau deshalb sollte ja die Überprüfung der Erwerbsfähigkeit durch die Rentenversicherung erfolgen. Aber was nützt mir das, wenn die einzige Untersuchung, die die Rentenversicherung anordnet, keinen Bezug nimmt zu den Beschwerden?!

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo XY,

bitte sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über das Ergebnis der Untersuchung und legen ggf. auch mit einer Stellungnahme Ihres Arztes Widerspruch ein. Das Ergebnis einer erneuten Überprüfung danach bleibt abzuwarten.

Eine längerfristige Krankschreibung erfolgt durch Ihren Arzt und nicht durch die Rentenversicherung.
Im Bereich der Rentenversicherung wird Ihre Erwerbsfähigkeit geprüft und danach festgestellt, ob Sie als voll oder teilweise erwerbsgemindert auf Zeit oder auf Dauer gelten. Hierzu entscheidet der Arzt der Rentenversicherung anhand vorhandener Befunde und ggf. auch anhand einer Begutachtung.

von
Schade

Zunächst lässt sich Ihr Problem in 3-4 Sätzen zusammenfassen:

Es geht um Sozialhilfeleistungen (nicht um Rente weil möglicherweise wg fehlender Zeiten kein Rentenanspruch besteht), das Sozialamt hat die DRV um Amtshilfe bei der Begutachtung gebeten und der Gutachter meint, dass Sie erwerbsfähig sind.

Was ist nun Sache?

Gegen ein Gutachten ist ein Widerspruch nicht möglich, so gesehen ist die DRV da außen vor.

Das Sozialamt wird "Grundsicherung für Erwerbsgeminderte" per Bescheid ablehnen, weil Sie lt. Gutachten arbeiten können.

Gegen diesen Bescheid können Sie beim Sozialamt Widerspruch einlegen und in der Begründung darlegen, was bei der Begutachtung alles nicht OK war (siehe auch Ihr anderer Beitrag).

Mit diesem Widerspruch muss sich das Sozialamt befassen - möglicherweise wird der Fall noch mals bei der DRV vorgelegt. Würde Ihr Widerspruch beim Sozialamt ergebnislos verlaufen bliebe als nächstes Rechtsmittel die Klage.

Als erwerbsfähiger Mensch bleibt Ihnen kurzfristig entweder Arbeit oder Sie landen beim Jobcenter und Hartz 4.

von
Lis

Hallo XY,
sorry, so schnell kanns gehen, Sie schreiben, Sie wollen keine EM Rente auf Dauer… und bemängeln den Gutachter, dass er es auf die Psyche schiebe und das neurologische außen vorlässt und ich lese „Das Gutachten des Neurologen bzw. Psychiaters sagt dann auch ganz deutlich, dass eine volle ErwerbsMINDERUNG vorliegt.“ Und nicht Erwerbsfähigkeit vorliegt. … und ich denk egal einfach nehmen und gut…
Ist wohl berufsbedingt, dass ich in dem Zusammenhang nur Erwerbsminderung im Kopp hab statt Erwerbsfähigkeit.

Dann kann ich mich nur Schade anschließen. Widerspruch beim Sozialamt einlegen. Bei der DRV können Sie sich über den Gutachter beschweren. Oder haben Sie direkt einen Ablehnungsbescheid von der DRV bekommen, der nicht um die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen geht?

„Die Aussage, dass die Rentenversicherung die Möglichkeit hat, für längere Zeit "krankzuschreiben" ist die Aussage meines Sachbearbeiters beim Sozialamt.“
Das ist leider völliger Unsinn. Die DRV gewährt entweder eine voll oder teilweise EM-Rente oder nicht, aber Krankschreibungen verteilt Sie nicht.

MfG Lis (die es gar nicht böse mit Ihnen meint, nur zu blöd zum lesen ist)

von
Silvia

Hallo XY und vielen Dank für Ihre ausführlich erklärenden Postings zum wahren Sachverhalt.

Auch mir war nicht gleich von Anfang an bewusst, um welchen Sachverhalt es sich bei Ihnen drehte und dass das Sozialamt die DRV um Klärung der aktuellen Erwerbsfähigkeit gebeten hat.

Zitat:
Neurologen geschickt wurde, dass er abklärt, ob neurologisch alles in Ordnung ist, um neurologische Ursachen als Grund ausschließen zu können. Da der Neurologe aber keinerlei Untersuchung durchgeführt hat (und mit "keinerlei" meine ich auch "keinerlei" - er hat die Beschwerden nicht ernst genommen und mir ein Rezept für ein Psychopharmaka mitgegeben, ohne überhaupt irgendetwas untersucht zu haben), gab es natürlich auch keine aussagekräftigen Unterlagen dazu.
Zitat Ende

Wie hat sich dazu eigentlich Ihr Hausarzt gegenüber des nicht erfolgten umfangreichen Untersuchungsauftrags verhalten, der mit seiner gerichteten Überweisung zum Neurologen diesen doch um eine fachliche Abklärung ihrer unklaren Beschwerden gebeten hat?

So ähnlich erlebte ich es nämlich auf orthöpädischem Fachgebiet, zu dem ich als Notfallpatientin durch meine HA-Praxis überwiesen wurde und der meine akut starken und bewegungseinschränkenden Beschwerden untersuchen/diagnostizieren und möglichst eine radiologische Abklärung herbeiführen sollte.

Völlig gestresst und unter Zeitnot leidend, durch seine übervolle Praxis, erfolgte durch ihn keine Untersuchung und ich bekam auch keine ÜW zur Radiologie, vielmehr lediglich eine ÜW zur Gyn, um meine Hormone einstellen zu lassen.

Mein HA wollte aber von ihm die Abklärung und rief umgehend bei ihm an, um sie einzufordern.

Nach nunmehr eingehender Untersuchung und radiologischer sowie erweitert neurologischer und neurochirurgischer Abklärung stellte sich letztendlich eine absolute Spinalkanalstenose an drei BS/WK der HWS dar, die bereits erste Anzeichen von neurologischer Schädigung aufzeigte.

Auch IHR Hausarzt sollte hinter Ihnen stehen und sie von Facharzt zu Facharzt schicken und so auf eine komplette fachärztliche Abklärung pochen, denn er hat es in der Hand, das mittels diversen Überweisungen diagnostisch klären zu lassen.

So könnten stückweise auch Ihre herbeizuführenden und gegenüber den Ämtern beweisend darzulegenden Dokumentionen zusammenkommen, um ihre gesundheitlich bedingten Leistungseinschränkungen zu verdeutlichen.

Bereits eine beweisende diagnostische Abklärung in den Händen zu halten ist auch für die Folgegutachten allemal besser, da die Diagnosen so nicht einfach anzuzweifeln sind.

Nehmen Sie den HA mit ins Boot, der sie darin unterstützen soll.

Gruß Sivia