von
Doppelehe

Ich war von 1984 - 1994 verheiratet. 2009 habe ich dieselbe Frau nochmals geheiratet. Die Kindererziehungszeiten und die Kinderberücksichtigungszeiten bis zur Scheidung sind meinem Rentenkonto gutgeschrieben worden.
Bekommt meine Frau im Falle meines Todes eine 60% oder eine 55% Witwenrente?
Und wenn es nur 55% gibt, was ist mit der Kinderkomponente? Meine Frau ist Beamtin.
Nicht alltäglich, aber das Leben ist halt bund.

von
Schade

Die Ehe wurde nach 2001 geschlossen, also gilt das neue Hinterbliebenenrecht mit 55% Hinterbliebenenrente mit allen Konsequenzen.....

von
W*lfgang

Hallo Doppelehe,

die 'Kinderkomponente' (BÜZ) wirkt sich im neuen Hinterbliebenenrentenrecht dann aus, wenn die Witwe Kindererziehungszeiten im eigenen Rentenkonto hat ...Beamtin, kein Rentenkonto, keine BÜZ, keine mögliche Erhöhung der 55 %.

Zudem wird die Beamtenpension (Brutto minus 25 %) auf die Witwenrente oberhalb des Freibetrags von 819 EUR (West-Wert ab 01.07.2017) mit 40 % des übersteigenden Betrags angerechnet - neben vielleicht noch anderen anrechenbaren Einkünften.

Auf den ersten Blick scheint es günstiger, dass Sie versuchen zu überleben, da Ihre Rente nicht auf die Witwerpension anzurechnen ist ...kommen Sie jetzt nicht auf 'dumme' Gedanken ;-)

Gruß
w.

von
Rentencrack

Zitiert von: W*lfgang

Hallo Doppelehe,

die 'Kinderkomponente' (BÜZ) wirkt sich im neuen Hinterbliebenenrentenrecht dann aus, wenn die Witwe Kindererziehungszeiten im eigenen Rentenkonto hat ...Beamtin, kein Rentenkonto, keine BÜZ, keine mögliche Erhöhung der 55 %.

Zudem wird die Beamtenpension (Brutto minus 25 %) auf die Witwenrente oberhalb des Freibetrags von 819 EUR (West-Wert ab 01.07.2017) mit 40 % des übersteigenden Betrags angerechnet - neben vielleicht noch anderen anrechenbaren Einkünften.

Auf den ersten Blick scheint es günstiger, dass Sie versuchen zu überleben, da Ihre Rente nicht auf die Witwerpension anzurechnen ist ...kommen Sie jetzt nicht auf 'dumme' Gedanken ;-)

Gruß
w.

Hallo Wolfgang,

laut Fragensteller wurden die BÜZ nur bis zur Scheidung ihm zugeordnet. Sind die Kinder ab 1992 geboren, hat die Ehefrau mindestens ein Jahr BÜZ im Konto bzw. auch nicht aufgrund § 56 Abs. 4. Nach §78 Abs. 1a würde es in diesem Falle trotzdem noch einen Zuschlag an pEP bei Witwenrenten geben.

Lediglich Absatz 3 wäre ein Ausschlussgrund, wenn der Fragensteller die Frau überleben würde, er Beamter wäre und aus der Beamtenversorgung ein gleichartiger Zuschlag erbracht würde.

Ich weiß, viele wenns, aber vielleicht sind die Kinder ja tatsächlich ab 1992 geboren.

von
Rentencrack

Jetzt hat sich bei mir der Fehler eingeschlichen. Die Frau müsste überleben und sie ein Witwengeld erhalten, aus dem ein gleichartiger Zuschlag erbracht wird.

von Experte/in Experten-Antwort

Da Ihre zweite Ehe nach dem 31.12.2001 geschlossen wurde, gilt für Sie das neue Hinterbliebenenrentenrecht. Der Rentenartfaktor für die große Witwenrente beträgt 0,55. Unter Vorliegen der weiteren Voraussetzungen würde eine Witwenrente damit grob gesagt 55 % betragen.

Die sogenannte Kinderkomponente gemäß § 78a SGB VI stellt auf die Dauer der Erziehung von Kindern und damit grundsätzlich auf die Berücksichtigungszeiten bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres ab. Durch die Regelung des § 78a Abs. 1a SGB VI kann dies auch für Beamtinnen gelten. Da in Ihrem Fall der Anspruch von mehreren Faktoren abhängt, empfiehlt es sich daher, dies in einem Beratungsgespräch mit Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger zu klären.