von
Worpswede

Hallo zusammen,

seit Mai 2014 beziehe ich Witwenrente in Höhe von 552 Euro. Wie viel darf ich dazuverdienen, ohne Verluste zu machen?
Gibt es da auch einen bestimmten Freibetrag, so wie es bei Pfändungen eine Pfändungsfreigrenze gibt?

Von o.g. Geld allein kann ich nämlich nicht leben. Und solche Sprüche, wie z.B. "Geh doch arbeiten" oder ähnliches möchte ich hier nicht lesen, denn ich befinde mich zur Zeit in einer beruflichen Reha, die ich, hoffentlich erfolgreich im Januar beenden werde und ich bin demnach schon seit Wochen auf Arbeitssuche.
So manches freundliche Wort in diesem Forum lässt gerne auch mal zu wünschen übrig.

Stimmt es auch, wenn ich so viel verdiene, dass mir keine Witwenrente mehr zustehen würde, dass diese dann komplett weg ist, sodass ich selbst bei Arbeitszeitverkürzung kein Anrecht mehr auf meine Witwenrente hätte?

Herzliche Grüße
Worpswede

von
Fortitude one

Hallo Worpswede,

bitte schauen Sie mal hier:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/2_Rente_Reha/01_Rente/04_in_der_rente/02_hinzuverdienstgrenzen/00_hinzuverdienstgrenzen_node.html

Z.b.

Der Freibetrag für die Einkommensanrechnung ist mit dem aktuellen Rentenwert verknüpft. So ist sichergestellt, dass er mitwächst, wenn die Renten erhöht werden. Er beträgt für Witwen- und Witwerrenten und Erziehungsrenten das 26,4-fache des aktuellen Rentenwertes (zurzeit 31,03 Euro).

Viel Glück und Erfolg.

Vielleicht könnten Sie auch eine Auskunft und Beratungsstelle der DRV aufsuchen.

Beste Grüße und bestmögliche Gesundheit.

von
Fastrentner

Wenn Sie im Berufsleben stehen, dürfen Sie bis 1365 € brutto verdienen, wenn Sie keine Anrechnung auf die Witwenrente riskieren wollen. Dies gilt aber nur, wenn Sie keine weiteren Einkünfte haben.
Von jedem weiteren verdienten € werden 40 Cent von der Witwenrente abgezogen.
Selbst wenn der Mehrverdienst dazu führen würde, dass die Witwenrente wegfällt, so ruht diese nur und lebt wieder auf, wenn Sie weniger Einkommen haben.
Für Detailfragen, sollten Sie sich in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der DRV einen Termin holen.
Mit freundlichen Grüßen

von
senf-dazu

Zitiert von: Fortitude one
Hallo Worpswede,
...
Er beträgt für Witwen- und Witwerrenten und Erziehungsrenten das 26,4-fache des aktuellen Rentenwertes (zurzeit 31,03 Euro).

Falls noch Kinder zu versorgen sind, erhöht sich der Freibetrag.

Sie melden der Rentenversicherung Ihr Einkommen.
Von diesem Bruttoeinkommen werden 40% pauschal abgezogen, dann wird der Freibetrag abgezogen und von diesem Rest werden dann 40% auf die Rente angerechnet.
Dies kann u.U. dazu führen, dass die Witwenrente auf Null reduziert wird. Wenn Sie wieder weniger verdienen, melden Sie dies der DRV, damit die Rente wieder gezahlt werden kann.
Solange die Voraussetzungen gegeben sind (Alter, Kindererziehung, o.a.), besteht der Rentenanspruch.

von
Klugpuper

Je mehr Sie hinzuverdienen, desto mehr haben Sie insgesamt netto in der Tasche.

Bei 2000€ brutto (abhängige Beschäftigung) wird die Rente um 152,32€ gekürzt.

Bei 1365,32€ brutto wird nichts gekürzt.

Die Summe von ausgezahlter Rente und Nettoverdienst wäre aber geringer als im ersten Beispiel.

Experten-Antwort

Hallo Worpswede,

Seit dem 01.07.2017 beträgt der monatliche Freibetrag 819,19 EUR (Ost = 783,82 EUR). Dieser erhöht sich, sofern Sie waisenrentenberechtigte Kinder haben um 173,77 EUR (Ost = 166,26 EUR) pro Monat.

Das Einkommen, welches über dem Freibetrag liegt, wird zu 40 % auf Ihre Witwenrente angerechnet.

Vor dem Vergleich Ihres Einkommens mit dem Freibetrag, wird Ihr Einkommen ggf. noch um Steuern und Sozialabgaben bereinigt. Bei einer versicherungspflichtigen Beschäftigung würden von Ihrem Bruttoentgelt beispielsweise pauschal 40 % abgezogen.

Beispiel mit Westwerten:

Arbeitsentgelt: 1.365,00 EUR
abzüglich 40 %: 546,00 EUR
bereinigtes Netto: 819,00 EUR
Freibetrag: 819,19 EUR

Der Freibetrag wird nicht überschritten. Die Witwenrente würde also in voller Höhe weitergezahlt werden.

Des Weiteren entfällt auch nicht der Anspruch auf die Witwenrente, wenn Sie einen so hohen Hinzuverdienst haben, dass nach der Einkommensanrechnung kein Zahlbetrag zur Auszahlung kommt. Sollte Ihr Einkommen später wieder geringer werden, haben Sie auch wieder Anspruch auf die Witwenrente.

Wichtig:
Sollten Sie eine große Witwenrente beziehen, weil Sie erwerbsgemindert sind (§ 46 Absatz 2 Satz 1 Nummer 3 SGB VI), so hat Ihre Beschäftigung Auswirkungen auf den Rentenanspruch. In diesem Zusammenhang wäre dann zu prüfen, ob tatsächlich eine Erwerbsminderung vorliegt.

Mit freundlichen Grüßen

von
Worpswede

Guten Tag zusammen,

herzlichen Dank für die Antworten.

Von einer anderen Website habe ich noch ganz andere Informationen bekommen, die nicht so ganz mit denen übereinstimmen, was hier geantwortet wurde.

Den folgenden Text habe ich noch dazu gefunden:
Verpachtung.

Zitat:"2. Einkommensanrechnung nach dem ab 1.1.2002 geltenden Recht

Die neuen Einkommensanrechnungsvorschriften sind anzuwenden,

wenn
•bei am 1.1.2002 bereits bestehenden Ehen beide Ehegatten nach dem 1.1.1962 geboren wurden oder
•die Ehe erst nach dem 31.12.2001 geschlossen wurde.

Trifft eine solche Hinterbliebenenrente ab dem 1.1.2002 mit Erwerbseinkommen, Erwerbsersatzeinkommen oder Vermögenseinkommen des Rentenbeziehers zusammen, ist das zu berücksichtigende Einkommen in einem bestimmten Umfang anzurechnen. Zur Ermittlung des anrechenbaren Betrages errechnet die Alterskasse zunächst aus dem Bruttoeinkommen ein Nettoeinkommen. Dies erfolgt in der Regel durch den Abzug von Pauschalbeträgen (nähere Informationen erteilt die landwirtschaftliche Alterskasse). Übersteigt der Nettobetrag der im Gesetz genannten Einkommensarten einen dynamisch ausgestalteten Freibetrag, wird der übersteigende Betrag zu 40 Prozent auf die Hinterbliebenenrente angerechnet.

Ab 1.7.2017 gelten folgende Freibeträge:

Witwen-/Witwerrente
•alte Bundesländer 1.228,79 EUR
•neue Bundesländer 1.175,72 EUR

Für jedes waisenrentenberechtigte Kind erhöht sich der jeweils geltende Freibetrag zurzeit um monatlich 173,77 EUR in den alten und 166,26 EUR in den neuen Bundesländern."

(aus: https://www.svlfg.de/40-leistung/leis02_ak/leis0202_ak_rente/leis020206_ak_hinterblr/leis02020604_hinterblrente_hoehe/leis0202060401_hinterblr_ekanr/index.html)

Oder ist diese Regelung nur für Versicherte der Sozialversicherung für Landwirtschaftsbau, Forsten und Gartenbau gültig?

Herzliche Grüße

Worpswede

von
W*lfgang

Zitiert von: Worpswede
Oder ist diese Regelung nur für Versicherte der Sozialversicherung für Landwirtschaftsbau, Forsten und Gartenbau gültig?
Hallo Worpswede,

wenn eine Web-Site mit www.svlfg.de beginnt, betrifft das ausschließlich diese spezielle Sozialversicherung 'LFG'.

Die Hinzuverdienstgrenzen bei Witwenrente aus der allgemeinen Rentenversicherung finden Sie in diesem Merkblatt, speziell S. 28 ff.

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/hinterbliebenenrente_hilfe_in_schweren_zeiten.html

Und, ich schließe mich dem Hinweis von Klugpuper an "Je mehr Sie hinzuverdienen, desto mehr haben Sie insgesamt netto in der Tasche."

Gruß
w.

Experten-Antwort

Hallo Worpswede,

die von Ihnen benannte Internetseite gehört zur Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau.

Hierbei handelt es sich um einen anderen Sozialversicherungsträger. Der Unterschied bei der Höhe des Freibetrages ergibt sich aus § 28 ALG

" § 28 Einkommensanrechnung auf Renten wegen Todes

Trifft eine Rente wegen Todes mit Einkommen (§§ 18a bis 18e des Vierten Buches Sozialgesetzbuch) des Berechtigten zusammen, gilt § 97 des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch entsprechend mit der Maßgabe, daß an die Stelle des 26,4fachen des aktuellen Rentenwerts der gesetzlichen Rentenversicherung das 39,6fache des aktuellen Rentenwerts der gesetzlichen Rentenversicherung tritt."

Dadurch ergeben sich die unterschiedlichen Freibeträge
(26,4 * 31,03 aRW = 819,19 EUR)
(39,6 * 31,03 aRW = 1.228,79 EUR).

Mit freundlichen Grüßen