von
Karola M.

Guten Tag, habe eine Frage zu meiner Info. Mir fehlen noch ca. 3 Jahre zur Rente mit 45 Beitragsj. bin 59 geb. Ich arbeite 20 Std die Woche, habe immer mehr Arbeit mit der Pflege der Mutter. Wenn ich nur noch 10 Std. die Woche arbeiten würde,hat das einen Nachteil betr. 45 Beitragsjahre? Mein Plan ist, werde nicht mehr arbeiten gehen wenn ich diese 45 J. habe. Meine Rente ohne Abschlag bekomme ich dann mit 64J. u 2 Monate. Werde 2 Jahre auf Einkommen verzichten, bin jetzt schon an meiner Grenze angelangt. Danke für Auskunft

von
Klugpuper

Die Wochenstunden sind ohne Belang, zumindest für die Wartezeit.

Werden Beiträge für die Pflege gezahlt?

Vielleicht wäre eine konkrete Rentenberatung angezeigt. Hier fehlen momentan die Details.

Experten-Antwort

Hallo Karola,
wie von Klugpuper bereits gesagt, hat die Reduzierung der Arbeitszeit keine Auswirkung auf die Erfüllung der Wartezeit von 45 Jahren. Solange es sich um ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis
handelt werden die Zeiten berücksichtigt. Selbst bei einer geringfügigen Beschäftigung, bei der man nicht die Befreiung von der Versicherungspflicht beantragt hat, zählen die Monate dazu (12 Monate bei einem Jahr geringfügiger Beschäftigung).
Sofern für die Pflegezeiten von der Pflegekasse Beiträge gezahlt werden, sind auch diese Zeiten auf die Wartezeit anrechenbar. Klären Sie dies bitte mit der zuständigen Pflegekasse.
Bevor Sie Ihre Beschäftigung aufgeben, ist es ratsam bei Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger zu klären, ob die Wartezeit von 45 Jahren erfüllt ist.
Wünsche ein schönes Wochenende.

von
W*lfgang

Zitiert von: Karola M.
Mein Plan ist, werde nicht mehr arbeiten gehen wenn ich diese 45 J. habe. Meine Rente ohne Abschlag bekomme ich dann mit 64J. u 2 Monate.

Hallo Karola M.,

Sie wissen, wie viel Rente Sie mit Abschlag in den 14 Monaten 63 - 64+2 bereits haben könnten und wann Sie diesen Kapitalverzicht mit dem Mehr aus dem Nichtabschlag wieder raushaben? ...sind gut 9 Jahre, bis 73+ müssen Sie erst mal durchhalten, dann liegen Sie auf der Gewinnerstraße - oder sind vielleicht stationär ins Seniorenheim umgezogen worden ;-)

Gruß
w.

von
Karola M.

Nochmal, ab wann könnte ich Sept. 59 geb. auch mit Abschlag in Rente? Bitte nochmal um Antwort

von
Klugpuper

Okt. 2022 (Einhaltung der Hinzuverdienstgrenzen vorausgesetzt)

von
Karola M.

Okt 22, nur mal als Beispiel, geht auch ab Okt. 21 1 Jahr arbeitslos? Hätte ich noch eine Möglichkeit, sollte mich die Pflege immer mehr beanspruchen.

von
Klugpuper

Okt 2022 steht, dafür müssen Sie nix mehr machen, die Voraussetzungen haben Sie größtenteils bereits erfüllt. Es fehlt momentan allein am maßgeblichen Lebensalter, Sie sind nur noch zu jung für die Rente.

von
Jonny

Zitiert von: Karola M.
Guten Tag, habe eine Frage zu meiner Info. Mir fehlen noch ca. 3 Jahre zur Rente mit 45 Beitragsj. bin 59 geb. Ich arbeite 20 Std die Woche, habe immer mehr Arbeit mit der Pflege der Mutter. Wenn ich nur noch 10 Std. die Woche arbeiten würde,hat das einen Nachteil betr. 45 Beitragsjahre? Mein Plan ist, werde nicht mehr arbeiten gehen wenn ich diese 45 J. habe. Meine Rente ohne Abschlag bekomme ich dann mit 64J. u 2 Monate. Werde 2 Jahre auf Einkommen verzichten, bin jetzt schon an meiner Grenze angelangt. Danke für Auskunft

Wenn Sie im Sept. 1959 (nicht gerade am Ersten) geboren sind, können Sie frühestens als langjährig Versicherte im OKT 2022 eine Altersrente für langjährig Versicherte mit Abschlägen in Höhe von 11,4 % in Anspruch nehmen. Unterstellt diese Rente wäre wegen der Abschläge nicht 1000 € sondern nur 886 €.
Eine abschlagsfreie Altersrente für besonders langjährige Versicherte können Sie frühestens ab DEZ 2023 (im Alter von 64 Jahren und 2 Monat) erhalten. Mit den weiteren Monaten vom OKT 2022 bis NOV 2023 könnte sich dann mit dem weiteren Verdienst und den Pflegeversicherungszeiten (jährlich knapp 0,5 Entgeltpunkte) insgesamt 1017 € ergeben.
Hört sich so an, als ob Sie warten sollten, nicht wahr?
Aber:
Mit der Rente von 886 € ab OKT 2022 haben Sie bis zum Monat NOV 2025 (= Erreichen der Regelaltersgrenze) - in Höhe von 33.668 € eingespielt. Zum Vergleich: Bei einem Beginn der Rente von 1017 € ab DEZ 2023 sind es nur 24.409 €.
Und ich kann noch einen draufsatteln. Unterstellt, Sie verdienen auch ab OKT 2022 noch z.B. monatlich 800 €. Dann gibt es in 2022 sogar eine Vollrente mit 886 €, danach eine Teilrente von zunächst 776 € und im Jahr 2025 eine Teilrente von 802 €, insgesamt immerhin noch bis zur Regelaltersgrenze 30111 €. Ab DEZ 2025 würde sich dann dieser Betrag um einen Zuschlag von ca. 24 € auf eine Vollrente von 910 € erhöhen.
Wieder zum Vergleich, wenn Sie auf die Altersrente für besonders langjährige Versicherte ab DEZ 2017 warten und auch dann monatlich 800 € hinzuverdienen: Auch dann gäbe es zunächst eine Vollrente von 1017 €, anschließend Teilrenten von 907 bzw. 933 €, insgesamt bis zur Regelaltersgrenze aber nur 22172 €. Ab der Regelaltersgrenze hätten Sie dann eine Vollrente von 1032 € (statt nur 910 €).
Nachteil der Altersrente mit Abschlägen: Die werden auch noch nach der Regelaltersgrenze wirken (die 910 € sind aber schon mit diesen weiteren Abschlägen berechnet).
Fazit: Wenn Sie glauben, 91 Jahre und 9 Monate oder älter zu werden, ist der Vorteil des vorzeitigen Rentenbezugs ab OKT 2022 aufgezehrt. Bei der Altersrente für besonders langjährig Versicherte ohne Abschläge gibt es das nicht, sie könnten dann also sorgenfrei noch älter werden.
meint bis zum Beweis des Gegenteils
Jonny

von
Jonny

Rückfrage an Klugpuper und Unwissende:
Oder ist etwa nur die Differenz zwischen den beiden Vorteilen von 7939 € geteilt durch den Abschlag von 114 € = gut 69 Monate schon nach 5 Jahren und 9 Monaten im Alter von 71 Jahren und 11 Monaten aufgezehrt? fragt noch mal etwas verunsichert
Jonny

von
Kaiser

Zitiert von: Jonny
Rückfrage an Klugpuper und Unwissende:
Oder ist etwa nur die Differenz zwischen den beiden Vorteilen von 7939 € geteilt durch den Abschlag von 114 € = gut 69 Monate schon nach 5 Jahren und 9 Monaten im Alter von 71 Jahren und 11 Monaten aufgezehrt? fragt noch mal etwas verunsichert
Jonny

Echt super, die eigene Antwort in Frage zu stellen!
Schweigen wäre da deutlich besser!

von
Selhan Netneg Idieh

Zitiert von: Jonny
Rückfrage an Klugpuper und Unwissende:
Oder ist etwa nur die Differenz zwischen den beiden Vorteilen von 7939 € geteilt durch den Abschlag von 114 € = gut 69 Monate schon nach 5 Jahren und 9 Monaten im Alter von 71 Jahren und 11 Monaten aufgezehrt? fragt noch mal etwas verunsichert
Jonny

Ich denke, zweiteres wäre der zutreffender Maßstab. Spätestens zum Zeitpunkt einer abschlagsfreien Altersrente sollte der durchschnittlich informierte Versicherte die neuen Fleximöglichkeiten auch am Schöpfe packen. Der Vorteil sind dann die zusätzlichen vorgezogenen Rentenmonate mit Abzug in Relation zur abschlagsfreien späteren Altersrente.
Sieht man die vorgezogene Altersrente im Vergleich zur Regelaltersrente, kommt zwar ein imposanterer Geldbetrag zusammen, aber mit diesem Handeln wäre der Versicherte nicht gut beraten.

von
Unwissende

Zitiert von: Jonny
Rückfrage an Klugpuper und Unwissende:
Oder ist etwa nur die Differenz zwischen den beiden Vorteilen von 7939 € geteilt durch den Abschlag von 114 € = gut 69 Monate schon nach 5 Jahren und 9 Monaten im Alter von 71 Jahren und 11 Monaten aufgezehrt? fragt noch mal etwas verunsichert
Jonny

Hallo Jonny,

wie Sie auf das "Amortisationsalter" von 91 Jahren und 9 Monaten kommen, kann ich ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen. Meines Erachtens ist aber ohnehin der Ansatz in Ihrer Rückfrage der richtige Berechnungsansatz, allerdings mit kleinen Fehlern behaftet:

Den Vorteil von 7939 € aus der Variante "mit Hinzuverdienst von 800 €" haben Sie wohl versehentlich durch den "Abschlag" ab Regelaltersgrenze aus der Variante "ohne Hinzuverdienst" von 114 € geteilt. Bei der Variante " mit Hinzuverdienst von 800 €" beträgt der "Abschlag" nach Ihrer Berechnung hingegen 1032 € - 910 € = 122 €.

Das macht aber insoweit nichts, als Sie bei Ihrer Berechnung vergessen haben, bei der Variante "mit Hinzuverdienst von 800 €" bei der Altersrente für langjährig Versicherte den Zugangsfaktor für die nicht mehr vorzeitig in Anspruch genommenen Entgeltpunkte (während des Teilrentenbezugs) zu erhöhen.

Bei Fortschreibung des Zugangsfaktors ergibt sich ab Januar 2025 eine Teilrente von ca. 811,60 €, somit also Rentenbeträge bis zur Regelaltersgrenze von insgesamt 30209 € statt 30111 €. Ab Dezember 2025 beträgt die Vollrente dann nach weiterer Zugangsfaktorerhöhung ca. 921,50 € (statt 910 €). Für die vereinfachte Amortisationsberechnung muss nun der "Gewinn" an Rentenleistung bis November 2025 in Höhe von ca. 8037 € durch die in den folgenden Jahren niedrigere Rentenleistung (Abschlag) in Höhe von ca. 110,50 € geteilt werden: Nach 73 Monaten ist der Gewinn aufgezehrt.

Bei der Variante ohne Hinzuverdienst sind es nach meiner Berechnung 82 Monate bis zur Aufzehrung (9259 € : 114 €).

Fazit:
Da Karola ja bereits an ihre Grenzen gekommen ist, wird die Variante mit Hinzuverdienst für sie wohl kaum in Frage kommen. Somit kann man sagen, dass sich die vorzeitige Altersrente für langjährig Versicherte - rein finanziell gesehen - für sie lohnt, wenn sie ca. 73 Jahre alt wird. Wird sie älter (was ich ihr wünsche), ist die spätere Altersrente für besonders langjährig Versicherte finanziell gesehen wohl die bessere Wahl.

VG

Unwissende