von
Marcella

Ich bin 47 und chronisch krank. Seit 2012 beziehe ich die Erwerbsminderungs-Rente. Die ersten 2 Jahre (bis 2014) konnte ich noch 26 Std. und die letzten 2 Jahre 16 Std / Woche arbeiten, seit August 2016 Krankengeld. Zurzeit Reha mit Übergangsgeld. Langsam bekomme ich Albträume wegen der EU-Rente, die jetzt näher rückt. Ist es tatsächlich so, dass nur die letzten 3 jahre berechnet werden?Also mache ich nur Verluste, wenn ich weiter arbeite?! Dankeschön schon jetzt für die Antworten.

von
Herz1952

Alle Beitragszeiten werden berücksichtigt. Je mehr sie gearbeitet haben, umso mehr bekommen Sie.

Ich bin übrigens auch EM-Renter und kann Ihnen versichern, dass Sie keine Angst vor der EM-Rente haben müssen. ich fühle mich "pudelwohl" damit:-)

von
Marcella

Liebes Herz1952, vielen Dank für die schnelle Antwort. Die Verunsicherung kommt von der Reha-Sozialarbeiterin, die gestern meint, dass die letzten 3 Arbeits-Jahre ausschlaggebend seien?! LG

von
memyself

das ist so ein altes gerücht, hab ich auch gehört. letztlich zähle jedes jahr, jeder beitrag, auch wenn der vor drei jahrzehnten geleistet wurde. man muss halt in den letzten fünf jahre mind 3 jahre sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben. vielleicht war das gemeint

von
Bernd1954

Hallo Marcella,
Sie sind jetzt 47 Jahre jung und haben somit eine Zurechnungszeit bis zum 62 Lebensjahr - also 15 Jahre. Diese 15 Jahre werden so bewertet, wie der Durschnitt Ihrer gesamten Erwerbsbiografie. Sollten nun die letzten 4 Jahre diesen Schnitt nach unten ziehen, so werden sie nicht mitbewertet. In Ihrem Fall zählt also nur die Vollbeschäftigung vor der Krankheit.
Gruß Bernd

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Marcella,

Herz1952, memyself und Bernd 1954 haben schon alles gesagt, wir schließen uns den Ausführungen an.

von
Sebastian

So wie ich das sehe zählen die letzten 4 Jahre sehr wohl, da ja bereits eine befr EM Rente besteht und die Günstigerprüfung wurde erst zum 1.7.14 eingeführt!!

von
=//=

Zitiert von: Marcella

Ich bin 47 und chronisch krank. Seit 2012 beziehe ich die Erwerbsminderungs-Rente. Die ersten 2 Jahre (bis 2014) konnte ich noch 26 Std. und die letzten 2 Jahre 16 Std / Woche arbeiten, seit August 2016 Krankengeld. Zurzeit Reha mit Übergangsgeld. Langsam bekomme ich Albträume wegen der EU-Rente, die jetzt näher rückt. Ist es tatsächlich so, dass nur die letzten 3 jahre berechnet werden?Also mache ich nur Verluste, wenn ich weiter arbeite?! Dankeschön schon jetzt für die Antworten.

sie schreiben, dass Sie SEIT 2012 eine EM-Rente beziehen. Wenn diese weiterhin gezahlt wird (oder auch wegen der Höhe Ihres Verdienstes NICHT gezahlt wird), verstehe ich Ihre Frage und Ihre Albträume vor einer EM-Rente nicht.

Angenommen, die Rente wird zur Zeit nicht ausgezahlt. Dann erfolgt nach Wegfall des Entgelts KEINE Neuberechnung der Rente, sondern nur eine Wiederauszahlung.

Könnten Sie Ihren Beitrag konkretisieren? Was stimmt denn nun, Rentenanspruch ja oder nein?

von
Herr Z.

55 Jahre immer 43 Stunden pro Woche zum Mindest-Lohn gibt Rente wie Hartz IV
EUR 2.500 brutto pro Monat durch EUR 8,50 Mindest-Lohn = ca. 294 Arbeits-Stunden pro Monat

EUR 2.500 brutto pro Monat X 12 Monate X 35 Jahre = EUR 1.050.000

geteilt durch 55 Jahre = ca. EUR 19.091 pro Jahr

geteilt durch 12 Monate = EUR 1.590,91 brutto

geteilt durch EUR 8,50 = ca. 187 Stunden pro Monat

geteilt durch 30 Tage = ca. 6 Stunden 10 Minuten pro Kalender-Tag

ca. 187 Stunden pro Monat geteilt durch 8 Stunden = 23,375 Arbeits-Tage pro Monat

EUR 19.091 pro Jahr

geteilt durch 52 Wochen = EUR 367,13

geteilt durch EUR 8,50 = ca. 43 Arbeits-Stunden pro Woche

Wer 55 Jahre lang für 43 Stunden pro Woche Mindest-Lohn von EUR 8,50 brutto verdient, bekommt nach 55 Jahren Rente auf Höhe von Hartz IV.

"Das Armutsrisiko künftiger Rentnergenerationen ist nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" erheblich höher als bislang bekannt. Ab dem Jahr 2030 erhielten selbst Arbeitnehmer, die 2500 Euro brutto im Monat verdient und 35 Jahre Vollzeit gearbeitet haben, nur eine Rente in Höhe des Grundsicherungsbetrags von 688 Euro. Die Zeitung beruft sich dabei auf neueste Berechnungen des Bundesarbeitsministeriums."

Quelle und Volltext:
http://www.tagesschau.de/inland/altersarmut116.html

EUR 1.590,91 brutto

= EUR 1.144,83 netto

minus EUR 300 Frei-Beträge

= EUR 844,83 anrechnungs-fähig

minus EUR 391 Regel-Bedarf

= EUR 453,83

Vergleichs-Wert Wohn-Geld Mieten-Stufe VI EUR 407 plus 10 % = EUR 447,70

Fehlen noch EUR 6,13 bis zur Berechtigung zum Aufstocken, was z.B. bei Mehr-Bedarf für Warmwasser (EUR 8,99) schon der Fall wäre.

http://www.harald-thome.de/media/files/RB-Warmwasser-Mehr-Bedarf-2011-2012-2013-2014.pdf

Also 55 Jahre jeweils 43 Stunden pro Woche arbeiten zum Mindest-Lohn von EUR 8,50 brutto ist Hartz IV-Niveau während der Arbeits-Jahre und auch als Rentner.

Deutschland betreibt seit Jahrzehnten Lohn-Dumping im eigenen Land, untere Lohn-Gruppen müssten heutzutage bei ca. EUR 11,57 netto liegen.

http://www.tacheles-sozialhilfe.de/forum/thread.asp?FacId=2007849

Herr Z.

von
Anni L.

Herr Z, wie recht sie haben, die Menschen hier verstehen immer noch nicht was in diesem Land abgeht. Für 8.50 arbeiten, nach 45 J. 750 Euro Rente, was für ein Schwachsinn. Dann wundern sich diese Schwachköpfe in der Regierung über die AFD usw. Alles wird auf die Flüchtlinge geschoben welch ein Unsinn. Ein reiches Land, einfach ein Witz. Wo bleibt die Mittelschicht, sie pendelt bei der Unterschicht. Steinmeier erster Mann im Staat, hat ja nur mit Schröder Agenda 2010 die Armen noch ärmer gemacht.

von
Herr Z.

Zitiert von: Anni L.

Herr Z, wie recht sie haben,....

Für die Berechnung des Leistungs-Anspruchs bei der ARMEN-Fürsorge wurde früher auf "Lohn-Abstand" zu "unteren Lohn-Gruppen" abgestellt und behauptet, das Leben in der Stadt sei teurer als auf dem Land.

"Untere Lohn-Gruppe" plus Kinder-Geld war doch wohl früher Hartz-IV-fuer-2-Eltern-plus-3-Kinder-plus-Lohn-Abstand.

Ergibt bei Regel-Bedarf somit EUR 353 + 353 + 229 + 229 + 229 = EUR 1.393

Für die Land-Bevölkerung wäre dann auf niedrige Mieten abzustellen:

Wohn-Geld Mieten-Stufe 1 (EUR 561) plus 10 % bei 5 Personen: EUR 617,10

EUR 1.393 + EUR 617,10 = EUR 2.010,10

EUR 2.010,10 - EUR 184 - EUR 184 - EUR 190 = EUR 1.458,10

Fehlt nur noch der Lohn-Abstand.

Bei einem Lohn-Abstand in Höhe von ca. 25 % des Lohnes, müsste dieser Lohn unterer Lohn-Gruppen ca. EUR 1.944 netto pro Monat betragen, bei 168 Stunden pro Monat somit oberhalb von ca. EUR 11,57 netto pro Stunde.

Ergibt bei Regel-Bedarf somit EUR 353 + 353 + 313 + 313 + 313 = EUR 1.645

Für die Land-Bevölkerung wäre dann auf niedrige Mieten abzustellen:

Wohn-Geld Mieten-Stufe 1 (EUR 561) plus 10 % bei 5 Personen: EUR 617,10

EUR 1.645 + EUR 617,10 = EUR 2.262,10

EUR 2.262,10 - EUR 184 - EUR 184 - EUR 190 = EUR 1.704,10

Fehlt nur noch der Lohn-Abstand.

Bei einem Lohn-Abstand in Höhe von ca. 25 % des Lohnes, müsste dieser Lohn unterer Lohn-Gruppen ca. EUR 2.272 netto pro Monat betragen, bei 168 Stunden pro Monat somit oberhalb von ca. EUR 13,52 netto pro Stunde.

Für Stadt-Bevölkerung:

Wohn-Geld Mieten-Stufe 6 (EUR 787) plus 10 % bei 5 Personen: EUR 865,70

EUR 1.645 + EUR 865,70 = EUR 2.510,70

EUR 2.510,70 - EUR 184 - EUR 184 - EUR 190 = EUR 1.952,70

Fehlt nur noch der Lohn-Abstand.

Bei einem Lohn-Abstand in Höhe von ca. 25 % des Lohnes, müsste dieser Lohn unterer Lohn-Gruppen ca. EUR 2.600 netto pro Monat betragen, bei 168 Stunden pro Monat somit oberhalb von ca. EUR 15,47 netto pro Stunde.

Es handelt sich um untere Lohn-Gruppen.

EUR 2.500 brutto / 168 Stunden = EUR 14,88 brutto pro Stunde

Neulich nannte die Bundesregierung EUR 2.500 brutto pro Monat mit dem Hinweis, dass derjenige, der weniger verdient, im Alter Existenz-sichernde Leistungen braucht.

Somit steht der Steuer-Zahler in der Zahlungs-Pflicht.

Sofern ein "Arbeitgeber" weniger als EUR 2.500 zahlt, muss der Steuer-Zahler das "Personal" bezahlen.

Weshalb steigen in Deutschland die Unternehmens-Einkommen aber nicht die Arbeitnehmer-Einkommen ?

"Das Armutsrisiko künftiger Rentnergenerationen ist nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" erheblich höher als bislang bekannt. Ab dem Jahr 2030 erhielten selbst Arbeitnehmer, die 2500 Euro brutto im Monat verdient und 35 Jahre Vollzeit gearbeitet haben, nur eine Rente in Höhe des Grundsicherungsbetrags von 688 Euro. Die Zeitung beruft sich dabei auf neueste Berechnungen des Bundesarbeitsministeriums."

Quelle und Volltext:
http://www.tagesschau.de/inland/altersarmut116.html

In der Quelle

http://doku.iab.de/kurzber/2013/kb1413.pdf Seite 4

wird "10 €/Std. und mehr" als höchste Entlohnungs-Gruppe ausgewiesen, mit einem Anteil von "7 %" für Singles in "West" und "2 %" für Singles in "Ost".

Der Anteil für "über EUR 14,88 brutto" wird nicht ausgewiesen, könnte aber nur ein Anteil von "7 %" bzw. "2 %" sein.

Da halte ich die Angabe für "63 %" für repräsentativer.

"37 %" (knapp größter Anteil "West") mit "unter 5 €/ Std." für Singels "West" ist auch weit entfernt wohl "EUR 14,88".

"Arbeiten" bei "Aufstockern" verfolgt dann doch wohl andere Ziele als "Einkommens-Erzielung".

EUR 2.500 brutto pro Monat bringt bei Steuer-Klasse III und 3 Kindern monatlich ca. EUR 1.882 netto.

Untere Lohn-Gruppe für die Land-Bevölkerung mit 3 kleinen Kindern ergibt EUR 1.944 netto.

Meine Berechnungen zu untere Lohn-Gruppen dürften sich somit mit den Berechnungen der Bundesregierung decken.

Herr Z.

von
Marcella

Nochmals vielen Dank und die gewünschte Ergänzung: Ich habe seit 1989 40st/Woche nach meiner Ausbildung gearbeitet (Fragesteller Sebastian) L.G. M.