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10-Wochen-Frist der Kasse "ausreizen"?Nachteile?

von
tommi

Hallo.
Ich wurde von meiner Krankenkasse aufgefordert einen Rehaantrag innerhalb von
10 Wochen zu stellen.
Ich wollte dies eh. Doch jetzt habe ich halt eine Frist zur Abgabe.

Frage:
Mir liegen die Atteste und das Formular bereits vor. Könnte ich die 10 Wochen-Frist sozusagen "ausreizen" oder muß ich den Antrag sofort stellen, wenn ich meine Unterlagen komplett habe?
Die Kasse/Rententräger sieht ja am Datum von den Attesten, dass einige Zeit bis zur Antragsstellung vergangen sind.

Oder gibt es keine Probleme, wenn ich halt noch ein paar wochen warte?
Bin ja zur Zeit in Krankengeld.

Danke
tommi

von
Lili

Was soll das nützen? Als Datum der Antragstellung wird ohnehin das genommen, dass die Krankenkasse eingetragen hat (wurde es zumindest bei mir).

von
Elisabeth

Ich halte von dieser Art der Verzögerungstaktik auch nichts. Wenn du jetzt noch nicht in die Reha willst, solltest du einen guten Grund haben.

von
Batrix

Eine Frist ist dazu da ausgereizt zu werden, zumindest, wenn es Vorteile hat.

Ziel und einzige gesetzlich verankerte Möglichkeit der KK ist es, mit dieser Aufforderung zur Reha-Antragstellung aus der Krankengeldzahlung herauszukommen, entweder weil durch die Reha die AU behoben werden konnte oder weil Erwerbsminderung besteht und eine Rente zu zahlen ist.

Sollte bei der Bearbeitung des Reha-Antrages festgestellt werden, dass bereits Erwerbsminderung vorliegt und durch eine Reha nicht behoben werden kann, wird die Reha abgelehnt und der Reha-Antrag gilt als Rentenantrag.
Sollte bei Bewilligung der Reha am Ende der Reha festgestellt werden, dass eine bestehende Erwerbsminderung durch die Reha nicht behoben werden konnte, wird auch der Reha-Antrag in einen Rentenantrag umgewandelt.

Sollte es zu einer Rentenbewilligung kommen stellt die KK mit Bescheiderteilung sofort die Krankengeldzahlung ein. Die Rente ist im Normalfall niedriger als das Krankengeld.
Die ggf. rückwirkend (frühestens ab Antragsdatum) bewilligte Rente wird für Zeiträume, in denen die KK Krankengeld gezahlt hat, an die KK erstattet. Krankengeldbeträge, die über der Rentenhöhe lagen müssen Sie nicht an die KK erstatten.

Je früher die Antragstellung erfolgt, umso früher liegt auch eine Entscheidung (z.B. Rentenbescheid) vor und umso schneller fällt das Krankengeld weg.

Wenn Sie jedoch davon ausgehen, dass Sie nach der Reha wieder arbeiten gehen werden, dann sollte die Reha natürlich auch so schnell wie möglich stattfinden, denn man möchte ja so schnell wie möglich wieder gesund werden.

Nachteile haben Sie nicht, wenn Sie die Frist zur Reha-Antragstellung ausreizen. Die KK darf das Krankengeld erst nach Ablauf der Frist streichen und auch nur, bis die Antragstellung nachgeholt worden ist.

von
Batrix

Zitiert von: Elisabeth

Ich halte von dieser Art der Verzögerungstaktik auch nichts. Wenn du jetzt noch nicht in die Reha willst, solltest du einen guten Grund haben.

Deshalb sollte man jemanden fragen, der sich mit den betroffenen Gesetzen auskennt.

von
Nix

Hallo tommi!
Wenn Sie wissen, daß die zu erwartende Erwerbsminderungs-Rente niedriger ist als das Krankengeld, welches Sie zur Zeit erhalten, würde ich mit der Reha-Antragstellung warten und das höhere Krankengeld genießen. Die Krankenkasse hat Ihnen eine Frist gesetzt und wird sich vorher bei Ihnen auch nicht melden.

Sollte die zu erwartende Rente höher sein, als das Krankengeld, dann würde ich schon den Reha-Antrag jetzt stellen, um iin den Genuß der höheren Erwerbsminderungsrente zu kommen.

Andere Gründe für eine Verzögerung der Reha-Antragstellung gibt es nicht.

Von dem Datum auf Attesten etc. würde ich mich nicht beirren lassen.

Sollte allerdings Ihr Versicherungsverlauf noch ungeklärt sein und der RV-Träger noch Fragen wegen Kontenklärung an Sie haben, könnte sich die Kontenklärung verzögern und dadurch die Auszahlung der Erwerbsminderungsrente. Wenn dann auch noch das Krankengeld ausläuft, stehen Sie unter Umständen 1 bis 2 Monate ohne Geld da(weder Krankengeld, weil ausgelaufen, noch Rente, weil Versicherungszeiten im Rentenkonto noch nicht geklärt).
Sollte Ihr Rentenkonto alle Versicherungskonto korrekt gespeichert haben, können Sie die Reha-Antragstellung bis zum Ende der 10-Wochen-Frist verzögern....machen übrigens viele.

Sonst wünsche Ihnen viel Gesundheit und alles Gute
Nix

von
...

Entweder Sie sind Krank und wollen gesund werden, d.h. schnellstmöglich Reha, oder Sie sind ein Schmarozzer und wollen fürs nichts machen Geld bekommen.

von
Realist

Faule Schmarotzer sind in Deutschland nur frühpensionierte Beamte.

Als unterpreviligierter Arbeitnehmer tun Sie grundsätzlich gut daran, noch so viel wie möglich von dem abzugreifen was Ihnen zusteht.
Und zwar so lange, das überhaupt noch möglich ist.
Wer zu spät handelt, den bestraft die DRV.

Beim Krankengeld zählt ambulant vor stationär.
Im Krankengeldbezug daher möglichst umfänglich ambulant ärztlich versorgt sein.
Das erspart einem im jeden Fall eine frühe Reha.

Oder wollen Sie etwa alleine dieses Heer von frühpensionierten Beamten in Deutschland mit ihrem Steuergeld finanzieren ?

Denk nach !

Realist

von
...

Zitiert von: Realist

Faule Schmarotzer sind in Deutschland nur frühpensionierte Beamte.

Als unterpreviligierter Arbeitnehmer tun Sie grundsätzlich gut daran, noch so viel wie möglich von dem abzugreifen was Ihnen zusteht.
Und zwar so lange, das überhaupt noch möglich ist.
Wer zu spät handelt, den bestraft die DRV.

Beim Krankengeld zählt ambulant vor stationär.
Im Krankengeldbezug daher möglichst umfänglich ambulant ärztlich versorgt sein.
Das erspart einem im jeden Fall eine frühe Reha.

Oder wollen Sie etwa alleine dieses Heer von frühpensionierten Beamten in Deutschland mit ihrem Steuergeld finanzieren ?

Denk nach !

Realist

Will man gesund werden, oder nicht? Wenn Tommi sowieso vor hatte einen Antrag zu stellen, warum dann noch warten. Gesundheitlich scheint es ja nicht besser zu werden, sonst würde er die Reha nicht auch von sich aus beantragen wollen.

Und Ihr Stammtisch-blabla können Sie hier weglassen. Das hat mit dem Forum nichts zu tun.

von
Realist

Natürlich haben Leute wie Sie Angst vor Stammtischen.
Denen sind Sie nämlich nicht gewachsen.

Bei der Reha kann ich Sie nur vor den Psychologen warnen, denn die haben eine ganz andere Funktion als Sie denken.

Selbst so harmlos scheinende Tätigkeiten wie Bilder malen, wird entsprechend ausgewertet.
Was Sie dauerhaft in die defensive bringt.

Realist

Experten-Antwort

Hallo Tommi,
der Gesetzgeber hat der Krankenkasse nicht die Möglichkeit gegeben, Sie zur sofortigen Antragstellung aufzufordern - sondern Ihnen in jedem Falle eine Frist von 10 Wochen eingeräumt.
Mit freundlichem Gruß

Experten-Antwort

Guten Tag Tommi,

nach § 51 Abs. 1 SGB V kann die Krankenkasse eine Frist von 10 Wochen setzen, innerhalb der der Versicherte einen Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und zur Teilhabe am Arbeitsleben zu stellen haben, wenn deren Erwerbsfähigkeit nach ärztlichem Gutachten erheblich gefährdet oder gemindert ist.
Von diesem Recht hat Ihre Krankenkasse Gebrauch gemacht.

Stellen Versicherte innerhalb der 10 Wochenfrist den Antrag nicht, entfällt der Anspruch auf Krankengeld mit Ablauf der Frist. Wird der Antrag später bestellt, lebt der Anspruch auf Krankengeld mit dem Tag der Antragstellung wieder auf.

Ich denke diese Aussage aus § 51 Abs. 3 SGB V ist deutlich und auch verständlich.

In erster Linie sollte es auch in Ihrem Interesse liegen möglichst schnell wieder Gesund zu werden und die Erwerbstätigkeit wieder aufnehmen zu können. Es steht Ihnen jedoch frei die gesetzlich vorgegebene 10 Wochenfrist ohne rechtliche und wirtschaftliche Auswirkungen auszunutzen.

Ich wünsche Ihnen für Ihre Gesundheit alles Gute.

Ihr Experte

von
Sepp

Sie haben selbstverständlich bis zum Ablauf der 10-Wochen-Frist Zeit, den Antrag zu stellen.

Sie sind keinesfalls verpflichtet alles "komplett" vorzulegen.

Es reicht ein Satz an den Rentenversicherungsträger, etwa "Hiermit beantrage ich eine Leistung zur medizinischen Rehabilitation".

Evtl. noch als Einschreben schicken und eine Kopie des Beleges der Krankenkasse vorlegen. Das reicht!

Alles Gute!

von
Sozialrechtler

Zitiert von: tommi

Hallo.
Ich wurde von meiner Krankenkasse aufgefordert einen Rehaantrag innerhalb von
10 Wochen zu stellen.
Ich wollte dies eh. Doch jetzt habe ich halt eine Frist zur Abgabe.

Frage:
Mir liegen die Atteste und das Formular bereits vor. Könnte ich die 10 Wochen-Frist sozusagen "ausreizen" oder muß ich den Antrag sofort stellen, wenn ich meine Unterlagen komplett habe?
Die Kasse/Rententräger sieht ja am Datum von den Attesten, dass einige Zeit bis zur Antragsstellung vergangen sind.

Oder gibt es keine Probleme, wenn ich halt noch ein paar wochen warte?
Bin ja zur Zeit in Krankengeld.

Danke
tommi

Hallo,
Fristen sind dazu da, um eingehlten zu werden, aber auch dazu da, um genutzt zu werden. Ein Nachteil entsteht nicht, wenn die Frist bis zum letzten Tag genutzt wird. Übrigens, Krankengeld ist höher as ggfs. eine Rente. Zehn Wochen mehr sind eine ganze Menge Geld.