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1.12.14 oder 1.1.15

von
W.

Viele 63 jährige Arbeitnehmer haben die 45 Jahre bereits erfüllt und könnten in Rente gehen ....

Es kommt immer wieder folgende Frage:

"Soll ich das Jahr noch voll machen und das komplette Weihnachtsgeld mitnehmen???"
(Rentenbeginn 1.1.15)

"Oder soll ich bereits am 1.12.14 in Rente gehen; wegen dem etwas höheren Steuerfreibetrag in 2014???"

Was sollte man aus Sicht der Rentenexperten diesen Mitarbeitern raten???

Danke und freundliche Grüße

von
W*lfgang

Hallo W.

zu Steuern wird hier Keiner was sagen können (außer 'Schiko' alias Schießl Konrad, falls er seinen Abakus geölt hat ;-) )

Meine 'Meinung', da ich auch immer danach gefragt werde, 'ne Milchmädchenrechnung. Zum Einen bei späterem Rentenbeginn mehr Gehalt/statt laufender Rente, Abschlag später etwas kleiner und dafür noch ein wenig 'Weihnachtsgeld'/Sonderzahlung (grad 1/12 mehr, wenn es der Tarifvertrag so vorsieht), dafür aber um einen 2 % niedrigeren Steuerfreibetrag bei früherem Rentenbeginn zum 01.12 - kann nur eine im Einkommenssteuerrecht bewanderte Person lösen (Finanzamt NICHT (nur allgemeine Auskünfte), dafür zugelassene Personen für diesen Rechtsbereich: Steuerberater, Fachanwälte dafür, Lohnsteuerhilfevereine) ...viel Spaß mit diesen, kostet natürlich etwas. UND, wie Sie richtig sehen, hat um 1 Monat vorgezogener Rentenbeginn (auch) bei der abschlagsfreien Rente ein paar/wenige EUR Monatsrente zur Folge.

'Gefühlt' ...lohnt sich für den Normalversicherten/-Verdiener nicht - Aber, die fragen, die sich damit auskennen (müssen)!

Gruß
w.

von
Katja1

Hallo,

was man auch bedenken sollte ist die arbeitsrechtliche Seite. Vielfach ist eine Kündigung nur zum Quartalsende möglich. Dann wäre ein Ende der Beschäftigung um 30.11.2014 nur durch einen Aufhebungsvertrag möglich. Nicht jeder Arbeitgeber spielt da mit.
Katja

von
H. Heinze

Zitiert von: Katja1

Hallo,

was man auch bedenken sollte ist die arbeitsrechtliche Seite. Vielfach ist eine Kündigung nur zum Quartalsende möglich. Dann wäre ein Ende der Beschäftigung um 30.11.2014 nur durch einen Aufhebungsvertrag möglich. Nicht jeder Arbeitgeber spielt da mit.
Katja

Kündigung nur zum Quartalsende ??? Wo gibts denn sowas ?

Ich denke 99% aller AN können kündigen wann sie wollen mit den entsprechenden Fristen.. meist 4 Wochen.

von
Katja1

Zitiert von: H. Heinze

Zitiert von: Katja1

Hallo,

was man auch bedenken sollte ist die arbeitsrechtliche Seite. Vielfach ist eine Kündigung nur zum Quartalsende möglich. Dann wäre ein Ende der Beschäftigung um 30.11.2014 nur durch einen Aufhebungsvertrag möglich. Nicht jeder Arbeitgeber spielt da mit.
Katja

Kündigung nur zum Quartalsende ??? Wo gibts denn sowas ?

Ich denke 99% aller AN können kündigen wann sie wollen mit den entsprechenden Fristen.. meist 4 Wochen.


Da denken Sie aber falsch.
Soll ich jetzt alle Tarifverträge auflisten in denen eine Kündigung bei mehr als einjähriger Betriebszugehörigkeit nur zum Quartalsende möglich ist?
Katja

Experten-Antwort

Hallo W.,

in diesem Forum kann man keinen allgemeinen Rat geben, welche Variante die bessere ist. Dazu sind zuviel individuelle Faktoren zu berücksichtigen.
Generell gilt:
je länger Sie arbeiten und je mehr Beiträge Sie zahlen (z.B. durch die zusätzliche Berücksichtigung von Weihnachtsgeld) desto höher ist die Rente.
Ob Sie dadurch den niedrigeren Steuerfreibetrag wieder wettmachen können, muss indivuell ausgerechnet werden.

Ähnlich wie Wolfgang gehe ich auch davon aus, dass sich das für einen Normalverdiener aber in der Regel nicht rechnen wird.

von
W.

Entschuldigung dass ich nochmals nachhaken muss ...

Zitat Experte:

"Ähnlich wie Wolfgang gehe ich auch davon aus, dass sich das für einen Normalverdiener aber in der Regel nicht rechnen wird."

Was wird sich nicht rechnen???

Den Dezember auch noch zu arbeiten und erst am 1.1.15 in Rente zu gehen???

Was ist denn für den ganz normalen Durchschnitts-Arbeitnehmer konkret zu empfehlen? 1.12.14 oder 1.1.15?

Vielen Dank,

W.

von
Feli

Wenn Ihr Arbeitsentgelt im Dezember 2014 höher ist als die zu erwartende Rente, lohnt es sich allemal, länger zu arbeiten, es sei denn, Sie wollen so früh wie möglich in Rente gehen - dann ist arbeiten keine Option.
Sich über den höheren Besteuerungsanteil Gedanken zu machen, lohnt sich nur, wenn Sie als Rentenbezieher tatsächlich Steuern ZAHLEN müssen- dieses müssten Sie mit Hilfe eines Steuerberaters, Lohnsteuerhilfevereins, entspr. Programmen im Internet oder dem Finanzamt herausfinden.
Bei einer Rente von (hoch gegriffen) 1500 Euro brutto sind beim Rentenbeginn 2014 68% (1020,00) für die Besteuerung zugrunde zu legen, bei einem Rentenbeginn 2015 70% (1050,00). Müssen Sie tatsächlich Steuer zahlen, wäre die dadurch entstehende Mehrbelastung bei einem Steuersatz von 25% 7,50 Euro mtl.
Das alles auf Ihre persönlichen Verhältnisse angewandt, können Sie sich ausrechnen, ob es sich für Sie lohnt.

Experten-Antwort

Hallo W.,

ein Durchschnittsverdiener (2013 = 2839,35 EUR mtl.) erhält für ein Jahr mit diesem Verdienst mtl. einen Rentenzuwachs von 28,61 EUR (=1 EP).
Wenn dieser Durchschnittsverdiener nun bereits zum 01.12. in Rente geht, verringert sich der Rentenzuwachs für dieses Jahr auf ca. 26,15 EUR. Bleibt er dagegen bis zum 31.12. beschäftigt und erhält noch ein zusätzliches Monatsentgelt als Weihnachtsgeld, steigert sich der Rentenzuwachs auf ca 30,94 EUR. Er hat also letztlich knapp 5 Euro Brutto mehr Rente. Davon sind noch mal gut 10 Prozent für Kranken- und Pflegeversicherung abzuziehen.
Inwieweit sich ein dann evtl. niedrigerer Steuerfreibetrag günstiger auswirkt, hängt von der individuellen Besteuerung ab. Ggf. sind von der Rente überhaupt keine Steuern zu zahlen.

Ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass der Durchschnittsverdiener, der den 01.12. als Rentenbeginn wählt, einen Monat früher seine Rente erhält, dagegen aber auf das höhere Arbeitsentgelt in diesem Monat verzichtet. Dafür kann er aber bereits seinen Ruhestand genießen. Wieviel einem dies wert ist, muss jeder persönlich für sich entscheiden.