2. Gutachten wird verlangt nach Verlängerungsantrag von auf 1 Jahr begrenzter, voller Erwerbsunfähig

von
falko

Heute Nachricht bekommen, dass ein 2. Gutachten erforderlich wird. Dieses sei ein neurologisches. Hat jemand Erfahrung damit.
Wie gesagt. Bis Ende letzten Jahres Chemo (1 Jahr lang) - Lymphsystem erkrankt mit Lymphknoten bösartig. Dazu incl. der Krebserkrankung GdB 60 wegen künstl. Hüfte (TEP)Insofern jedoch wegen Krebserkr. Erwerbsunfähigkeitsrente bis jetzt Ende September 2009. Antrag auf Verlängerung gestellt. Vor 3 Wochen Gutachten bei einem Internisten mit Schwerpunkt Onkologie. Jetzt von der DRV Nachricht: Ein weiteres Gutachten bei einem Neurologen sei erforderlich.
- Auf was ist hier für mich während der Begutachtung - also primär im Gespräch - zu achten.
- Wie muss ich argumentieren, dass ich - wie ich selbst eindeutig spüre und weiß, es auch erforderlich ist - die Rente fortgesetzt bekomme
- ich möchte jetzt in diesem Jahr KEINE Reha mehr. Bin komplett alleinstehend, habe keine Familie, fühle mich jedoch noch nicht fit genug für Reha. Chemo hat mich kaputt gemacht. Brauche eher ein Haustier, das wäre bei meiner Lebenslage sicherlich aufbauend.
- Wie argumentiere ich richtig mit Blick auf den mich zu begutachtenden Neurologen
- Wer hat ähnliche Erfahrungen bereits gemacht und kann hilfreiche Tips geben zu neurologisch ausgerichteten Gutachten.
Die werden auf eine Reha abzielen und dann erst entscheiden. Das möchte ich sauber und zu meinem besten Interesse verhindern.
- Wie wird für mich nun machbar, dass meine Rente fortgesetzt wird.

Danke Euch sehr !
Gruss Falko

von
Kennich

War genau so bei mir auch, als die 2. Rentenverlängerung anstand.
Nach einem Internisten kam der Neurologe als 2. Gutachter.

Mhh... was möchten Sie denn da wissen?

Es wurde eine körperliche Untersuchung durchgeführt (Reflexe).
Dann folgte eine sogenannte Alkoholikerprüfung:
Augen schließen, erst den rechten und dann den linken Zeigefinger zur Nase führen.
Dann beide Arme vom Körper abspreizen und geradeaus gehen.
Dann noch: erst auf dem rechten, dann auf dem linken Bein kurz stehen bleiben.

Mehr weiß ich im Moment nicht mehr, aber lange hat das Prozedere nicht gedauert.

Es wurden dann jede Menge Fragen gestellt: über die Krankheitsgeschichte, persönliche Verhältnisse, Ausbildung, Beruf.
Und mit welchem Verkehrsmittel ich früher zur Arbeit gefahren sei und wie weit der Anfahrtsweg war/ist.

Ob eine Reha absolviert wurde und so weiter.

An alles erinnere ich mich nicht mehr.

Laut meiner Tochter war ich etwa 70 Minuten beim Arzt.

Ich kann Ihnen nur raten, stets ehrlich zu sein, weder zu übertreiben noch zu untertreiben.

Ich habe einen Merkzettel zu Hause geschrieben, weil ich so fürchterlich vergesslich war (und je nach Tagesverfassung auch immer noch bin).
Den habe ich am Schluss dem Arzt gegeben, weil ich nicht sicher war, ob auch wirklich nichts vergessen wurde.
Den hat der Arzt auch angenommen, ob er ihn gelesen hat, weiß ich nicht.

Ach so: da kam wieder mal mein Alter ins Spiel: ich sei noch viel zu jung für Rente...

Die damaligen Medikamentennamen hatte ich zu Hause auch aufgeschrieben, da ich sie niemals mündlich hätte wiedergeben können.

Ebenso die Namen und Adressen der behandelnden Ärzte.

Ach so: man hat mich gefragt, was ich denn so den ganzen Tag zu Hause machen würde und ich weiß noch, dass ich sagte, dass würde ich mich oftmals selbst fragen (ist wirklich so).
Nach Hobbies wurde gefragt und nach dem Freundeskreis oder Vereinstätigkeiten.

Und diese ätzende Müdigkeit habe ich auch erwähnt (und die hasse ich heute noch).

Ob das alles jetzt für Sie nützlich ist, kann ich nicht beurteilen.

Dass es ein Vorteil war, bereits lange VOR dieser Untersuchung einen Neurologen/Psychologen aufgesucht zu haben, habe ich erst viel später erfahren.

Man hatte nämlich dann noch meinen Neurologen um eine Stellungnahme gebeten... und NICHT die Onkologin.

Alles Gute für die Untersuchung!

von
Tschacka

Hallo Falko,

Sie haben ja schon den einen oder anderen Beitrag hier geschrieben...

Also "Argumentationshilfen von Usern hier im Forum? Das geht gar nicht!!!

Sie beantworten die Fragen des GA ganz ehrlich und mit besten Gewissen. Wenn Sie krank sind, dann brauchen Sie auch keine "Tipps"!

Mal abgesehen davon ist jeder "Fall" individuell zu betrachten.

Einen Tipp kann ich Ihnen aber schon geben...

Big Brother is watching you!
(auch wenn Sie es nicht bemerken, also viel Glück und alles Gute)
Tschacka

von
Hans-Werner

Und eine unbefristete Rente - wie Sie hier immer wieder sich erhoffen - werden Sie mit Sicherheit nicht bekommen.

Dazu muss eine Krankheit und vor allem deren Auswirkungen auf das Erwerbsleben dauerhaft und ohne Chance auf eine Besserung bestehen.

Außerdem wird eine unbefristete EM-Rente erst nach vielen Jahren der Befristung dann mal ausgesprochen. Eine unbefristete Rente ist die absolute Ausnahme - meistens wird immer zumindest erst mal für 3-4 Jahre oder länger ( bis zu 9 Jahren KANN die RV ja befristeten ) eine EM-Rente befristet bewilligt , bevor Sie dann in eine unbefristete umgewandelt wird.

Ihre Krebserkrankung gilt - aktuell und bis auf weiteres ! - ja als ausgeheilt ( haben Sie ja auch selber geschrieben ) , da ja kein Rezidiv mehr aufgetreten ist.

Insofern werden Sie wegen ihrer (ausgeheilten ) Krebserkrankung wohl gar keine EM-Rente mehr erhalten....

Darum wird mit Sicherheit jetzt auch der 2. Gutachter eingeschaltet um zu sehen inwieweit es und ob überhaupt noch neurologische oder psychische Auswirkungen bestehen.

Das 1. Gutachten hat also offensichtlich keine Anhaltspunkte dafür ergeben, das man ihre EM-Rente verlängern sollte.

Seien Sie froh und dankbar, wenn Sie jetzt letzlich überhaupt noch mal eine Verlängerung ihrer EM-rente ( vielleicht wieder für 1 Jahr ? ) bekommen.

von
Bernd

Hallo Falko,

www. Erwerbslosenforum.de

Gruß
Bernd

von
Kennich

Sorry Hans-Werner,

ganz offensichtlich haben Sie weder von einer Krebserkrankung noch von den Therapieauswirkungen eine Ahnung.

Krebskranke gelten NIE alsgeheilt; sie bleiben bis ans Ende ihres Lebens krebskrank.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich niemals damit auseinander setzen müssen.

Immerhin geben ich Ihnen dahingehend Recht, dass eine Rente auf unbestimmte Zeit bei falko wohl schwierig zu erreichen sein wird.

Gesund ist er trotzdem nie mehr.

von
rentnerin

"Sie beantworten die Fragen des GA ganz ehrlich und mit besten Gewissen. Wenn Sie krank sind, dann brauchen Sie auch keine "Tipps"!"
Tipp höchstens: Ich hatte mir die Einschränkungen und Beschwerden alle aufgeschrieben und kurz vorher nochmal durchgelesen, um nicht die Hälfte zu vergessen und mich hinterher darüber zu ärgern. Bem Gutachter nicht drakmatisieren - ich zumindest nehme jemanden, der das tut, nicht mehr allzu ernst.

Experten-Antwort

Hallo Falko,
die Untersuchungen der Ärzte sollen feststellen, ob tatsächlich noch volle Erwerbsunfähigkeit besteht oder ob die Erwerbsfähigkeit durch eine Reha-Maßnahme wiederherstellt werden kann. Oftmals sind für diese Feststellung mehrere Untersuchungen notwendig. Während den Untersuchungen sollten Sie die Ihnen gestellten Fragen ehrlich beantworten und alle, Ihrer Meinung nach, wichtigen Tatsachen darlegen. Daraufhin wird dann entschieden, ob in Ihrem Einzelfall die Erwerbsunfähigkeitsrente weitergezahlt werden kann oder ob eine Leistung zur Teilhabe (Reha) erfolgsversprechend scheint.
Sollten Sie den Termin der Begutachtung nicht wahrnehmen, könnte dies zur Folge haben, dass nach Aktenlage, d.h. auf Grundlage des ersten Gutachtens, entschieden wird und somit die Rente eventuell ganz entzogen werden könnte, wenn das erste Gutachten nicht zur Feststellung der Erwerbsunfähigkeit ausreicht.