2 x Pflichtversicherung auf Antrag wegen Krankheit

von
Glück für alle

hallo, ich habe mich aufgrund einer Langzeiterkrankung auf Antrag pflichtversichert da ich privat krankenversichert bin.
Nachdem ich 7 Monate krank war konnte ich wieder arbeiten. Dies allerdings nur 3 Monate. Jetzt bin ich erneut erkrankt. Kann ich mich wieder pflichtversichern oder gibt es hier irgendwelche Fristen bzw. Voraussetzungen?
vielen Dank.

Experten-Antwort

Hallo Glück für alle,

hier gelten grundsätzlich die gleichen Fristen und Voraussetzungen, wie bei Ihrer vorherigen Antragspflichtversicherung:

Berechtigt zur Versicherungspflicht auf Antrag sind hier Personen, die arbeitsunfähig sind oder an einer Leistung zur medizinischen Rehabilitation teilnehmen, wenn sie keinen Anspruch auf Krankengeld aus der gesetzlichen Krankenversicherung haben (Versicherungspflicht auf Antrag für Zeiten der Arbeitsunfähigkeit oder Rehabilitation). Dazu gehören Personen, die ohne Anspruch auf Krankengeld versichert oder nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind (zum Beispiel privat Krankenversicherte). Voraussetzung ist jedoch, dass sie im letzten Jahr vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit oder Rehabilitation in der gesetzlichen Rentenversicherung zuletzt versicherungspflichtig waren.

Die Versicherungspflicht beginnt mit Beginn der Arbeitsunfähigkeit oder Rehabilitation, wenn der Antrag innerhalb von drei Monaten danach gestellt wird, anderenfalls mit dem Tag, der dem Eingang des Antrags folgt. Frühestens kann die Versicherung allerdings mit dem Ende der Versicherungspflicht aufgrund einer vorausgehenden versicherungspflichtigen Beschäftigung (zum Beispiel bei Gehaltsfortzahlung) oder Tätigkeit beginnen (§ 4 Abs. 4 S. 1 Nr. 2 SGB VI). Werden vom Arbeitgeber nach dem Ende der Gehaltsfortzahlung weiterhin Entgeltbestandteile - zum Beispiel Zuschüsse zur privaten Krankenversicherung oder vermögenswirksame Leistungen - gezahlt, stehen diese der Antragspflichtversicherung nicht entgegen.

Die Versicherungspflicht endet mit dem Ende der Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise der Rehabilitation; spätestens aber nach 18 Monaten. Diese Begrenzung dient der Gleichstellung mit versicherungspflichtigen Krankengeldbeziehern. Die 18 Monate beginnen mit dem tatsächlichen Beginn der Versicherungspflicht auf Antrag, und zwar unabhängig davon, ob diese ab Eintritt der Arbeitsunfähigkeit oder erst zu einem späteren Zeitpunkt besteht.

Ein entsprechendes Merkblatt (insbesondere auch mit weiteren Informationen zur Beitragshöhe und Antragstellung) finden Sie unter folgendem Link:

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Formulare/DE/_pdf/V0032.pdf?__blob=publicationFile&v=6

von
Glück für alle

Herzlichen Dank. Diese genannte Voraussetzung "im letzten Jahr vor Erkrankung versicherungspflichtig" ist dann in meinem Fall ja schon deshalb erfüllt, weil ich "im Jahr davor" ebenfalls auf Antrag pflichtversichert war. Oder sehe ich das falsch?

Reicht für die Erfüllung der Bedingung 1 Monat Pflichtversicherung oder muss das 1 Jahr sein?

Experten-Antwort

Hallo Glück für alle,

hier reicht tatsächlich ein Beitrag. Allerdings muss dieser Beitrag (Pflichtversicherung) den „versicherungsrechtlichen Status des Versicherten“ bis zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit bestimmt haben. Das heißt, dass zwischen diesem Pflichtbeitrag und der Arbeitsunfähigkeit keine Versicherungsfreiheit, keine Befreiung von der Versicherungspflicht und auch keine freiwilligen Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung liegen dürfen. Eine bloße Lücke (keine rentenrechtlich relevanten Zeiten) oder eine Befreiung von der Versicherungspflicht in einer geringfügigen Beschäftigung stellen hingegen kein Problem dar, da diese den versicherungsrechtlichen Status des Versicherten nicht verändern.

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