2fach riestern?!

von
Sterni86

Hallo!

Ich bin 21 Jahre alt und versuche mich gerade durch die Angebotsmenge im Internet zu stöbern.

Zur Zeit bin ich arbeitslos und auf der Suche nach einer neuen Stelle - möchte aber trotzdem wenigstens ein Bisschen für später tun.

Nun die Frage: Ist es möglich (und wenn ja auch lohnenswert?) jetzt einen Vertrag über z.B. monatlich 50 Euro abzuschließen und in vielleicht 3-5 Jahren einen weitern über etwa 100 Euro?!
Und wie sieht es dann mit der staatlichen Förderung - die wird jawohl kaum doppelt gegeben?

Vielen Dank im Voraus,

"Sterni"

von
Maria L.

Hallo Sterni86,

das ist sehr lobenswert, daß Sie bereits in jungen Jahren an die Altersvorsorge denken!

Zum Thema "private Altersvorsorge" finden Sie hier im Forum bereits viele Informationen. Da Sie zur Zeit arbeitslos sind und das Geld vermutlich knapp ist, wäre thematisch passend vielleicht dieser Thread:

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=90253&dekade=4

Oder auch dieser hier:

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=90050&dekade=3

Zu Ihrer konkreten Frage, falls Sie nach dem Studium der Informationen von Riester noch nicht genug abgeschreckt sind (ich halte von Riester sehr, sehr wenig): ;-)

Die Förderung wird immer für maximal 4% des Vorjahresbruttoeinkommens gewährt, wenn Sie weniger sparen, bekommen Sie eine anteilige Zulage, sparen Sie mehr, bekommen Sie trotzdem nur die Höchstförderung. Wenn Sie Ihren Eigenbeitrag auf mehrere Verträge aufteilen, wird meines Wissens auch die Zulage entsprechend aufgeteilt. Das sollte also möglich sein, erhöht aber den lästigen Papierkram.

Sie sind noch so jung und haben noch so viel Zeit für Vermögensbildung. Ich kann Ihnen nur raten: informieren Sie sich über Vermögensbildung durch das regelmäßige Ratensparen in Aktienfonds, das ist gleichzeitig die beste Altersvorsorge (einziger Haken: nicht Hartz IV-sicher während der Ansparzeit, aber das muß man inkaufnehmen). Wenn Sie jetzt keine Zeit oder Lust haben, sich in die Thematik einzuarbeiten, und vielleicht doch erstmal einen Riester-Vertrag abschließen wollen (aber dann bitte wenigstens einen Riester-Fondssparplan), dann holen Sie das spätestens in ein paar Jahren nach. Mit Riester alleine haben Sie keine Chance auf eine auskömmliche Rente.

Aber als allererstes: nehmen Sie sich die Zeit, ein Finanzpolster anzusparen über 6-12 Netto-Monatsgehälter (je nach Ihrer persönlichen Situation), das dient Ihrer finanziellen Vorsorge und Sicherheit. Und schließen Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab, falls Sie noch keine haben und noch gesund sind.

Über das Sparen können Sie hier etwas lernen:

http://www.finanzuni.org/phpBB/viewtopic.php?t=24

Und über den Aufbau eines Finanzpolsters hier:

http://www.finanzuni.org/phpBB/viewtopic.php?t=23

(die FinanzUni ist eine anbieterunabhängige Seite)

Mit freundlichen Grüßen,
Maria L.

von
Nix

Ich habe mit 17 Jahren angefangen zu sparen. Da gab es noch keinen "Riester".
Der spätere Minister dürfte zu diesem Zeitpunkt schon geboren gewesen sein. Ist auch schon was älter.....aber die "Riesterrente" gab es erst später. :-)
Ich habe mit reinen Aktienfonds angefangen zu sparen. Zuerst ....zu anfänglichen Kapitalbildung .... mit weltweit anlegenden Aktienfonds....später mit regional anlegenden Aktienfonds wie Europaaktienfonds, Asienregionalfonds und asiatischen Länderfonds wie einen reinen Brasilienfonds, oder einen reinen Indienfonds oder einen reinen Chinafonds(wegen der stärkeren Schwankungen besonders für junge Leute sehr empfehlenswert!!!). Aktienfonds sind für junge Leute die bessere Alternative zu den staatlich begünstigten Produkten.
Produkte wie Riesterrenten, Vermögenswirksame Leistungen etc. werden wegen ihrer eigentlichen Unattraktivität und geringen Flexibilität....was das Aussetzen, Erhöhen, Wiedereinsetzen von Sparplänen angeht, staatlich bezuschusst und sind unflexibel.

Schon deshalb scheiden diese für die Vermögensbildung aber auch für die spätere Altersvorsorge aus.
Riesterrente ist NUR BEI GENUSS VON KINDERZULAGEN EMPFEHLENSWERT, weil diese den Eigenbeitrag übersteigen....und davon scheinen Sie ja noch weit entfernt zu sein... ;-)

Gute Aktienfonds sind
M&G Global Basics
Templeton Growth(Euro)
DWS Vermögensbildungsfonds

Fidelity European Growth
Carmignac Euro Patrimoine

Regionale Schwellenländerfonds - für langfristiges Aktiefondssparen
Pictet Emerging Markets
Carmignac Emergents

Wegen der künftigen Abgeltungssteuer ab 01.01.2009 ist ohnehin empfehlenswert, nicht allzuoft den Fonds zu wechseln. Da empfiehlt sich das Beibehalten eines Fonds als Altersvorsorge.

Nähere Infos zu guten Aktienfonds gibt es unter
www.avira.de
www.finanzen.net
www.fundresearch.de

Günstig zu kaufen gibt es Aktienfonds...ohne Ausgabeaufschlag bei verschiedenen Direktbanken und auch bei
www.fondsdiscount.de...sogar mit telefonischer Beratung und Empfehlung! Das Fondsdepot ist auch kostenlos dabei!!!

Viel Spass bei der Lektüre der Seiten!

Nix

von
Riester-Fan

Zweifach riestern lohnt sich auch meiner Meinung nach wegen dem vielen Papierkram nicht.

Dennoch rate ich Ihnen zu einem Riester-Vertrag, da die meisten Anbieter hier flexible Ansparsummen anbieten. Der Mindestbeitrag, der jährlich in einen Riester-Vertrag einzuzahlen ist, beträgt 60 €. Zahlen Sie die, bekommen Sie die Mindestzulage (weiß gerade nicht, wie hoch die ist). 60 € dürfte man trotz Arbeitslosigkeit im Jahr übrig haben ;-)

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich mit dem Riester-Berater am Jahresende zusammensitzen kann und vereinbart, wie viel in diesem Jahr in den Vertrag eingezahlt werden soll. Sie können also ganz flexibel bestimmen, wie viel Sie sparen wollen. Momentan sind Sie arbeitslos, dann zahlen Sie im ersten Jahr einfach nur den Mindestbeitrag. Später, wenn Sie (hoffentlich) wieder eine Arbeitsstelle und ein höheres Einkommen haben, können Sie mit dem Riester-Anbieter eine höhere Einzahlungssumme vereinbaren. So müssen Sie keine zwei Verträge abschließen.

Im übrigen sind Riester-Verträge hartz-IV-sicher und bieten allgemein eine gute Anlagesicherheit (was man von Aktienfonds nicht behaupten kann). Denn zur Geldanlage gehört ja immer das magische Dreieck - Rentabilität (wo Aktienfonds sicher die Nase vorn haben), Sicherheit (ein Plus für die Riester-Rente) und die Liquidität (wo beide recht eingeschränkt sind; dennoch lassen sich Aktienfondsanteile im Fall des Falles schneller verkaufen, als ein Riester-Vertrag - mit Wertverlust - kündigen).

Ich denke, auch bei der Altersvorsorge gilt: Die Mischung machts. Wer nur auf Aktienfonds setzt, kann böse auf die Nase fallen. Wer sich nur auf die gesetzliche Rente verlässt, erst recht. Wer eine gesunde Mischung aus gesetzl. Rente, privater Rente, evtl. betriebliche Rente und privater Vermögensbildung (egal ob Aktien oder Immobilien) wählt, fährt am sichersten. Vergessen Sie daher nicht Ihr Finanzpolster ;-)

von
Nix

Hallo Riester-Fan!
Ihre Empfehlung an einen 21jährigen jungen Menschen, der sein ganzes Leben noch vor sich hat, eine Anlage in Riester und Immobilien zu empfehlen mit der fadenscheinigen Bemerkung "wer auf Aktien setzt, kann auf die Nase fallen" kann nicht hier im Forum nicht teilen.

Es muss mit aller Deutlichkeit gesagt werden, dass gerade Aktienfonds für junge Leute, die keinerlei Verpflichtungen haben, ein höchstmögliches Risiko bei der Geldanlage ....wegen der langen Anlagedauer...!!!! empfehlenswert ist.

Bitte bedenken Sie bei der Riesterrentenauszahlung auch die Steuerpflicht, die Sie sich mit den vorangegangenen Steuersparmöglichkeiten in der Ansparzeit erkauft haben.

Schon deshalb ist Riester nichts für junge Menschen, welche sich im Berufsstart befinden.

Nix

von
Maria L.

Hallo Riester-Fan,

ich finde es gut, daß Sie hier mal eine ausführliche Argumentation einstellen. :-)

Sie argumentieren im Fahrwasser des "Mainstreams". Ich habe das jahrzehntelang auch so gesehen wie Sie, weil es in allen Medien, durch die Politik usw. so dargestellt wird.

Es ist aber falsch, daß Aktien unsicher und festverzinsliche Papiere sicher sind. Es ist SACHLICH falsch, es ist keine Frage der Meinung, es handelt sich hier um Fakten! Auch viele Ökonomen irren offensichtlich in dieser Frage.

Früher einmal waren alle Menschen davon überzeugt, daß die Erde eine Scheibe ist. Und wer was anderes behauptet hat, lief Gefahr, als Ketzer verbrannt zu werden. Nun, die Erde ist annäherungsweise eine Kugel, das wissen wir heute. Und Aktienfonds müssen zwangsläufig in langfristiger Betrachtung eine höhere Rendite erwirtschaften als Forderungspapiere, das folgt aus zwingenden Gründen. Wer das nicht glaubt, der kann es bei entsprechendem Einsatz des eigenen Denkvermögens selber nachvollziehen. Die Argumentation ist allerdings vielschichtig, also ganz leicht ist es nicht. Ich habe auch einige Monate gebraucht, um dies zu verstehen. Und es hat Jahre gedauert, um die eigenen (anti-kapitalistischen) Vorurteile zu überwinden, die einen daran hindern, die offensichtliche Wahrheit auch tatsächlich anzuerkennen.

Ich versuche mal einen Teil der Erklärung, wobei ich das nur laienhaft ausdrücken kann, da ich keine Ökonomin bin: neue Werte (Kapital, Güter) werden dadurch geschaffen, daß die vorhandenen Werte nicht sofort verbraucht (konsumiert) werden, sondern ein Teil davon gespart wird. Die gesparten Werte dürfen aber nicht einfach nur als Vorrat im Garten vergraben werden (da drohen sie auf längere Sicht auch noch zu vergammeln - Inflation), sondern müssen eingesetzt werden, um daraus etwas Neues zu schaffen, was einen höheren Wert hat als der Einsatz. Die Ersparnis muß investiert werden, und man erhofft sich dann einen Ertrag, der höher als der Einsatz ist. Wenn die Menschheit noch nie gespart und investiert hätte, lebten wir heute noch in der Steinzeit oder noch davor.

In der heutigen arbeitsteiligen Welt müssen wir unser erspartes Kapital einem (bzw. in winzigen Anteilen ganz vielen) Unternehmen zur Verfügung stellen, damit dieses Unternehmen das Kapital gewinnbringend investiert. Von dem erzielten Ertrag profitieren wir dann als Miteigentümer - Verluste müssen wir allerdings genauso mittragen. Gehen wir erstmal von einer erfolgreichen Investition aus: das Unternehmen erzielt einen Gewinn, ein Teil dieses Gewinns wird an die Aktionäre ausgeschüttet, ein Teil des Gewinns wird gleich erneut investiert, die entstandene Wertsteigerung kommt mittelbar dem Aktionär zugute. Je länger er sein Kapital dem Unternehmen als Eigenkapital zur Verfügung stellt, desto größer die Gewinnaussichten.

Jetzt im Unterschied dazu jemand, der in einer Anleihe dieses Unternehmens Geld anlegt. Das Unternehmen verschuldet sich also, es nimmt Fremdkapital auf, weil vielleicht nicht genug Eigenkapital zur Verfügung steht. Der Anleger erhält einen vorab vereinbarten festen Zins, der unabhängig vom tatsächlichen Ertrag ist. Ist es nicht naheliegend, daß langfristig der Gewinn der Aktionäre immer höher liegen muß als dieser Schuldenzins, allein schon deswegen, weil jedes Unternehmen lieber dem eigenen Vermögen (Eigenkapital = eigenes Vermögen) als seinen Schulden dient? Die Interessen von Aktionären und Unternehmen sind gleichgerichtet, die Interessen von Unternehmen und Gläubiger eher nicht. Das Unternehmen wird doch alles tun, um seinen eigenen Gewinn zu mehren und wird wenig begeistert sein, seine Schulden zu finanzieren. Das Unternehmen wird für die Anleihe einen geringeren Zins zahlen, als es selber zu erwirtschaften hofft. Das ist doch völlig logisch!

In kurzfristiger Betrachtung schwankt der Wert von Unternehmensanteilen abhängig von der Konjunktur und vom konkreten Erfolg/Mißerfolg des Unternehmens. Langfristig wird das Unternehmen aber entweder erfolgreich sein und wachsen oder es wird untergehen (Konkurs). Wenn es untergeht, dann füllt ein anderes, erfolgreicheres Unternehmen diese Lücke. Bisher ist es mit der Weltwirtschaft langfristig immer bergauf gegangen, sonst hätten wir heute keine Kühlschränke und Autos und Handys. Um zu vermeiden, daß man in das falsche Unternehmen investiert, streut man seine Investition. Aktienfonds streuen sowieso schon über manchmal 100 und mehr Unternehmen, zusätzlich streut man dann noch über mehrere Aktienfonds, die möglichst voneinander unabhängig sind. Was soll da dann noch in langfristiger Betrachtung schiefgehen? Wenn es tatsächlich zu einem Untergang der gesamten Weltwirtschaft kommen sollte und Aktien nichts mehr wert sind, dann sind sämtliche Forderungspapiere schon lange vorher nichts mehr wert (auch Versicherungsgesellschaften legen die Ersparnisse ihrer Kunden mittelbar oder unmittelbar in Unternehmen an, denn nur diese erwirtschaften Rendite - wo soll denn die Rendite sonst herkommen, die fällt doch nicht vom Himmel!).

Es ist garantiert, daß man mit Aktienfonds langfristig einen höheren Ertrag erzielt als mit Forderungspapieren! Wie hoch der Ertrag sein wird, kann man vorher nicht wissen. Aber das macht ja nichts, solange man garantiert keinen Verlust machen kann und sogar garantiert mehr erhält als alle, die in festverzinsliche Verträge sparen. Wer es nicht glaubt, kann es mit Hilfe der Informationen auf der von mir immer wieder genannten website selber nachvollziehen, z.B. hier (Frage 25):

http://www.finanzuni.org/phpBB/viewtopic.php?t=74

Und, natürlich nochmal die Warnung: nur das tun, was man selber vollständig verstanden hat! Wer investiert, tut dies auf eigene Verantwortung!

Gruß,
Maria L.

Experten-Antwort

Reine Information zu Riester:
4 % des Vorjahrebruttoeinkommens (abzüglich zustehende Zulagen = Mindesteigenbeitrag), mindestens jedoch 60,00 Euro (Sockelbetrag) müssen pro Jahr aufgewendet werden, um die volle Grundzulage von zur Zeit 154,00 Euro zu erhalten. Zahlen sie mehr ein als erforderlich, erhalten Sie keine höhere Zulage, sondern erhöhen "nur" Ihr Altersvorsorgevermögen.

Ein wichtiger Vorteil der Riester-Rente gegenüber anderen Altersvorsorgeformen ist sicherlich die Tatsache, dass das aufgrund des Riestervertrags angesparte steuerlich geförderte Vermögen nicht zum "verwertbaren Vermögen" zählt. Weder die Agentur für Arbeit noch andere Behörden haben - zumindest während der Ansparphase - Zugriff auf das geförderte Riester-Vermögen. Zahlen Sie jedoch mehr als den notwendigen Mindesteigenbeitrag bzw. Sockelbetrag ein, ist der Teil des Vermögens, der den Mindesteigenbeitrag/Sockelbetrag überschreitet, nicht vor Zugriffen geschützt.

Die Entscheidung, ob für Sie eine Riester-Rente lohnenswert ist, kann Ihnen natürlich keiner abnehmen. Aber der Einstieg gerade in jungen Jahren dürfte auf jeden Fall lohnenswerter sein, als z.B. für einen 40-Jährigen. Ich empfehle Ihnen, sich verschiedene Riester-Fondsprodukte einmal "durchrechnen" zu lassen.

von
Bald_Vater

Hallo Maria,
meine Freundin ist unerwartet schwanger geworden.
Meine Aktienfonds sind derzeit zu 40% im Minus.
Ich brauche aber jetzt dringend Geld.
Soll ich Ihrer Meinung nach einen Kredit aufnehmen ?

Verzweifelte Grüße
Bald_Vater

von
Maria L.

Hallo,

ist Ihre Anfrage ernst gemeint? Wenn Sie meine Argumentation kennen, dann müßten Sie doch wissen, daß Sie VOR der Investition in Aktienfonds ein Finanzpolster (6-12 Nettomonatsgehälter) haben müssen, das genau für unvorhergesehene Notlagen gedacht ist. Wobei sich darüber streiten läßt, ob die Schwangerschaft Ihrer Freundin als "Notlage" zu bezeichnen ist, das sollte doch zunächst mal ein Grund zur Freude sein, oder? :-)

Außerdem läßt Ihre Formulierung "Aktienfonds sind derzeit zu 40% im Minus" vermuten, daß Sie kein regelmäßiges Ratensparen betreiben, sondern eine Einmalanlage getätigt haben. Einmalanlagen gehören zur Investmentart VermögensVERTEILUNG (für Menschen, die schon Vermögen HABEN, die also schon REICH SIND und nicht erst REICH WERDEN WOLLEN) und sind "riskanter" als Ratensparen. Persönlich rechne ich übrigens damit, daß die Kurse weiter einbrechen werden, das ist für Vermögensverteiler deprimierend :-(, für Ratensparer dagegen ein Grund zur Freude :-). In Aktienfonds darf nur Geld investiert werden, auf das man mindestens 15-20 Jahre verzichten kann.

Warum haben Sie denn jetzt einen erhöhten Finanzbedarf? Reicht Ihr Einkommen nicht aus, um eine Familie zu ernähren? Oder brauchen Sie einmalig Kapital für eine "Erstausstattung" für das erwartete Baby?

Ich würde von einem Kredit für Konsumzwecke, und darum handelt es sich offenbar, generell abraten! Kredite sind sinnvoll für Investitionen, wenn als Ergebnis der Investition ein höherer Ertrag erwartet wird als die Rückzahlung und Verzinsung des Kredits. Für die Finanzierung einer Ausbildung/ eines Studiums erscheint mir eine Kreditaufnahme sinnvoll, denn man erhofft sich ja später ein entsprechend höheres Einkommen. Aber zur Finanzierung des Lebensunterhalts ist das ein Weg in die Schuldenfalle. Davor kann ich nur warnen!

An Ihrer Stelle würde ich sofort damit beginnen, ein Haushaltsbuch zu führen, und einen Finanzplan erstellen. Sie und Ihre Freundin müssen mit den zur Verfügung stehenden Mitteln auskommen. Versuchen Sie, Ihre Kosten zu senken. Es gibt ja auch einige staatliche Hilfen für Familien, z.B. das Elterngeld.

Als Anhaltspunkt hilft vielleicht das hier weiter (Ausgabenübersicht), Sie bekommen hierzu aber auch beispielsweise bei Verbraucherzentralen Hilfe:

http://www.finanzuni.org/phpBB/viewtopic.php?t=22

Und hier erfahren Sie etwas über das Sparen, das bezieht sich zwar auf das Sparen für die Altersvorsorge, aber Sie könnten das ja übertragen auf das Einsparen eigener Ausgaben zugunsten des erwarteten Kindes.

http://www.finanzuni.org/phpBB/viewtopic.php?t=24

Gruß,
Maria L.

von
Maria L.

Hallo nochmal,

sind Ihre Einmalanlagen-Aktienfonds wenigstens weltweit gestreut? Ich habe mich mit VermögensVERTEILUNG bisher wenig beschäftigt (denn ich will ja erst Vermögen BILDEN), kenne mich damit noch nicht sehr gut aus, aber Sie sollten Ihre Verluste aussitzen können. :-)

Wenn es in nächster Zeit zu einer schweren Wirtschaftskrise kommt, wovor einige Ökonomen warnen, dann kann es natürlich länger dauern, bis Sie mit Ihrem Portfolio wieder in die Gewinnzone geraten. Aber auf Sicht von 15-20 Jahren sollten Sie auch bei Einmalanlagen auf der sicheren Seite sein (nach dem Crash zur Jahrtausendwende haben sich die Kurse beispielsweise innerhalb weniger Jahre erholt) - und einen Gewinn erzielen können. Und gerade während einer möglichen Wirtschaftskrise mit möglicherweise sehr hoher Inflation ist von Forderungspapieren (Sparguthaben, Versicherungsverträgen etc.) noch dringlicher als ohnehin schon abzuraten, dann ist Ihr Kapital in Fonds deutlich besser aufgehoben. Vielleicht können Sie ja auch, wenn Ihre aktuelle Finanzknappheit überwunden ist, zu tiefen Kursen nachkaufen, um so wenigstens etwas vom Cost-Average-Effekt zu profitieren, den Sie bei Ratensparen automatisch nutzen.

Ein EINZELNER Aktienfonds kann natürlich auch mal geschlossen werden oder sich von starken Verlusten nicht mehr erholen, bei ausreichender Streuung sollte das aber kein Problem für das Gesamtportfolio sein. Entscheidend sind Ihre Zukunftserwartungen. Trauen Sie Ihren Fonds langfristig eine hohe (oder zumindest durchschnittliche) Wertsteigerung zu? Dann sollten Sie sie halten.

Gruß,
Maria L.

von
Schiko.

Inzwischen hat sie die expertin wertneutral über
die riesterrente aufgeklärt. Diese ist ja grundsätzlich
als ergänzung zur rente empfehlenswert.

Besonders natürlich für mütter mit kindern, da ja pro
neugeburt ab 2008 300 kinderzulage gewährt werden.

Natürlich ist auch bei einzelpersonen mit entsprechenden
jahreseinkommen die möglichkeit von 2100 euro steuer-
lich absetzbaren jahresbetrag nicht unerheblich.
Dies betrifft sie aber nicht, meine also, erst bei geregelten
ständigen lohneinkommen sollten sie riestern.

Es wird ihnen ja auch aufgefallen sein, bei soviel lesbaren
über aktien und fonds kann es nur diese sparform geben.

Vielleicht lesen sie hierzu auch den eintrag von"Bald-Vater",
um zu einem abgerundeten urteil zu kommen.
Ich rate ihnen, bei derzeitiger einkommenslage zu der risiko-
losen anlage in bundesschatzbriefe.
Kommt noch hinzu, werden diese im schuldbuchkonto der
deutschen finanzagentur verwahrt, fallen keinerlei gebühren
an.
Großer vorteil aber auch, nach einem jahr ab ausgabedatum
ist die vorzeitige rückgabe zu 100 % plus zinsen, ohne gebühren,
bis 5000 nominalbetrag alle 30 zinstage möglich.
Vorteil dadurch, steigen die zinsen allgemein um 1%, lohnt
sich der spesenfreie verkauf, um wieder höher verzinsliche
papiere zu erwerben.
Oder aber verdienen sie soviel, dass der grundfreibetrag,der-
zeit 7664 steuerfrei plus absetzbarer beträge erreicht ist, ist
darauf zu achten, dass die jahreszinsen nicht höher als 801
im jahr sind, sonst fallen 25 % abgeltungssteuer an.
Besonders zu beachten bei bundesschatzbrief "B" da hier
die zinsen nicht jährlich ausgezahlt werden.
Schon ab monatlich 50 euro ist der erwerb möglich, nach
oben unbegrenzt.
Derzeit bietet sich an:
Die ausgabe ab 1.6.08 mit 4%, 4,25%, 4,25 %, 4,50%,
4,75%,4,75 %, und auch bei "B"im 7. jahr mit 4,75 %
ab 1.6. 2014.
Dies einmal durchgezogen und angespart, erleichtert in
6 oder 7 jahren den einstieg zu riester und stattlicher zu-
lage für geburten.
Vermute ja stark, bis dahin wird wohl die riesterrente zur
pflicht ausgerufen werden.

MfG.

von
Heinz_Nbg

Liebe(r) Sterni,

die bisherigen Antworten richten ja sicher völliges Chaos an, so gegenläufig wie die Meinungen hier sind.

Also, es gibt so ein paar Punkte, die Sie bedenken sollten, und eine Empfehlung, die m.E. daraus folgt.

1. Sie haben für die Altersvorsorge einen unglaublich langen Anlagehorizont, Ziel in jenseits von 40 Jahren. Hier hat Maria L. wohl recht, wenn sie Aktienfonds empfiehlt, die für diesen Zeitraum als inflationssichere Anlage sicher geeignet sind.

2. Riester-Fan hat auch recht, wenn er sagt, dass sich aufgrund der Förderung eine Anlage im Sinn der Riester-Rente lohnt. Bedenken Sie dabei, dass Sie in einen Riester-Vertrag aus Ihrem Netto einzahlen, jetzt eine Förderung bekommen, und künftig alle Leistungen aus dem Vertrag (nicht nur die Gewinne, auch die Substanz) steuerpflichtig sein werden. Meiner Meinung nach sollten Sie also nur den für das Erreichen der maximalen Förderung nötigen Mindestbetrag selbst einzahlen.

3. Die Behauptung, dass Riester-Verträge unflexibel sind, stimmt so nicht. Es gibt genügend Anbieter, bei denen Sie jederzeit neu festlegen können, wie viel Sie im jeweiligen Jahr einzahlen wollen. Das ist auch essentiell wichtig, um die Einzahlungen an die notwendige Höhe anzupassen, die gerade eben für das Erreichen der vollen Förderung notwendig ist.

4. Wegen der Besteuerung sollten Sie alle flüssigen Mittel, die über die Mindestbeiträg wg. Förderung hinausgehen, anderweitig (ohne Riester) anlegen. Wie genau, das überlasse ich Ihnen und Ihrem Bankberater, hängt ja nicht nur von Ihrem Alter ab, sondern von vielen anderen Faktoren (z.B. brauchen Sie das Geld evtl. frühzeitig, um eine Immobilie zu erwerben, Ausbildung/Studium zu finanzieren etc., je kurzfristiger die Planung, desto geringer der Aktienanteil, als grobe Faustregel).

Nun die Empfehlung, meiner Meinung nach:

Schließen Sie einen Riester-Vertrag ab, der in Aktienfonds anlegt und jährliche Anpassungen Ihrer Einzahlungen erlaubt.

Zahlen Sie jährlich eben genau diejenige Summe ein, die Sie brauchen, um die volle Förderung zu erhalten. Die Förderung kann künfitg natürlich steigen, je mehr Kinder Sie in die Welt setzen. Das ist jetzt noch keine Motivation zum Kinderkriegen, aber wenns soweit ist, vergessen Sie nicht, Ihrem Riester-Anbieter die freudigen Ereignisse mitzuteilen.

Ich selber habe hierfür die UniProfiRente abgeschlossen, bin halt bei einer Volksbank Kunde. Sicher haben alle möglichen anderen Banken ähnliche Produkte im Angebot, ich will hier auch keine Werbung machen. Schauen Sie zur Not eben bei Stiftung Warentest (Finanztest) nach, da gibt es Vergleiche.

Und vergessen Sie nicht, in der Gegenwart zu leben, und auch das zu geniessen!!

Schöne Grüße und einen schönen Abend!
Heinz

von
Nix

Sie haben Aktienfonds, welche einen Verlust von 40% eingefahren haben?
40% sind ja schon fast 50% nach meiner Rechnung.
Wenn Sie jetzt noch ein bisschen Geld übrig haben und dieses JETZT investieren, dann haben Sie -wenn die Fonds wieder steigen, und sie WERDEN STEIGEN - 100% Gewinn, gerechnet von dem JETZT eingezahlten Kapital.
So lautet die Formel.
Was die Schwangerschaft Ihrer Freundin angeht, kann ich nicht nachvollziehen, welchen "schwangerschaftsbedingten Mehrbedarf" das bei Ihnen auslöst.
Wer in Aktienfonds investiert hat auch ein Tagesgeldkonto, auf dem er 3 bis 5 Monatsnettogehälter für solche "Fälle" zwischenparkt. Dann brauchen Sie nicht auf ihre "gefallenen Aktienfonds" zurückzugreifen. :-)

So ganz glauben kann ich Ihnen den 40%-Verlust nicht.
Nix

von
Schiko.,

Mag ja sein, dass sie über den dingen stehen und die
bisherigen beiträge für sie chaos bedeuten, will darauf
nicht näher eingehen.

Wenn sie und andere mit aktienfonds ihre freude haben
kann es auch mir nur recht sein, es gibt auch user
die es anders sehen.
Kann mich aber nicht recht anfreunden mit ihrer sinn-
gemäßen äußerung: Sie sollten also nur für den für das
Erreichen der maximalen Förderung nötigen Mindest-
beitrag selbst einzahlen. Ja was denn?
Der mindestbeitrag ist nun mal 4% des bruttoeinkom-
mens des vorjahres.
Nur wenn der betrag sich als ganz gering errechnet, sind 60
euro sockelbeitrag zu leisten, meinten sie wohl dies?
Warum spreche ich dies an, sicher nicht um sie zu ärgern.

In der veröffentlichen meinung, von politikern forciert,
entsteht der eindruck 60 euro einzahlen und es fliesen
alle zulagen automatisch zu hundert prozent.
Dies ist erklärungsbedürftig, ich bitte sie darum.

Mit freundlichen Grüßen.