@ " LS "

von
hafra

Sehr geehrter @ LS
ich habe in der Vergangenheit eine große Anzahl Ihrer Beiträge in diesem Forum gelesen.
Ich habe noch gut in Erinnerung, dass Sie sich ca. im Herbst 2008 sehr ausführlich mit einer Beispielrechnung zu dem Thema : " Meldung bei der AA ohne Leistungsbezug " hier eingebracht haben. Ihren damaligen Beitrag fand ich sehr beeindruckend, da er auch für mich als absoluter
Laie nachvollziehbar war und ich mich in meiner damaligen Situation danach entsprechend verhalten habe.
Jetzt bin ich in der glücklichen Situation, dass ich in diesem Jahr mit 62 Jahren + 4 Monaten
( natürlich mit Abschlägen von 0,3%/Monat ) in Rente gehen kann. Meine persönlicher Versicherungsverlauf ist:

46 Jahre + 7 Monate ( ununterbrochen, innerhalb dieser Zeit 1 Monat in beim RV als Gesundheitsmaßnahme gemeldet)
Anschließend 22 Monate " Arbeitslosenmeldung ohne Leistungsbezug " beim AA,
diese Zeiten sind beim RV gemeldet und bescheinigt.

Meine Frage: Wirken sich diese 22 Monate jetzt für mich überhaupt rentensteigernd aus?
Vielen Dank für Ihre Antwort.
Mit freundlichem Gruß
Hafra

Experten-Antwort

Hallo hafra,

die Zeit der Arbeitslosenmeldung ohne Leistungsbezug ist eine Anrechnungszeit, die allerdings nicht mehr bewertet wird. Gleichwohl schließt sie die Lücke bis zum Rentenbeginn. Eine Lücke drückt immer den Gesamtleistungswert bei der Frage, wie beitragsfreie Zeiten zu bewerten sind. Da laut Sachverhalt zumindest ein Monat "Gesundheitsmaßnahme" vermutlich mit dem auf 80 Prozent begrenzten Gesamtleistungswert bewertet wird, wird sich vermutlich die Zeit der Arbeitlosmeldung indirekt in sehr geringem Umfang rentensteigernd auswirken. Eine genaue Antwort erhalten sie aber wenn Sie in Ihrem Rentenbescheid oder einer Rentenauskunft mit allen Anlagen nachschauen, ob darin beitragsfreie bewertete Zeiten enthalten sind.

von
LS

Die 22 Monate Alg ohne Leistungsbezug wirken sich immer dann rentensteigernd aus, aber nicht direkt, wie auch vom Experten ausgeführt, sondern indirekt,
wenn insgesamt Anrechnungszeiken vorhanden sind, egal ob beitrasfreie oder beitragsgeminderte Zeiten, die mit dem zu errechnenden Gesamtleistungswert zu bewerten sind.
.
Die indirekte Wirkung ergibt sich aus dem Sachverhalt, das die 22 Monate vor Ermittlung des Leistungswertes aus der Grundbewertung von der vorab ermittelten Summe Monate für den belegungsfähigen Zeitraum noch abgesetzt werden, dadurch die Summe Entgeltpunkte aus dem Versicherungsverlauf durch eine geringere Summe Monate dividiert wird mit dem Ergebnis, das der daraus ermittelte Leistungswer höher ist.
.
Beispiel:
a)
Monate (ohne Monate Alg ohne Leistungsbezug) = 517.
b)
Monate minus (Monate Alg ohne Leistungsbezug)
517 ./. 22 = 495.
.
Entgeltpunkte aus Berufsleben
40,000.
.
1.
Ermittlung Leistungswert aus der Grundbewertung nach a):
40,0000 : 517 = 0,0774.
.
2.
Ermittlung Leistungswert aus der Grundbewertung nach b):
40,0000 : 495 = 0,0808.
.
Sind -Rentenbeginn nach 1997 angenommen- beispielsweise:
10 beitragsfreie Monate Krankheit vorhanden, zu berücksichtigen sind 80% vom Leistungswert, ergeben sich
nach 1.
(0,0774*0,8) = 0,0619
0,0619 * 10 Mon. = 0,6190 EGPT
.
nach 2.
(0,0808*0,8) = 0,0646
0,0646 * 10 Mon. = 0,6464,
Verbesserung . . . = 0,0274 EGPT.
.
Das ist nicht viel, kann sich aber durch weitere noch zu bewertende Sachverhalte auch im 2 stelligen Euro-Bereich bewegen.
.
Generell ging es darum darzustellen, dass eine positive Wirkung entsteht.

Experten-Antwort

Es wurde in der ersten Antwort bewusst auf ein Beispiel verzichtet und allgemein auf den Rentenbescheid oder die Rentenauskunft mit allen Anlagen verwiesen, da dort der konkrete Sachverhalt der zur Anfrage von "hafra" geführt hat beantwortet wird. Auch als Experte muss ich allerdings einräumen, vorausgesetzt, man findet sich im Dschungel der Anlage(n) erst einmal zurecht. Insofern kann das Beispiel von "LS" zum Verständnis beitragen. Dem Beispiel von "LS" wird daher zugestimmt.