450-Euro-Job bei voller EM-Rente und zusätzliches Fahrgeld

von
Jasenko

Schönen guten Abend zusammen,

ich beziehe die volle Erwerbsminderungsrente und habe zum 01.09. einen neuen 450-Euro-Job angefangen. Nun hat mit mein AG mitgeteilt, dass er mit die vollen 450 Euro auszahlt und von sich aus noch 50 Euro Pauschal als Fahrgeld zahlt. Diese 50 Euro werden komplett von ihm pauschal besteuert und ich soll sie als Aufwandsersatz bekommen.

Wie wirkt sich dies nun bei der Rente aus? Es ist mir bekannt, dass ich zwei Mal im Jahr diese 450 Euro Grenze überschreiten darf. Jedoch ist es in diesem Fall so, dass die 50 Euro monatlich fließen. Man könnte ja jetzt sagen, man rechnet die zwei zusätzlichen Gehältern um und es kommt auf dasselbe raus, jedoch sprechen wir hier von monatlicher Einnahme in Höhe von 500 Euro. Und da der Teufel bekanntlich im Eichhörnchen steckt, würde ich gerne wissen, ob sich dies nun auf die Rente auswirkt.

Grüßle
Jasenko

von
Basti

Also 500 Euro sind 500 Euro!
Somit überziehen sie 12 mal und nicht 2 mal.
Die Jahresgesamtsumme spielt in dem Fall keine Rolle. Wichtig ist vor allem auch das sie nicht über 3 Std. arbeiten. Denke mal ihre Rente würde um ein Drittel gekürzt. Sehen sie in Ihren
Rentenbescheid da sind ihre Hinzuverdiensthrenzen genau aufgeführt.
Prüfen sie das lieber nochmal vorher bevor sie den Job annehmen
Schönen Abend noch

von
Schlaubi123

Erwerbsminderungsrenten werden in Vierteln gekürzt, daher erfolgt bei 500 Euro mtl. Verdienst eine Kürzung um mind. 1/4. (nur Altersrenten werden in Drittel gekürzt). Ob eine weiter Kürzung erfolgt, entnehmen Sie der Anlage 19 Ihres Rentenbescheides. Dort sind ihre individuellen Hinzuverdienstgrenzen aufgelistet.

von
X.

@ Basti
@ Schlaubi
immer sachte Leute, bevor ihr hier Auskünfte gebt, die sich als falsch herausstellen. 500 EUR sind nicht immer gleich 500 EUR. Das Rentenrecht ist da doch schon etwas komplexer.

Bei Fahrtkosten gilt:

- Arbeitsentgelt/Hinzuverdienst = Fahrtkostenzuschüsse des Arbeitgebers für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (lohnsteuerpflichtig)

- KEIN Arbeitsentgelt = Fahrtkostenzuschüsse des Arbeitgebers für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, soweit lohnsteuerfrei ODER bei Zahlung zusätzlich zum vereinbarten Lohn mit Pauschalversteuerung nach § 40 Abs. 2 S. 2 EStG

Daher die Frage, WIE der Arbeitgeber es pauschal versteuert. Entsprechend der Antwort handelt es sich entweder um Arbeitsentgelt oder nicht um Arbeitsentgelt bzw. Hinzuverdienst.

von
Basti

Sorry , der Unterschied zur pauschalen Versteuerung war mir nicht bekannt.
Bin gespannt was der Experte meint.
Schönen Sonntag in die Runde :-)

von
Y.

Halb so wild. Der "Experte" muss das doch auch erst recherchieren.

Und sieht dann hier den 5. Spiegelstrich

http://raa.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_96AR2.1.2

Das ist keine große Kunst. Man muss nur wissen, wo man nachschlagen muss.

von
Herz1952

Hallo Jasenko,

da müssten Sie einen Steuerberater fragen, ob die Fahrtkostenzuschüsse bei 450,-- Euro-Jobs lohnsteuerfrei sind. Danach müsste sich auch die DRV richten.

Bei einem Minijob, sind nämlich keine Freibeträge für den Weg zur Arbeit vorgesehen. Auch dann nicht wenn dieser ein 2.-Job wäre, könnten Sie daher nicht mit der Haupttätigkeit verrechnen. Und als EM-Rentner haben Sie vermutlich auch kein zu versteuerndes Einkommen.

Es gäbe allerdings auch eine gewisse illegale Lösung (smile).Vielleicht hat er aber diese Pauschalversteuerung schon mit dem Berater besprochen. Paradox wäre es allerdings, weil, wenn es Ausgabenersatz wäre, bräuchte er das auch nicht pauschal zu versteuern.

Also: Vorsicht!

Ich denke, morgen wird eine Experte darauf die Antwort bezüglich RV wissen.

von
Herz1952

Nachtrag:

Ich habe den Link von Y. kurz nachgesehen. Hier scheint es allerdings nur um nicht versicherungspflichtige Ausgabenerstattung handeln. Es müsste auch geprüft werden, wie hoch die Freibeträge pro einfachen km zur Arbeitsstätte sind (steuerlich km-Pauschale x km/einfach).

Es könnte durchaus sein, dass es dann funktioniert.

Zumindest bei einer Betriebsprüfung müsste die RV den steuerlichen Richtlinien folgen. Das hatte ich betrieblich auch schon gehabt bei Verpflegungspauschalen bei Auswärtstätigkeit, die zeitlich gestaffelt waren und es war eine Betriebsanweisung vorhanden, die steuerlich anerkannt wurde, von der RV aber erst nach Einspruch anerkannt wurde.

von
Schorsch

Zitiert von: Basti

Wichtig ist vor allem auch das sie nicht über 3 Std. arbeiten.

3 Stunden KÖNNTEN bei kleinlkicher Auslegung bereits zu viel sein.
Nur wer UNTER 3 Stunden täglich arbeitet, ist immer auf der sicheren Seite.

Dass es angeblich vollständig erwerbsgeminderte Rentenbezieher gibt, die rentenunschädlich "auf Kosten ihrer Restgesundheit ;-)" fast Vollzeit arbeiten gehen, steht auf einem anderen Blatt.

Nöch, W*lfgang? ;-)

von
SozPol

Sie können also arbeiten, dann brauchen Sie keine Rente mehr! Sie wird Ihnen gestrichen, damit Sie ´s wissen!

von
basti

Joar Schorsch , ein Restrisiko gibts immer!
Dürfte aber vernachlässigbar sein. Bei 8,50.-
Mindestlohn geht man einfach davon aus, das man bei gleichmässiger Stundenverteilung aufs Monat unter 3h liegt. Wie gesagt überprüfen kann und darf die DRV immer.
Schönen Sonntag

von
Jasenko

Hallo zusammen,

habe mich mit meinem AG nun anders geeinigt, damit ich auf jeden Fall auf der sicheren Seite bin.

Er meldet mich auf 450€ an und das freiwillige Fahrgeld zahlt er mir über die Option 2 mal im Jahr bis 900€ in meinem Falle dann 2 mal im Jahr jeweils 300€ on Top. Somit bleiben wir innerhalb der Grenzen.

@SozPol
Normalerweise reagiere ich auf solche blödsinnigen Kommentare von "Ich-habe-die-Weisheit-mit-Löffeln-gefressen-Leuten" nicht, aber in ihrem Falle mache ich eine Ausnahme.

1. Ich habe eine ganz normale Frage gestellt. Die Antwort war mir in einem gewissen Ausmäs bereits bekannt. Dennoch habe ich diese Frage gestellt, da man heutzutage kaum noch den Überblick über die ständigen Änderungen behalten kann.

2. Ob ich arbeiten kann oder nicht, diese Entscheidunge sollten Sie beeser qualifieziertem Personal überlassen. Und ich bin nicht seit gestern erst in der Rente und es ist nicht mein erster 450€ Job. Es ist lediglich eine andere Konstellation.

3. Wenn Sie sonst keine fachlich richtige Antwort geben können, wäre es ratsam sich in solche Unterhaltungen gar nicht einzumischen. Ich weiß nicht in welcher Situation befinden, jedoch wünsche ich keinem die EM-Rente als Ausgangsoption.

4. Auch wenn ich Ihnen keine Rechenschaft schuldig bin, möchte ich es trotzdem erwähnen. mein größter Wunsch ist wieder Vollzeit zu arbeiten und für mein Lebensunterhalt selber zu sorgen, anstatt tagtäglich 6 Stunden für die Therapie aufzubringen um ein normales Leben führen zu können.

Allen anderen danke ich für die hilfreichen Antworten.

In diesem Sinne wünsche ich euch noch einen schönen Sonntag.

von
basti

Hallo Jasenko,
da haben sie eine gute Lösung gefunden !
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Freude am neuen Arbeitsplatz.

von
Schorsch

Zitiert von: basti

Joar Schorsch , ein Restrisiko gibts immer!
Dürfte aber vernachlässigbar sein. Bei 8,50.-
Mindestlohn geht man einfach davon aus, das man bei gleichmässiger Stundenverteilung aufs Monat unter 3h liegt.

Wer wegen ein paar Minuten zusätzlicher Arbeitszeit seine Rente aufs Spiel setzen will, soll das von mir aus gerne tun.

Mir wäre das allerdings zu gefährlich.
Zumal man vorher niemals wissen kann, wie der zuständige DRV-SB tickt. ;-)

MfG

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Jasenko,

die Hinzuverdienstgrenze können Sie zweimal im Laufe eines KALENDERJAHRES um einen Betrag bis zum Doppelten der Hinzuverdienstgrenze überschreiten.
Bei der mit dem Arbeitgeber gefundenen Lösung mit einem Entgelt von 450 Euro in 10 Monaten und 750 Euro in 2 Monaten halten Sie die Hinzuverdienstgrenzen für Ihre Rente wegen voller Erwerbsminderung ein.

von
W*lfgang

Zitiert von: Schorsch
Dass es angeblich vollständig erwerbsgeminderte Rentenbezieher gibt, die rentenunschädlich "auf Kosten ihrer Restgesundheit icon_wink.gif" fast Vollzeit arbeiten gehen, steht auf einem anderen Blatt.
Nöch, W*lfgang? icon_wink.gif
Schorsch,

Letzter Beitrag zu dieser Frage:

https://www.ihre-vorsorge.de/index.php?id=46&no_cache=1&tx_mmforum_pi1[action]=list_post&tx_mmforum_pi1[tid]=27669

Und Beispiele aus der täglichen Praxis wären individuell ungeeignet, daher: das 'Gefahrenpotential' dazu trägt jeder selbst ;-)

Gruß
w.

von
Schorsch

Zitiert von: W*lfgang

...daher: das 'Gefahrenpotential' dazu trägt jeder selbst ;-)

Nicht jeder Betroffene ist sich aber darüber im Klaren, dass der Hinweis, dass man auch "rentenunschädlich auf Kosten der Restgesundheit arbeiten kann", mit "Gefahren" verbunden ist.

Mitbürger, die grundsätzlich nur die Tipps und Hinweise für die einzig Richtigen halten, die ihren Wunschvorstellungen entsprechen, findet man leider nicht nur bei "TACHELES" sondern häufig auch hier. ;-)

Aber denen ist eben leider nicht zu helfen....

von
Jasenko

Ich danke allen für die Antworten und auch die Hinweise.

Zum Thema Vollzeit oder auch allgemein auf Kisten der Restgesundheit, kann ich nur folgendes sagen. Zwischen Wünschen und Tatsache ist immer noch dazwischen. Wieso und weshalb ich die EM-Rente beziehe, dies hier zu erörtern würde den Rahmen sprengen. Nur soviel kann ich sagen, ich habe bis zum letzten Tag gearbeitet, solange wie es ging, weil ich mich mit dem Thema Rente nicht abfinden konnte und das ging definitiv auf die Kosten meiner Gesundheit. Das ich einen 450€ Job habe, liegt einfach daran, dass ich einfach weiterhin was leisten möchte und mich nicht auf der Tatsache "Krankheit" ausruhen möchte. Man kann trotz Krankheit auch was leisten. Klar, man kann jetzt ehrenamtlich sagen, dummerweise ist aber genau das wegen der Krankheit nicht möglich. Wie oben erwähnt, hier die Hintergründe zu nennen, würde den Rahmen sprengen. Also habe ich am Ende für mich den Weg gefunden sozusagen "Kopfarbeit" mit dem 450€ Job zu verbinden.

von
W*lfgang

Zitiert von: Jasenko
dass ich einfach weiterhin was leisten möchte und mich nicht auf der Tatsache "Krankheit" ausruhen möchte. Man kann trotz Krankheit auch was leisten.
Jasenko,

danke auch Ihnen für die Rückmeldung - die anderen EM-Rentenbeziehern auch zeigen kann/soll ...da geht noch was/auch auf Kosten der Gesundheit - nicht einfach nur hängen lassen und Rente her, 'ich will noch teilnehmen/was leisten'.

Natürlich ist das ein schmaler Grad, aber wenn med. berechtigt - es geht ...auch wenn hier da ein paar 'Zweifler'/Nörgler/Besserwisser *) sind ;-)

Alles Gute für Sie,

Gruß
w.

*) Schorsch mal ausgenommen – er hat die 'Feinheiten' inzwischen auch verstanden :-)