§ 73 SGB VI Vergleichsbewertung - letzter Satz

von
Heinz Fischer

Hallo Rente,

meine Frage bezieht sich auf den letzten Satz vom § 73 SGB VI Vergleichsbewertung;

von
Heinz Fischer

Sorry irgendwie war meine Nachricht nicht ganz angekommen:

hier hegt es weiter es geht um diesem Satz:
Dabei sind von den belegungsfähigen Monaten aus der Grundbewertung die bei der Vergleichsbewertung außer Betracht gebliebenen Kalendermonate mit Entgeltpunkten abzusetzen.

Bezieht der Satz sich auf:
a)Nur den Durchschnittswert für die Zurechnungszeit
b)Nur den Durchschnittswert für die Zurechnungszeit und ggf. die letzten vier Jahre
c)Nur den Durchschnittswert für die Zurechnungszeit und die vorhandenen Punkte vor der Zurechnungszeit die beitragsgemindert sind.
d) Auf alles, den Durchschnittswert für die Zurechnungszeit und ggf. die letzten vier Jahre und die vorhandenen Punkte vor der Zurechnungszeit die beitragsgemindert sind.

von
W*lfgang

Zitiert von: Heinz Fischer
Sorry irgendwie war meine Nachricht nicht ganz angekommen:
Heinz Fischer,

und Ihre Frage zu dieser komplexen Berechnung auf Ihre individuelle 'Betroffenheit' auch noch nicht so ganz.

Im Grunde geht es hierbei um 'schlechte' Beiträge/Beitragszeiten, die den Gesamtleistungswert sonst mindern würden - also um ein Günstigerberechnung für Sie. Vielleicht fragen Sie nach den konkreten Zeiten/EP nach, wo Sie denken, das wäre (zunächst) zu Ihren Ungunsten.

Gruß
w.

von
senf-dazu

Zitiert von: Heinz Fischer

...
d) Auf alles, den Durchschnittswert für die Zurechnungszeit und ggf. die letzten vier Jahre und die vorhandenen Punkte vor der Zurechnungszeit die beitragsgemindert sind.

Bei der *Vergleichsbewertung* werden im Ggs. zur Grundbewertung die Zeiten herausgenommen, welche beitragsgemindert sind (wo also neben der Beitragszeit noch eine Anrechungszeit etc. parallel lag). In der Regel sind diese Zeiten, wie W*lfgang schon ausführte, für Ihre Renten-Biografie ungünstiger.
Daher vergleicht die Rentenversicherung, wie der Durchschnitt des Versicherungslebens mit allen Zeiten (Grundbewertung) und mit allen "normalen" Beitragszeiten (Vergleichsbewertung) war.
Bei EM-Renten schaut man dann noch einmal nach, wie der Durchschnitt aussieht, wenn man die letzten vier Jahre zusätzlich außer Acht läßt. Ist man erwerbsgemindert, dann hat das ja vermutlich auch eine Geschichte und die Leistunsfähigkeit (was indirekt auch mit den erworbenen Entgeltpunkten zusammenhängen kann) hat vermutlich in letzter Zeit nachgelassen.
Diese zwei/drei Durchschnittswerte werden dann verglichen und mit dem besten davon wird für Sie weiter gerechnet.
OK?

Experten-Antwort

Hallo Heinz Fischer,

der letzte Satz des § 73 SGB VI bezieht sich auf die Berechnung des Gesamtleistungswertes, also den Durchschnittswert, der für die Bewertung aller beitragsfreien Zeiten maßgebend ist. Beitragsfreie Zeiten sind – neben der von Ihnen genannten Zurechnungszeit – auch Anrechnungszeiten und Ersatzzeiten. Darüber hinaus ist der Gesamtleistungswert auch der Mindestwert, den beitragsgeminderte Zeiten erhalten.

Den Gesamtleistungswert erhalten Sie, indem Sie sowohl eine Grundbewertung also auch eine Vergleichsbewertung durchführen. Der höhere Wert aus Grundbewertung und Vergleichsbewertung ist der Gesamtleistungswert.

In dem von Ihnen angesprochenen § 73 SGB VI geht es um die Vergleichsbewertung. Die Vergleichsbewertung knüpft an die Berechnung der Grundbewertung an. Um den letzten Satz des § 73 SGB VI besser verstehen zu können, gehe ich daher im Folgenden zunächst auf die Grundbewertung ein.

Bei der Grundbewertung werden die Entgeltpunkte für alle Kalendermonate mit Beitragszeiten und Berücksichtigungszeiten in Ihrem Versicherungsverlauf durch die sogenannten belegungsfähigen Monate geteilt (Anmerkung: Berücksichtigungszeiten erhalten für die Berechnung einen fiktiven Entgeltpunktewert zugeordnet). Die Division durch die belegungsfähigen Monate führt dazu, dass sich Lücken in Ihrem Versicherungsverlauf negativ auf den zu berechnenden Wert auswirken. Neben der Beitragshöhe ist also auch die Beitragsdichte (Lückenlosigkeit im Versicherungsverlauf) maßgebender Faktor für die Bestimmung des Grundwertes.

Dieselbe Berechnungsformel wird auch bei der Vergleichsbewertung angewandt. Allerdings werden bei dieser Berechnung Kalendermonate mit Beitragszeiten oder Berücksichtigungszeiten weggelassen, die mit beitragsfreien Zeiten oder einem Versichertenrentenbezug zusammentreffen. Hintergrund ist, dass in diesen Monaten zumeist niedrigere Beiträge vorliegen, die den Durchschnittswert Ihrer vollwertigen Beiträge (also Ihrer "normalen" Beiträge) drücken können. Die Herausnahme aus der Berechnungsformel (Kalendermonate mit Beitragszeiten und Berücksichtigungszeiten geteilt durch belegungsfähige Monate) führt aber nur dann zu einem "gerechten" Ergebnis, wenn die Monate nicht nur aus dem Zähler, sondern gleichsam auch aus dem Nenner der Formel entnommen werden, also bei den belegungsfähigen Monaten im gleichen Umfang abgezogen (= abgesetzt) werden. Dies regelt der letzte Satz in § 73 SGB VI.

Darüber hinaus gibt es seit Juli 2014 noch eine erweiterte Vergleichsberechnung bei Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Bei diesen Renten werden die letzten 4 Jahre bis zum Eintritt der Erwerbsminderung bei der Vergleichsberechnung ebenfalls aus der Berechnungsformel entnommen, wenn dies günstiger ist. Auch für diese "zweite" Vergleichsbewertung regelt der letzte Satz in § 73 SGB VI, dass eine Herausnahme von Beitragszeiten und Berücksichtigungszeiten (der letzten 4 Jahre) aus dem Zähler der Berechnungsformel eine Herausnahme der gleichen Anzahl an Kalendermonaten aus dem Nenner der Berechnungsformel (belegungsfähige Monate) zur Folge hat.