Abbruch der berufl. Reha wg. Krankheit - Alternativen?!

von
bonny

Ich nehme seit Juli 2013 an einer Umschulung (berufl. Reha finanziert durch DRV) teil.
Anfang Mai 2015 sind die Abschlussprüfungen. Bei mir wurde eine Krebserkrankung diagnostiziert, deren Behandlung einige Wochen in Anspruch nimmt. Nun möchte meine Rehaberaterin die Umschulung abbrechen. Mir ist es aber sehr wichtig diese zu beenden. Sie konnte mir keine Alternativen aufzeigen die beides unter einen Hut bringen - Krebstherapie und erfolgreicher Abschluss, d.h. Teilnahme an den Prüfungen, der Umschulung. Es kann doch wohl nicht sein, dass 1 3/4 Jahr umsonst waren. Welche Rechte habe ich auf eine evtl. Verlängerung oder Unterbrechung der Umschulung? Kann dies per Bescheid von der DRV versichert werden? Dies würde sehr beruhigend sein und bestimmt zur Genesung beitragen.

von
???

Die Prüfungstermine werden von den Innungen/IHK ... festgelegt. Wenn Sie an diesen Terminen nicht teilnehmen können, kann Ihre Reha-Fachberaterin diese nicht einfach verschieben. Meiner Meinung nach sind hier Ihre Ärzte die Ansprechpartner, ob sich Ihre Behandlung so koordinieren lässt, dass Sie an der Prüfung teilnehmen können. Ob dies sinnvoll ist, hängt natürlich von Ihren bisherigen Leistungen in der Umschulung ab und ob Sie während der Therapie noch nebenbei lernen können.

In der Regel wird bei einer so schwerwiegenden Erkrankung die Umschulung abgebrochen. Häufig sind die Betroffenen erst mal weder körperlich noch psychisch in der Lage, eine Umschulung zu absolvieren oder gar Abschlussprüfungen zu schreiben. Inwieweit später eine Fortsetzung möglich ist, kann erst nach Abschluss der Therapie entschieden werden. Niemand weiß schließlich heute, wie Sie sich dann fühlen, ob der Umschulungsberuf passt usw..

von Experte/in Experten-Antwort

Sobald ein Versicherter länger als 6 Wochen erkrankt ist, muss eine Bildungsmaßnahme abgebrochen werden, da per Gesetz nur bis zum 42. Tag eine Leistungsfortzahlung erfolgen darf. Ab dem 43. Kalendertag prüft die zuständige KV den Krankengeld-Anspruch. Ist dieser nicht gegeben muss/sollte sich der Versicherte an die zuständige Arbeitsagentur bzw. den zuständigen Jobcenter wenden, damit dort sein Anspruch auf Alg I bzw Alg II geprüft werden kann.

Ein Wiedereinstieg in die Umschulung ist auch nach einem Abbruch aus gesundheitlichen Gründen möglich, aber nur wenn der Versicherte aufgrund seiner guten Leistungen das Umschulungsziel voraussichtlich noch erreichen kann. Da im Mai´15 die schriftlichen Prüfungen sind, geht es hier auch um die Einreichungsnoten.

Damit die DRV den Wiedereinstieg prüfen kann, muss der Versicherte rechtzeitig einen Befundbericht einreichen, damit der beratungsärztliche Dienst seine Belastbarkeit für LTA prüfen kann.

Ggfs können auch Nachprüfungstermine vereinbart werden, das hängt aber von der prüfenden Stelle (z.B. IHK, HWK) ab.

Der Vers kann aber auf jeden Fall in einer schriftlichen Stellungnahme begründen, warum trotz seiner Erkrankung die Umschulung fortsetzen möchte. Hierzu ist es hilfreich, auf seinen bisherigen Notendurchschnitt und seine Einreichungsnoten hinzuweisen sowie zu schildern, wie er sich auch während der Krankheit auf die schriftliche Prüfung vorbereitet. Er kann auch angeben, ob es für ihn Nachprüfungstermin gibt. Da die meisten Umschulungen über einen örtlichen Bildungsträger erfolgen, gibt dieser im Vorfeld immer eine Prognose zu den Prüfungsaussichten ab.

Aufgrund seiner schriftlichen Stellungnahme kann er dann von der DRV den gewünschten schriftlichen Bescheid erhalten.