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Abbruch LTA durch Reha-Träger - wie geht es weiter?

von
Petra Müller

Guten Tag,

zurzeit absolviere ich eine berufliche Reha (LTA) und beziehe Übergangsgeld über die Rentenversicherung. Ich bin jedoch gesundheitlich ziemlich angeschlagen, in 2 Wochen muss ich wieder ins Krankenhaus, eine OP ist geplant, die Heilungsphase nach dieser OP wird vermutlich mind. 6 Wochen dauern.

Die Einrichtung, bei der ich die berufliche Reha mache, will nun die Maßnahme aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. Es gab schon Gespräche mit dem Träger (Rentenversicherung). Auch von dort rät man zum Abbruch der Maßnahme. Von Unterbrechung der LTA ist kaum die Rede, da man mir praktisch von Beginn der beruflichen Reha zum Antrag auf Erwerbsminderungsrente rät.

Inzwischen sehe ich ein, dass ich mich nun erstmal vorrangig um meine Gesundheit kümmern muss, sonst wird das mit dem Wiedereinstieg ins Arbeitsleben gar nichts mehr.

Man möchte von Seiten der Rehaeinrichtung und des Trägers eine Entscheidung, ob ich nun Rente beantragen werde, um dann die Rehamaßnahme abbrechen zu können.

Da ich aber in 2 Wochen ins Krankenhaus gehe und dann voraussichtlich für mehrere Wochen kaum in der Lage sein werde, bei irgendwelchen Ämtern vorstellig zu werden, habe ich große Sorge, dass ich vom Krankenhaus aus nicht entsprechend schnell genug reagieren kann.

Ich versuche gerade in Erfahrung zu bringen, welchen Schritt ich überhaupt tun muss, falls die LTA durch den Träger abgebrochen wird.
- Krankengeldanspruch besteht nicht mehr (ausgesteuert), wenn ich mich evtl. nicht rechtzeitig bei der Krankenkasse melden kann, kann es mir dann passieren, dass die KK mich rausschmeißt?
- Wo erhalte ich dann Hilfe zum Lebensunterhalt? Jobcenter oder Sozialamt?
- Wann und wo reiche ich den Antrag auf Erwerbsminderungsrente ein?
- Soll ich versuchen, so lange wie möglich in der LTA zu bleiben um dann nach der Arbeitsunfähigkeit bzw. dann wenn ich wieder mobil bin, alle Anträge zu stellen bzw überhaupt bei Ämtern vorstellig zu werden?
- Und kann mich der Träger auch schon vor Ablauf von 42 Tagen AU rausschmeißen.
- Soll ich mich vorsorglich schon einmal ans Jobcenter oder Sozialamt wenden. Kann man das überhaupt, sich praktisch „provisorisch schon mal anmelden“?

Ich habe gerade echt Sorge, wie es weitergehen soll. Und würde mich sehr freuen, wenn mir jemand meine Fragen beantworten könnte.

Dankschön im Voraus!

Experten-Antwort

Hallo Frau Müller,

bezüglich Ihres Krankenversicherungsschutzes sollten Sie sich mit Ihrer zuständigen Krankenkasse in Verbindung setzen.

Den Antrag auf Erwerbsminderungsrente könnten Sie noch vor Ihrem Krankenhausaufenthalt bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung einreichen.

Bezüglich Hilfe zum Lebensunterhalt wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Jobcenter / Sozialamt.

Wir wünschen Ihnen gute Besserung!

von
scholli

Na sehr geehrter Experte, das ist aber eine äusserst knappe Antwort, vielleicht weil Sie Mitglied des Trägers sind in diesem Fall?!

Ich denke, Frau Müller sollte, wenn es ihr irgendwie möglich ist, dringend eine Beratung bei einem Sozialverband in Anspruch nehmen - und auf KEINEN Fall von sich aus diese LTA beenden.

Erfahrungsgemäss wird sie dadurch ganz schnell " zwischen den Stühlen " sitzen und Schwierigkeiten haben, Ihren Lebensunterhalt zu sichern!

Niemals " vorauseilend " selbst Schritte unternehmen, wenn man/frau sich nicht sicher ist, was eigentlich in Zukunft passieren soll.

Nochmal, vor einer Beratung durch einen Verband, z.B. VDK, SovD.., sollte Frau Müller diese LTA von sich aus nicht abbrechen!!

von
Petra Müller

Hallo Scholli,

vielen Dank dass Sie sich hier für mich einsetzen. Sie haben Recht, die Experten-Antwort hat mich leider nicht weitergebracht.

Ich werde die LTA von selbst nicht abbrechen, kann aber nicht davon ausgehen, dass man mich nicht doch während des Krankenhausaufenthalts "rausschmeißt". Ich hoffe, dass man mir wenigstens noch die Möglichkeit gibt, die OP hinter mich zu bringen und mich ein wenig davon zu erholen, so dass ich danach alle notwendingen Gänge zu Ämtern etc. machen kann.
Danke nochmal!

von
scholli

Ein ganz wichtiger Punkt ist , was Sie selbst wollen!

So eine LTA ist einerseits natürlich dazu da, eine berufliche Perspektive wieder möglich zu machen - auf der andern Seite sichert sie ganz pragmatisch in dieser Zeit den Lebensunterhalt.

Bevor ich also nicht alle verfügbaren Infos darüber eingeholt habe, wie es eben auch finanziell weiter geht, würde ich unbedingt klar den Willen demonstrieren, die LTA durchziehen zu wollen - auch , wenn sie aktuell den Verlauf durch Ihre Krankheitssituation nicht konkret abschätzen können !

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen - ganz so leicht ist das mit dem " Rausschmeissen " dann doch nicht.

Achten Sie darauf, dass Sie keine formellen Fehler machen, z.B. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen immer rechtzeitig einreichen.

Viel Glück und Durchsetzungsvermögen!