Ablehnungsbescheid Rente wegen Erwerbsminderung

von
Opfer

Hallo liebe Forumleser,
ich hatte einen Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung gestellt wegen einer langjährigen chronischen psychischen Erkrankung. Ich bin daraufhin von einem Gutachter begutachtet worden. Diesen habe ich paternalistisch, traumatisierend und unethisch erlebt habe. Es war grauenvoll für mich, so etwas schreckliches durchstehen zu müssen!!! Zu meiner Erkrankung und deren Auswirkungen im Alltag hat er mich eigentlich nicht befragt und mich dazu auch nicht zu Wort kommen lassen. Er hat in der knappen Stunde Fragen gestellt, die ich nur mit seinen vorgegebenen Antwortenalternativen beantworteten durfte oder wurde bei freien Antwortmöglichkeiten mit "bitte kurze Antworten" ermahnt. Ein Gutachter der meines Erachtens im Stundentakt zu begutachten scheint, denn im Wartezimmer saßen weitere zu begutachtende Kandidaten. Wie nicht anders zu erwarten kam auch promt die Ablehnung der Rente.

Jetzt meine Frage an die Anderen hier. Soll man selbst Widerspruch einlegen oder gibt es gute Erfahrungen mit Vdk bzw. SoVD? Meine Behandler haben schon geäußert, dass sie mir weiteren Atteste oder ähnliches schreiben, weil sie dies bereits getan haben und weitere nicht bezahlt werden. Gibt es die Möglichkeit einer Zweitbegutachtung im Widerspruchsverfahren oder erst beim Sozialgericht? Ach und zum Schluss möchte ich wissen, ob es eine geignete Beschwerdemöglichkeit hinsichtlich dieses Gutachters gibt?

von
Karina

Mit einer Stunde Begutachtung sind Sie aber gut bedient. Ich stand nach 10 Minuten wieder auf der Straße. Ebenfalls Ablehnung.

Ich habe dann mithilfe des VdK Widerspruch eingelegt, wonach dann die Rente bewilligt wurde. Mittlerweile nach zwei Verlängerungen unbefristet.

Das alles hat aber gedauert.

Eine Beschwerdemöglichkeit gibt es bei der DRV. Bringt m.E. aber wenig.

von
Herz1952

Hallo Opfer,

es gibt zwar das Mittel der "Dienstaufsichtsbeschwerde", aber in erster Linie Widerspruch einlegen (über VdK zum Beispiel) und die neuen Gutachten mit vorlegen.

Für eine Dienstaufsichtsbeschwerde ist ein freier Rentenberater, der auch beim Gericht zugelassen ist, besser. Kostet aber zu viel Geld und hilft Ihnen für die Rente auch nicht viel weiter.

Mehr kann ich dazu auch nicht sagen. Ich hatte das einmal gegen einen Arzt des MDK gemacht. Was die Gutachter alles machen dürfen in der Beurteilung ist einfach haar -streubend. (z.B. "auf Krankheitsgewinn aus", "theatralisch" usw.)

Herz1952

von
Leser

Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, dann lassen Sie sich von einem Fachanwalt beraten. Wenn nicht, dann wenden Sie sich an den VdK, es empfiehlt sich bereits beim Widerspruchsverfahren fachlich rechtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wir haben bei meiner Frau für nachvollziehbarere chronische Erkrankungen auf orthop., internistischen, neurolog., HNO und kardilog. Gebiet genau das gleiche erlebt (Erkrankung 2009 und Antrag Anfang 2012) und sind seit 1,5 Jahren vor Gericht. Die erste Ablehnung erfolgte mit der Begründung, das keine dauerhafte Erkrankung vorliegen würde....

Beschwerden sind relativ sinnfrei und werden eh nicht für voll genommen.

von
Opfer

[quote=217094]
Hallo liebe Forumleser,
ich hatte einen Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung gestellt wegen einer langjährigen chronischen psychischen Erkrankung. Ich bin daraufhin von einem Gutachter begutachtet worden. Diesen habe ich paternalistisch, traumatisierend und unethisch erlebt habe. Es war grauenvoll für mich, so etwas schreckliches durchstehen zu müssen!!! Zu meiner Erkrankung und deren Auswirkungen im Alltag hat er mich eigentlich nicht befragt und mich dazu auch nicht zu Wort kommen lassen. Er hat in der knappen Stunde Fragen gestellt, die ich nur mit seinen vorgegebenen Antwortenalternativen beantworteten durfte oder wurde bei freien Antwortmöglichkeiten mit "bitte kurze Antworten" ermahnt. Ein Gutachter der meines Erachtens im Stundentakt zu begutachten scheint, denn im Wartezimmer saßen weitere zu begutachtende Kandidaten. Wie nicht anders zu erwarten kam auch promt die Ablehnung der Rente.

Jetzt meine Frage an die Anderen hier. Soll man selbst Widerspruch einlegen oder gibt es gute Erfahrungen mit Vdk bzw. SoVD? Meine Behandler haben schon geäußert, dass sie mir weiteren Atteste oder ähnliches schreiben, weil sie dies bereits getan haben und weitere nicht bezahlt werden. Gibt es die Möglichkeit einer Zweitbegutachtung im Widerspruchsverfahren oder erst beim Sozialgericht? Ach und zum Schluss möchte ich wissen, ob es eine geignete Beschwerdemöglichkeit hinsichtlich dieses Gutachters gibt?

/quote]

Sorry habe mich verschrieben...sollte natürlich heißen: Meine behandelnden Therapeuten und Arzt schreiben mir für einen Widerspruch KEINE neuen Atteste oder ähnliches, weil sie es nicht mehr vergütet bekämen!
Veilen Dank für die ersten Rückmeldungen. Also muss man erst bis zum Sozialgericht ziehen um sein Recht zubekommen? Im Widerspruch gibt es keinen zweiten Gutachter?

von
Christina Nowak

Hallo Opfer,

offensichtlich fühlen Sie sich auch so ? Der gewähle Nickname spricht jedenfalls dafür.

Sie haben natürlich die Möglichkeit Widerspruch einzulegen.

Allerdings haben Sie wohl wirklich erwartet, dass der Gutachter Sie nach Ihrer Erkrankung und den Auswirkungen im täglichen Leben fragt, händchenhaltend begutachten ?

Ein Gutachter geht nach einem bestimmten Schema vor, deswegen die Fragen, er will wissen, wie Sie in der entsprechenden Situation reagieren.

von
Herz1952

Hallo Frau Nowak,

man kann auch suggestive Fragen stellen, das habe ich selbst bei medizinischen Dienst der Krankenkassen erfahren. Anscheinend haben die Regionalversicherung auch so was.

Bei meinem Rentengutachten hatte ich allerdings "normale" Vertragsärzte der Krankenkassen.

Bei den Seelenklempnern für die RV war auch einer, der wusste nicht was sein Partner, von dem ich begutachtet werden sollte, mir schon Wochen vorher einen Fragebogen zugeschickt hatte und mich um eine allgemeine Stellungnahme gebeten hatte. Er hatte dann geglaubt, ich hätte 4 DIN-A4 Seiten in einer viertel Stunde in der Praxis geschrieben.

@Opfer,
mal ganz erhrlich, die meisten Ärzte sind für ausführliche Schriftlich Atteste zu faul (na ja, halt überlastet). Sie haben Angst vor Regressansprüchen ihrer eigenen Standes Organisationen, obwohl dies so gut wie nie angewandt wird, und auch mit ausführlicher Begründung abgewandt werden kann. Sie schweben allerdings dadurch ständig zwischen einem Rüffel des kassenärztlichen Verbandes und dem Strafgesetzbuch (Unterlassene Hilfeleistung oder gar Körperverletzung). Die Krankenkassen sind auch schnell zur Hand, wenn sie glauben, sie hätten einen Fehler entdeckt, obwohl sie selbst den Fehler verschuldet haben (z.B. falsche Kassenarzt-Nummer eingeben und einen Kardiologen verdächtigt haben, er hätte ein Rezept ausgestellt, das nur ein Nephrologe verschreiben durfte).

Herz1952

von
Opfer

Zitiert von: Christina Nowak

Hallo Opfer,

offensichtlich fühlen Sie sich auch so ? Der gewähle Nickname spricht jedenfalls dafür.

Sie haben natürlich die Möglichkeit Widerspruch einzulegen.

Allerdings haben Sie wohl wirklich erwartet, dass der Gutachter Sie nach Ihrer Erkrankung und den Auswirkungen im täglichen Leben fragt, händchenhaltend begutachten ?

Ein Gutachter geht nach einem bestimmten Schema vor, deswegen die Fragen, er will wissen, wie Sie in der entsprechenden Situation reagieren.

Vereehrte Frau Nowak,
ich kenne ihre Phantasien nicht, aber ich habe nicht von "händchenhalten" gesprochen oder danach gesucht. Ihre Beleidigung erscheint hier unpassend. Denn ich darf auch von einem ärztlichen Gutachter, auch wenn er wohlmöglich schon die Ablehnung im Kopfe haben muss, eine professionellle, subjektorientierte, menschliche und nicht unethische und unärztliche Begutachtung erwarten. Ich muss mich als Versicherter der Rentenversicherung nicht derartig behandelt sehen! Liebe Frau Nowak können Sie mir folgen? Und zum Thema Wichtigkeit der Auswirkungen einer Erkrankung im Alltag und Berufsleben empfehle ich zur Lektüre den ICIDH.

von
lone

[/quote="Opfer"]
Also muss man erst bis zum Sozialgericht ziehen um sein Recht zubekommen?
[/quote]

Der Gerichtsgutachter kann aber zum selben Ergebnis kommen, dann lehnt das Gericht ebenfalls die Erwerbsminderungsrente ab.

von
monikap

Hallo ,mir ist es mit meinem ersten Gutachter ähnlich ergangen und meine Rente wurde dann abgelehnt.Ich bin dann mit dem VDK in Widerspruch gegangen und daraufhin ist eine erneute Begutachtung angeordnet worden.Ich war bei dieser Begutachtung sehr überrascht,denn der Gutachter hat sich viel Zeit genommen und hatte auch sehr viel Einfühlungsvermögen.Seine Begutachtung war dann auch der Ausschlag dafür,das mir dann die DRV die Rente positiv beschieden hat.Ich wünsche Ihnen viel Glück.monikap.

von
KSC

Ich denke Sie kommen im Forum nicht weiter.
Sie fühlen sich falsch begutachtet und werden so oder so Widerspruch einlegen.

Was soll das Forum Ihnen also sagen?

Wenn Sie langjährig chronisch psychisch erkrankt sind, haben Sie doch hoffentlich beim Rentenantrag alles wichtige von Ihren Ärzten vorgelegt.
War das so, so kannte der Gutachter Ihre Erkrankung und kann als Profi = studierter Medizimer sicherlich in einer Stunde beurteilen ob Sie erwerbsgemindert sind.
Ob dazu längere Ausführungen von Ihnen nötig sind, können wir im Forum (wir sind alle keine Fachärzte) ohnehin nicht beurteilen.

Viel Glük beim Widerspruch und gute Besserung

von
dereinfachemichel

Hallo
Na, ja Beschwerde bringt nichts! Sorgt vor Gericht nur Dafür das sie nicht Ernst Genommen Werden, warum? weil solche Gutachter bei der DRV durch aus beliebt sind! schließlich sorgen die für Ablehnungen.

Aber bei Interesse hier was über das Gutachter Unwesen in D Land, ist nicht mal die Spitze des Eisbergs.
http://www.berufserkrankungen-siegerland.de/

http://www.berufserkrankungen-siegerland.de/

von
Schorsch

Es ist denkbar, dass Sie der Gutachter absichtlich provozieren wollte, um herauszufinden, ob Ihre Reaktionen für Ihre psychische Krankheit typisch sind.

Auf diese Weise wurden schon zahlreiche Simulanten entlarvt.

Auch wenn es bitter für Sie klingen mag, ist es nun mal unstrittig, dass nicht jeder, der sich für rentenrelevant erwersgemindert fühlt, das auch tatsächlich ist.

von
Schorsch

Zitiert von: dereinfachemichel

Hallo
Na, ja Beschwerde bringt nichts! Sorgt vor Gericht nur Dafür das sie nicht Ernst Genommen Werden, warum? weil solche Gutachter bei der DRV durch aus beliebt sind! schließlich sorgen die für Ablehnungen.

Aber bei Interesse hier was über das Gutachter Unwesen in D Land, ist nicht mal die Spitze des Eisbergs.
http://www.berufserkrankungen-siegerland.de/

http://www.berufserkrankungen-siegerland.de/

An die neuen Rechtschreibregeln werde ich mich wohl nie gewöhnen....

Experten-Antwort

Hallo Opfer,

der Widerspruch gegen einen ablehnenden Bescheid muss innerhalb der 4 wöchigen Widerspruchsfrist, möglichst mit entsprechender Begründung beim Rentenversicherungsträger eingelegt werden. Hierbei kann man sich auch von einem Bevollmächtigten vertreten lassen. Sofern die zuständige Sachbearbeitung dem Widerspruch nicht abhelfen kann, wird die Angelegenheit an die Widerspruchsstelle weitergeleitet.

Daher kann es durchaus sein, dass ein weiteres Gutachten eingeholt wird. Dies ist aber jeweils vom Einzelfall abhängig. Sollte man auch im Widerspruchsverfahren zum gleichen Ergebnis kommen, wäre von Ihrer Seite die Möglichkeit gegeben, Klage beim Sozialgericht einzulegen. Dies kann mit oder auch ohne Rechtsbeistand erfolgen.

Grundsätzlich kann man sich schriftlich beim Rentenversicherungsträger über Mitarbeiter z.B. Gutachter beschweren. Diese Beschwerde sollte aber sachlich formuliert sein und auch der Grund für die Beschwerde sollte hier klar zum Ausdruck kommen.

von
W*lfgang

Zitiert von: Techniker
...der Widerspruch gegen einen ablehnenden Bescheid muss innerhalb der 4 wöchigen Widerspruchsfrist...
Dann liebe/r Experte/in hätte Sie bisher jeden Bescheid mit einer fehlerhaften Rechtsbehelfsbelehrung versehen und die Widerspruchsfrist würde, na ...genau, 1 Jahr betragen.

Sind eben (Renten)Gerüchte zur Widerspruchsfrist, die sich ewig halten und offensichtlich von Verwaltungseltern an Verwaltungskinder weitergegeben werden - ist es nicht vielleicht doch 1 voller/ganzer/nicht auf 4 Wochen reduzierter Monat (plus evtl. Sonn- und Feiertagszuschlag zum Fristende) ? ;-)

Gruß
w.