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Abrechnung Jahresbeiträge RV bei Freiberuflern

von
Gast

Hallo,

seit einiger Zeit bin ich als freiberuflicher Physiotherapeut tätig. Ich bin auch entsprechend bei der Rentenversicherung gemeldet und zahle 465 € Beitrag pro Monat (basieren aus Steuerbescheid 2008). Jetzt ist allerdings Mitte des Jahres eine starke Verschlechterung der Patientenlage eingetreten und mein steuerlicher Gewinn wird 2009 wesentlich geringer ausfallen. Bsp: Ich habe im Monat Sep 1050 € Umsatz gemacht und davon 465 € RV gezahlt.

Jetzt meine Frage: Werden in der Jahresendabrechnung zu viel gezahlte Beiträge auf Grund des rückläufigen zu versteuernden Einkommen rückerstattet?

Danke für die Antwort!

von
F U N

Hallo Herr Gast,
gem. § 165 Abs. 1 a SGB VI haben sie die Möglichkeit die Beitragszahlung anzupassen wenn die Voraussetzungen dafür vorliegen.

Diesbezüglich sollten schnellstmöglich Kontakt mit der Rentenversicherung aufnehmen, sonnst zahlen sie Beiträge wo gar keine Einnahmen mehr da sind, bis zur Vorlage ihres nächsten Einkommensteuerbescheides.

von
Gast

Hallo,

genau dass ist ja auch meine Frage. Bekomme ich die zu viel geleisteten Beiträge nach Einreichung meines Steuerbescheides für ein abgelaufenes Jahr zurück oder nicht. Wäre der Fall umgekehrt, dann müsste ich ja auch nachzahlen.

Experten-Antwort

Hallo Gast,

grundsätzlich werden bei der Beitragsberechnung bei selbständig Tätigen Einkommensänderungen erst nach Vorlage des neuen Einkommensteuerbescheides (regelmäßig) für die Zukunft berücksichtigt.

ABER:

Durch Einführung des § 165 Abs. 1a SGB VI wurde mit Wirkung ab 01.01.2001 eine gesetzliche Regelung für den Fall des erheblichen Einkommensrückganges geschaffen. Ist das laufende Arbeitseinkommen im Durchschnitt um wenigstens 30 % geringer als das Arbeitseinkommen aus dem letzten Einkommensteuerbescheid, so kann das laufende Arbeitseinkommen der Beitragsberechnung zugrunde gelegt werden.

Die Anwendung des Abs. 1a (Wechsel zum laufenden Arbeitseinkommen) darf nur auf Antrag des Versicherten erfolgen. Sie wirkt sich erst vom Ersten des auf den Monat der Vorlage des neuen Einkommensnachweises folgenden Kalendermonats aus (§ 165 Abs. 1a S. 3 SGB VI). Eine rückwirkende Beitragsänderung kommt deshalb grundsätzlich nicht in Betracht. Legt der Versicherte mit dem Antrag keine oder nicht ausreichend geeignete Einkommensnachweise vor, dann ist die neue Berechnungsgrundlage ab Folgemonat der Antragstellung maßgebend, wenn er diese innerhalb angemessener Frist (regelmäßig drei Monate) vorlegt. Aus den vorgelegten Unterlagen muss eine Einkommensminderung von mindestens 30 % erkennbar sein. Die Prognose für eine Einkommensminderung im geforderten Umfang muss sich für einen längeren Zeitabschnitt (regelmäßig steuerrechtliches Veranlagungsjahr) ergeben. Gelegentliche Einkommensschwankungen, die sich bei Selbständigen nicht vermeiden lassen, sollen keine Beitragsänderung bewirken.

Zum Nachweis des Arbeitseinkommens geeignet sind im Übrigen z. B.

- Bescheinigung des Steuerberaters über das voraussichtliche Arbeitseinkommen

- Bescheid des Finanzamtes über die Höhe der Einkommensteuervorauszahlung

- Gewinn- und Verlustrechnung

- Buchführungsunterlagen

- betriebswirtschaftliche Auswertung für die ersten Monate der Tätigkeit

- Bilanz

Ich kann Ihnen daher letztlich nur empfehlen, schnellstmöglich Kontakt mit Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger aufzunehmen.

von
Gast

Hallo,

das bedeutet ja dann aber, dass jeder versicherungspflichtige selbständige nicht nach seinem tatsächlichen Einkommen veranlagt wird.
Im Gegensatz zu einem Arbeitnehmer ist das m.E. eine Benachteiligung der Selbständigen. Ist das wirklich gewollt und Gesetzeskonform?

von
Knut Rassmussen

Es gibt keine rückwirkende Korrektur der Beiträge, es sei denn, der zugrundeliegende Steuerbescheid wird vom Finanzamt geändert.

Bei dauerhaften Einkommensverschlechterungen (3 Monate) also immer die Anwendung der &#34;Sozialklausel&#34; beantragen.

Hinweis: Das rückwirkende Korrigieren macht die Krankenkasse.

Experten-Antwort

Ja, das sieht § 165 SGB VI so vor (Beiträge auf Grundlage der Bezugsgröße = Regelbeitrag, ggf. halber Regelbeitrag oder einkommensgerechte Beiträge anhand des letzten Einkommensteuerbescheids + ggf. Sozialklausel bei aktuell stark vermindertem Einkommen.)

von
Gogo

Lieber Gast,

sie müssen es mal so sehen.Die von Ihnen gezahlten Beiträge erhöhen ja IHRE Altersrente.Somit profitieren SIE,nur SIE davon.Das sollten sie nicht vergessen.

Und sie sorgen dafür das sie nicht, wie sehr viele Selbstständige bei Erreichen des Rentenalters beim Rentenantrag sitzen und rumheulen,wie wenig sie bekommen,und wie sie damit leben sollen.Das können Selbstständige sehr sehr gut.