Abschläge Altersrente für SB nach EM-Rente

von
Ratsuchende

Liebe Forumsteilnehmer,

ich bin 03/1954 geboren und erhalte seit 01.09.13 bis zum 31.08.16 eine befristete EM-Rente. Diese ist mit den üblichen Rentenabschlägen (10,8 %) belegt.

Da ich schwerbehindert bin, könnte ich ab 12/2017 die ungekürzte Altersrente für SB erhalten. Mein Arbeitsverhältnis ruht derzeit.

Meine Frage ist daher folgende:

Wenn ich keinen Verlängerunsantrag auf EM-Rente bzw. die Umstellung auf (gekürzte) SB-Rente stellen und stattdessen (sofern mir dies gesundheitlich möglich wäre) noch 15 Monate bis Ende 11/2017 arbeiten würde bzw. bis zu diesem Zeitpunkt (falls mein AG nicht in der Lage ist, mir einen adäquaten Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen) Leistungen der AA beziehen würde, wären die Abschläge dann "aus der Welt"?

Für die Beantwortung meiner Frage bedanke ich mich schon jetzt.

von
Rentnerversteher

Nein, die Abschläge behalten Sie das ganze Rentnerleben.

von
Ratsuchende

Sind Sie da ganz sicher? Auch wenn ich zwischen beiden Renten wieder sozialversicherungspflichtig gearbeitet habe?

Kann vielleicht ein Experte diese Frage beantworten?

von
Rentenversteher

Zitiert von: Ratsuchende

Sind Sie da ganz sicher? Auch wenn ich zwischen beiden Renten wieder sozialversicherungspflichtig gearbeitet habe?

Kann vielleicht ein Experte diese Frage beantworten?

Ich bin mir sicher. Für den Teil, der EWR war, bleibt der Abschlag. Für danach neu hinzu erworbene Entgeltpunkte gilt dies nicht. Jedoch sind das in Ihrem Falle, ich zitiere Ex-Deutsche-Bank-Chef: "Peanuts".

von
Feli

Der in der EM-Rente zu berücksichtigende Abschlag bezieht sich auf die vorzeitige Inanspruchnahme der Rente im sogenannten Verminderungszeitraum, der bei einem Beginn der Rente im Jahr 2013 von einem Alter von 60 und 7 Monaten bis 63 und 7 Monaten reicht.
Wenn Sie die EM-Rente in dieser Zeit tatsächlich bezogen haben, bleibt der komplette Abschlag auch in der Altersrente bestehen.

Wenn Sie wieder arbeiten gehen und die Rente nicht beziehen, wird sich der Abschlag um jeden Monat ohne Rentenbezug im o.g. Zeitraum um 0,3 Prozentpunkte verringern.

Heißt für Sie, wenn Sie ab 01.09.2016 die Rente nicht beziehen, dass der Abschlag in der Altersrente sich um 14mal 0,3 verringert, also nur noch 6,6% beträgt.

von
Rentenversteher

Zitiert von: Feli

Der in der EM-Rente zu berücksichtigende Abschlag bezieht sich auf die vorzeitige Inanspruchnahme der Rente im sogenannten Verminderungszeitraum, der bei einem Beginn der Rente im Jahr 2013 von einem Alter von 60 und 7 Monaten bis 63 und 7 Monaten reicht.
Wenn Sie die EM-Rente in dieser Zeit tatsächlich bezogen haben, bleibt der komplette Abschlag auch in der Altersrente bestehen.

Wenn Sie wieder arbeiten gehen und die Rente nicht beziehen, wird sich der Abschlag um jeden Monat ohne Rentenbezug im o.g. Zeitraum um 0,3 Prozentpunkte verringern.

Heißt für Sie, wenn Sie ab 01.09.2016 die Rente nicht beziehen, dass der Abschlag in der Altersrente sich um 14mal 0,3 verringert, also nur noch 6,6% beträgt.

Diese Aussage halte ich für nicht stimmig. Meiner Meinung nach wird der Abschlag für die bisherige EMR eingefroren und nur neu hinzu gekommene EGP werden nicht abschlagsbelastet. Es wird Zeit, dass wirklich ein Experte der DRV antwortet.

von
Rentenversteher

Zitiert von: Feli

Heißt für Sie, wenn Sie ab 01.09.2016 die Rente nicht beziehen, dass der Abschlag in der Altersrente sich um 14mal 0,3 verringert, also nur noch 6,6% beträgt.

Dies betrifft meiner Meinung nach nur den Zeitraum ab dem Erhalt der möglichen Regelaltersrente, also Rente ab 65 plus.

von
sandra

Zitiert von: Rentenversteher

Diese Aussage halte ich für nicht stimmig. Meiner Meinung nach wird der Abschlag für die bisherige EMR eingefroren und nur neu hinzu gekommene EGP werden nicht abschlagsbelastet. Es wird Zeit, dass wirklich ein Experte der DRV antwortet.

Feli hat recht. Siehe Gesetzestext zu § 77 Abs. 3 SGB V. Insb. Satz 3 Nr.2.

§ 77 SGB VI Abs. 3:
Für diejenigen Entgeltpunkte, die bereits Grundlage von persönlichen Entgeltpunkten einer früheren Rente waren, bleibt der frühere Zugangsfaktor maßgebend.
Dies gilt nicht für die Hälfte der Entgeltpunkte, die Grundlage einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung waren. Der Zugangsfaktor wird für Entgeltpunkte, die Versicherte bei

1. einer Rente wegen Alters nicht mehr vorzeitig in Anspruch genommen haben, um 0,003 oder

2. einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder einer Erziehungsrente mit einem Zugangsfaktor kleiner als 1,0 nach Ablauf des Kalendermonats der Vollendung des 62. Lebensjahres bis zum Ende des Kalendermonats der Vollendung des 65. Lebensjahres nicht in Anspruch genommen haben, um 0,003,

3. einer Rente nach Erreichen der Regelaltersgrenze nicht in Anspruch genommen haben, um 0,005
je Kalendermonat erhöht.

von
sandra

Zitiert von: sandra

2. einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder einer Erziehungsrente mit einem Zugangsfaktor kleiner als 1,0 nach Ablauf des Kalendermonats der Vollendung des 62. Lebensjahres bis zum Ende des Kalendermonats der Vollendung des 65. Lebensjahres nicht in Anspruch genommen haben, um 0,003,

Ergänzug zu § 77 Abs. 3 Satz 3 Nr.2
SGB VI:
Beginnt eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit vor dem 1. Januar 2024 oder ist bei einer Rente wegen Todes der Versicherte vor dem 1. Januar 2024 verstorben, ist bei der Ermittlung des Zugangsfaktors anstelle der Vollendung des 65. Lebensjahres und des 62. Lebensjahres jeweils das in der nachfolgenden Tabelle aufgeführte Lebensalter maßgebend.(§ 264 d SGB VI).

Tabelle bitte selber im Gesetzestext nachschaun, lässt sich hier leider nicht lesbar reinkopieren.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Ratsuchende,

aufgrund Ihrer Angaben können wir feststellen, dass für Sie ein sogenannter Verminderungszeitraum von der Vollendung Ihres 60. Lebensjahres und 7 Monaten bis zur Vollendung Ihres 63. Lebensjahres und 7 Monaten vorhanden ist. Hieraus ergibt sich der derzeitige Abzug bei der Erwerbsminderungsrente in Höhe von 10,8 %.

Die Monate innerhalb dieses Zeitraumes, in denen Sie die Rente beziehen, wirken sich auf die später beginnende Altersrente aus, indem hieraus die Rentenminderung errechnet wird.
Die anderen Monate innerhalb dieses Zeitraumes, in denen Sie die Rente NICHT beziehen, führen dazu, dass sich eine Rentenminderung kleiner als 10,8 % ergibt.

In Ihrem Fall schreiben Sie, dass Sie planen die Erwerbsminderungsrente für 15 Monate vor dem Ende des Minderungszeitraumes nicht beziehen zu wollen.
Somit ergeben sich 21 Monate des Rentenbezuges innerhalb des Minderungszeitraumes, so dass bei der Altersrente ein Abzug in Höhe von 6,3 % (21 x 0,3 %) bestehen bleibt.
Die restlichen 4,5 % Rentenminderung (Differenz: 10,8 % - 6,3 %) für 15 Monate Nichtrentenbezug entfallen dann.

Dies gilt für die Entgeltpunkte, die der bisherigen Rentenberechnung zugrunde liegen.

Sollten noch weitere Entgeltpunkte aufgrund von Beschäftigung etc. hinzukommen, unterliegen diese neuen Entgeltpunkte keiner Kürzung.

von
Ratsuchende

Zitiert von: sandra

Hallo Ratsuchende,

aufgrund Ihrer Angaben können wir feststellen, dass für Sie ein sogenannter Verminderungszeitraum von der Vollendung Ihres 60. Lebensjahres und 7 Monaten bis zur Vollendung Ihres 63. Lebensjahres und 7 Monaten vorhanden ist. Hieraus ergibt sich der derzeitige Abzug bei der Erwerbsminderungsrente in Höhe von 10,8 %.

Die Monate innerhalb dieses Zeitraumes, in denen Sie die Rente beziehen, wirken sich auf die später beginnende Altersrente aus, indem hieraus die Rentenminderung errechnet wird.
Die anderen Monate innerhalb dieses Zeitraumes, in denen Sie die Rente NICHT beziehen, führen dazu, dass sich eine Rentenminderung kleiner als 10,8 % ergibt.

In Ihrem Fall schreiben Sie, dass Sie planen die Erwerbsminderungsrente für 15 Monate vor dem Ende des Minderungszeitraumes nicht beziehen zu wollen.
Somit ergeben sich 21 Monate des Rentenbezuges innerhalb des Minderungszeitraumes, so dass bei der Altersrente ein Abzug in Höhe von 6,3 % (21 x 0,3 %) bestehen bleibt.
Die restlichen 4,5 % Rentenminderung (Differenz: 10,8 % - 6,3 %) für 15 Monate Nichtrentenbezug entfallen dann.

Dies gilt für die Entgeltpunkte, die der bisherigen Rentenberechnung zugrunde liegen.

Sollten noch weitere Entgeltpunkte aufgrund von Beschäftigung etc. hinzukommen, unterliegen diese neuen Entgeltpunkte keiner Kürzung.

Eine kurze Nachfrage hätte ich dann noch:

Bedeutet dies auch, dass sich dann, falls ich über den 01.12.2017 hinaus arbeiten würde, die Kürzung um 0,3 Prozentpunkte pro jedem weiteren gearbeiteten Monat vermindern würde (plus die ungekürzten neuen EP) und sich meine Altersrente so noch etwas erhöhen ließe?

Für Ihre hilfreiche Antwort bedanke ich mich an dieser Stelle schon einmal ganz herzlich.