Abschlagsfrei durch Minijob?

von
Gabriele Heidecker

Eine Frage zu Rentenbezug -für besonders langjährige Versicherte- Rahmendaten:
Baujahr: 1965
45 Versicherungsjahre erfüllt > Abschlagsfreie Rente mit 65 > ab 01.07.2030

Würde man nun mit 63J arbeitslos > würde ALG1 (24Monate) beziehen > und während dieser 2Jahre einen Minijob

von
Platzverweis

Rente für besonders langjährige Versicherte

Wenn für den Minijob Pflichtbeiträge entrichtet werden . . .

von
senf-dazu

Im Prinzip möglich ... aber die Glaskugel hat in Sachen Rentenrecht von 2030 noch keine eindeutigen Signale gegeben ...
Wer weiß, was bis dahin passiert, vielleicht die Rente mit 75?
Abwarten und Tee trinken!

von Experte/in Experten-Antwort

Derzeit gestaltet sich die Situation wie folgt:

Wird in der Zeit des Arbeitslosengeld-Bezugs gleichzeitig eine versicherungspflichtige Beschäftigung (etwa ein Minijob) ausgeübt, so wird durch die Beschäftigung unter Umständen die Wartezeit für die abschlagfreie Rente ab 63 erfüllt. Die Aufnahme eines - angemeldeten - Minijobs steht dem Bezug von Arbeitslosengeld I nicht entgegen. Allerdings dürfen Minijobber dann nicht mehr als 15 Stunden in der Woche arbeiten und müssen auf Sozialversicherungsfreiheit verzichten. Soll der Arbeitslosengeld-Anspruch bestehen bleiben, darf zudem der Nettobetrag nach Abzug der Steuern und Sozialversicherungsbeiträge 165 Euro im Kalendermonat nicht übersteigen.

von
Jonny

Zitiert von: Platzverweis

Rente für besonders langjährige Versicherte

Wenn für den Minijob Pflichtbeiträge entrichtet werden . . .


Und wo steht, dass aus dem versicherungsfreien Minijob nicht auch Monate auf die 45 Jahre mitzählen? Natürlich weniger, das ist klar. Aber sie zählen doch odrr.
Fragt Jonny

von
B´son

Zitiert von: Jonny

Zitiert von: Platzverweis

Rente für besonders langjährige Versicherte

Wenn für den Minijob Pflichtbeiträge entrichtet werden . . .


Und wo steht, dass aus dem versicherungsfreien Minijob nicht auch Monate auf die 45 Jahre mitzählen? Natürlich weniger, das ist klar. Aber sie zählen doch odrr.
Fragt Jonny

Minijob-Wartezeitmonate werden natürlich auch für die 45 Jahre mitgezählt.

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_52R4

von
Platzverweis

Zitiert von: Jonny

Wo steht, dass aus dem versicherungsfreien Minijob nicht auch Monate auf die 45 Jahre mitzählen? Natürlich weniger, das ist klar. Aber sie zählen doch, oder?

Lesen Sie es mal nach und wenn Sie es verstehen, erklären Sie es uns bitte! Hier die gesetzlichen Grundlagen:

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__51.html

(3a) Auf die Wartezeit von 45 Jahren werden Kalendermonate angerechnet mit
1. Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit,
2. Berücksichtigungszeiten,
3. Zeiten des Bezugs von
a) Entgeltersatzleistungen der Arbeitsförderung,
b) Leistungen bei Krankheit und
c) Übergangsgeld,
soweit sie Pflichtbeitragszeiten oder Anrechnungszeiten sind; dabei werden Zeiten nach Buchstabe a in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn nicht berücksichtigt, es sei denn, der Bezug von Entgeltersatzleistungen der Arbeitsförderung ist durch eine Insolvenz oder vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers bedingt, und
4. freiwilligen Beiträgen, wenn mindestens 18 Jahre mit Zeiten nach Nummer 1 vorhanden sind; dabei werden Zeiten freiwilliger Beitragszahlung in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn nicht berücksichtigt, wenn gleichzeitig Anrechnungszeiten wegen Arbeitslosigkeit vorliegen.

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__52.html

(2) Sind Zuschläge an Entgeltpunkten für Arbeitsentgelt aus geringfügiger Beschäftigung, für die Beschäftigte nach § 6 Absatz 1b von der Versicherungspflicht befreit sind, ermittelt, wird auf die Wartezeit die volle Anzahl an Monaten angerechnet, die sich ergibt, wenn die Zuschläge an Entgeltpunkten durch die Zahl 0,0313 geteilt wird. Zuschläge an Entgeltpunkten aus einer geringfügigen Beschäftigung, die in Kalendermonaten ausgeübt wurde, die bereits auf die Wartezeit anzurechnen sind, bleiben unberücksichtigt. Wartezeitmonate für in die Ehezeit, Lebenspartnerschaftszeit oder Splittingzeit fallende Kalendermonate einer geringfügigen Beschäftigung sind vor Anwendung von Absatz 1 oder 1a gesondert zu ermitteln.

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__76b.html

(2) Die Zuschläge an Entgeltpunkten werden ermittelt, indem das Arbeitsentgelt, das beitragspflichtig wäre, wenn die Beschäftigung versicherungspflichtig wäre, durch das Durchschnittsentgelt (Anlage 1) für dasselbe Kalenderjahr geteilt und mit dem Verhältnis vervielfältigt wird, das dem vom Arbeitgeber gezahlten Beitragsanteil und dem Beitrag entspricht, der zu zahlen wäre, wenn das Arbeitsentgelt beitragspflichtig wäre. Für das Kalenderjahr des Rentenbeginns und für das davor liegende Kalenderjahr wird als Durchschnittsentgelt der Betrag zugrunde gelegt, der für diese Kalenderjahre vorläufig bestimmt ist.

von
Jonny

Hallo Platzverweis,
wo ist denn der letzte Satz in § 51 Abs. 3 a SGB VI geblieben?

Na, dann versuche ich mal, das nachzuvollziehen, was die Spezialisten der DRV in den Auslegungsfragen zu § 51 Abs. 3 a aufgeführt haben, nämlich
„Unter Berücksichtigung der bisherigen Auslegungsfragen sowie von § 51 Abs. 3a SGB VI i .d .F. ab 01.07.2014 sind damit ab dem 01.07.2014 insbesondere folgende Zeiten auf die Wartezeit von 45 Jahren anrechenbar:
• Pflichtbeitragszeiten für eine versicherte Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit ..
• Berücksichtigungszeiten
• Pflichtbeitragszeiten oder Anrechnungszeiten für Zeiten des Bezugs von
…….
• Wartezeitmonate aus Zuschlägen aus geringfügiger nicht versicherungspflichtiger Beschäftigung“
1. § 52 Abs. 2 spricht allgemein von „wird auf die Wartezeit die volle Anzahl an Monaten angerechnet“; bestimmte Wartezeiten sind nicht genannt.
2. § 51 Abs. 3 a regelt im letzten Satz, dass „Kalendermonate, die durch Versorgungsausgleich oder Rentensplitting ermittelt werden, werden nicht angerechnet.“ werden.
Da die Wartezeitmonate aus Zuschlägen aus geringfügigen nicht versicherungspflichtiger Beschäftigung in diesem Satz nicht aufgeführt sind, ergibt sich aus dem Umkehrschluss, dass sie – wie in der AA auch unter R8.1.1. auch aufgelistet – mitgezählt werden:
„– Wartezeitmonate nach § 52 Abs. 2 SGB 6 >> [SGB 6 § 52 G0] und § 244a SGB 6 >> [SGB 6 § 244a G0] aus Zuschlägen an Entgeltpunkten für Arbeits-entgelt aus geringfügiger Beschäftigung >> [ISRV:NI:AGFAVR 1/2007 2] >> [ISRV:AF:SGB 6 § 51 Abs. 3a AFNR 8], sofern die Zeiten der geringfügigen Beschäftigung nicht mit für die Wartezeit zu berücksichtigenden rentenrechtlichen Zeiten zusammentreffen. Eine Berücksichtigung erfolgt daher beispielsweise beim Zusammentreffen mit Pflichtbeitragszeiten aufgrund des Bezugs von Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II oder Arbeitslosenhilfe“

D.h. zählen die Zeiten der Arbeitslosigkeit in den letzten 2 Jahren nicht, werden die Monate aus der geringfügigen Beschäftigung mit Pauschalzahlung des Arbeitsgebers angerechnet. Beruht die Arbeitslosigkeit aber auf z.B. Insolvenz, zählen diese bereits voll mit und die Anrechnung der Monate aus geringfügiger Beschäftigung entfällt.

Habe ich irgendwo einen Denkfehler?
fragt
Jonny

von
Gabriele Heidecker

Danke für alle Antworten auf meine Frage. Diese ist nun für mich beantwortet.