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Absenkung Rentenniveau

von
Maikäfer

Hallo,
ich Baujahr 1949, Regelaltersrentenbeginn 2015, keine ATZ, keine Prozente plane vorzeitig Rente zu beantragen. Alle Voraussetzungen sind erfüllt. ( 49 Beitragsjahre)
Frage: Rentenbeginn noch in 12/2013 oder erst 01/2014
Abgesehen von 0,3% Abzug für einen Monat früher und fehlendem Beitrag für 1 Monat sowie Erhöhung des Steuersatzes um weitere 2% ergeben noch weitere Unterschiede?
Ich denke da besonders an die Absenkung des Rentenniveaus bis 2030.
Nach bisher gefundenen Beiträgen würde die Rente um 0,7 % für 2014 sinken.
Richtig / Falsch ?

von
Miriam

Hallo Maikäfer,
wenn Sie es in Betracht ziehen, die Rente ab 01/2014 zu beanspruchen, sollten Sie das tun. Weil Sie mehr als 35 Jahre mit Beiträgen haben, können Sie die Altersrente für langjährig Versicherte beanspruchen. Frühestens nach Vollendung des 63. Lebensjahres, also 2012 (wenn Sie 1949 geboren sind). Ich denke, Januar 2014 ist besser als Dezember 2013 aufgrund der 0,3% Minderung.
Bedenken Sie, dass Ihre Rente dann zum Juli eines jeden Jahres angepasst wird. Dabei kann sie nur höher werden, niemals weniger.

von
Maikäfer

Zitiert von: Miriam

Hallo Maikäfer,
wenn Sie es in Betracht ziehen, die Rente ab 01/2014 zu beanspruchen, sollten Sie das tun. Weil Sie mehr als 35 Jahre mit Beiträgen haben, können Sie die Altersrente für langjährig Versicherte beanspruchen. Frühestens nach Vollendung des 63. Lebensjahres, also 2012 (wenn Sie 1949 geboren sind). Ich denke, Januar 2014 ist besser als Dezember 2013 aufgrund der 0,3% Minderung.
Bedenken Sie, dass Ihre Rente dann zum Juli eines jeden Jahres angepasst wird. Dabei kann sie nur höher werden, niemals weniger.

Danke Miriam,
aber was bringen mir die 0,3% Gewinn, wenn dafür auf Dauer 0,7% fehlen.
So wie ich das sehe, steigt nicht nur das Renteneintrittsalter je nach Geburtsjahr an, sondern die Rentenhöhe sinkt für das Renteneintrittsalter von Jahr zu Jahr auf nur noch 43% im Jahr 2030.

von
Anton Böhe

Zitiert von: Miriam

Hallo Maikäfer,
wenn Sie es in Betracht ziehen, die Rente ab 01/2014 zu beanspruchen, sollten Sie das tun. Weil Sie mehr als 35 Jahre mit Beiträgen haben, können Sie die Altersrente für langjährig Versicherte beanspruchen. Frühestens nach Vollendung des 63. Lebensjahres, also 2012 (wenn Sie 1949 geboren sind). Ich denke, Januar 2014 ist besser als Dezember 2013 aufgrund der 0,3% Minderung.
Bedenken Sie, dass Ihre Rente dann zum Juli eines jeden Jahres angepasst wird. Dabei kann sie nur höher werden, niemals weniger.

Bei 0,25 % Erhöhung, wie dieses Jahr für Westrentner, und der gegenwärtigen Inflationsrate, haben sie effektiv nur Rentensenkungen.

von
Paule

Rein rechnerisch lohnt es sich nicht (nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses) wegen der 0,3 Prozent dauerhafter Rentenminderung pro Monat den Rentenbeginn zu verschieben.

Annahme: Bruttorente = 1500 Euro
Rentenminderung 0,3 Prozent 1 Monat = 4,50 Euro
(1500 : 4,50 = 333,33 Monate) : 12 = 27,78 Jahre

D.h. wenn man die 0,3 Prozent mehr an Rente über knapp 28 Jahre bezieht, dann entspricht das einer Monatsrente. Dabei sind noch nicht einmal Zinsen einberechnet. Wenn man also die Rente um einen Monat verschiebt, dann schließt man eine Wette darauf ab, dass man noch mehr als 28 Jahre lebt.
Die Rentenversicherung wird es freuen...

von
Paule

Rein rechnerisch lohnt es sich nicht (nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses) wegen der 0,3 Prozent dauerhafter Rentenminderung pro Monat den Rentenbeginn zu verschieben.

Annahme: Bruttorente = 1500 Euro
Rentenminderung 0,3 Prozent 1 Monat = 4,50 Euro
(1500 : 4,50 = 333,33 Monate) : 12 = 27,78 Jahre

D.h. wenn man die 0,3 Prozent mehr an Rente über knapp 28 Jahre bezieht, dann entspricht das einer Monatsrente. Dabei sind noch nicht einmal Zinsen einberechnet. Wenn man also die Rente um einen Monat verschiebt, dann schließt man eine Wette darauf ab, dass man noch mehr als 28 Jahre lebt.
Die Rentenversicherung wird es freuen...

Experten-Antwort

Bezüglich der unterschiedlichen Rentenbeginne und der damit verbundenen Auswirkungen haben Sie sich gut informiert. Für Fragen zur voraussichtlichen Rentenhöhe abgestellt auf den jeweiligen Rentenbeginn stehen Ihnen gern die Mitarbeiter der örtlichen Auskunfts- und Beratungsstellen zur Verfügung.

von
Maikäfer

Zitiert von: Miriam

Bezüglich der unterschiedlichen Rentenbeginne und der damit verbundenen Auswirkungen haben Sie sich gut informiert. Für Fragen zur voraussichtlichen Rentenhöhe abgestellt auf den jeweiligen Rentenbeginn stehen Ihnen gern die Mitarbeiter der örtlichen Auskunfts- und Beratungsstellen zur Verfügung.

Liebe/r Experte/in
wie Sie ja festgestellt haben, beschäftige ich mich mit diesem Thema ausgibig.
Was ich aber in Ihrer Antwort vermisse, ist eine klare Aussage zu der angesprochenen Absenkung des Rentenneveau.
Wo finde ich eine Grafik oder Auflistung zu den Jahresbezogenen Werten.
Oder soll dies etwa den küftigen Rentnern gar nicht bewusst gemacht werden, dass sie doppelt (entschuldigung für den Ausdruck) beschissen werden ? - Richtung Grundrente.
Ich möchte Sie nicht persönlich damit angreifen, denn Sie sind auch nur ausführende Stelle unserer Volksvertreter.
Mfg
Maikäfer

Experten-Antwort

Hallo,

auf der Seite www.deutsche-rentenversicherung.de, "Wir über uns", "Fakten und Zahlen", "Statistiken", "Statistikpublikationen" finden Sie hilfreiche Informationen. Die Broschüre "Rentenversicherung in Zahlen 2013" gibt insbesondere auf Seite 27 detaillierte Auskünfte zu Ihrem Anliegen.

von
Schade

Ob das Rentenniveau nun sinkt oder nicht, hat mit der Entscheidung einen Monat früher oder später in Rente zu gehen m.E. überhaupt nichts zu tun.

Ein sinkendes Niveau erreicht man dadurch, dass die Renten in Zukunft weniger hoch ansteigen wie die Nettolöhne.

Und das trifft die heutigen Rentner genau gleich wie die zukünftigen Rentner.

Ob einer dann im Dezember oder im Januar geht, ist "rentenniveautechnisch völlig egal".

von
Maikäfer

Fakt:
a.) Rente sinkt durch vermutlich geringere Rentensteigerungen.
b.) Lebensarbeitszeit verlängert sich.
c.) Zugangsrente wird durch Absenkung des Rentenniveaus von Jahr zu Jahr geringer.
offene Frage:
- die von Exp. aufgeführte Broschüre der DRV listet leider keine Zahlen über die (schon beschlossene) künftige jährliche Absenkung bis 2030 auf und schon gar nicht über den Stichtag, an welchem die (ca 0,7%ige ?) Kürzung jeweils stattfindet.
Scheinbar traut sich niemand offen darüber zu sprechen.

von
Feli

Wie "Schade" schon zutreffend bemerkt hat, ist die Niveausenkung kein Absenken des Nennwertes der Renten, die in irgendeiner vorher festgelegten Höhe jährlich vorgenommen wird, sondern es ist das statistisch feststellbare Auseinanderklaffen des Niveaus der durchschnittlichen Rente bezogen auf die durchschnittlichen Arbeitnehmereinkünfte.
Dieses hat mit Ihrer persönlich berechneten Rente nichts zu tun.

Will heißen: Wenn Sie, wann auch immer (ggf. mit den für Sie persönlich festgestellten Abschlägen) in Rente gehen, hat Ihre individuelle Rente bezogen auf die im gleichen Zeitraum durchschnittlihcen Arbeitnehmereinkünfte vielleicht ein Niveau von 60% (Beispiel!!!). Nach fünf Jahren Rentenbezug, in denen es ab und zu auch mal eine Rentenerhöhung gab, also der Nennwert Ihrer Rente nicht gesunken ist, stellen Sie fest, dass Ihre Rente, bezogen auf die durchschnittl. AN-Einkünfte (die in der Zwischenzeit stärker gestiegen sind) nur noch 55% ausmacht - das ist die Absenkung des Rentenniveaus!

von
Maikäfer

Hallo Feli,
danke für die ausführliche und verständliche Erklärung.
Anmerkung:
Wenn dies so ist, dann müssten wir uns ganz schön warm anziehen und hoffen dass es bis dahin (2030) wieder Essenmarken gibt.
Die schon Rentner und Rentenanwärter der nächsten paar Jahre vertrauten großteils auf die Rentenversicherung ("die Rente ist sicher") und hatten keinen Grund oder Möglichkeit zu Ristern!