AG in Deutschland, AN in Niederlande

von
Franck

Ein ArbG hat seinen Hauptsitz in Deutschland. Der ArbN ist dort beschäftigt und erhält seinen Lohn von Deutschland.

Der ArbN ist aber in den Niederlanden gemeldet und hat dort sein Home-Office und bereist das Verkaufsgebiet NL.

Wird der ArbG/ArbN bei den Sozialversicherungsbeiträgen genau so behandelt wie ein in Deutschland gemeldeter und arbeitender ArbN?

Odert muß er RV, AL, KV, PV (ggfs. UV) in den NL abführen?

Gruß

Frank J. Kontz

von Experte/in Experten-Antwort

Grundsätzlich gelten nur die Rechtsvorschriften eines Staates. Das sind regelmäßig die Bestimmungen des Staates, in dem man arbeitet (Territorialitäts-Prinzip). Dabei spielt der Wohnsitz oder der Firmensitz keine Rolle.

Arbeitet man hingegen nur vorübergehend für seinen Arbeitgeber in einem anderen europäischen Land (hier die Niederlande) und wird weiter von ihm bezahlt, kann weiterhin Versicherungspflicht in Deutschland bestehen. Das nennt man dann Entsendung. Voraussetzung hierfür ist, dass die Entsendung voraussichtlich nicht länger als zwölf Monate dauert. Soll man entsandt werden, muss vor Aufnahme der Beschäftigung im europäischen Ausland eine Entsende-Bescheinigung angefordert werden. Diese Bescheinigung dokumentiert, welches Recht (deutsches oder niederländisches) für die Dauer der Entsendung gilt.

Die Entsende-Bescheinigung wird in Deutschland für Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse von der jeweiligen Krankenkasse, für privat Krankenversicherte durch den zuständigen Träger der Deutschen Rentenversicherung ausgestellt.

Dauert die Beschäftigung länger als die vorgesehenen zwölf Monate, so ist eine Verlängerung um maximal zwölf weitere Monate möglich.

Weiteres erfahren Sie auch bei der

Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland
Postfach 20 04 64
53134 Bonn
Tel.: 0228 / 9530-0
http://www.dvka.de

unter der Rubrik "Arbeiten im Ausland".

von
Franck

vielen Dank

Gruß

Frank J. Kontz