ALG 2 und Übergangsgeld - wer zahlt die Wohnung?

von
nele-sunny

Hallo,

nach einigen Recherchen komme ich nicht weiter, deshalb hier mein Beitrag:

Meine Freundin ist über ein Jahr arbeitslos, war in der Zeit nicht krankgeschrieben und möchte eine medizinische Rehabilitation( Suchtklinik) beantragen.
Sie bezieht ALG 2, bekommt 359 Euro im Monat vom Arge (Amt). Dazu für die Wohnung bekommt sie 365 Euro, auch von der Arge.

Das heisst im Monat werden ihr 724 Euro überwiesen.

Ihre Befürchtung ist, dass sie dann weniger Übergangsgeld bekäme und dann nicht die Wohnung bezahlen kann.

Wieviel Übergangsgeld stünde ihr zu, wenn sie...

- nicht krankengeld bisher bezogen hatte
- wenn sie über ein Jahr und länger nicht mehr gearbeitet hatte
- wenn sie über ein Jahr Hartz 4 Empfängerin war und noch ist

Ist der Übergansgeld weniger, wie bezahlt man dann die Miete?

Soweit ich weiss, wenn man eine 1-5 Monatige Therapie in einer Klinik beginnt, und sie kein eigenes Einkommen hat, sie dann keine 10 Euro pro Tag bezahlen muss.

Das mit der Miete ist ihr wichtig zu wissen, denn sonst möchte sie die Reha nicht beantragen.

von
User

Bei Bezug von AlgII zahlt die DRV kein ÜG an die Versicherten aus. Die ARGE zahlt das AlgII weiter und die DRV verrechnet dieses dann mit der ARGE. Ihre Freundin bekommt also weiterhin gewohnt AlgII.

Sie muss dann auch keine 10 Euro Zuzahlung zahlen.

von
Skatrentner

Das mit der Miete ist ihr wichtig, denn sonst möchte sie die Reha nicht antreten !!

Was will ihr Freundin denn ? Gesund werden oder weiterhin der Sucht fröhnen und noch weiter abstürzen ??
Das ist doch auch keine Lösung, ggf. sollte sie einen Antrag auf Wohngeld stellen, wird sie aber wohl nicht müssen. Denn wie User bereits geschrieben hat, bekommt sie ja ihr Alg. II weiter und somit auch die Mietkosten.

Aber ihre Aussage sollten sie wirklich noch einmal überdenken, denn die ist nicht gerade positiv zwecks Heilung.

Ich wünsche ihrer Freundin alles Gute und hoffe dass sie es in der Reha schafft.

Experten-Antwort

Hallo nele-sunny,

beim Arbeitslosengeld II ist für einen Anspruch auf Übergangsgeld Voraussetzung, dass das Arbeitslosengeld II unmittelbar (am Tag) vor einer Arbeitsunfähigkeit bzw. dem Beginn der Rehabilitation bezogen wurde. Darüber hinaus ist es erforderlich, dass vor Bezug von AloGeld II aus Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt wurden.

In der Regel wird das Übergangsgeld dann in der Höhe der vorherigen Leistung ausgezahlt, d.h. eine besondere Berechnung entfällt.

Weil Bezieher von ALG II mit Anspruch auf Übergangsgeld keinen Wechsel des Leistungsträgers hinnehmen sollen, werden Leistungen zur Grundsicherung vom SGB II-Träger während der Rehabilitation weitergezahlt, so dass eine unmittelbare Auszahlung von Übergangsgeld an den Versicherten durch den Rentenversicherungsträger entfällt.

Bei einer prognostizierten Gesamtdauer einer stationären Rehabilitation von mehr als 6 Monaten wird die Zahlung von ALG II jedoch eingestellt; die Berechnung und Zahlung von Übergangsgeld erfolgt in diesen Fällen dann doch durch die Deutsche Rentenversicherung, sofern die üblichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Mit dem Anspruch auf Übergangsgeld entfällt in der Regel auch die Verpflichtung zur Zuzahlung; in Zweifelsfällen der Zuzahlung sollte der zuständige Rentenversicherungsträger kontaktiert werden.

von
Ludwig

Ich habe so einen ähnlichen Fall in meinem Bekanntenkreis. Der Bekannte bekommt auch ALG2. Vor kurzem ist er dann in eine kleine [url=http://www.immobilienscout24.de/immobiliensuche/nordrhein-westfalen/bonn.htm]Wohnung nach Bonn[/url] gezogen die ihm vom Amt auch bewilligt worden ist. Er muss aber in den kommenden Wochen auch einen 6 monatigen Reha Aufenthalt antreten und nach seinen Informationen zufolge wird die Wohnung in der zwischenzeit auch weiter gezahlt.

Ich hoffe es hat sich bei deiner Freundin auch alles geklärt und sie konnte die Reha antreten.