ALG II oder Übergangsgeld

von
Ladia

Hallo,

mein Freund hat folgendes Problem:

Mein Freund ist während eines Jobs (September 2012)krank geworden. Da er noch in der Probezeit war, wurde ihm gekündigt. Ab Tag der Kündigung hat er dann Krankengeld bezogen. Bis zu 27.05.2013! Denn durch ein Versehen, waren wir nicht am 27.05.2013 beim Arzt, sondern erst am 28.05.2013. Prompt hat die Krankenkasse gemeint, wäre nicht fortlaufend und somit kein Anspruch mehr auf Krankengeld.
Nun waren wir heute bei der Arge um ALG II zu beantragen.
Zeitgleich hatte die Krankenkasse meinen Freund aufgefordert, einen Antrag auf Reha zu stellen. Der liegt hier nun zur Absendung bereit.

Nun meine Frage:

Wenn die Reha bewilligt wird, hätte er dann nicht auch Anspruch auf Übergangsgeld? Das wäre dann ja mehr als ALG II.
Oder bekommt er, weil er ein paar Monate vor der Reha ALG II bekommen hat auch weiterhin ALG II?

Wäre schön, wenn mir jemand helfen kann.

Ladia

von
???

Während einer Kur besteht zwar Anspruch auf Übergangsgeld, dass wird aber bei vorherigem AlgII-Bezug nur in Höhe vom AlG II gezahlt. Häufig zahlt der Job-Center weiter und macht einen Erstattungsanspruch bei der DRV geltend.
Haben Sie denn mit Ihrem Arzt wegen dem einen Tag Lücke gesprochen? Wenn er Sie unterstützt, macht ein Widerspruch bzw. auch eine Klage sicher Sinn.

Experten-Antwort

Guten Morgen Ladia,
ich würde Ihrem Freund empfehlen, den Antrag auf Leistungen zur Teilhabe bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle oder einer Servicestelle der Rentenversicherung abzugeben und dort die Frage der Leistungsansprüche zu klären.
Freundliche Grüße

von
Sachbearbeiter DRV Bereich Reha

In Ihrem Fall wäre (wahrscheinlich) kein Anspruch auf Übergangsgeld gegeben, da das ALG II nicht aus einer beitragspflichtigen Einnahme berechnet wurde.

Für die Dauer der Maßnahme wäre unter diesen Gegebenheiten das ALG II durch das Jobcenter weiterzuzahlen.

von
Ladia

Vielen Dank für Ihre Antwort. Das hatten wir schon befürchtet. Können Sie mir vielleicht auch sagen, wie es sich verhält, wenn er dann in eine Reha-finanzierte Umschulung kommt. Verhält es sich dann auch so?

Gruß

Ladia

von
Sachbearbeiter DRV Bereich Reha

Nein! Bei einer Umschulung (Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben) ist immer ein Anspruch auf Übergangsgeld gegeben.

In diesem Fall wäre die Lücke unerheblich, da die Berechnung aus einer tariflichen Regelung und (falls vorhanden) aus einer innerhalb der letzen 3 Jahre vor Maßnahmebeginn ausgeübten beruflichen Tätigkeit berechnet wird.

Genauere Angaben zur Berechnung des Übergangsgeldes bei Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sind in diesem Forum bereits mehrfach hinterlegt.