ALG2, Abfindung und EWMR - steuerliche Abgaben, Sozialabgaben, Anrechnung

von
gutenTag

Guten Tag,
ich beziehe derzeit ALG2 und mein Status:
a)
die Rechtswirksamkeit der Kündigung ist derzeit noch nicht gerichtlich abschließend geklärt

b)
lt. Sozialplan stünde mir eine höhere Abfindung bei Kündigung zu

c)
ich bin gesundheitlich sehr angeschlagen (langjährige Arbeitsunfähigkeit)

d)
ich hatte 1 Jahr vor meiner Kündigung schon befristete 3 Jahre volle EWMR, jedoch kein Verlängerungsantrag gestellt.

Derzeitige Situation:
Durch das rechtliche Hickhack habe ich keine Nerven mehr und bin - was ich ursprünglich auf keinen Fall wollte - so vermürbt, dass ich mir überlege, nun doch klein bei zugeben. Da ich bislang an meinen Beschäftigungsverhältnis unbedingt festhalten wollte, habe ich es bislang auch abgelehnt, erneut EWMR zu beantragen.
Ich denke jedoch, wenn ich den Antrag abgeb, dass der Bescheid wieder befristet und volle EWMR ergeben würde.

Meine Frage:
Ist es finanziell (steuerlich, sozialabgaben, anrechnung als Vermögen oder als Entgelt) günstiger die Abfindung jetzt beim Status ALG2-Bezieher
oder als EWMR-Rentner anzunehmen?
Oder gibt es da keinen Unterschied?
Und ist die Höhe der Abfindung von Bedeutung falls angerechnet würde, für Steurn oder Sozailabgaben.

Dankeschön in vorraus

von
HXRT29040

Zitiert von: gutenTag

Guten Tag,
ich beziehe derzeit ALG2 und mein Status:
a)
die Rechtswirksamkeit der Kündigung ist derzeit noch nicht gerichtlich abschließend geklärt

b)
lt. Sozialplan stünde mir eine höhere Abfindung bei Kündigung zu

c)
ich bin gesundheitlich sehr angeschlagen (langjährige Arbeitsunfähigkeit)

d)
ich hatte 1 Jahr vor meiner Kündigung schon befristete 3 Jahre volle EWMR, jedoch kein Verlängerungsantrag gestellt.

Derzeitige Situation:
Durch das rechtliche Hickhack habe ich keine Nerven mehr und bin - was ich ursprünglich auf keinen Fall wollte - so vermürbt, dass ich mir überlege, nun doch klein bei zugeben. Da ich bislang an meinen Beschäftigungsverhältnis unbedingt festhalten wollte, habe ich es bislang auch abgelehnt, erneut EWMR zu beantragen.
Ich denke jedoch, wenn ich den Antrag abgeb, dass der Bescheid wieder befristet und volle EWMR ergeben würde.

Meine Frage:
Ist es finanziell (steuerlich, sozialabgaben, anrechnung als Vermögen oder als Entgelt) günstiger die Abfindung jetzt beim Status ALG2-Bezieher
oder als EWMR-Rentner anzunehmen?
Oder gibt es da keinen Unterschied?
Und ist die Höhe der Abfindung von Bedeutung falls angerechnet würde, für Steurn oder Sozailabgaben.

Dankeschön in vorraus

Im Bezug von Alg II wird die Abfindung als Einkommen voll angerechnet.

von Experte/in Experten-Antwort

Guten Tag,

Abfindungen sind regelmäßig kein Arbeitsentgelt im Sinne des § 14 SGB IV und somit nicht als Hinzuverdienst für eine Erwerbsminderungsrente zu berücksichtigen. Hierzu gehören in erster Linie Abfindungen aufgrund der §§ 9 und 10 KSchG (Kündigungsschutzgesetz) oder der §§ 111, 112 und 113 BetrVG (Betriebsverfassungsgesetz).

Wird eine Zahlung des Arbeitgebers lediglich als 'Abfindung' bezeichnet, zählt aber dennoch zum Arbeitsentgelt im Sinne des § 14 SGB IV, stellt sie grundsätzlich zu berücksichtigenden Hinzuverdienst dar. Dies ist zum Beispiel der Fall bei Zahlung von rückständigem Arbeitsentgelt anlässlich einer einvernehmlichen Beendigung von Arbeitsverhältnissen oder ihrer gerichtlichen Auflösung im Kündigungsschutzprozess.

Auf das Alg II ist Geldvermögen grundsätzlich anrechenbar.

von
GutenTag

Danke!
Ok, verstehe ich es so richtig?

!!! Meine Abfindung begründet sich auf die zitierten Paragraphen des KSchGe und
Betreibsverfassungsgesetz.

Die Abfindung führt dazu, dass ich sofort aus dem ALG2-Bezug falle.
(Was ja sehr erfreulich wäre)

Aber die Abfindung wäre dann mein Eigentum für die Zukunft und mit dem Geld könne ich nach eigener Laune verfügen.
Oder muss ich dafür vorherigen AlG2-Bezugzeiten rückwirkend "selbst"bezahlen?

Bei EWMR-Bezug wäre dies auch mein Eigentum, ohne dass darauf Sozialabgaben (Krankenkasse, Pflege, ect) fällig wären.

Wie aber sieht es hinsichtlich der Versteuerung aus (sorry, leider völlige Unkenntnis, z. B. Vermögenssteuer, ect.)?
Als Rentner habe ich doch einen anderen Steuersatz als ein Freiwillig Versicherter?

von
Ana

Zu Steuer: Ihr Steuersatz hängt vom jeweiligen Jahreseinkommen, nicht vom Staatus als Rentner. MEIST ist es günstiger, Einkünfte in die Zeit als Rentner zu verlegen, da das Einkommen bei den meisten dann niedriger ist. Ansonsten:
http://www.wallstreet-online.de/ratgeber/finanzen-steuern-versicherung/steuern/der-arbeitnehmer-muss-die-gesamte-abfindung-versteuern

von Experte/in Experten-Antwort

Nur Arbeitsentgelt i. S. v. § 14 SGB IV unterliegt der Sozialversicherungspflicht. Die steuerrechtlichen Folgen können hier nicht erörtert werden.