ALO ohne Leistungsbezug vor Rente

von
Wolf

Mir wurde von der DRV dringend empfohlen, mich nach Auslaufen meines ALG bis zum Rentenbeginn in 4 Monaten Arbeitslos ohne Leistungsbezug zu melden. Ich hätte sonst eine Lücke, während bei ALO ohne Leistungsbezug Anrechnungszeiten entstehen.
Meiner Meinung nach ist aber der Weg zum Arbeitsamt Unsinn, denn Anrechnungszeiten erfordern doch, dass vor und N A C H ihnen Versicherungspflicht bestehen muss und Kein Rentenbeginn.
Sollte ich nun zum Arbeitsamt gehen oder kann ich es genauso gut bleiben lassen?

von
!

Um eine Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug als Anrechnungszeit anzuerkennen, muß VOR der Arbeitslosigkeit Versicherungspflicht bestehen!

Ggf. kann die Meldung sogar zwingende Voraussetzung sein, um einen Rentenanspruch zu haben (kommt auf den bisherigen Versicherungsverlauf an).

von
Wolf

Genügt zur Anerkennung tatsächlich, dass Vor der ALO Pflichtbeiträge gezahlt wurden?
Wie verhielt es sich denn, wenn nach einer ALO ohne Leistungsbezug eine Lücke käme? Genügt dann auch, dass ja VOR der ALO eine beitragspflichtige Beschäftigung lag? Wie Ist das Wort UNTERBRECHEN zu verstehen?

von
Du meine Güte

Wie oft soll diese Frage hier noch breitgetreten werden????

von
Wolf

Du Klugschieter, was heißt Unterbrechung, vor oder auch dannach versicherungspflichtig?

von
Schade

und wo ist eigentlich das Problem? Es geht doch nur um 4 Monate - glauben Sie irgendein Forumsteilnehmer, der nicht weiß wie Ihr Versicherungsverlauf aussieht und um welche Rentenart es geht?

Wenn der Berater der DRV Ihnen das empfohlen hat, machen Sie es halt!

von
Wolf

Ich wollte gern wissen, wie die Rechtslage ist und nicht machen, was irgend jemand sagt.

von
Wolfgang

Hallo Wolf,

> denn Anrechnungszeiten erfordern doch, dass vor und N A C H ihnen Versicherungspflicht bestehen muss

Nein, diese Anrechnungszeit muss nicht von Beitragszeiten umrahmt sein. Sie muss eine Beitragszeit (bei Alo eine versicherungspflichtige Beschäftigung) am Anfang unterbrechen. (Blöde formuliert, denn eine Unterbrechung ist ein einmaliger Vorgang ;-)

§ 58 Abs. 2 SGB VI
http://db03.bmgs.de/Gesetze/sgb06x058.htm

Gruß
w.

von Experte/in Experten-Antwort

Nach § 58 Abs. 2 SGB VI liegen Anrechnungszeiten nur vor, wenn dadurch eine versicherte Beschäftigung oder eine selbständige Tätigkeit oder ein versicherter Wehr- oder Zivildienst "unterbrochen" wird. Ich kann aufgrund der allgemeinen Auffassung des Begriffes "Unterbrechung" Ihren Gedankengang, dass nach der Beendigung des Anrechnungszeit-Tatbestandes (hier: Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug) eine (weitere) versicherungspflichtige Beschäftigungszeite folgen müsste, gut nachvollziehen. JEDOCH bedeutet "Unterbrechung" im Sinne der Rentenversicherung u.a. auch, dass der Anrechnungszeit-Tatbestand innerhalb eines Kalendermonats einer versicherten Beschäftigung/Tätigkeit nachfolgt. Die tatsächliche Fortsetzung der Beschäftigung/Tätigkeit nach dem Anrechnungszeit-Tatbestand ist nicht(!) erforderlich. Sie muss lediglich objektiv möglich gewesen sein, d.h. aufgrund des Gesundheitszustandes und des Leistungsvermögens des Versicherten muß die Möglichkeit der Wiederaufnahme einer solchen Beschäftigung oder Tätigkeit bestanden haben. Ist ein Versicherter nicht erwerbsunfähig oder voll erwerbsgemindert, ist diese Möglichkeit stets zu bejahen. Denn selbst bei einer vorgezogenen Altersrente ist eine anschließende Beschäftigung objektiv möglich (wenngleich hier insbesondere die Hinzuverdienstgrenzen zu beachten sind). BEACHTE JEDOCH: Bei einer Altersrente wegen Arbeitslosigkeit muß am Tag des Rentenbeginns objektive Arbeitslosigkeit vorliegen. D.h., dass Sie am Tag des Rentenbeginns beschäftigungslos sein müssen bzw. keine nicht mehr als geringfügige Beschäftigung ausüben dürfen. Bei einer Altersrente ist in Ihrem Fall aber zusätzlich auch von Bedeutung, dass u.a. nach Vollendung eines Lebensalters von 58 Jahren und 6 Monaten für insgesamt 52 Wochen Arbeitslosigkeit vorliegen müssen. So kann es (evtl. auch in Ihrem Fall) möglich sein, dass Sie diese Voraussetzung nicht erfüllen, wenn Sie sich nicht mehr bei der Agentur arbeitslos melden. Denn bei der Prüfung der Arbeitslosigkeit für 52 Wochen nach der Vollendung des Lebensalters von 58 Jahren und 6 Monaten können grundsätzlich nur Zeiten berücksichtigt werden, für die Sie eine Meldung bei einer deutschen Agentur für Arbeit als Arbeitssuchender nachweisen und Sie der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stehen.