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Altersrente

von
Kauli

Bin 1948 geboren und beziehe eine volle Erwerbsminderungsrente mit 10,8 % Abzug.Kann ich jetzt mit 60 Altersrente beantragen und fallen dann meine 10,8 % Abzug weg? Mit anderen Worten , fällt meine Altersrente höher aus als meine jetzige Erwerbsminderungsrente ?

Experten-Antwort

Wenn Sie die Wartezeit von 35Jahren haben, können Sie die Umwandlung Ihrer Rente beantragen, ob Sie höher wird hängt davon ab, ob Sie seit dem Rentenbeginn noch zusätzliche Zeiten (Mini-Job, KG-Bezug) erwirtschaftet haben, auf jeden Fall kann der Zahlbetrag nicht weniger werde, da Sie Vertrauensschutz haben.

von
mira

Aber der Abschlag bleibt doch meines Wissens, oder?

von
Brille

Hallo mira,

bei nahtlosem Übergang von der EM-Rente in die Altersrente bleibt der Abschlag erhalten; es sei denn @Kauli ist vor dem 17.11.1950 geboren und war am 16.11.2000 bereits schwerbehindert, berufs- ODER erwerbsunfähig (nach dem damaligen Recht! - auch wenn es erst &#39;heute&#39; festgestellt wird, dass dem so gewesen wäre!). Dann geht der Abschlag im Idealfall auf 0,0% zurück (bei rechtzeitiger Umwandlung!).

von
Dubhil

@ Brille:
Das ist m.E. FALSCH!!! Der geminderte Zugangsfaktor bleibt auch in der Folgerente bestehen. Einmal Abschlag, immer Abschlag (auch für die Hinterbliebenenrente)
Nur die &#34;neuen&#34; rentenrechtlichen Zeiten, die nach Rentenbeginn der EM-Rente zurückgelegt wurden erhalten den dann maßgebenden zugangsfaktor und werden ohne Rentenabschlag berücksichtigt.

Experten-Antwort

Nein! &#34;Brille&#34; hat recht, aber nur wenn die Voraussetzungen vorliegen, wird die Kürzung zurückgenommen (§ 77 Abs. 3 Satz 3 Nr. 1 SGB VI).

von
Dubhill

Diese Vorschrift gilt aber nur für die Anzahl der noch nicht in Anspruch genommenen Kalendermonate des Verminderungszeitraums der Vorrente. Da Kauli aber 1948 geboren ist, wird der Abschlag bei ihm nicht auf 0% zurückgehen.
Falls Sie also den Vertrauensschutz erfüllen, sollten Sie schnell die Altersrente beantragen, um soviele Monate wie möglich &#34;rauszuholen&#34;!

Experten-Antwort

Ist so nicht richtig!

Nach § 77 Abs. 3 Satz 3 Nr. 2 SGB 6 der Vorschrift wird der Zugangsfaktor für Entgeltpunkte, die Versicherte bei einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit mit einem Zugangsfaktor kleiner 1,0 nach Ablauf des Kalendermonats der Vollendung des 60. Lebensjahres bis zum Ende des Kalendermonats der Vollendung des 63. Lebensjahres nicht in Anspruch genommen haben, um 0,003 je Kalendermonat erhöht.
Voraussetzung für die Erhöhung des geminderten Zugangsfaktors ist also, dass die Entgeltpunkte der Vorrente im maßgebenden Verminderungszeitraum nicht oder nicht mehr vorzeitig in Anspruch genommen worden sind.
Die Anhebung erfolgt jedoch nicht nur dann, wenn die Entgeltpunkte gar nicht in Anspruch genommen wurden, sondern auch dann, wenn vor oder in dem maßgebenden Verminderungszeitraum der Vorrente eine Folgerente beginnt, für die sich ein kürzerer oder gar kein Verminderungszeitraum ergibt. Insbesondere ist dies der Fall, wenn sich an eine Erwerbsminderungsrente eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen ohne Abschlag anschließt.

Beispiel:

Versicherter geb. am 28.04.1949

Rente wegen voller Erwerbsminderung ab (z.B.) 01.06.2005

Verminderungszeitraum vom 60. bis zum 63. LJ, ergeben 36 KM

Kürzung der Erwerbsminderungsrente von 36X0,3= 10,8 %

Altersrente für schwerbehinderte Menschen ab 01.05.2009

Vertrauensschutz ist gegeben

Nach dem Vertrauensschutz vorliegt, ist die maßgebende Altersgrenze für die Altersrente für schwerbehinderte Menschen das 60. Lebensjahr. Ein Verminderungszeitraum ergibt sich nicht. Der bisherige Zugangsfaktor kann daher um die Anzahl an Kalendermonaten des Verminderungszeitraums der Rente wegen voller Erwerbsminderung erhöht werden, in dem die Rente wegen voller Erwerbsminderung nicht in Anspruch genommen worden ist.

Verminderungszeitraum der Erwerbsminderungsrente (60.-63. LJ) 36 Kalendermonate = 10,8 %.

Höhe der Altersrente für schwerbehinderte Menschen ab 01.05.2009
89,2 + 10,8 = 100 %

von
Dubhill

Ja das weiß ich jetzt auch. Aber da in dem konkreten Fall Kauli Jahrgang 1948 ist, dürfte er sein 60. Lebensjahr spätestens im Oktober geboren sein.
Bei Geb.datum bsp. 10.09.1948 und Antragstellung im Januar 2009 wäre Rentenbeginn der 01.01.2009 (verspätete Antragstellung)und damit wären 3 Monate des Verminderungszeitraumes (10-12/2008) für die Anwendung des § 77 Abs. 3 VI &#34;verloren&#34;

von
Dubhill

;-)

Kommt ja drauf an, wann Kauli geboren ist...und da er ja die Frage gestellt hat, sollte man auch alle Seiten beleuchten konkret für den Einzelfall ;))