Altersrente für besonders langjährig Versicherte

von
Michael

Guten Tag,

wenn jemand (Jahrgang 1964) die 45 Jahre voll hat, kann er ja die Altersrente für besonders langjährig Versicherte in Anspruch nehmen und mit 65 ohne Kürzung in Rente gehen.
Wenn diese Person nun schon mit 63 Jahren mit einkalkulierten Abzügen in Rente gehen möchte, wird dann der Rentenabzug ab dem 67. Lebensjahr mit 14,6% oder nur die 2 Jahre zwischen 63 und 65 mit 7,3% Rentenabzug gerechnet ?

von
Geber

Zitiert von: Michael
Guten Tag,

wenn jemand (Jahrgang 1964) die 45 Jahre voll hat, kann er ja die Altersrente für besonders langjährig Versicherte in Anspruch nehmen und mit 65 ohne Kürzung in Rente gehen.
Wenn diese Person nun schon mit 63 Jahren mit einkalkulierten Abzügen in Rente gehen möchte, wird dann der Rentenabzug ab dem 67. Lebensjahr mit 14,6% oder nur die 2 Jahre zwischen 63 und 65 mit 7,3% Rentenabzug gerechnet ?

Der bei Rentenbezug gewählte Abschlag verbleibt auf Dauer.

von
Klugpuper

Es sind die vollen 14,4%. (Für jeden Monat vor dem Zeitpunkt, an dem diese Altersrente abschlagsfrei wäre, 0,3% Abschlag.)

Sie wählen eine Rentenart und einen Rentenbeginn, der für diese Rente möglich ist. Was in anderen Rentenarten möglich wäre, spielt dann keine Rolle mehr.

von
senf-dazu

Die Rente mit 63 ist die Rente für langjährig Versicherte.
Die Rente mit 65 ist die Rente für *besonders* langjährig Versicherte.

Die erstere hat als regulären Beginn die Regelaltersgrenze und kann auch vorher (ab 63) beantragt werden. Der Abschlag errechnet sich aus dem zeitlichen Abstand zwischen dem gewählten Rentenbeginn und dem abschlagsfreien Zeitpunkt, also der Regelaltersgrenze.
Letztere hat einen definierten Beginn und kann *nicht* vorzeitig beantragt werden.

Insofern ist es zwar ein häufig auftretender Irrtum, aber nichstdestotrotz unsinnig, den Abschlag aus einem kürzeren Zeitraum (vorzeitiger Beginn Rentenart A bis abschlagsfreier Beginn Rentenart B) zu berechnen.

Experten-Antwort

Hallo Michael,

den bisherigen Beiträgen ist nur noch ergänzend hinzuzufügen, dass das Bundessozialgericht klargestellt hat, dass der Rentenabschlag der gewählten Altersrente bleibt, auch wenn die Altersgrenze für die abschlagsfreie Altersrente erreicht wird und die 45 Jahre Wartezeit vorliegen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 14.05.2021, 13:04 Uhr]

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