Altersrente für Schwerbehinderte

von
MdfF

Zitiert von: Schlaubi

Die RV fordert aber nur den Schwerbehindertenausweis an. Das reicht als Nachweis. Weitere Ermittlungen gibt es hier nicht. Sonst würde die RV nie fertig werden....

Ach, wie lange würde es denn Ihrer Meinung nach dauern, eine Kontrollanfrage zu tätigen?
Die Polizei erledigt Fahrzeughalterabfragen binnen weniger Minuten vom Streifenwagen aus.
Banken benötigen auch nur wenige Minuten, um Schufa-Auskünfte ihrer Kunden einzuholen.

Und nu?

von
Siehe hier

Zitiert von: MdfF
Zitiert von: Schlaubi

Die RV fordert aber nur den Schwerbehindertenausweis an. Das reicht als Nachweis. Weitere Ermittlungen gibt es hier nicht. Sonst würde die RV nie fertig werden....

Ach, wie lange würde es denn Ihrer Meinung nach dauern, eine Kontrollanfrage zu tätigen?
Die Polizei erledigt Fahrzeughalterabfragen binnen weniger Minuten vom Streifenwagen aus.
Banken benötigen auch nur wenige Minuten, um Schufa-Auskünfte ihrer Kunden einzuholen.
Und nu?

Anspruch auf Rente wegen Schwerbehinderung hat jemand nur, wenn neben den anderen zu erfüllenden Grundbedingungen (Pflichtbeitragszeiten etc.) eine Schwerbehinderung von mindestens 50% vorliegt. Es reicht dabei, wenn die Schwerbehinderung bei Antragsstellung vorliegt.
Als Nachweis hierfür reicht der DRV die Vorlage des Schwerbehindertenausweises.
Dieser wiederum wird auf Antrag ausgestellt. Siehe §152 SGB IX.
Und jemand mit GdB50 oder höher hat andere Vorteile durch diesen Ausweis als nur 1 EUR Kulturersparnis (wie in einem vorigen Beitrag gesagt), also wird er daran interessiert sein, sich den Ausweis ausstellen zu lassen.

Da, wie zuvor erwähnt, auch andere Kriterien erfüllt sein müssen, muss man das Behördenleben ja nicht unnötig kompliziert machen.
Jemand, der mit kurz vor 60 oder etwas danach seine Rente wegen SB beantragt, wird vermutlich nicht urplötzlich so gesund, dass er wie ein junger Hüpfer bis zur Regelaltersrente wieder voll arbeitsfähig ist. Aber das ist, aufgrund der Gesetzeslage, ja auch nicht weiter zu überprüfen.

Anders sieht es dann bei einer Verkehrskotrolle aus. Denn ob dieser frischgebackene Rentner über einen altbackenen Führerschein verfügt oder über keinen, ist ebenfalls aufgrund bestehender Gesetze zu überprüfen, sofern der Führerschein bei Verkehrskontrolle nicht vorliegt. Hierzu muss er dann das Originaldokument vorlegen, das sich sicher verwahrt in einer Schublade zu Hause befindet (aus Versehen natürlich nur, denn während einer Fahrt muss er ja mitgeführt werden).
Und falls das Auto dann auch noch auf seine Oma zugelassen ist, aber genauso wenig verkehrstüchtig noch ist wie diese selbst, wird auch überprüft, ob der Rentner im richtigen Fahrzeug sitzt und ob das Fahrzeug versichert ist, wenigstens.

Der Rentner selbst war aber - denn er verfügt über die sonstigen Voraussetzungen, eine SB-Rente zu beantragen - jahrelang versichert und hat dafür seine Beiträge einbezahlt. Das ist in den vorliegenden Daten erfasst und nachweisbar.

Vielleicht ist das der Unterschied zwischen Polizei und Rentenversicherung? Der zuständige Sachbearbeiter bei der DRV hat Zugriff auf die Akten, der Streifenbeamte bei einer Verkehrskontrolle nicht. Und auch ein Bankmitarbeiter weiß nicht, ob gerade wie Firma XXMegaGünstig eine Wohnungseinrichtung auf Kredit bestellt wurde und deshalb die 50 EUR Benzingeld lieber nicht vom überzogenen Konto ausbezahlt werden sollten.

Der antragstellendende "Rentner" hat aber ansonsten alles nachgewiesen. Was also soll da noch kompliziert arbeitsaufwändig nachgefragt werden?

Bei der Rentenversicherung reicht dann sogar eine Kopie des SB-Ausweises. Sollte diese nicht gefertigt werden können, weil der so verlegt wurde, dass er nicht mehr auffindbar ist, und auch der seinerzeitige Bescheid nicht, wird erst dann das zuständige Versorgungsamt wieder tätig, denn dann müssen die eine Kopie/Bescheinigung ausfertigen. Aber eben erst dann.

Schöne Pfingsten für alle!