Altersrente oder BU-Rente?

von
Lumpi

Hallo zusammen,
mir (* April 1953) wurde ab dem 1.12.2013 eine Altersrente für Schwerbehinderte mit Abschlägen für 36 Monate bewilligt. Wegen einer Erwerbsminderungsrente läuft noch ein Klageverfahren, in dem die Rentenversicherung jetzt anbietet, eine Teil-EU-Rente bei BU ab dem 12.8.2010 auf Dauer zu zahlen. Kann ich jetzt diese Teil-Rente in Anspruch nehmen und dann ab 1.12.2016 die Altersrente für Schwerbehinderte ohne Abschläge oder nur noch für die Zeit zwischen dem 12.08.2010 - November 2013 die BU-Rente, bin ich also an die Rente mit Abschlägen bereits gebunden?
Und würde durch die Inanspruchnahme der BU-Rente meine bereits bewilligte Altersrente sich der Höhe nach noch verändern?
Ich bin echt ratlos, ob ich die BU-Rente annehmen kann und welche Folgen dies hat.
Vielen Dank
Lumpi

von
Matze72

Hallo Lumpi,
vorweg erstmal zur Klarstellung, dass Berufsunfähigkeitsrenten ("BU-Rente") und Erwerbsunfähigkeitsrente ("EU-Rente").
seit 2001 nicht mehr als Erstbescheid festgestellt werden können.

Gemeint ist wohl eine "teilweise Erwerbsminderungsrente bei Berufsunfähigkeit" (nach § 240 SGB VI).

Folgendes Konstellation sollte bewusst sein: Die "teilw. EM-Rente bei BU" hat nur einen Rentenartfaktor (RAF) von 0,5 , die der Altersrente von 1,0. Das heißt, dass - Pi mal Daumen - die teilweise EM-Rente vom Zahlbetrag her auch nur halb zu hoch ist wie die Altersrente.
Warum denn die Teilweise EM-Rente vom 01.12.2013 bis 30.11.2016 beziehen, wenn man auch eine Altersrente bekommen kann?

Des Weiteren ist die Frage mit einen "ja" zu beantworten. Ja, der Teil der Rente, der bereits früher Grundlage einer Rente war, behält den Zugangsfaktor (Abschlag) bei einer späteren Berechnung bei (bei nahtlosem Rentenbezug).
Das heißt der Abschlag der halben Rente bleibt. Die andere "Hälfte" erhält einen neuen Zugangsfaktor.

Im Übrigen: Ist die Altersrente für Schwerbehinderte als Vorschussbescheid bewilligt worden?

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Lumpi,

diese Frage kann ich Ihnen im Rahmen dieses Forums leider nicht abschließend beantworten. Zunächst aber soviel:

Prinzipiell kann ich den Ausführungen von „Matze72“ zustimmen. Neben der Frage ob sich die von Ihnen angestrebte Konstellation (vorläufiger Verzicht auf die Altersrente und Inanspruchnahme der teilweisen EM-Rente bis 30.11.2016) finanziell rechnet - Sie müssten in dieser Zeit ja auch mit einer deutlich geringeren Rente zurecht kommen und die bisher erhaltene Altersrente zum Teil zurück zahlen - steht auch die Frage im Raum, ob dies verfahrensrechtlich überhaupt möglich ist (darauf zielt m. E. auch die Frage von „Matze72“ zur Vorschusszahlung der Altersrente ab). Denn soweit die Altersrente bereits bestandskräftig bewilligt wurde, könnten Sie jetzt nicht mehr auf sie verzichten um auf die teilweise EM-Rente „zurückzuwechseln“. Es wäre also prinzipiell notwendig, dass das Verfahren zur Bewilligung der Altersrente noch in irgendeiner Form „offen“ wäre.

Sie sollten sich deshalb vor einer Entscheidung zur teilweisen EM-Rente nochmals in einer Auskunfts- und Beratungsstelle Ihres Rentenversicherungsträgers zu all diesen Fragen individuell beraten lassen. Und keine Angst - man wird Ihnen dort unvoreingenommen weiterhelfen, auch wenn Sie ein Klageverfahren gegen den Rentenversicherungsträger betreiben.

von
Lumpi

Vielen Dank für Ihre Antworten.
Leider ist die nächste Beratungsstelle über 100 km entfernt, so daß ich dort nur schlecht hinkommen kann.
Trotzdem vielen Dank für Ihre Bemühungen und schonmal einen schönen Feiertag!

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Lumpi,

seit einigen Jahren gibt es ein sog. „gemeinsames Auskunfts- und Beratungsstellennetz“ der Rentenversicherungsträger. Sie müssen also nicht zwingend eine Beratungsstelle Ihres zuständigen Rentenversicherungsträgers aufsuchen, sondern können auch eine Beratungsstelle eines anderen Rentenversicherungsträgers nutzen. Welche die nächste in Ihrer Nähe ist, erfahren Sie in der Beratungsstellen-Suche auf dieser Seite.

Sollte sich wirklich gar keine Möglichkeit zur persönlichen Beratung bieten, können Sie dieses Problem aber auch bei nächster Gelegenheit (Termin) bei Gericht oder auch schriftlich oder telefonisch bei Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger thematisieren.