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Altersrente und Rentnerprivileg

von
Wolfgang51

Ich bin im Februar 1951 geboren, beziehe seit 1996 Berufsunfähigkeitsrente und bin zu 50% schwerbehindert. 1998 wurde ich geschieden und genieße also das Rentnerprivileg. Nun meine Fragen:
-Kann ich mit 60 die Altersrente ohne Abschläge beantragen?
-Gelten die Abschläge für immer?
-Wird dann der Versorgungsausgleich durchgeführt, obwohl meine Ex-Frau noch nicht in Rente ist?

von
Knut Rassmussen

Schwierige Materie.

1. Sie können erst mit 63 abschlafgsfrei in Altersrente gehen (sofern 35 Versicherungsjahre).
2. Sie können auch mit 60 in Altersrente gehen (sofern 35 Versicherungsjahre), denn die 10,8% Abschlag, die eigentlich fällig wären, entfalten keine Wirkung, da Sie einen Besitzschutz auf die alten Persönlichen Entgeltpunkte haben.
3. Sobald Sie eine höhere Rente als bisher beziehen, kommt es zum Abzug des Versorgungsausgleich, höchstens aber bis zur jetzigen Rentenhöhe! Da steckt also leider ein klein wenig der Wurm drin, wenn Sie tatsächlich eine echte BU-Rente (2/3-Teilrente) beziehen.

Fordern Sie doch von Ihrem Rententräger Probeberechnungen an.

von
Wolfgang51

Ja, es handelt sich um eine echte BU-Rente.
Ich bekomme also nur 2/3 ausbezahlt.
Ich denke auch, dass ich mir die Rente ausrechnen lassen muß.

Experten-Antwort

Da Sie nicht vor dem 17.11.1950 geboren sind, erfüllen Sie die Voraussetzungen für den Vertrauensschutz nicht. Daher können Sie, wie Knut Rassmussen zutreffend ausgeführt hat, die Altersrente für schwerbehinderte Menschen erst mit Vollendung des 63. Lebensjahres abschlagsfrei in Anspruch nehmen.
Wünschen Sie den Rentenbeginn bereits nach Vollendung des 60. Lebensjahres, beträgt der Abschlag 10,8 %. Dieser Abschlag bleibt dann unverändert bestehen.

Das Rentnerprivileg wurde zwar grundsätzlich mit In-Kraft-Treten des neuen Rechts des Versorgungsausgleichs zum 1.9.2009 abgeschafft. Nachdem aber sowohl die Einleitung Ihres Scheidungsverfahren als auch der Beginn Ihrer Berufsunfähigkeitsrente vor dem 1.9.2009 war, ist das Rentnerprivileg für Sie zunächst weiter anzuwenden, d. h. Ihre Rente wird derzeit nicht um den Versorgungsausgleich gekürzt.
Sofern Sie zukünftig eine Altersrente bekommen werden, dann ist diese vermutlich höher, weil bei Ihr ein höherer Rentenartfaktor zu berücksichtigen ist. Die Altersrente ist dann um den Abschlag aus dem Versorgungsausgleich zu mindern. Allerdings haben Sie bei dieser Konstellation einen Besitzschutz auf den Zahlbetrag Ihrer Berufsunfähigkeitsrente, d. h. die Altersrente ist nicht niedriger als die bisherige Rente.

von
Wolfgang51

Vielen Dank für die beiden aussagekräftigen Antworten.
Ich habe heute die Rentenversicherung angeschrieben und um eine Berechnung gebeten.

von
Wolfgang51

Zitiert von: Knut Rassmussen

2. Sie können auch mit 60 in Altersrente gehen (sofern 35 Versicherungsjahre), denn die 10,8% Abschlag, die eigentlich fällig wären, entfalten keine Wirkung, da Sie einen Besitzschutz auf die alten Persönlichen Entgeltpunkte haben.

Noch eine Frage an den Experten: Wie steht es denn mit dieser Aussage?