Altersrente/Erwerbsunfähigkeitsrente/ALG oder was am besten

von
hotzenplotz

Mein Mann wird im Mai 63 Jahre und seit längerer Zeit arbeitsunfähig krank. Das Krankengeld läuft am 19. Februar aus. Die Krankenkasse wollte erst, dass ein Rehaantrag gestellt wird, der aber mangels Erfolgsaussichten abgelehnt wurde. Jetz überlegen wir was am besten wäre. Die automatische Umdeutung in einen Antrag auf Erwerbsunfähigkeitsrente laufen lassen, evtl. Altersrente selbst beantragen oder arbeitslos melden, obwohl mein Mann noch angestellt ist. Er kann aber keinesfalls mehr in seinen Beruf bzw. zu seinem Arbeitgeber zurückkehren, da dieser darauf besteht entweder 100 % Leistungsfähigkeit oder er braucht gar nicht antreten. Ein Wiedereingliederungsverfahren, was wir ursprünglich zumindest versuchen wollten, hat er auch abgelehnt.
Mein Mann ist zu 50 Prozent schwerbehindert, allerdings erst seit 2007. Außerdem bekomme ich sol langsam aber sicher echte Existenzängste. Bis über einen Rentenantrag entschieden ist (und das kann ja dauern) müssen wir ja auch von irgendetwas leben und das Krankengeld läuft wie gesagt im Februar aus.

Ich bin für jeden Tipp dankbar.
Danke
Hotzenplotz

von
-_-

In der Tat sind Sie etwas spät dran. Sie sollten daher schnellstens den formularmäßigen Rentenantrag nachreichen. Der Rehaantrag gilt ohnehin durch gesetzliche Regelung als Rentenantrag. Ändern können Sie das nur, wenn die Krankenkasse dem zustimmt und das wird sie nicht tun. Die Krankenkasse will nämlich für die Zeit ab Rentenbeginn die Rente wegen Erwerbsminderung als Erstattungsanspruch gegen den Rentenversicherungsträger geltend machen (bis zur Höhe der Rente).

Unter
http://www.ihre-vorsorge.de/Beratungsstellen.html
finden Sie die Auskunfts- und Beratungsstellen. Dort vereinbaren Sie telefonisch einen Termin. Weisen Sie aber darauf hin, dass es sehr, sehr eilig ist, da das Krankengeld ausläuft! Man wird Sie dort auch beraten und, falls eine solche Möglichkeit bestehen sollte, auch einen Antrag auf eine andere Rentenart entgegennehmen.

von
hotzenplotz

es stimmt natürlich, wir sind wirklich spät dran. Das liegt u.a. aber daran, dass wir jetzt erst im Dezember definitven Bescheid von der Kasse erhalten haben , dass unter Anrechnung irgendwelcher Vorerkrankungszeiten (die nichts mit der jetzigen Erkrankung zu tun haben) keine vollen 78 Wochen zu Auszahlung kommen werden, sondern das Krankengeld bereits im Februar enden soll. Dagegen haben wir schon Widerspruch eingelegt. Aber auch dieser Widerspruch wird sich sicher ziehen.
Ich habe hier im Forum gelesen, dass man auch zur Überbrückung bei laufendem Rentenantrag beim Arbeitsamt sich arbeitslos melden kann, trotz bestehenden Arbeitsverhältnisses.
Meine Sorge ist vor allem, dass wir bis wir wissen wer wann was überhaupt zahlt nicht von der Hand im Mund leben müssen.

von
KSC

also ganz kann ich Ihre Existenzängste nicht nachvollziehen.

Der Mann ist seit 2007 schwerbehindert und kann (zumindest wenn er 35 Versicherungsjahre hat,) doch jederzeit in Altersrente gehen.

Und zumindest wenn Sie sich schon mal um die Klärung Ihrer Versicherungszeiten bemüht haben, haben Sie doch schon lange Feststellungsbescheide und Rentenauskünfte, in denen alles drinsteht.
Und dann ist auch, selbst wenn Sie jetzt die Altersrente beantragen, der Rentenbescheid spätestens im März da.

Waren Sie eigentlich schon mal bei einer Beratungsstelle der DRV?

Wenn Sie natürlich wegen des höheren Krankengeldes "taktieren" und bei der Kasse Widersprüche einlegen und mit der Entscheidung, ob Sie jetzt Alters- oder EM Rente beantragen sollen, ewig "nicht zu Potte" kommen, dann wird es noch lange dauern, bis alles klar ist.

von
-_-

Ganz so einfach ist die Sache sicher nicht. Wer aufmerksam las, konnte feststellen, dass ein wesentlich späteres Ende der Krankengeldzahlung zu erwarten war.

Alles übrige war schon angemerkt worden. Ein sehr eiliger Termin bei der A&B-Stelle der Deutschen Rentenversicherung sollte jetzt erste Sorge sein.

Der Anspruch auf Arbeitslosengeld sollte vorsorglich ebenfalls geltend gemacht werden. Ja, schon jetzt vorsorglich bei der Agentur für Arbeit melden!

von
Jürgen

Wahrscheinlich ist der Zug für sie bei ihrem Arbeitgeber abgefahren.
Eigentlich hat ihr Mann als schwerbehinderter Mensch aber einen Rechtsanspruch auf Wiedereingliederung beim Arbeitgeber ohne dessen Einwilligung . Fragen sie mal die SBV in ihrer Firma oder den BR.

Experten-Antwort

Wir empfehlen ein persönliches Gespräch bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung.

http://www.ihre-vorsorge.de/Beratungsstellen.html

Vorsorglich sollte sich Ihr Mann auch bei der zuständigen Agentur für Arbeit melden!

von
Rosanna

Wann wurde denn der Reha-Antrag gestellt und wann abgelehnt? Wurde er abgelehnt, weil die Erwerbsminderung bereits eingetreten und nicht mehr zu beheben ist? Entweder ist dann im Abl.Bescheid gleich ein entsprechender Zusatz angebracht worden oder Sie bzw. Ihr Mann hat ein Aufforderungsschreiben zur formellen Rentenantragstellung erhalten. Dies geht in der Regel sehr schnell!

Sollte eine Umdeutung NICHT erfolgt sein, weil keine Erwerbsminderung vorliegt, besteht ja ein Anspruch auf die Altersrente wegen Schwerbehinderung (35 Versicherungsjahre vorausgesetzt). Sie können dann immer noch diese Altersrente ab 01.02.2009 beantragen (Abschlag 4 Mon. x 0,3 % = 1,2 %; ab 01.06.2009 gäbe es keinen Abschlag mehr).

Ein Gespräch mit der DRV ist auf jeden Fall sinnvoll. Vereinbaren Sie schnellstmöglich einen Vorsprachetermin zur Rentenberatung.

MfG Rosanna.

von
beate

ich leide seit einigen jahren an chron.seropos.rheum.polyarthritis,Osteochondrose,osteopenie,chron.venenleiden mit ulcus cruris,habe ständig starke schmerzen,stehen kaum noch möglich.rente wegen erwerbsminderung wurde schon zweimal abgelehnt, jetzt klage beim sozialgericht. habe kein einkommen, kein krankengeld,arbeitsplatz kann bei meinen gesundheitlichen einschränkungen nicht gefunden werden.was soll ich tun,ich weiß langsam nicht mehr weiter.

von
Wolfgang

Hallo Beate,

auch hier gilt, besser ein neues Thema/Frage stellen. Oben rechts der Knopf über den Forenbeiträgen 'Neue Frage stellen' ...oder auf den Link klicken:

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Neues-Thema.html?dekade=1

In der Sache wird Ihnen hier kaum einer helfen können. Haben Sie so was wie einen Sozialpsychiatrischen Dienst in Ihrer Stadt; eine karitative Einrichtung, die sich mit sozialen Problemen befasst ...oder als letzter Rat: einfach mal den Hausarzt fragen, ob der nicht Stellen vor Ort kennt, die Ihnen bei sozialen Schieflagen helfen können.

Gruß
w.