ALTERSTEILRENTE WEGEN PFLEGE - der (Fehler?) Teufel im Rentenbescheid

von
Modi1969

Hallo Teilrentner,

sehe ich genauso. Die Überlegung, durch eigene Einzahlungen bei Teilrentenbezug die spätere Rente zu steigern, wird über die "Verrechnung" der EP aus frw. Zahlung mit den durch Teilrentenzahlung zunächst nicht gezahlten EP der "Stammrente" im Prinzip ad absurdum gemacht. Da es schon im regulären Fall da. 20 Jahre dauert, bevor der Aufwand amortisiert wird, erlebt der einzahlende Teilrentner wahrscheinlich den Moment der Amortisierung des Aufwands nicht mehr. Bei der Mutter zahlt ja zum Glück die Pflegekasse alleine...
Auch seine Frau als Witwe wird sehr lange brauchen, bevor sie "die schwarze Null" sieht - also eher Geldvernichtung (wenn man vom steuerlichen Aspekt absieht).

von
Modi1969

Schreibfehlerteufel: ad Absurdum geführt, nicht gemacht...

von
Wasserglassturmgrübler 2.0

Ich verfolge die sehr interessante Auseinandersetzung mit dem Thema mit großem Interesse und möchte mich dafür auch bedanken!

Wenn ich die ZAhlen des Experten und (die genannten EP der einfachheit halber immer mit dem Rentenwert von 32,03€ in Geld umrechne), dann sieht es doch so aus:

"
...
Entsprechend ergeben sich in der Rente Ihrer Mutter ab 01.07.2018 folgende Entgeltpunkte:
6,3809 EP (= 99 % der bisherigen EP) = 204,38€
+ 0,0645 EP (1 % der bisherigen EP) = 2,07€ (insg.: 206,45€)
+ 0,1249 EP (Zuschlag für Pflegetätigkeit) = 4,00€
= 6,5703 EP = 210,45€

Das sind die Entgeltpunkte für eine VOLLRENTE.

Jetzt kommt das Entscheidende: Da Ihre Mutter weiterhin nur eine 99 %-TEILRENTE bezieht, wird die Rente nur aus 99 % der EP berechnet.
Also aus 6,5703 EP (= 210,45€) x 0,99 = 6,5046 EP. = 208,34€

Bei diesen 6,5046 EP (= 208,34€) werden zuerst die EP berücksichtigt, die der Rente am längsten zugrunde lagen. Also zuerst die 6,3809 EP (= 204,38€) und die 0,0645 EP (= 2,07€), zusammen also 6,4454 EP (= 206,45€). Es verbleiben noch 6,5046 EP (= 208,34€) – 6,4454 EP (= 206,45€) = 0,0592 EP (= 1,90€), die der 99 %-Teilrente zugrunde zu legen sind. Von dem Zuschlag in Höhe von 0,1249 EP können also bei der Teilrente nur 0,0592 EP berücksichtigt werden, somit nur ca. die Hälfte – wie Sie richtigerweise auch schon festgestellt haben (Zitat: "nur ca. 0,06")."

Mit anderen Worten:
Die 99% Rente von 204,38€ wird im Ergebnis um einen Zuwachs aus der Pflege von 4,00€ x 99% = 3,96€ auf dann 208,34€ erhöht. Aus Sicht der Vollrente von (206,45€) sind das aber tatsächlich "nur" 1,90€. Das alles ohne erhöhten Zugangsfaktor, der auch noch ins Spiel kommen muss.

Happy New Year!

von
Deja vu

Zitiert von: Jonny
Zitiert von: Deja vu
Jonny, du musst einfach nur die Antwort des Experten durchlesen, dann machst du auch nicht den selben Fehler wie Modi1969.

Und wie sieht dann die Berechnung z.B. mit den erwähnten 100% richtig im Detail aus?

Wie ich schon sagte: du musst einfach nur die Antwort des Experten durchlesen. Die Berechnung findest du in der ersten Experten-Antwort. Da kannst du noch den Wert 0,1249 EP durch 0,1299 EP ersetzen, aber das ändert prinzipiell auch nix an der Berechnung.

von
Matheopa

Zitiert von: Wasserglassturmgrübler 2.0

Mit anderen Worten:
Die 99% Rente von 204,38€ wird im Ergebnis um einen Zuwachs aus der Pflege von 4,00€ x 99% = 3,96€ auf dann 208,34€ erhöht.

Ohne Berücksichtigung des Zugangsfaktors werden also bei der 99 % Teilrente von 4,00€ nur 3,96€ gezahlt. Das sind ja tolle mathematische Erkenntnisse!

Aber was wollen sie damit aussagen?

Zitiert von: Wasserglassturmgrübler 2.0

Aus Sicht der Vollrente von (206,45€) sind das aber tatsächlich "nur" 1,90€.

Ja klar. Wenn die Vollrente 1500€ betragen würde, wäre der Betrag mit -11€ sogar negativ. Weil bei einer 99 % Teilrente von 1500€ nur 1485€ gezahlt werden und somit ein Wertzuwachs von 4€ den Differenzbetrag von 15€ zwischen Teilrente und Vollrente nicht erreichen kann.

Wenn sie den fixen Wertzuwachs von 4€ aus der Pflege mit der Differenz aus Voll- und Teilrente verrechnen, dann verrechnen Sie Äpfel mit Birnen.

Wie ich schon gesagt habe, sollten sie weniger den Mathe-Unterricht schwänzen. Sie müssen auch nicht ständig ihren Nick ändern, Jonny.

von
Jonny

Zitiert von: Wasserglassturmgrübler 2.0
...
Entsprechend ergeben sich in der Rente Ihrer Mutter ab 01.07.2018 folgende Entgeltpunkte:
6,3809 EP (= 99 % der bisherigen EP) = 204,38€
+ 0,0645 EP (1 % der bisherigen EP) = 2,07€ (insg.: 206,45€)
+ 0,1249 EP (Zuschlag für Pflegetätigkeit) = 4,00€
= 6,5703 EP = 210,45€

Das sind die Entgeltpunkte für eine VOLLRENTE.

Jetzt kommt das Entscheidende: Da Ihre Mutter weiterhin nur eine 99 %-TEILRENTE bezieht, wird die Rente nur aus 99 % der EP berechnet.
Also aus 6,5703 EP (= 210,45€) x 0,99 = 6,5046 EP. = 208,34€

….

Das alles ohne erhöhten Zugangsfaktor, der auch noch ins Spiel kommen muss.


Und warum werden nochmals 99 % von den 63,5703 gerechnet, in denen bereits 6,3809 als 99 %-Wert enthalten sind?

Ja, der Zugangsfaktor kommt auch noch ins Spiel. Und das ist besonders wichtig. Ohne den Zugangsfaktor von 1,705 für die aus der Pflegezeit erworbenen 0,1299 (nicht 0,1249)ist das ganze ziemlich witzlos.

@matheopa
Jonny ist übrigens Jonny und nicht Wassersturmglasgrübler 2.0
In diesem Sinne weiterhin viel

von
Matheopa

Zitiert von: Jonny
Zitiert von: Wasserglassturmgrübler 2.0

Entsprechend ergeben sich in der Rente Ihrer Mutter ab 01.07.2018 folgende Entgeltpunkte:
6,3809 EP (= 99 % der bisherigen EP)
+ 0,0645 EP (= 1 % der bisherigen EP)
...

Und warum werden nochmals 99 % von den 63,5703 gerechnet, in denen bereits 6,3809 als 99 %-Wert enthalten sind?

Weil 6,3809 EP (99 %) + 0,0645 (1 %) = 100 % ergibt (siehe Experten-Antwort) und aus diesen 100 % (Vollrente) anschließend wieder eine 99 % Teilrente berechnet wird.

Ist das wirklich so schwer, einmal richtig hinzusehen?

Zitiert von: Jonny

Ja, der Zugangsfaktor kommt auch noch ins Spiel. Und das ist besonders wichtig. Ohne den Zugangsfaktor von 1,705 für die aus der Pflegezeit erworbenen 0,1299 (nicht 0,1249)ist das ganze ziemlich witzlos.

"ziemlich witzlos"?

Na dann zeigen sie mir doch mal, wo der Zugangsfaktor in der Vorschrift des § 66 Abs. 3 S. 1 SGB VI vorkommt. Diese Vorschrift regelt schließlich, wie die Entgeltpunkte für eine Teilrente bestimmt werden.

Ist das eine "witzlose" Vorschrift?

Sie haben wirklich wenig Ahnung von Rentenberechnung!

von
Jonny

Zitiert von: Matheopa
Zitiert von: Jonny
Zitiert von: Wasserglassturmgrübler 2.0

Entsprechend ergeben sich in der Rente Ihrer Mutter ab 01.07.2018 folgende Entgeltpunkte:
6,3809 EP (= 99 % der bisherigen EP)
+ 0,0645 EP (= 1 % der bisherigen EP)
...

Und warum werden nochmals 99 % von den 63,5703 gerechnet, in denen bereits 6,3809 als 99 %-Wert enthalten sind?

Weil 6,3809 EP (99 %) + 0,0645 (1 %) = 100 % ergibt (siehe Experten-Antwort) und aus diesen 100 % (Vollrente) anschließend wieder eine 99 % Teilrente berechnet wird.

Ist das wirklich so schwer, einmal richtig hinzusehen?

Zitiert von: Jonny

Ja, der Zugangsfaktor kommt auch noch ins Spiel. Und das ist besonders wichtig. Ohne den Zugangsfaktor von 1,705 für die aus der Pflegezeit erworbenen 0,1299 (nicht 0,1249)ist das ganze ziemlich witzlos.

"ziemlich witzlos"?

Na dann zeigen sie mir doch mal, wo der Zugangsfaktor in der Vorschrift des § 66 Abs. 3 S. 1 SGB VI vorkommt. Diese Vorschrift regelt schließlich, wie die Entgeltpunkte für eine Teilrente bestimmt werden.

Ist das eine "witzlose" Vorschrift?

Sie haben wirklich wenig Ahnung von Rentenberechnung!


Wie wäre es denn mit § 66 Abs. 3a SGB VI?

von
Jonny

@matheopa
So ganz können Ihre Behauptungen nicht unwidersprochen bleiben.

1. Die monatliche Rente beträgt 200 € im JUL 2017, das entspricht (geteilt durch den aktuellen Rentenwerte von 31,03€) 6,4454 persönlichen Entgeltpunkten (pEP).

2. Es wird auf 1 % verzichtet, also auf 0,0645 pEP.

3. Die Rente wird demzufolge nur noch aus 6,3809 pEP gezahlt und beträgt deshalb im JUL 2017 bis einschließlich JUN 2018 monatlich 198,00 €.

4. Für die Zeit vom JUL 2017-DEZ 2017 zahlt die Pflegekasse im Pflegegrad 2 (Pflegegeld) Beiträge nach einem Entgelt von 4.819,50 €.

5. Im JUL 2018 ergeben sich aus diesen Pflegebeiträgen mit dem vorläufigen Durchschnittsentgelt von 37103 € insgesamt 0,1299 Entgeltpunkte (EP).

6. Die 0,1299 EP werden nach § 77 Abs. 3 Satz 3 Nr. 3 um einen Zugangsfaktor erhöht, der 1,705 beträgt und sich aus der Regelaltersgrenze der Versicherten (OKT 2006) und dem Monat vor Beginn der Wirkung dieser EP (JUN 2018) ergibt. Das sind dann 0,2215 pEP (vgl. auch http://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_77R2.5).

7. Auch auf diesen Rententeil aus den Pflegebeiträgen wirkt sich der Verzicht von 1 % aus. Deshalb wird die Rente nur aus 0,2215pEP – 0,0022pEP = 0,2193 pEP gezahlt.

8. Die Rente ab JUL 2018 setzt sich also aus den unter 3. aufgeführten 6,3809 pEP und den unter 7 aufgeführten 0,2193 pEP zusammen und beträgt deshalb mit dem aktuellen Rentenwert von 32,03 € dann monatlich 211,40 €.

Stimmen wir soweit überein?

Da die Pflege noch nicht beendet ist, bedarf es momentan noch keiner weiteren Erläuterungen, wie mit den nicht in Anspruch genommenen 0,0645 pEP und den 0,0022 pEP zu verfahren ist.

Dazu können wir uns dann nach dem Ende der Teilrente bzw. Pflege wieder austauschen.

von
Matheopa

Zitiert von: Jonny

Wie wäre es denn mit § 66 Abs. 3a SGB VI?

Steht da vielleicht etwas von einem Zugangsfaktor drin?

Das ist ja genauso "witzlos"!!!

von
Britta

Die "falsche" Berechnung von Jonny ist eigentlich die logische. Das ist auch das, wovon ein pflegender Angehöriger mit normalen Menschenverstand ausgeht.

Die "korrekte" Berechnung vom Experten, ist eigentlich lächerlich. Der Vorteil für den pflegenden Angehörigen, ergibt sich nur, wenn er deutlich länger lebt wie der zu pflegende.