ALTERSTEILRENTE WEGEN PFLEGE

von
Modi 69

Hallo zusammen,

Meine Mutter (über 70) pflegt meinen Vater, wir haben aus der Vollrente zum 1.7.17 eine 99%-Teilrente gemacht, damit die Pflegebeiträge fließen können. Gestern hat sie ihren Bescheid erhalten, laut tel. ML ist Rente nicht um 1% gesunken ab 7-2017( hab den Bescheid noch nicht gesehen...).
Frage in die Expertenrugnde: erfolgt eine komplette Neuberechnung der Rente mit reduziertem Rentenartfaktor( Mütterpunkte werden zu echten KEZ, die die Rentenberechnung verändern -z.B. Bewertung Ausbildung, MuSchu etc. ..) oder bleiben die bisherigen Punkte bestehen und es wird nur der Rentenartfaktor von 1,0 auf 0,99 reduziert?
Wenn Ersteres zutreffen sollte, wäre wiederum Vorsicht geboten, wenn z.B. Mindestentgeltpunkte in der Rente waren. Dann könnte der Schuss buchstäblich nach hinten losgehen..

von
Modi70

Zitiert von: Modi 69
Hallo zusammen,

Meine Mutter (über 70) pflegt meinen Vater, wir haben aus der Vollrente zum 1.7.17 eine 99%-Teilrente gemacht, damit die Pflegebeiträge fließen können. Gestern hat sie ihren Bescheid erhalten, laut tel. ML ist Rente nicht um 1% gesunken ab 7-2017( hab den Bescheid noch nicht gesehen...).
Frage in die Expertenrugnde: erfolgt eine komplette Neuberechnung der Rente mit reduziertem Rentenartfaktor( Mütterpunkte werden zu echten KEZ, die die Rentenberechnung verändern -z.B. Bewertung Ausbildung, MuSchu etc. ..) oder bleiben die bisherigen Punkte bestehen und es wird nur der Rentenartfaktor von 1,0 auf 0,99 reduziert?
Wenn Ersteres zutreffen sollte, wäre wiederum Vorsicht geboten, wenn z.B. Mindestentgeltpunkte in der Rente waren. Dann könnte der Schuss buchstäblich nach hinten losgehen..

Hallo,

in der Tat, der Schuß könnte nach hinten losgehen. Seien sie vorsichtig.

Grüße

von
KSC

Da gibt es doch nur eines: den Bescheid anschauen und notfalls reagieren.

Würde es weniger werden als 99% können Sie jederzeit wieder die volle Rente beantragen.

Spekulationen über hätte wenn und aber bringen Ihnen nicht. Wenn Sie den Bescheid sehen, kann man den hoffentlich nachvollziehen.

von
Rechenschieber

Wie hoch sollen denn die Entgeltpunkte aus der Pflege sein, um sich damit die Mindestentgeltpunkte zu zerschießen?

von
Modi69

Zitiert von: Rechenschieber
Wie hoch sollen denn die Entgeltpunkte aus der Pflege sein, um sich damit die Mindestentgeltpunkte zu zerschießen?

Ich denke weniger an die zusätzlichen Punkte aus der Pflege (die kein Durchschnittseinkommen wiederspiegeln), als an die bei einer kompletten Neuberechnung nun evtl.hinzukommenden Durchschnittsverdiener-EP,die auf den "Mütterrenten-KEZ" beruhen - wenn bei der Neuberechnung nunmehr KEZ-Monate anstelle der zusätzlichen EP für die Kindererziehung maßgebend werden sollten. Es gab um 7/2014 herum einige Fallkonstellationen, bei denen die zusätzlichen KEZ-Monate bei Rentenbeginn ab 7/2014 zu geringeren Renten führten als bei Rentenbeginn bis 6/2014 mit ZUSATZ-EP. Der Teufel liegt bekanntlich im Detail. Werde mir den Bescheid der Mutter diesbezüglich genau anschauen und dann berichten. Kann ja sein, dass der Grund für die Abweichung vom erwarteten Ergebnis (99%-Teilrente entspricht mathematisch nicht 99 % des bisherigen Rentenbetrags) woanders liegt , ggf. schnöderweise in einer Fehleingabe der Sachbearbeitung oder wie auch immer..

von
Modi69

Kleiner Nachtrag. Rechnerisch hat meine Mutter nunmehr sogar eine 99,6%-Teilrente, also mehr, als zu erwarten war (Nein, liegt definitiv nicht an einer unterbliebenen Anpassung..). Könnte also sagen, supi, gut gelaufen. Will es aber auch verstehen, denn das, was bei meiner Mutter positiv war, kann bei anderen Versicherten, mit denen ich beruflich zu tun habe, negativ sein. Sollte "Gefahrenpotenzial" für Zahlbeträge bestehen, könnte man zumindest darauf hinweisen, damit der Antragsteller verantwortlich für sich entscheiden kann, ob er Anträge stellt oder es lässt.

von
Jonny

Zitiert von: Modi69
Kleiner Nachtrag. Rechnerisch hat meine Mutter nunmehr sogar eine 99,6%-Teilrente, also mehr, als zu erwarten war (Nein, liegt definitiv nicht an einer unterbliebenen Anpassung..). Könnte also sagen, supi, gut gelaufen. Will es aber auch verstehen, denn das, was bei meiner Mutter positiv war, kann bei anderen Versicherten, mit denen ich beruflich zu tun habe, negativ sein. Sollte "Gefahrenpotenzial" für Zahlbeträge bestehen, könnte man zumindest darauf hinweisen, damit der Antragsteller verantwortlich für sich entscheiden kann, ob er Anträge stellt oder es lässt.

Kleine Rückfrage:
Ist denn der Schuß nach hinten oder sogar nach vorne mit einer völligen Neuberechnung der Rente losgegangen?

von
Drachentochter

Hallo,

wenn es sich um eine Altersrente handelt, ist es dann seit Juli 2017 nach der Vorschrift § 76d SGB VI nicht so, dass gar keine neue Renten-Berechnung mehr durchgeführt wird, sondern die Pflegeentgeltpunkte auf die Altersrente einach "on top" kommen?

Damit kann man doch zu gar keiner neuen Berechnung der Entgeltpunkte nach Mindesteinkommen kommen.

Würde ich meinen

von
Jonny

Zitiert von: Drachentochter
Hallo,

wenn es sich um eine Altersrente handelt, ist es dann seit Juli 2017 nach der Vorschrift § 76d SGB VI nicht so, dass gar keine neue Renten-Berechnung mehr durchgeführt wird, sondern die Pflegeentgeltpunkte auf die Altersrente einach "on top" kommen?

Damit kann man doch zu gar keiner neuen Berechnung der Entgeltpunkte nach Mindesteinkommen kommen.

Würde ich meinen


Meine Frage bezieht sich auf die Änderung der Altersrente aufgrund der gewünschten Teilrente, wenn vorher Vollrente geleistet wurde.

von
Drachentochter

Zitiert von: Jonny
Zitiert von: Drachentochter

Würde ich meinen


Meine Frage bezieht sich auf die Änderung der Altersrente aufgrund der gewünschten Teilrente, wenn vorher Vollrente geleistet wurde.

Ja davon spreche ich auch.

von
Modi69

Hallo zusammen,

Zwischenzeitlich habe ich den Bescheid gesehen und die Erklärung: die Neuberechnung mit 99% erfolgte auf die bisherige Biografie OHNE die Zuschlags-EP aus der Mütterrente (die weiterhin "minderungsfrei" verrentet werden). Hierdurch reduzierte sich die Bruttorente um weniger als 1%. Meine Befürchtungen hinsichtlich der Tiefen der Rentenformel erwiesen sich somit als unbegründet. Insofern kann der drohende Verlust von MEP durch die Berechnung mit zusätzlichen KEZ-Monaten bei der Fallkonstellation wie bei meiner Mutter nicht eintreten.
Nachdem nun Teilrente fließt, muss die Pflegekasse Beiträge abführen und zum 1.7.2018 kommt die Neuberechnung mit den Pflegebeitragszeiten für die Zeit ab 7/2017 bis 12/2017 und dem erhöhten Zugangsfaktor. Alles also wunderbar.

von
Jonny

Zitiert von: Modi69
Hallo zusammen,

Zwischenzeitlich habe ich den Bescheid gesehen und die Erklärung: die Neuberechnung mit 99% erfolgte auf die bisherige Biografie OHNE die Zuschlags-EP aus der Mütterrente (die weiterhin "minderungsfrei" verrentet werden). Hierdurch reduzierte sich die Bruttorente um weniger als 1%. Meine Befürchtungen hinsichtlich der Tiefen der Rentenformel erwiesen sich somit als unbegründet. Insofern kann der drohende Verlust von MEP durch die Berechnung mit zusätzlichen KEZ-Monaten bei der Fallkonstellation wie bei meiner Mutter nicht eintreten.
Nachdem nun Teilrente fließt, muss die Pflegekasse Beiträge abführen und zum 1.7.2018 kommt die Neuberechnung mit den Pflegebeitragszeiten für die Zeit ab 7/2017 bis 12/2017 und dem erhöhten Zugangsfaktor. Alles also wunderbar.

Man lernt doch nie aus. Klar, die Entgeltpunkte werden nur - vor der Anwendung des Zugangsfaktors, auch wenn dieser 1,0 ist - zu 99 % als persönliche EP berücksichtigt. Der Zuschlag nach § 309d sind bereits pEP. Daher die 99,6 %.
Danke für die Aufklärung
Jonny

von
Engl

Zitiert von: Jonny
Zitiert von: Modi69
Hallo zusammen,

Zwischenzeitlich habe ich den Bescheid gesehen und die Erklärung: die Neuberechnung mit 99% erfolgte auf die bisherige Biografie OHNE die Zuschlags-EP aus der Mütterrente (die weiterhin "minderungsfrei" verrentet werden). Hierdurch reduzierte sich die Bruttorente um weniger als 1%. Meine Befürchtungen hinsichtlich der Tiefen der Rentenformel erwiesen sich somit als unbegründet. Insofern kann der drohende Verlust von MEP durch die Berechnung mit zusätzlichen KEZ-Monaten bei der Fallkonstellation wie bei meiner Mutter nicht eintreten.
Nachdem nun Teilrente fließt, muss die Pflegekasse Beiträge abführen und zum 1.7.2018 kommt die Neuberechnung mit den Pflegebeitragszeiten für die Zeit ab 7/2017 bis 12/2017 und dem erhöhten Zugangsfaktor. Alles also wunderbar.

Man lernt doch nie aus. Klar, die Entgeltpunkte werden nur - vor der Anwendung des Zugangsfaktors, auch wenn dieser 1,0 ist - zu 99 % als persönliche EP berücksichtigt. Der Zuschlag nach § 309d sind bereits pEP. Daher die 99,6 %.
Danke für die Aufklärung
Jonny

§309d? Wat n dat?

von
Jonny

Schreibfehler. § 307d wäre richtig

Experten-Antwort

1. Eine Teilrente wird in Höhe von 99 Prozent geleistet auf die bisherigen Entgeltpunkte. Eine Neuberechnung der Rente findet nicht statt.
2. Die Zuschlagsentgeltpunkte nach § 307d SGB VI werden in vollem Umfang weiterhin gleistet.
3. Die erzielten Pflegebeiträge erhöhen jeweils zum 01. 07. des Folgejahres zzgl. des erhöhten Zugangsfaktors die Rente (ohne Neuberechnung dieser Rente).

von
Mr. Pingelig

Schön dass alles korrekt ist.
Wie wäre es in Zukunft erst die Bescheide zu lesen und dann nachzufragen?
Würde allen eine Menge Zeit sparen!

von
Vorredner

Bei Gelegenheit mal die Kommaregeln der deutschen Sprache wieder auffrischen.

Ich fand das Thema spannend und auch lehrreich.