Altersteilzeit & Hinzuverdienst (nebenberufl. selbständig)

von
tabasco

Hallo in die Runde!

Ich habe vor, demnächst mit 63 in Frührente zu gehen. Ich war zuletzt jahrelang selbständig, werde nun lediglich 600 Euro Rente bekommen und möchte weiterhin selbständig etwas hinzuverdienen.

Sobald ich ja mehr als die 400 Euro monatlich (2 x das doppelte) hinzuverdiene, wird meine Rente gekürzt. Deshalb versuche ich diese Grenze einzuhalten.

Nun meine Frage: Wann und wie ist die DRV über die Summe zu informieren? Der endgültige Gewinn steht ja erst nach der Jahressteuererklärung fest, die z.B. für das Jahr 2011 erst Mitte/Ende 2012 gemacht wird. Wir dann mit solch zeitlicher Verzögerung eventuell die Rente gekürzt und Nachzahlungen gefordert? Der Umsatz ist eben nicht vorherzusagen und extrem unregelmäßig, weshalb ich ja auch nur den Mindestbeitrag in die Rentenkasse zahlen konnte und nun mit dem Gedanken spiele, bereits mit 63 in Altersteilzeit zu gehen.

Genauso verhält es sich ja mit der Krankenkasse, die von mir - auf Basis der 400 Euro - ja ebenfalls Sozialversicherungsbeiträge für die selbständige Tätigkeit möchte.

Es ist einfach sehr schwer für mich, hier im Voraus einzuschätzen, wie viele Aufträge (ich bekomme ein Fixum pro Tag sowie Km-Geld, das ja hoffentlich nicht zu den 400 Euro dazugezählt wird, oder?) ich annehmen kann, ohne dann vielleicht doch knapp über die Grenze zu kommen.

Vielen Dank für eine Antwort!

von
Schade

Wie Sie es hinbekommen, dass der Jahresgewinn ziemlich genau bei 4800 e landet, ist Ihr Problem.....

Und wenn sich im nachhinein herausstellt, dass der Jahresgewinn bei 4813 € lag wird es zu Rückforderungen der Rente kommen, weil Sie die Verdienstgrenze für die volle Rente "gerissen" haben.

von Experte/in Experten-Antwort

Beim Rentenantrag teilen Sie der DRV mit, dass Sie noch eine Tätigkeit/Selbständigkeit machen. Zunächst sollten Sie mitteilen, dass der Verdienst unter 400,- EUR liegt. Es wird dann jährlich angefragt, wie hoch der Verdienst dann tatsächlich ist. Sie müssen dann entweder vom Finanzamt oder von einem Steuerberater eine Bescheinigung vorlegen, wie der Verdienst war. Das Risiko, dass Sie die Hinzuverdienstgrenze überschreiten ist natürlich bei dieser Konstellation groß, aber das tragen Sie ja. Etwas anderes kann Ihnen hier keiner sagen.

von
...

Zitiert von: tabasco

Sobald ich ja mehr als die 400 Euro monatlich (2 x das doppelte) hinzuverdiene, wird meine Rente gekürzt.

Dies gilt für Sie als Selbständiger nur, wenn Sie Ihren Gewinn tatsächlich Monat für Monat nachweisen können.
Sollten Sie das nicht können (wie die meisten Selbständigen), dass gilt für Sie, dass der durchschnittliche Monatsgewinn die 400 Euro nicht überschreiten darf, d.h. im Kalenderjahr max. 4800 Euro. Ein zweimaliges Überschreiten ist in diesem Fall NICHT möglich!

von
DarkKnight RV

... danke, die Erklärung hätte man sich vom Experten gewünscht.

Tabasco, sie müssen zunächst bei der Rentenantragstellung eine Prognose abgeben, wie hoch der zu erwartende Gewinn für das Kalenderjahr (ab Rentenbeginn) sein wird. Geben Sie dort 400 Euro an, wird die Altersrente in voller Höhe gezahlt.

Der prognostizierte Gewinn wird dann, nach Ablauf des Kalenderjahres, durch den Einkommensteuerbescheid überprüft. Das bedeutet, dass Sie den Einkommensteuerbescheid in jedem Fall nachreichen müssen.

Sollten sich dann herausstellen, dass ihr Gewinn bei über 4.800 Euro liegt, haben Sie ein Problem. Grundsätzlich wird der monatliche Verdienst bei Selbständigen pauschal ermittelt. Das heißt, der im Steuerbescheid ausgewiesene Gewinn aus selbständiger Tätigkeit wird durch die Anzahl der Monate geteilt, in denen die selbständige Tätigkeit ausgeübt wurde.

Für die Monate, in denen die Hinzuverdienstgrenze nicht eingehalten wurde, müssen Sie einen Teil ihrer Rente (1/3, 1/2, 2/3 oder alles) zurückzahlen! Aufgrund der pauschalen Betrachtungsweise ist die Hinzuverdienstgrenze natürlich in allen Monaten überschritten!!!

Aber da gibt es ja noch die Möglichkeit, die ... beschrieben hat!!