Hallo Gerhard,
da Ihnen meine Einstellung zu Aktienfonds bereits hinreichend bekannt ist, schreibe ich heute mal etwas anderes.
Sie schreiben:
"Wenn man aber bedenkt wie hoch die letzten Rentenerhöhungen ausgefallen sind und gleichzeitig die inflation davongallopiert ist, bleibt nur mehr zu sagen, das wir langfristig trotz Altersvorsorge wie sie auch gestrickt ist, nicht vielmehr haben als etwas über den Grundsicherungsbedarf."
Die Inflationsrisiken haben enorm zugenommen, da haben Sie völlig recht! Einige Ökonomen sprechen sogar von einer drohenden Hyperinflation innerhalb der nächsten 10 Jahre. Der Grund hierfür ist die Verschuldungsmisere aller großen Volkswirtschaften, allen voran die USA. Die Inflation entwertet alle Geldforderungen, dazu zählen Bargeld, gesetzliche Rentenansprüche, Versicherungs-Renten, Riester-Renten usw. Wir können von Glück reden, wenn es überhaupt in 20 Jahren noch eine Grundsicherung in der heutigen Höhe gibt. Eine Altersvorsorge hat nur Sinn, wenn sie voraussichtlich die Inflationsentwertung überkompensiert.
Einen Schutz vor Inflation bieten nur Sachwerte und Produktivkapitel.
"Eine interessante Alternative die auch ich vielleicht tätigen werde ist die Anlage in Edelmetallen wie Gold da es einen gewissen Inflationsschutz bietet."
Sie haben recht! Für Rücklagen, die über das erforderliche sofort verfügbare Finanzpolster hinausgehen, kann eine Anlage in Edelmetallen sinnvoll sein. Ich denke aktuell auch darüber nach.
Allerdings ist dies für die Altersvorsorge meiner Meinung nach kein gangbarer Weg, da mit Edelmetallen - abgesehen von möglichen Spekulationsgewinnen - nur ein Werterhalt, aber keine deutliche Wertsteigerung möglich ist, da es sich um "totes Kapital" handelt, mit dem keine neuen Werte geschaffen werden.
Neue Werte werden nur geschaffen, wenn das gesparte Geld produktiv investiert wird. Eine produktive Investition sah in früheren Zeiten z.B. so aus: Sie geben einem Handwerker Ihr gespartes Geld, damit er damit Rohstoffe kaufen kann und daraus etwas herstellen kann, das er dann mit Gewinn verkauft. Von dem Erlös erhalten Sie dann später einen Anteil, der hoffentlich Ihre Investition deutlich übersteigt. Diese Art von Verträgen wird in heutiger Zeit in der Regel nicht mehr direkt zwischen Menschen geschlossen (auch wenn dies nach wie vor möglich wäre), sondern an der Börse.
Nur durch Sparen und Investieren erwirbt ein Mensch und im erweiterten Sinn eine Gesellschaft Wohlstand. Wohlstand entsteht NICHT durch gesteigerten Konsum, das ist eine ökonomische Irrlehre, der seit Jahrzehnten viele Ökonomen und so gut wie alle Politiker anhängen. Wir müssen diesen Konsum auf Kosten der Zukunft (Staatsverschuldung!) irgendwann alle büßen - durch Inflation ggf. bis zur Hyperinflation.
Bitte lesen Sie doch einmal die von mir neulich schon einmal angegebene hervorragende Analyse zum Thema Kapital und Wohlstand:
http://wertewirtschaft.org/analysen/kapital.pdf
Gruß,
Maria L.