< content="">

Altersvorsorge

von
Sam

Ich mache mich demnächst als Versicherungsagent selbständig.
Bin ich da rentenvericherungspflichtig oder kann ich mich von der Versicherungspflicht befreien lassen?
Sollte man das überhaupt, denn man möchte ja doch für Alter oder Erwerbsminderung etwas tun? Oder gibt fährt man über Riester/ Rüruprente besser?

von
zwilling

Hallo,
spontan fällt mir dazu ein, als selbst. Versicherungsagent sollte man doch die Thematik kennen, oder sehe ich das falsch?

von
Rente mit Siebenundsiebzig

Bevor Sie den Schritt in die Selbständigkeit wahren, arbeiten Sie bitte den nachfolgenden Artikel und die darin empfohlenen weiteren Beiträge ab.

http://www.ihre-vorsorge.de/Themen-2006-Rente-fuer-Selbststaendige-Rentenversicherungspflicht-schuetzt.html

Welche Leistungen Sie von der Gesetzlichen Rentenversicherung künftig zu erwarten haben, können Sie hier nachlesen

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,518830,00.html

Nun besteht die Branche, für die Sie künftig arbeiten wollen, leider auch nicht nur aus Wohltätern der Menschheit und schon gar nicht aus lauter Unschuldslämmern.

Provisionen, Gewinnmaximierung der Konzerne, staatliche Restriktionen bei &#34;geförderten Produkten, machen die Produkte, die Sie künftig vertreiben wollen, nicht gerade zu Renditeknüllern.

Verfallen Sie daher nur nicht in den Fehler, etwa an die Produkte zu glauben, die Sie verkaufen werden.

Ich hoffe, dass Sie im Bilde sind, dass es eines der schlimmsten Fehler wäre, auf private Rentenversicherungen oder gar KLV (kapitalbildende Lebensversicherungen) zu setzen. Wenn nicht, lesen Sie dazu die Ausführungen auf der Seite des Bundes der Versicherten.

Wenn Sie etwas Gescheites für die Altersvorsorge tun wollen, lesen Sie in diesem Forum die Beiträge von Maria L. und &#34;nix&#34;.

von
Rente mit Siebenundsiebzig

...sollte es natürlich heissen.

Ihr

Amadé

von
Nix

Vielen Dank, lieber Amadé für den tollen Hinweis auf mich und Maria L.

Möchte doch gleich unserem &#34;Sam&#34; ein wenig vor Augen führen:

Lieber Sam,
Sie beabsichtigen, sich in Kürze selbständig zu machen als LV- und KLV-&#34;Verkäufer&#34;.
Wenn Sie eine Würstchen-Bude eröffnet hätten, dann hätte ich Ihrem Geschäft etwas mehr Respekt gezollt.
Bitte bedenken Sie:
LV und KLV genossen in der Vergangenheit nur deshalb steuerliche Privilegien, weil der Staat die Versicherungsbranche unterstützen wollte, überhaupt Versicherungskaufleute auszubilden und zu beschäftigen.
LV und KLV sind das denkbar ungünstigste Altersvorsorgeprodukt, welches Sie &#34;an den Mann/an die Frau&#34; bringen wollen.
Ich selbst bin mittleren Alters und bespare seit über 18 Jahren Aktienfonds. Bei einem Auszahlplan des bereits bis jetzt angesammelten Kapitals kommt ein monatlicher Geldbetrag heraus, mit dem keine KLV oder LV mithalten kann. Und das ganz ohne Steuerfreibetrag auf Lebensversicherungen oder Über-Lebensversicherungen, wie sie gerne auch genannt werden.

Auch die sogenannten Riester- und Rürup-Produkte werden nur deshalb staatlich bezuschusst, um den Leuten das Sparen für die Altersvorsorge überhaupt schmackhaft zu machen.
Damit kann man sagen: Bei LV und KLV und Riester- und Rürup-Produkten handelt es sich um die &#34;Krücken&#34; des Altersvorsorgesystems.

Leider ist man in Deutschland zu gemütlich, sich mit &#34;Kapitalmarktnachrichten&#34; auseinanderzusetzen und offensichtlich werden nur deshalb Versicherungskaufleute als &#34;Finazexperten&#34; angesehen, weil sie immerhin etwas von KLVs und LVs verstehen.

Was Sie beruflich machen wollen - Lebensversicherungen verkaufen - ist mir ja wurrscht.
Aber bauen Sie bitte Ihre eigene Altersvorsorge nicht auf diesen Produkten auf!
Keine Private Rentenversicherung, keine fondgebundene Kapitallebensversicherung und keine private Rentenversicherung wird Ihnen die Rendite liefern können, welche Ihnen Aktienfonds bieten.
Suchen Sie sich einen günstigen Anbieter für Aktienfonds. Fondsshops oder Direktbanken bieten gute Fonds zu günstigen Konditionen - ohne Ausgabeaufschlag/Depotgebühr etc.
Geben Sie mal in die Suchmaschine Google.de &#34;Fonds für Lau&#34; ein. Dann haben Sie auf der Seite eine Masse von Fondsshops, welche Aktienfonds ohne oder - mit etwas Beratung - dann aber mit &#34;etwas Ausgabeaufschlag&#34; - 1 bis 2% statt übliche 5% anbieten.

Damit können Sie Altersvorsorgekapital aufbauen.
Aber erzählen Sie das nicht Ihren Lebensversicherungs-Interessenten. Denn denen müssen Sie ja diese LVs verkaufen, damit SIE etwas zu Essen haben. :-)

Also nocheinmal:
Reichtum/Kapital schafft man ohne steuerliche Privilegien.

Das waren ein paar Gedanken zum Wochenende. :-)

Ein Schönes Wochenende wünscht Ihnen

Nix

von
Nix

Mit &#34;Krücken&#34; des Vorsorgesystems meinte ich:
Auf diesen sollte sich die Basis der privaten Altersvorsorge stützen. Riester und Rürup soll einen Anreiz bieten ÜBERHAUPT etwas für die Altersvorsorge zu tun.
Richtig sparen kann man nur mit Aktienfonds.

Nix

von
Amadé

Danke für wertvollen Inhalt aber auch für die Art des Humors, die ich sehr schätze.

Schönes Wochenende wünscht

Amadé

von
Maria L.

Hallo Sam,

wenn Sie ein gutes Werk für die Menschheit tun wollen, dann erwerben Sie zuerst bitte selber finanzielle Kompetenz - und beraten Sie dann Ihre zukünftigen Kunden entsprechend. Das ist eine Marktlücke!

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=78744&#38;dekade=1

Mit freundlichen Grüßen,
Maria L.

von
Maria L.

Hallo Nix,

vielen Dank für Ihren engagierten Beitrag, insb. für Ihre geschilderte persönliche Erfahrung! Welche effektive Durchschnittsrendite haben Ihre Anlagen bisher erzielt? Falls Sie nicht wissen sollten, wie Sie diese berechnen, finden Sie Infos dazu bei meiner Lieblings-Quelle.

Ihre geschilderte Erfahrung sollte doch endlich noch mehr Menschen Mut machen, sich mit Aktienfonds zu beschäftigen. Aktienfonds, bzw. allgemeiner Beteiligungspapiere, sind LANGFRISTIG die sicherste Anlageform überhaupt, solange man die persönlichen Voraussetzungen dafür erfüllt (insb. das jederzeit verfügbare Finanzpolster). Die Volatilität von Beteiligungspapieren ist nur KURZFRISTIG riskant, auf lange Sicht bietet gerade diese besondere Chancen.

KURZFRISTIG ist das Girokonto oder Tagesgeldkonto (o.ä.) die sicherste Anlageform. LANGFRISTIG ist jede festverzinsliche Anlage dagegen extrem unsicher, weil sie das Geldwertstabilitätsrisiko nicht abdeckt. Wann gehört das endlich zur Allgemeinbildung jedes Bundesbürgers???

Nix, Sie haben sich leider systematisch verschrieben. Statt LV und KLV wollten Sie vermutlich RV und KLV schreiben? Und Ihr Tip mit dem Suchbegriff &#34;Fonds für Lau&#34; führt leider auch zu einigen unseriösen Angeboten. Wer einen Fondsshop sucht und keinen findet, kann zur Not in jedem beliebigen Börsenforum danach fragen. Ich habe noch nie einen mit &#34;etwas Beratung&#34; gesehen. Aber macht nichts, ich verzichte darauf vollständig, dafür bekomme ich 100% Rabatt auf den Ausgabeaufschlag.

===&#62; Reichtum/Kapital schafft man ohne steuerliche Privilegien.

Der Satz ist klasse, den unterschreibe ich zu 100%! Ich könnte ihn jetzt noch ergänzen, aber bevor das polemisch wird und mein Beitrag wieder gelöscht wird, lasse ich es lieber.

Mit freundlichen Grüßen,
Maria L.

von
Nix

Hallo Maria! Hallo Amadé!

Stichwort: Fondsshop &#34;mit etwas Beratung&#34;
Ich bin aus dem Rheinland.
Hier gibt es in einem kleinen Ort in der Nähe der Landeshauptstadt von NRW einen Fondsshop(natürlich gibt es hier auch viele andere). Leider darf ich an dieser Stelle wegen &#34;Schleichwerbungsgefahr&#34; nicht erwähnen.
Da zahle ich über eine Fondsplattform bei einer Bank 1% Ausgabeaufschlag für alle Fonds. Die Bank ist nur Fonds-Depotbank. Hier ist der Vermittler eingetragen und die Konditionen = soviel Rabatt dass bei 5% Reguläraufschlag nur 1% &#34;übrigbleibt&#34;, den ich zahlen muss.
Mein Berater bekommt dann laufende Provision aus den internen Fondskosten plus die erwähnten 1,0% und er hat den vollen Überblick über mein Depot. Ich habe mehrere Fondssparpläne.
Gewinne werden umgeschichtet in geschlossene Fonds wie Schiffsfonds, Hypothekenfonds, US-Immobilienfonds etc. FÜR DIESE GESCHLOSSENEN FONDS kassiert mein Berater die vollen 5% Ausgabeaufschlag. Das ist sein Lohn dafür, dass er schonmal auch einen Tipp für einen guten Länderfonds gibt, der gerade &#34;en vogue&#34; ist, für den ich aber nur die o.g. 1% zahlen brauche.
Dafür &#34;drückt&#34; er auf den Alarmknopf, wenn der eine oder andere Länderfonds in meinem Portfolio schon sehr viel Rendite eingefahren hat und wir verkaufen die Anteile und schichten in geschlossene Fonds um, damit der Wert des Investments erhalten bleibt.
Das Problem: Zeigt die Konjunktur in nur EINEM Land eine Delle, gehen auch viele andere Länderfonds (als Region z.B. Asien) ZUNÄCHST &#34;den Bach runter&#34;. Genau vor dieser Situation schichtet mein &#34;Discount-Berater&#34; (eines Fondsshops) die Beträge um. Natürlich gelingt das nicht immer und mein Fondsdepot hat auch zuweilen &#34;dicke Miese&#34;. Da ich aber langfristig denke, bleiben alle Fonds im Depot und es werden kontinuierlich Fondsanteile nachgekauft, teils durch die Fondssparpläne, teils durch den einen oder anderen Einmalbetrag

Diese &#34;kleinen Tipps des Beraters&#34;
(wobei ich selbst im Telefongespräch mich ja auch gut auskenne, lese viel Euro am Sonntag und mit ihm gut mitreden kann)
nenne ich &#34;ein bisschen Beratung&#34;.
Der überwiegende Teil der Beratung, wo mein Berater so richtig zu erklären beginnt, sind die geschlossenen Fonds, denn bei den Länderfonds ist mein Vorwissen schon sehr gross. Ich sag dann: Meinst Du, wir nehmen diesen oder jenen Fonds? Und er &#34;nickt&#34; dann überwiegend nur zustimmend.
Maria, Du fragtest nach der Durchschnittsrendite.
Diese liegt im Schnitt bei 15% per Anno. Natürlich wegen meines 100%Aktienfondsanteils (abgesehen von den geschlossenen Fonds) ist das schon ziehmlich viel, die ich aber auch mit zeitweiligen Kursverlusten erkaufe(von den Kursverlusten in Euro kann man sich das eine oder andere Jahr schon einen Kleinwagen kaufen - also nichts - oder soll ich besser sagen:&#34;nix&#34; für schwache Nerven)
Das mit der hohen Rendite liegt aber nur an den Ausschüttungen und sonstigen Renditen der geschlossenen Fonds. Z.B. habe ich einen BRIC-Immobilienfonds von einem Anbieter. Der bringt viel Rendite-Ausschüttungen.

TIPP: Geschlossene Fonds haben ein Mindestanlagekapital von z.B. 20.000,-- Euro manchmal sogar EUR 40.000,-) Trotzdem sollte dieser Betrag nicht mehr als 20% von den Gesamtersparnissen ausmachen. (Diese geschlossenen Fonds lauten überwiegend auf US-Dollar. Aktuell ist der US-Dollar sehr günstig.)
Soll heissen: Hast Du z.B. EUR 100.000,- in Aktienfonds, kannst Du z.B. EUR 20.000,-- umschichten in einen geschlossenen Fonds. Den Ausgabeaufschlag - 5% = EUR 1.000,-- würde ich vom Girokonto finanzieren, um die Fondsanteile zu schonen: Stichwort Abgeltungssteuer 2009. Soviel Aktienfondsanteile wie möglich dieses Jahr noch kaufen und liegen lassen.
Im Neuen Jahr ab 01.01.2009 ein neues Fondsdepot eröffnen für die Fondssparpläne und Einmalzahlungen AB 01.01.2009, weil diese ja abgeltungssteuerpflichtig sind und Ihr wollt doch nicht, dass die Depotgebühren vom Alt-Depot die steuerfreien Fondsanteile aus dem Altdepot &#34;auffressen&#34;, oder? :-)

Wenn Du mehr Infos willst, müssten wir mal schauen, wie wir uns mal die Emailadressen austauschen, da man ja hier drin keine Werbung machen darf und auch keine Produkte nennen darf.

Ein schönes Restwochenende wünsche ich euch beiden!

Nix

Experten-Antwort

Lieber Sam ,

als Selbständiger, der im wesentlichen für einen Auftraggeber handelt, sind Sie möglicherweise in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig. Wir empfehlen Ihnen daher, das sog. Statusfeststellungsverfahren beim zuständigen Rentenversicherungsträger durchführen zu lassen.

Private Vorsorge wird in der Zukunft immer wichtiger. Eine der lukrativen Säulen ist die Riesterrente, da zum Eigenbeitrag noch staatliche Zulagen auf den Vertrag gutgeschrieben werden. Bei der Rüruprente entfallen diese Zulagen. Diese Art der Altersvorsorge ist daher auf den Personenkreis der nicht versicherungspflichtigen Selbständigen und Freiberufler begrenzt,um auch Ihnen eine weitere Säule der Altersvorsorge anbieten zu können.

von
Maria L.

Hallo Nix,

vielen Dank für die sehr ausführliche Darstellung!

Ja, wir können gerne mal Email-Adressen austauschen, weil eine detaillierte Diskussion hier zu weit führt. Ich werde mich dafür an die Redaktion wenden - allerdings erst Anfang nächster Woche, aktuell fehlt mir dafür die Zeit.

Viele Grüße,
Maria L.