Alterteilzeitraum ändern?

von
klaus

Guten Tag,

meine Frage betrifft den Zeitraum des Blockmodells für Altersteilzeit. Mein Betrieb hat mit mir eine Altersteilzeit vereinbart, jetzt stellte sich letzte Woche heraus, das der eigentliche Zeitraum überhaupt nicht mit den tatsächlichen übereinstimmt. Laut Aussage meines Betriebes war immer die Rede von dem Modell 57-60 Arbeitsphase, 60-63 Freistellungsphase. Jetzt hat sich herausgestellt, das der Betrieb für den Zeitraum von 56-59 und 59-62 das Altersteilzeitmodell gemacht hat. Kann ich irgendwie diesen Zeitraum jetzt nachträglich noch ändern? Mit 62 habe ich ja einen höheren Abzug als mit 63. Können Sie mir hierbei weiterhelfen?
MFG

Experten-Antwort

Hallo Klaus,

bei der Vereinbarung von Altersteilzeit schliessen Sie einen Vertrag mit ihrem Arbeitgeber ab. Dieser ist auch Ansprechpartner wenn es um Änderungen geht.

von
Klaus

Das würde bedeuten, dass Seitens der Rentenversicherung diesbezüglich nichts dagegen sprechen würde, diese Vereinbarung zu ändern?

von
Schade

Nein die DRV hat da nichts dagegen!
Genausowenig wie wenn Sie einen Kaufvertrag abschließen und einen Toaster kaufen würden....

von
ATG

Nach dem Altersteilzeitgesetz muß die ATZ-Vereinbarung am Vortag des frühestmöglichen Rentenbeginns enden.
Von entscheidender Bedeutung ist also für Sie, ob Sie bereits mit dem 62.Lebensjahr eine Altersrente erhalten können.

Sofern Sie nicht schwerbehindert sind, können Sie vor Vollendung des 63. Lebensjahrs nur in die Altersrente gehen, wenn Sie entweder
für eine Altersrente wegen Altersteilzeitarbeit die Vertrauensschutzregelungen erfüllt haben (dazu müssten Sie u.a. vor 1952 geboren sein und vom dem 01.01.2004 den ATZ-Vertrag abgeschlossen haben) o d e r
für eine Altersrente für langjährig Versicherte in der Zeit vom 01.01.1950 bis 31.12.1954 geboren sein und den ATZ-Vertrag am Stichtag 01.01.2007 abgeschlossen haben.

Klären Sie diesen Sachverhalt vorher ab.

Alles weitere ist dann wie in den Vorbeiträgen beschrieben eine Angelegenheit zwischen Ihrem Arbeitgeber und Ihnen.

von
Klaus

Hallo ATG,

in meinem Fall wird von einer Altersrente für langjährige Versicherte gesprochen, nur leider ändert sich dadurch ja nicht, das der Abzug bei über 10 % liegt, oder nicht? Ich bin 1952 geboren. Nur bleibt mir dieser Abzug ja schließlich ein lebenlang.

von
Tschacka

Hallo Klaus,
ich gehe davon aus, das die Vertrauensschutzregelung, wie oben beschrieben, bei Ihnen "greifen"! Das heißt die Vereinbarung ist ok und auch rechtens. Sie könnten sich maximal um den Renteneintritt noch hinaus zu zögern, mit der Agentur für Arbeit in Verbindung setzen um abzuklären, ob Sie noch ALG beziehen können (nach einer gewissen Sperrfrist) und wenn ja, wieviel und wie lange. Das ist alles, was mir einfällt. Ich denke, Ihr Arbeitgeber wird den Vertrag sicher nicht um 1 Jahr verlängern oder?

MfG
Tschacka

von
Saggu

Blödsinn - es handelt sich um eine privatrechtliche Regelung. Der Drops Vertrauensschutz ist gelutscht - selbst bei einer Abänderung des Vertrages besteht der fort. Was hat die AfA damit zu tun ??? Nichts!!!!

von
KSC

Sie reden von "es wird gesprochen, etc."

Normalerweise enthalten Verträge über einen ATZ Zeitraum schriftlich fixierte Aussagen über Beginn und Ende der ATZ - dann braucht man nicht diskutieren, sondern kann nachlesen, was man aus freien Stücken vertraglich vereinbart hat.

Oder sollten Sie seinerzeit (wohl Ende 2006) nur irgendeine "Wischiwaschi Vereinbarung" getroffen haben, um den Vertrauensschutz zu retten?

Na, dann wird es aber Zeit sich mit dem AG über den Beginn und Ende der ATZ zu einigen, der wegen der Förderung am besten morgen liegen sollte....

von
Wolfgang

Hallo Klaus,

der 10,8 % Abschlag deutet - wie KSC schreibt - darauf hin, dass Sie die ATZ noch kurz vor Ende 2006 vereinbart haben. Damals war mit dieser ATZ-Vereinbarung das Renteneintrittsalter 62 für langjährig Versicherte über diese Vereinbarung noch zu 'retten' - mit eben diesen 10,8 % lebenslangem Rentenabschlag.

Mitgehangen, mitgef ...

Natürlich können arbeitsvertragliche Regelungen geändert werden, auch die für ATZ - wenn sich herausstellt, das 'falsche' Vereinbarungen getroffen wurden (kein möglicher unmittelbarer Rentenbeginn nach der ATZ) ...oder beide (AN und AG) sich neue Ziele setzen. Wenn der alte Vertrag i.O ist - und der AG sagt, es bleibt so - haben Sie da schlechte Karten, nur weil Sie es 'wollen' und der Abschlag plötzlich zu hoch ist (kümmert den AG nicht - ggf. erhalten Sie eine angemessene/höhere Abfindung, wenn Ihr ATZ-Tarifvertrag das vorsieht).

Gruß
w.

von
Tschacka

Hallo?

warum so aggro???

Ich hab doch nix anderes behauptet als Sie!

Vertrauensschutz besteht weiterhin logo, aber der besagt ja nur, das ab dem 62.Lj. eine Altersrente möglich ist. Nicht das man diese auch in Anspruch nehmen muss!!!

Es soll tatsächlich "Fälle" geben, in denen die Versicherten trotz ATZ-Vereinbarung und Vertrauensschutz nicht gleich in die angestrebte AR gegangen sind, sondern noch einen "Restanspruch" ALG (nach Sperrzeit) bekommen haben und sind dann erst in AR!

Also schreien Sie mich bitte nicht so an!

MfG
Tschacka