Ambulante Reha - Fragen und Vorgehensweise

von
Hannah K.

Guten Tag, ich habe eine Frage zur ambulanten Reha.
Ich bin seit mehreren Monaten arbeitsunfähig erkrankt und meine Ärztin hat nun eine Reha vorgeschlagen. Die Krankenkasse hat mir zugesichert mir bald die Antragsformulare zuzusenden, darauf warte ich derzeit.
Wenn der Antrag auf Reha nun eingereicht wurde, wie lange dauert es, bis eine Gehemigung (oder evtl. auch Ablehnung) durch die DRV erfolgt?
Bekommt man bei der Mitteilung über die Genehmigung bereits einen Termin zugewiesen oder muß ich den Termin dann mit der Reha-Klinik ausmachen? Kann ich mir einen Termin aussuchen bzw. verschieben?
Ich beziehe derzeit Krankengeld und würde während der Reha dann Übergangsgeld bekommen. Muß ich das Übergangsgeld separat nochmal beantragen?

Angenommen, die Reha verläuft so wie alle sich das wünschen und ich kann wieder arbeiten gehen, dann möchte ich gern eine stufenweise Wiedereingliederung machen. In dieser Zeit bekomme ich doch dann auch Übergangsgeld richtig? Kann man für die Zeit der stufenweisen Wiedereingliederung auch einen Fahrtkostenzuschuß erhalten, da mein Arbeitgeber knapp 100km entfernt ist?

von
KSC

Wenn Sie es eilig haben brauchen Sie ja nicht warten bis die Kasse Ihnen die Formulare zuschickt, die Forlulare G100, usw. können Sie sich auch selbst runterladen.

Wie lange eine Bewilligung (oder Ablehnung) dauert ist schwer vorhersehbar, rechnen Sie mal mit 4-8 Wochen.
Bei Bewilligung wird die Klinik benannt, die Ihnen den termin anschließend mitteilt, sobald Sie die Klinik wissen, können Sie auch mit denen telefoniern.....

Mit der Bewilligung erhalten sie die fürs Übergangsgeld nötigen Formulare zugesandt.

Und was nach der Reha ist, klärt sich, ob sofort arbeitsfähig oder ne Wiedereingliederung notwendig ist, das wird sich klären.

Frage: Warum sollte Ihnen die DRV nach der Reha einen Teil der Fahrkosten zum (bisherigen) Arbeitgeber erstatten?

Experten-Antwort

Hallo Hannah K.,

KSC hat schon alles erläutert, wir können uns seinen Ausführungen nur voll anschließen.

von
Hannah K.

Vielen Dank für die Informationen.

Zum Punkt "Frage: Warum sollte Ihnen die DRV nach der Reha einen Teil der Fahrkosten zum (bisherigen) Arbeitgeber erstatten?"

Weil das Übergangsgeld doch drastisch weniger ist, als das normale Nettogehalt, von dem normalerweise die Fahrtkosten zum bisherigen Arbeitgeber gezahlt werden.

Eine stufenweise Wiedereingliederung, die ich als absolut sinnvoll erachte, würde in meinem Fall dann wegfallen. Das Geld reicht nach Miete,usw nicht für alles. Essen oder die Fahrt zum Arbeitgeber ist dann die Frage, und die ist für mich einfach beantwortet.

von
???

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum eine stufenweise Wiedereingliederung nicht funktioniert, auch wenn sie wünschenswert/sinnvoll ist. Gerade im Baugewerbe mit teils langen Anfahrtswegen (die im Normalfall mit dem betriebseigenen Transporter zurückgelegt werden) scheitert sie häufig wegen fehlenden vernünftigen Umsetzungsmöglichkeiten. Bei Ihnen sind es halt finanzielle Gründe. Sie werden dann etwas länger krank geschrieben und steigen mit Vollzeit ein. So ungewöhnlich ist das nicht.

von
Hannah K.

Zum Fahrgeld habe ich aber nochmal eine Rückfrage:

§ 44 Abs. 1 Nr. 5 SGB IX in Verbindung mit § 53 SGB IX.
Der für die StW verantwortliche Leistungsträger (Krankenkasse, Rentenversicherung, Unfallversicherung oder Arbeitsagentur) leistet neben der Absicherung zum Lebensunterhalt auch Reisekosten als sogenannte „ergänzende Leistungen“.
Sind denn damit nicht die mit der stufenweise Wiedereingliederung erforderlichen Fahrkosten, also diejenigen für den „Arbeitsweg“ gemeint?

von
???

Nein.
Fahrtkosten werden für die eigentliche Leistung gezahlt, also z.B. die Fahrt zur Reha-Klinik. Die stufenweise Wiedereingliederung ist aber keine eigenständige Leistung der DRV (kann nur im Anschluss an eine Reha gezahlt werden), also bereits selbst eine ergänzende Leistung. Und ergänzende Leistungen (= Fahrkosten) zu ergänzenden Leistungen (Übergangsgeld während stufenweiser Wiedereingliederung) gibt es halt nun mal nicht.
Sie können Ihr Problem auch mal googeln. Die Ergebnisse werden Sie auf den ersten Blick sicher freuen. Allerdings steht überall: die Rehabilitationsträger können (!!!) Fahrtkosten zahlen. Wenn ein sicherer Anspruch besteht, finden Sie Formulierungen wie: sind zu zahlen, besteht Anspruch auf. Von daher sehe ich keine Chance in kurzer Zeit an die Fahrtkosten zu kommen. Sie können natürlich einen entsprechenden Antrag stellen, müssen sich aber von Anfang an auf ein Klageverfahren einstellen. Und die scheinen wohl eher zu Gunsten der DRV/KK auszugehen.

von
=//=

Wie wäre es denn, wenn Sie mal Ihren Arbeitgeber fragen? Da er für Ihre Arbeit schon keinen Lohn zahlen muß, kann er sich vielleicht kulanterweise an Ihren Fahrkosten beteiligen? Wenn ihm etwas an Ihrer Arbeitsleistung liegt, läßt er sich vielleicht darauf ein?

von
=//=

Ergänzung meines vorigen Beitrags:

Ich denke, dass Sie sich momentan zu viele Gedanken über das Wenn und Aber machen. Es wurde noch nicht einmal der Antrag auf Reha gestellt geschweige denn wurde Ihnen eine solche bewilligt oder durchgeführt.

WENN die Reha bewilligt wird, erfolgt in der Klinik ein Gespräch über Ihren beruflichen Werdegang. Da sollte auch über eine stufenweise Wiedereingliederung gesprochen werden.

Aber machen Sie sich nichts vor: wollen/können Sie wirklich 100 km zum Arbeitsplatz fahren wegen (zunächst) 2 oder 3 Stunden Arbeit? Sie sollten sich das gut überlegen, denn das kann zum Streß ausarten und die stufenweise Wiedereingliederung zum Scheitern bringen. Nur ein Tipp von mir: Bleiben Sie realistisch und machen Sie es ggfls. lieber so, wie @??? es vorgeschlagen hat.

von
Hannah K

Die lange Arbeitsunfähigkeit hat mich schon aus der Bahn geworfen und ich weiß nicht, wie es weitergeht. Ja, es stimmt, ich mache mir zu viele Gedanken. Selbst über Dinge, die noch nicht mal fix sind. Ich sollte das auf mich zukommen lassen, was anderes kann ich eh nicht machen.
Aber herzlichen Dank an alle für die schnelle Hilfe.