Hallo Abraxas,
vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung zu meiner Aufklärungsarbeit hier im Forum :-).
Mit 35-40 Jahren Ansparzeit haben Sie ja Glück. Da kann bei Ihrer Vermögensbildung gar nichts schiefgehen. Und ja, Sie haben das richtig erkannt: die investierte Zeit ist sehr, sehr viel wert. Es lohnt sich!
Die Antwort auf Ihre beiden Fragen werden Sie noch finden, das ist ein längerer Prozeß ;-).
Meine Möglichkeiten, im Rahmen dieses Forums auf konkrete Fragen einzugehen, sind begrenzt. Ich mache jetzt trotzdem den Versuch einer kurzen Antwort:
1. Wenn Sie Ihr Fondsdepot aktiv begleiten wollen, werden Sie im Verlauf längerer Zeitabstände neue Aktienfonds hinzunehmen und andere ruhen lassen. "Zielorientiert" ist im Hinblick auf das Ziel einer möglichst schnellen und dabei dennoch möglichst sicheren Vermögensbildung zu sehen. Ich greife da nur mal einen Teilaspekt heraus (bitte nichts isoliert betrachten und nur in Aktienfonds investieren, wenn die persönlichen Voraussetzungen, insb. Finanzpolster, erfüllt sind und alles verstanden wurde): Sie wählen Aktienfonds aus, von denen Sie in Zukunft irgendwann während Ihrer Ansparzeit eine besonders hohe Rendite erwarten. Diese hohe Rendite wirkt sich dann auf alle bis dahin - hoffentlich billig - eingesammelten Fondsanteile aus. Da Sie einen sehr langen Zeitraum für die Erreichung einiger hoher Jahresrenditen vorsehen, ist dies keineswegs so "riskant", wie verkürzt immer behauptet wird ("hohe Renditeerwartung = hohes Risiko"). Außerdem streuen Sie ja weltweit über mehrere Anlagetitel.
2. Wenn ein Aktienfonds geschlossen wird, geht der Wert des Fondsvermögens nicht verloren, sondern wird an Sie entsprechend Ihrer Fondsanteile ausgezahlt. Sie investieren dieses Geld dann einfach neu, entweder verteilt auf Ihre anderen Fonds oder auf einen neuen Fonds. Dabei gibt es zwei Nachteile: zum einen schlägt die Abgeltungssteuer auf die bisher erreichte Wertsteigerung zu früh zu (nämlich nicht erst am Ende der gesamten Ansparzeit, was einen Teil des Zinseszins-Effekts ruiniert), zum anderen läßt sich der Cost-Average-Effekt nicht voll ausnutzen und Sie haben ein Timing-Risiko, wenn Sie das Geld als Einmalbetrag in einen neuen Fonds einzahlen, den Sie dann weiter regelmäßig besparen. Eine Fondsschließung ist also unerfreulich, verhindert aber die Vermögensbildung nicht. Bei 5 Fonds brauchen Sie nur einen einzigen mit einer weit überdurchschnittlichen Rendite, um alle anderen bedeutungslos zu machen. Falls Sie das Sparplanergebnis (= vorschüssiger Rentenendwert) noch nicht selber (bzw. mit Hilfe von Excel) berechnen können: nutzen Sie den Sparplanrechner hier auf ihre-vorsorge.de, geben Sie da ein Fünftel Ihrer geplanten monatlichen Sparrate ein und testen Sie mal die Wirkung verschieden hoher Renditen bei Ihrer langen Ansparzeit.
Vielleicht hilft Ihnen auch die Antwort auf Frage 9 in folgendem Link:
http://www.finanzuni.org/phpBB/viewtopic.php?t=75
Freundliche Grüße,
Maria L.